Juror Harald Schmidt entschied sich für Alice Schwarzer als Preisträgerin für Börne-Preis

Ludwig BörneFrankfurter Bürger hatten die Stiftung 1993 gegründet. Seitdem wird der Ludwig-Börne-Preis alljährlich an deutschsprachige Autoren verliehen, die im Bereich des Essays, der Kritik und der Reportage Hervorragendes geleistet haben. Das soll an den Frankfurter Schriftsteller, revolutionären Demokraten und politischen Journalisten Ludwig Börne (1786†“1837) und die erstaunliche Aktualität seines Werkes erinnern.

Über den Preisträger entscheidet ein vom Stiftungsvorstand der Stiftung benannter Preisrichter, ein sogenannter Juror, in alleiniger Verantwortung. Er hält auch die Laudatio für den Preisträger des mit 20.000 Euro dotierten Preises.

Bei der Vergabe des diesjährigen Ludwig-Börne-Preises entschied sich der TV-Moderator Harald Schmidt für Alice Schwarzer. Er würdigte Schwarzer als „personifiziertes Sturmgeschütz der Gleichberechtigung“. Seit über 30 Jahren führe Schwarzer die Emma-Redaktion „als eine Art Vatikan der Frauenbewegung“. Sie tue dies mit Witz und Humor.

Die Auszeichnung wird am 04. Mai in der Frankfurter Paulskirche überreicht.

Hoffmann-von-Fallersleben-Preis für zeitkritische Literatur geht an Günter de Bruyn

Nach Peter Rühmkorf, Timothy Garton Ash, Hans Joachim Schädlich und Walter Kempowski erhält der 81-jährige Günter de Bruyn den mit 15.000 Euro dotierten Hoffmann-von-Fallersleben-Preis für seine glänzenden Essays zur Annäherung der Deutschen in Ost und West.

Günter de BruynGünter de Bruyns Werk besteht zum einen aus häufig autobiographisch gefärbten, realistischen Romanen und Erzählungen, die sich kritisch mit dem Privatleben der Kulturschaffenden in der DDR auseinandersetzen, zum anderen aus Essays zu literaturwissenschaftlichen und historischen Themen, insbesondere aus der preußischen Geschichte.

Er ist Herausgeber einer Reihe von Autoren des 18. und 19. Jahrhunderts mit Bezug zu Berlin und zur Mark Brandenburg, die unter dem Titel Märkischer Dichtergarten erschien.

Großen Erfolg hatte er in den Neunzigerjahren mit den beiden Bänden (Zwischenbilanz und 40 Jahre) seiner Autobiographie.

Die Hoffmann-von-Fallersleben-Gesellschaft vergibt diesen internationalen Literaturpreis alle zwei Jahre. Günter de Bruyn wird die Auszeichnung am 22. Juni in der Michaeliskirche in Wolfsburg-Fallersleben überreicht.

Andrea M. Schenkel gewinnt Deutschen Krimipreis 2008 mit Kalteis

Die Preisträger des Deutschen Krimipreises wurden zum 24. Mal bekannt geben.

Seit 1985 zeichnet eine Jury aus Krimi-Kritikern, Literaturwissenschaftlern und Krimi-Buchhändlern die besten Kriminalromane des Jahres aus.

Mit dem Deutschen Krimi Preis – vergeben in den Kategorien National und International – werden jeweils drei Romane gewürdigt, die „inhaltlich originell und literarisch gekonnt dem Genre neue Impulse verleihen.“

Der Deutsche Krimi Preis ist undotiert und wird – ungewöhnlich in der Szene der Literaturpreise – in der Regel nicht öffentlich verliehen, sondern lediglich der Öffentlichkeit bekannt gegeben. Die Preisträger in diesem Jahr sind:

National

1. Platz: Andrea Maria Schenkel – Kalteis
2. Platz: Heinrich Steinfest – Die feine Nase der Lilli Steinbeck
3. Platz: Jan Costin Wagner – Das Schweigen

International

1. Platz: James Sallis – Driver (Drive)
2. Platz: Martin Cruz Smith – Stalins Geist (Stalin†™s Ghost)
3. Platz: Matti Rönkä – Der Grenzgänger (Tappajan näköinen mies)

Zwei sehr unterschiedliche Rezensionen zu Das Schweigen von Jan Costin Wagner sind auf dem Krimiblog und bei der Krimilady zu lesen. Henny Hidden, die Krimilady, „verbeugt sich vor dem selbstbewussten Autor, der sich in keine Schublade fügen will“, während Ludger vom Krimiblog dazu meint: „Wagner produziert, ausgestattet mit überbordendem Ehrgeiz, ein großes, steriles Vakuum“.

Amos Oz ist erster Preisträger des Stefan-Heym-Preises der Stadt Chemnitz

Amos OzDie Stadt Chemnitz hat in diesem Jahr erstmals den Preisträger des Stefan-Heym-Preises gewählt. Der Preis soll an den in Chemnitz geboren Schriftsteller erinnern. Zu Ehren ihres Ehrenbürgers verleiht die Stadt Chemnitz ab 2008 alle drei Jahre diesen internationalen Preis. Mit ihm sollen zeitkritische Autoren gewürdigt werden.

Erster Preisträger der mit 40.000 Euro dotierten Auszeichnung wird Amos Oz sein. Oz sei „ein international renommierter Schriftsteller und Publizist, der sich zeitkritisch und couragiert als Persönlichkeit einmischt“, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Tukan-Preis 2007 erhält Fridolin Schley – Preisverleihung am 04.12. im Literaturhaus

Die Stadt München verleiht jährlich den Tukan-Preis für die formal und inhaltlich am besten gelungene belletristische Neuerscheinung eines Münchner Autors/einer Münchner Autorin. Der Tukan-Preis ist mit 6000 Euro dotiert.

Den Tukan-Preis 2007 erhält Fridolin Schley für seinen Erzählband „Wildes schönes Tier“ (Berlin Verlag). In der Begründung der Jury heißt es: „Jede einzelne Erzählung entfaltet einen geradezu magischen Sog und überzeugt durch die erzählerische Souveränität“.

Fridolin SchleyFridolin Schley, geboren am 29. Oktober 1976 in München, ist ein deutscher Schriftsteller. Fridolin Schley studierte Germanistik, Philosophie und Politik in München und Berlin sowie an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Er lebt in München und ist als Verlagslektor tätig. Er promoviert über das essayistische Werk von W. G. Sebald.

Wildes schönes TierWildes schönes Tier
Ein Paar kehrt zurück an den Ort, den es in der ersten Zeit junger Liebe als magisch empfunden hat, doch die Beschwörung alten Glücks misslingt. Jule bleibt nach einem Bad im Meer verschwunden und Arnold glaubt an Selbstmord. Später steht Jule plötzlich neben ihm, bereit für den Wiederbelebungsversuch ihrer Liebe, der die beiden hierher geführt hatte. Doch Arnold wird sich nicht verzeihen können, dass er sich leichteren Herzens mit dem Tod seiner Frau abgefunden hätte, als dem Ende ihrer Beziehung. Es ist ein großes Thema, das Fridolin Schley in seinen neuen Erzählungen umkreist, vanitas vanitatum könnte über jeder der verblüffend reifen Geschichten dieses jungen Autors stehen: Ob in einer denkwürdigen Nacht im abriss-geweihten Palast der Republik oder der heimlichen Manipulation einer fremden Dreiecksbeziehung am Computer der Unibibliothek – stets ist der Autor der Vergänglichkeit auf der Spur und unseren sonderbaren Bemühungen, ihr zu entgehen.Nach der Preisverleihung liest der Autor aus seinem Buch.
Veranstalter: Kulturreferat der Landeshauptstadt München, Tukan Kreis e.V

Literaturhaus München, Dienstag, 4.12., 20 Uhr,
Begrüßung: Bürgermeisterin Christine Strobl
Grußworte: Hans-Dieter Beck
Laudatio: Tilman Spengler
Eintritt: frei