Jorge Edwards erhält spanischen Literaturpreis Premio Planeta

Der Premio Planeta Casa de América ist der höchstdotierte Literaturpreis der spanischsprachigen Welt, ist aber auch umstritten. Immer wieder gab es Vorwürfe, der Planeta-Verlag nehme Einfluss auf die Jury und berücksichtige nicht ausreichend die literarische Qualität. Der Preis ist mit 200 000 Dollar dotiert. Die Auszeichnung wurde in Bogotá erstmals verliehen und hat zum Ziel, herausragende spanischsprachige Literatur in ganz Lateinamerika zu fördern.

In diesem Jahr erhält der chilenische Schriftsteller Jorge Edwards für seinen noch unveröffentlichten Roman La casa de Dostoievsky den Literaturpreis. Die Romane Der Ursprung der Welt (2005), Persona non grata (2006) und Faustino (2008) sind in Deutschland bei Wagenbach erschienen.

Jorge Edwards wurde 1931 in Santiago de Chile geboren. Er studierte in Chile und Princeton Jura und Philosophie. Als Diplomat vertrat er sein Land in Brüssel, Havanna, Lima und Paris. Nach dem Militärputsch ging er 1973 für fünf Jahre ins spanische Exil.

Zu den früheren Preisträgern des Premio Planetas gehören Juan José Millás, Camilo José Cela, Mario Vargas Llosa und Antonio Munoz Molina.

Ulrich Peltzer erhält Berliner Literaturpreis 2008

Der Schriftsteller Ulrich Peltzer erhält den Berliner Literaturpreis 2008.

Ulrich Peltzer, geboren am 9. Dezember 1956 in Krefeld, zog 1975 nach Berlin, wo er bis 1982 Philosophie und Sozialpsychologie studierte und den Titel eines Diplom-Psychologen erwarb. Er ist seitdem als freier Schriftsteller tätig und hat bisher fünf Bücher veröffentlicht. Von diesen verarbeiten vier Berliner und eines New Yorker Erfahrungen. Charakteristisch für Peltzers Großstadtromane ist der Verzicht des Autors auf eine herkömmliche realistische Schilderung der Außenwelt. Im Zentrum steht stattdessen die Wiedergabe von Bewusstseinsvorgängen der Protagonisten.

Ulrich Peltzer erhielt u.a. folgende Auszeichnungen: 1992 das Bertelsmann-Stipendium beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt, 1996 den Berliner Literaturpreis der Stiftung Preußische Seehandlung, 1997 den Anna-Seghers-Preis, 2000 den Preis der SWR-Bestenliste, 2001 den Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld sowie 2003 den Bremer Literaturpreis.

Der Berliner Literaturpreis der Stiftung Preußische Seehandlung ist mit 30 000 Euro dotiert. Mit der Ehrung ist die Berufung der Freien Universität Berlin auf die „Heiner-Müller-Professur für deutschsprachige Poetik“ zum Sommersemester verbunden. Von Ulrich Peltzer erschien zuletzt der Berlin-Roman Teil der Lösung.

Teil der LösungKurzbeschreibung
Überwachungskameras am Potsdamer Platz, globalisierte Markenwelten und limitierte Bewegungsfreiheit: an Vorzeichen, die jedes politische Handeln notwendig und zugleich illusionär erscheinen lassen, mangelt es nirgends. Christians Themen werden zunehmend politisch. Als freier Journalist schlägt er sich mit journalistischen Gelegenheitsaufträgen durch, ist Teil eines akademischen Proletariats, wie es in Berlin ganze Stadtviertel besiedelt. Selbst Mitte dreißig, hat er die Zeit des bewaffneten Widerstands gegen die Staatsmacht nur noch als Echo miterlebt. Vielleicht sucht er gerade deshalb für eine längst fällige Story Kontakt zu untergetauchten Ehemaligen der Roten Brigaden. In Paris soll ein wichtiger Informant anzutreffen und bereit zum Reden sein. Zunächst aber trifft Christian auf Nele bzw. sie trifft ihn, mit dem Ellenbogen ins Kreuz in der Tür eines Klubs. Von einer geheimnisvollen Wut getrieben, bewegt sich die hochbegabte Studentin durch den Jahrhundertsommer 2003. Was mit ein paar ruppigen Zufallsbegegnungen eher harmlos beginnt, entwickelt sich zu einer heftigen und verqueren Anziehung, deren Ausganzpunkt im neuen Berlin liegt und die ihren Show-down in den Arabervierteln von Paris erlebt. Teil der Lösung ist ein hochaktueller Roman, der in einem rasanten Ineinander von einzelnen Szenen abbildet, wie bruchstückhaft und vielfältig Wirklichkeit ist. Kontrollierter Raum und spielerische Störmanöver, Decknamen und Spitzel, geheime Treffen und präzise Attentate auf den Alltag: Subtil verbindet Ulrich Peltzer eine störrische Liebesgeschichte mit der Beobachtung neuer politischer Bewegungen in einer Grammatik der Überwachung. Eine atemraubende Verschwörungsgeschichte von unmittelbarer erzählerischer Kraft.

Jürgen-Bansemer-und-Ute-Nyssen-Dramatikerpreis geht an Juli Zeh

Der neu geschaffene Jürgen-Bansemer-und-Uter-Nyssen-Dramatikerpreis wird in diesem Jahr erstmalig an Juli Zeh verliehen. Die Schriftstellerin erhält die Auszeichnung für ihr Theaterstück „Corpus delicti, das im vergangenen Jahr bei der RuhrTriennale uraufgeführt wurde. Der mit 15 000 Euro dotierte Preis soll alljährlich vergeben werden und zur weiteren Professionalisierung bereits gespielter deutschsprachiger Bühnenautoren sowie zur Förderung fremdsprachiger Dramatiker in deutscher Übersetzung beitragen.

Die Verleihung findet am 08. Mai im Schauspiel Köln statt.

Leipziger Buchmesse-Preis an Clemens Meyer für Die Nacht, Die Lichter

Preis der Leipziger Buchmesse zum vierten Mal verliehen
Herausragende deutsche Neuerscheinungen sind am Donnerstag mit dem „Preis der Leipziger Buchmesse“ ausgezeichnet worden. Gewonnen haben:

Clemens Meyer mit „Die Nacht, die Lichter“ (Belletristik),
Irina Liebmann mit „Wäre es schön? Es wäre schön!“ (Sachbuch)
Fritz Vogelgsang mit „Roman vom Weißen Ritter Tirant lo Blanc“ (Übersetzung)

Mit seinem Roman-Debüt „Als wir träumten“ war Clemens Meyer bereits 2006 für den „Preis der Leipziger Buchmesse“ nominiert. In diesem Jahr ging er mit „Die Nacht, die Lichter“ ins Rennen. In seinen 15 Erzählungen schaut er auf Menschen, die mit dem Leben kämpfen, auf die strauchelnden Glückssucher und ruhelosen Nachtgestalten und entwirft dabei ein Gesellschaftspanorama unserer Zeit.

Clemens Meyer: Die Nacht, die Lichter (S. Fischer Verlag)

Die Nacht, die LichterKurzbeschreibung
Er setzt alles auf eine Karte, der Hundebesitzer, der auf der Rennbahn sein Geld verwettet, um eine teure OP zahlen zu können. Sie will es allen zeigen, die junge Frau, und sich vom Flüchtlingsschiff in die erste Liga hochboxen. Sie reden eine Nacht lang, der junge Mann und eine alte Freundin, haben einander zufällig wiedergetroffen, sie denkt vielleicht an ein gemeinsames Leben, doch er weiß, dass es anders kommen wird.
Clemens Meyer erzählt von der Hoffnung, einmal im Leben den großen Gewinn einzustreichen, von dem Willen, etwas aus sich zu machen, und der verpassten Liebe. Seine Geschichten spielen in der stillen Wohnung, in der Lagerhalle und am Fluss. Seine Helden sind dem Leben ausgesetzt, es sind die Heimatlosen und Träumer, die die nächtliche Stadt durchstreifen. Meyer trifft die Töne unserer Zeit: In seinen rauen, präzisen und zarten Sätzen spricht er von verlorenen Illusionen, von Sehnsucht und Einsamkeit.

AGATHA-CHRISTIE-KRIMIPREIS 2008

Agatha-Christie-PreisDer Agatha-Christie-Krimipreis ist ein Literaturpreis für Kriminal-Kurzgeschichten. Er wurde 2003 erstmals verliehen. Der Name geht zurück auf die Kriminalschriftstellerin Agatha Christie. Der Preis wird vom Fischer Verlag, dem Frauenmagazin freundin, der Buchhandlung Hugendubel und dem Krimifestival München vergeben und ist mit Sachpreisen dotiert.

Mitglieder der Jury: Schauspielerin Jutta Speidel, Nina Hugendubel, Lektorin Dr. Cordelia Borchardt (Fischer Verlag), Textchefin Katharina Rieger (freundin) und Andreas Hoh (Krimifestival München).

Die Jury hat aus zahlreichen spannenden Beiträgen die besten Geschichten zum Agatha-Christie-Krimipreis ausgewählt, die in einer Anthologie erscheinen. Die drei Gewinner werden im März 2008 im Rahmen des Krimifestival München
bekannt gegeben.

DIE NOMINIERTEN ZUM AGATHA-CHRISTIE-KRIMIPREIS 2008
(in alphabetischer Reihenfolge)

Christian Bartel, Das schönste Leben
Veit Bronnenmeyer, Rick Kramers letzter Fall
Sabine Eymelt-Niemann, Gut getroffen im Leben
Dr. Stefan Fabry, Annes Gespür
Iris von Finckenstein, Natalie
Hans Forster, Himmel und Hölle
Petra Greschitzek, Geheime Absichten
Ursula Heinrich, Pilzgericht
Alfred Hellmann, Talisman
Leo Hoffmann, Fräulein Schneider spielen
Heike Koschyk, Schachmatt
Sabine Ludwig, Blumenkohl polnisch
Sunil Mann, Flaschenpost
Annette Petersen, Tote Tante
Helmi Schausberger, Die Geisel
Claudia Schlegl, Archibald und seine Lieben
Cornelia Schneider, Wassernickels Glatze kratzen
Britta Scholten, Abschiedsessen
Savita Saskia Schulte, Die hochgezogene Augenbraue
Amaryllis Sommerer, Alle oder keiner
Antonia Spohr, Mein erster Fall
Katrin Stehle, Fischmarkt
Chris J. Stone, Früher war alles besser
Sabine Trinkaus, Weihnachten mit Anna
Marcus Winter, Die große Chance