Spiegel-Bestenliste Hardcover Woche 11/2012

Platz 1 : Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand von Jonas Jonasson

Platz 2 : Das Alphabethaus von Jussi Adler-Olsen

Platz 3 : Ewig Dein von Daniel Glattauer

Platz 4 : Imperium von Christian Kracht

Platz 5 : Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt von Dora Heldt

Platz 6 : Aleph von Paulo Coelho

Platz 7 : Schändung von Jussi Adler-Olsen

Platz 8 : Erlösung: Der dritte Fall für Carl Mørck von Jussi Adler-Olsen

Platz 9 : Die sterblich Verliebten von Javier Marías

Platz 10 : Gier von Arne Dahl

Quelle: Buchreport – Spiegel Online

Spiegel-Bestenliste Taschenbücher Woche 11/2012

Platz 1 : Das Verhängnis von Joy Fielding

Platz 2 : Der Beobachter von Charlotte Link

Platz 3 : Oberwasser von Jörg Maurer

Platz 4 : Tschick von Wolfgang Herrndorf

Platz 5 : Der Junge, der Träume schenkte von Luca Di Fulvio

Platz 6 : Der Feind im Schatten von Henning Mankell

Platz 7 : Ein geschenkter Tag von Anna Gavalda

Platz 8 : Schuld von Ferdinand von Schirach

Platz 9 : Ostfriesenangst von Klaus-Peter Wolf

Platz 10 : Das geheime Vermächtnis von Katherine Webb

Quelle: Spiegel Online Kultur

Ein Streiflicht von der Leipziger Buchmesse am 15.03.2012

Mein Hotel lag direkt an der Linie 16 – der Straßenbahnverbindung vom Hauptbahnhof zum Messegelände.  Ein schönes Zitat von Aristoteles erwartete mich in meinem Zimmer.

Frank Schulz stellte im Gespräch mit Peter Unfried am taz-Stand seinen neuen Roman „Onno Viets und der Irre vom Kiez“ vor. Nach „Morbus fonticuli: Oder Die Sehnsucht des Laien“ bin ich ein echter Fan von Frank Schulz.

Roger Willemsen sorgte mit Annika Ross in der LVZ-Autorenarena für gute Laune. „Das müde Glück: Roger Willemsen und Kitty Kahane erzählen eine Geschichte von Hiob“ heißt das Kinderbuch von Roger Willemsen, das gerade im Hansisches Druck- und Verlagshaus erschienen ist.

Rolf Lappert auf dem Roten Sofa im Interview mit mephisto 97,6, dem Lokalradion der Uni Leipzig, zu seinem neuen Roman „Pampas Blues„.

Kurz vor 16 Uhr – Countdown zur Vergabe der Preise zur Leipziger Buchmesse 2012

Ein Presseausweis bietet schon einige Vorteile, denn sonst hätte ich bestimmt nicht so eine schöne Aussicht auf die Jury gehabt.

Jury-Vorsitzende Verena Auffermann

Christina Viragh erhält der Preis der Leipziger Buchmesse 2012 in der Kategorie Übersetzung für ihre 6 Jahre währende Arbeit an Péter Nádas´ Werk „Parallelgeschichten„.

Jörg Baberowski nimmt den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch/Essayistik für „Verbrannte Erde: Stalins Herrschaft der Gewalt“ entgegen. Die Laudatio hält Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung.

Jörg Baberowski und Burkhard Jung

Der schwer krebskranke Berliner Autor Wolfgang Herrndorf konnte an der Preisverleihung nicht teilnehmen, er ließ sich durch seinen Freund Robert Koall vertreten. Den Preis der Leipziger Buchmesse 2012 erhielt er in der Kategorie Belletristik für seinen Roman „Sand„, der beim Online-Voting auch schon gewonnen hat. Der Laudatio hielt die sächsische Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer.

Nach einer Stärkung mit Brezen und Prosecco im Anschluss an die Buchpreisverleihung und einigen Zwischenstationen ging es weiter zum 3sat-Forum. Der ungarische Autor Péter Nádas stellte sich hier den Fragen von Ernst A. Grandits zu seinem Roman „Parallelgeschichten„.

18 Jahre hat der sympathische ungarische Schriftsteller Péter Nádas an den „Parallelgeschichten“ geschrieben, das Werk umfasst 1800 Seiten.

… Fortsetzung folgt… 😉

Reden ist Silber… Christian Kracht in der Albertina-Bibliothek in Leipzig

Alle Plätze waren bereits besetzt, als ich gegen 20.15 Uhr die Albertina-Bibliothek der Leipziger Universität erreichte. Doch wie eigentlich bei jeder Lesung blieben viele der reservierten Stühle für Presse und geladene Gäste frei. So bekam ich auf Anfrage tatsächlich einen Platz in der ersten Reihe und saß direkt neben Helge Malchow, Verlagsleiter von Kiepenheuer & Witsch, und dem Literaturwissenschaftler Johannes Birkfeld.

Klassische Musik, gedämpftes Licht und leises Stimmengemurmel steigerten die erwartungsvolle Atmosphäre in dem altehrwürdigen Gemäuer und schafften den richtigen Rahmen für den Stargast Christian Kracht. Doch als ich meinen Fotoapparat herausgekramt hatte, klopfte mir jemand auf die Schulter und reichte mir ein DIN A4-Blatt mit dem Hinweis, dass das Fotografieren unerwünscht sei. Dabei hätte ich wirklich sehr gerne dieses unvorteilhafte Foto des Schriftstellers in Trachtenjacke ersetzt und natürlich auch meine Galerien hier und hier ergänzt. Nun gut, zu dem Zeitpunkt hatte ich noch Hoffnung, am nächsten Tag auf der Leipziger Buchmesse bei der angekündigten Veranstaltung im 3sat-Forum erfolgreicher zu sein – nicht ahnend, dass Christian Kracht bereits alle Termine abgesagt hatte.

Johannes Birkfeld war als Moderator der Lesung angekündigt und ich nahm mir vor, möglichst genau den Inhalt der Diskussion zu notieren. Doch wie schon in Zürich bei der Premierenlesung zu „Imperium“ äußerte sich Christian Kracht auch hier nicht zu den Vorwürfen von Georg Diez, der in der im Spiegel veröffentlichen Rezension behauptet, dass Krachts neuer Roman „durchdrungen von einer rassistischen Weltsicht†œ sei. Weiter heißt es da: „An Krachts Beispiel könne man sehen, wie antimodernes, demokratiefeindliches, totalitäres Denken seinen Weg findet hinein in den Mainstream.

Auch wenn die meisten Kritiker Diez´ Interpretation widersprechen, ist es höchste Zeit, dass sich der Autor persönlich zu den Vorwürfen äußert. Aber Christian Kracht schweigt auch in Leipzig zu seiner angeblich rechten Gesinnung. Nach eine Minieinführung von Verleger Helge Malchow und Johannes Birkfeld setzte er sich an den Schreibtisch. Scheinbar war ihm kalt, denn er behielt über hellblauem Hemd und grauem Pullover fast während der gesamten folgenden Vorlesestunde seine dunkle Kapuzenjacke an – die linke Hand fest in Jackentasche vergraben.

Böse Zungen behaupten ja, dass Kracht zu den Vorwürfen schweigt, um die Umsätze ankurbeln – insofern hätte sein Schweigen tatsächlich etwas mit Gold zu tun.

Druck der Enzyklopädie Britannica wird eingestelllt

Im Jahr 1768 erschien mit drei Bänden die erste Encyclopædia Britannica. Die Lexikon-Reihe entwickelte sich seitdem zum bedeutendsten englischsprachigen Nachschlagewerk.

Nun soll der Druck der mittlerweile aus 32 Bänden bestehenden Enzyklopädie nach 244 Jahren eingestellt werden. Die zuletzt im Jahr 2010 aktualisierte Ausgabe wird bis auf Weiteres auch die letzte sein. Die Online-Version soll weiterhin zur Verfügung stehen.

Wer also knapp 1500 Euro übrig hat und das Wissen bis zum Beginn der 21. Jahrhunderts auf über 36.000 Seiten konservieren möchte, hat noch jetzt die Gelegenheit dazu. Die Papierform dürfte bei guter Behandlung die nächsten 500 Jahre locker überstehen, wer weiß schon,  ob die digitale Version das auch schafft.

Eine neue Ausgabe der Brockhaus Enzyklopädie wird übrigens derzeit von der Bertelsmann-Tochter Wissenmedia vorbereitet. Sie soll in der 22. Auflage frühestens 2014/2015 auf den Markt kommen.