Lübeck ehrt Daniel Kehlmann mit dem Thomas-Mann-Preis

Mit 10 000 Euro ist der Thomas-Mann-Preis der Stadt Lübeck dotiert. Der Thomas-Mann-Preis ist ein Literaturpreis, der 1975 zum 100. Geburtstag von Thomas Mann von der Hansestadt Lübeck gestiftet wurde.

Der Preis wird alle drei Jahre an Persönlichkeiten verliehen, „die sich durch ihr literarisches Wirken ausgezeichnet haben im Geiste der Humanität, die das Werk von Thomas Mann prägte“. Berühmte Preisträger sind u.a. Siegfried Lenz (1984), Marcel Reich-Ranicki (1987), Günter Grass (1996) und Walter Kempowski (2005).

In diesem Jahr ehrt die Stadt Lübeck Daniel Kehlmann mit dem Preis. „Die Ehrung gilt dem scharfsinnigen Essayisten und klugen Geschichtenerzähler“, heißt es in der Begründung der Jury, „Kehlmanns Romane und Novellen treiben mit artistischer Verve und in leichtfüßiger Nachfolge Thomas Manns mit Humor, Ironie und tieferer Bedeutung ihre sehr ernsten Späße.“

2007 erhielt Daniel Kehlmann den Welt-Literaturpreis für seinen Roman Die Vermessung der Welt.

Der Verleihung findet am 18. Oktober in Lübeck statt.

Tilman Spengler erhält den Literaturpreis der Stadt München

Der Schriftsteller und Publizist Tilman Spengler erhält den mit 10000 Euro dotierten diesjährigen Literaturpreis der Stadt München. Spengler prägte den intellektuellen Diskurs in Deutschland und belebe mit seiner kulturellen Vermittlungsarbeit den Münchner Literaturbetrieb, so die Jury. Die Auszeichnung wird am 16. Juni verliehen.

Der Literaturpreis der Stadt München war 1927 bzw. 1957 als Förderpreis Literatur gegründet worden. 1991 wurde er umgewandelt in die Auszeichnung mit der heutigen Benennung und seither alle zwei Jahre verliehen, dotiert mit 10.000 Euro.

Seit 1999 wird dieser Münchner Literaturpreis, wie er auch genannt wird, alle drei Jahre vergeben, im Wechsel mit dem Publizistikpreis der Stadt München und dem Übersetzerpreis der Stadt München. Dabei wurde die Preissumme auf 10.000 Euro erhöht.

Die Auszeichnung will „ein in Stil und Gehalt herausragendes literarisches Gesamtwerk†œ würdigen. Die Preisträger müssen dabei „aus der Region München stammen oder eine enge Verbindung zu München als Ort ihrer Herkunft oder ihres Schaffens haben†œ.

Tilman Spengler, geboren am 2. März 1947 in Oberhausen, ist ein deutscher Autor und seit 1980 Mitherausgeber der Zeitschrift Kursbuch. Er ist mit der Schauspielerin Daphne Wagner verheiratet und hat eine Tochter.

Spengler studierte in Heidelberg, Taipeh und München Sinologie, Politologie und neuere Geschichte und war mehrere Jahre am Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt (kurzzeitiger Name „Max-Planck-Institut für Sozialwissenschaften†œ) in Starnberg tätig.

Neben seiner akademischen Tätigkeit publiziert er u. a. regelmäßig in der Zeit und in Geo. 1991 veröffentlichte er die Romanbiografie „Lenins Hirn†œ, die in einundzwanzig Sprachen übersetzt wurde. 2003 erschien sein Erzählband „Wenn Männer sich verheben†œ.

Spengler ist Gründungsmitglied der Lübecker „Gruppe 05†œ. Seit Mai 2006 steht Spengler dem Sinologie Heidelberg Alumni Netzwerk (SHAN) e. V. (Sinologisches Seminar der Universität Heidelberg) als Kuratoriumsmitglied zur Seite.

Kurzbeschreibung
Dr. Vogt, Hypnotiseur, Nervenarzt im Hause Krupp, Direktor am Kaiser-Wilhelm-Institut – reale Geschichtsgestalt und Held dieses Romans, – hat eine Mission. Selbst unzweifelhaft ein Genie, möchte er ein für alle Mal den Sitz des Genialen im menschlichen Gehirn dingfest machen. Sein edelstes und politisch heikelstes Untersuchungsprojekt: Lenins Hirn.
Tilman Spengler erzählt virtuos und höchst unterhaltsam das bisher unbekannte Lebensschicksal eines der bedeutendsten Neurologen des 20. Jahrhunderts. In souverän ironischer Verknüpfung realer Ereignisse mit den fiktiven Elementen des großen Gesellschaftsromans führt der Autor die vergeblichen Fortschrittshoffnungen der Medizin vor.

Preis der Literaturhäuser 2008 – Lesung mit Anselm Glück

Mittwoch, 16.4.2008, um 20 Uhr in der Bibliothek des Münchner Literaturhauses, Salvatorplatz 1

Preis der Literaturhäuser 2008

Lesung mit dem Preisträger Anselm Glück

Laudatio: Andreas Trojan

Aus der Jurybegründung: Anselm Glück ist ein Meister der aphoristisch zugespitzten, philosophischen Betrachtung, aber auch der grotesken Glossen oder heiter-anarchischen Geschichten. Die collagierende Mischung dieser Sprechweisen führt zu Textgeweben, die auf unterhaltsame und zugleich analytische Weise von unserer Gegenwart zu erzählen vermögen.“
In gut 30 Jahren hat der österreichische Schriftsteller Anselm Glück zahlreiche Prosabücher, Theaterstücke und Sprechtexte geschaffen. Im vergangenen Jahr erschien sein viel gelobter Roman Die Maske hinter dem Gesicht.

Kurzbeschreibung
„Die meisten Leute stellen sich vor, insgeheim eine Art Sexbombe zu sein.“
Nur für den Fall, daß es der Kritik nicht auffallen sollte: Dieser Roman ist natürlich keiner. Das aber perfekt. Zwar gibt es Figuren, Schauplätze, Dramen – wir denken da an die blonde Gerda, den Jakominiplatz in Graz und die Sache mit Strobl, die allerdings in letzter Minute gestrichen wurde -, ein Roman aber ließe sich zum Beispiel leichter nacherzählen. Wodurch er allerdings nicht unbedingt interessanter würde. Es geschieht hier sowieso derartig viel, daß das in Österreich, wo die ganze Sache spielt, gar nicht alles hineinpaßt. Kein Wunder, daß es daraufhin auch komisch ist; daß es aber soviel Intelligenz, Unmoral, Moral, Sprachschärfe und Phantasie funkeln läßt, Zeitspiegel und Spiegelzeit zugleich ist, das ist schon ein Wunder, und das kann eben doch nur ein Roman.
Anselm Glück ist ein unerschöpflicher Bilderfinder und Rätseldarsteller. Mit diesem kaleidoskopischen Buch erweist er sich darüberhinaus als ebenso nachdenklicher wie temperamentvoller Erzähler.

Veranstalter: ARTE – Medienpartner des Literaturhauses München, Stiftung Literaturhaus im Kooperationsverbund literaturhaeuser.net
Eintritt: Euro 8.- / 6.-

Daniel Kehlmann ehrt Max Goldt mit dem Kleist-Preis

Der Kleist-Preis ist ein deutscher Literaturpreis. Der Preis wurde erstmals 1912 anlässlich des 101. Todestages von Heinrich von Kleist auf Anregung von Fritz Engel (1867-1935), Redakteur des Berliner Tageblatts, durch die Kleist-Stiftung vergeben. Zweck der Stiftung:

„Ehrengaben aufstrebenden und wenig bemittelten Dichtern deutscher Sprache, Männern und Frauen, zu gewähren.“

Den Gründungsaufruf unterzeichneten 59 namhafte Persönlichkeiten des damaligen Deutschland, darunter Otto Brahm, Richard Dehmel, Fritz Engel, Maximilian Harden, Hugo von Hofmannsthal, Fritz Mauthner, Walter Rathenau, Max Reinhardt, Arthur Schnitzler, Hermann Sudermann, Theodor Wolff.

Angeregt von Richard Dehmel, beschloss bereits vor der ersten Verleihung der satzungsgemäß befugte mehrköpfige Kunstrat der Stiftung, nicht mit Stimmenmehrheit zu entscheiden, „vielmehr soll […] die endgültige Entscheidung für je ein Jahr ausschließlich bei einem einzigen Vertrauensmann liegen.“ Zur Begründung: Der Kleistpreis soll neue und ungewöhnliche Begabungen unterstützen. Mehrheiten entscheiden sich für das Durchschnittstalent, das es allen recht macht. „Nur ein einzelner kann sich rücksichtslos für das Außerordentliche einsetzen.“

Der Kleist-Preis war die bedeutendste literarische Auszeichnung der Weimarer Republik. Die Kleist-Stiftung wurde 1933/1934 unter ungeklärten Umständen aufgelöst.

1985 wurde auf der Jahrestagung der 1962 neu gegründeten Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft beschlossen, den Preis wieder zu vergeben. Auch in der erneuerten Stiftung entscheidet eine jährlich bestimmte Vertrauensperson darüber, wem der Preis zuerkannt wird. Zwischen 1994 und 2000 wurde der Preis nur jedes zweite Jahr vergeben, seitdem wieder jährlich. Die Preissumme von 20.000 Euro wird von der Kulturstiftung der Deutschen Bank und der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck gestiftet.

Der Vertrauensmann, der in diesem Jahr diese Ehrengabe gewähren darf, ist Daniel Kehlmann. Daniel Kehlmann erhielt 2006 selbst den Kleist-Preis und ehrt in diesem Jahr Max Goldt damit.

Max Goldt, geboren am 18. September 1958 in Weende, heute ein Ortsteil von Göttingen, eigentlich Matthias Ernst, ist ein deutscher Schriftsteller und Musiker.

Nach dem Abitur zog Max Goldt 1977 nach West-Berlin, wo er eine Fotografenausbildung begann. Er brach diese jedoch ab und wandte sich der Musik zu. 1981 gründete er zusammen mit Gerd Pasemann das teilweise der Neuen Deutschen Welle zugeordnete Duo Foyer des Arts, für das er textete und Lieder sang wie Eine Königin mit Rädern untendran, Schimmliges Brot, Wissenswertes über Erlangen, Komm in den Garten, Hubschraubereinsatz. Schon zuvor arbeitete Max Goldt mit Gerd Pasemann an einem Projekt namens Aroma Plus †“ zu der Zeit noch mit englischsprachigen Texten. Es folgten zahlreiche Schallplattenveröffentlichungen, diesmal auch solo, zum Beispiel 1984 Die majestätische Ruhe des Anorganischen. Mit Stephan Winkler produzierte er später (1998) als Musik-Duo NUUK die LP/CD Nachts in schwarzer Seilbahn nach Waldpotsdam.

Heute ist er vorrangig als Schriftsteller bekannt. Nachdem er mit humorvollen Kolumnen in der Berliner Underground-Zeitschrift Ich und mein Staubsauger in kleinem Kreis Aufmerksamkeit erregte, engagierte ihn das Satire-Magazin Titanic. Hier veröffentlichte er zwischen 1989 und 1998 108 Kolumnen unter den Titeln Aus Onkel Max†™ Kulturtagebuch, Diese Kolumne hat vorübergehend keinen Namen, Manfred Meyer berichtet aus Stuttgart und Informationen für Erwachsene. Seit Januar 2005 schreibt Goldt ohne festen Titel wieder für Titanic. In unregelmäßigen Abständen erscheinen Kompilationen in Buchform, nicht nur von Kolumnen, auch von Fotos, Liedtexten, Dialogen und Tagebucheinträgen.

Seine Texte zeichnen sich allesamt durch Wortwitz, hohe sprachliche Eleganz und die Kunst der Abschweifung aus. Häufig ironisiert er dabei wiederum die Ironie selbst. Wenn er sich zum Beispiel scheinbar über Kleinigkeiten echauffiert, tut er dies entweder aus Freude am harmlosen Echauffieren oder um das sinnlose Echauffieren zu parodieren. Seine Texte schlagen deshalb sprachlich wie inhaltlich Haken, die es dem Leser schwer machen, sich mit dem Inhalt zu solidarisieren. Auf diese Art lässt er den Leser letztlich im Unklaren, ob der Autor sich mit dem Leser überhaupt solidarisieren möchte. Kritiker schätzen genau diese Freude an der Disparität und an sprachlichen Volten (vgl. Hans Mentz: Komik a la carte, Titanic Jahrgang 1986).

Seit 1996 arbeitet Goldt als Comictexter mit dem Zeichner Stephan Katz zusammen. So entstanden zahlreiche Comic-Strips mit dem Titel Katz und Goldt, die beispielsweise in Titanic, ZEITmagazin und Intro publiziert werden, aber auch in Buchalben erhältlich sind.

Max Goldt lebt derzeit als freier Schriftsteller und Musiker in Berlin und unternimmt immer wieder Lesereisen durch den deutschsprachigen Raum. Auf diesen Lesungen testet er stets auch unveröffentlichte, noch in Arbeit befindliche Texte, liest aber auch Texte aus einem seiner vielen bereits veröffentlichten Bücher.

Quellen: Wikipedia

Hannelore-Greve-Literaturpreis 2008 geht an Arno Surminski

Der Hannelore-Greve-Literaturpreis wird seit 2004 alle zwei Jahre von der Hamburger Autorenvereinigung für „herausragende Leistungen auf dem Gebiet der deutschsprachigen Literatur†œ verliehen.

Gestiftet wurde die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung von der Hamburger Ehrenbürgerin Prof. Dr. h.c. Hannelore Greve.

In diesem Jahr erhält Arno Surminski die Auszeichnung. In Romanen wie Jokehnen oder Wie lange fährt man von Ostpreußen nach Deutschland (1974) habe er, so die Jury, „den vielen Kriegsopfern, insbesondere des 2. Weltkrieges, eine Stimme verliehen„.

Kurzbeschreibung

Dieser authentische Roman aus der Sicht eines Jungen beschwört ebenso objektiv wie aufwühlend eine Idylle, die 1945 in Schutt und Asche versank. Es ist die Geschichte einer Landschaft und einer Zeit; vor allem aber ist es die Geschichte von Hermann Steputat, der geboren wurde, als Paul Hindenburg starb, und der elf Jahre später zu den wenigen Dorfbewohnern gehörte, die den Krieg überlebten.

Der Verlag über das Buch

Arno Surminskis legendärer Ostpreußenroman

Über den Autor

Arno Surminski 1934 in Jäglack (Ostpreußen) geboren, arbeitet seit 1972 freiberuflich als Wirtschaftsjournalist und Schriftsteller. Er hat neunzehn Romane und Erzählbände veröffentlicht, darunter die Bestseller Jokehnen, Sommer vierundvierzig und die Erzählbände Aus dem Nest gefallen und Die masurischen Könige.

Die Auszeichnung wird im Oktober in Hamburg verliehen.

Preisträger aus den Jahren 2004 und 2006 sind Siegfried Lenz und Hans Pleschinski.