Schweizer Buchpreis 2008 – 4 Schweizer und ein Nordlicht auf der Shortlist

Zum ersten Mal hat die Jury des Schweizer Buchpreises eine Shortlist veröffentlicht. Vier Autoren und eine Autorin sind nominiert. Das Preisgeld beträgt insgesamt 60 000 Schweizer Franken, die Preisträgerin bzw. der Preisträger des Schweizer Buchpreises erhält 50 000  Schweizer Franken (ca. 32 800 Euro); die übrigen Autorinnen und Autoren der Nominationsliste erhalten jeweils 2 500 Franken.

In der Präambel zum Schweizer Buchpreis heißt es:

„Bücher sind eine unverzichtbare Voraussetzung für eine funktionierende demokratische Gesellschaft. Der Trägerverein Buch- und Literaturfestival Basel und der Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband verschaffen mit der gemeinsamen Lancierung des Schweizer Buchpreises herausragenden Autorinnen und Autoren über die Landesgrenzen hinaus mediale und kommerzielle Anerkennung. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Förderung des Mediums Buch sowie des Lesens in breiten Kreisen der Bevölkerung.

Mit dem Schweizer Buchpreis wird ab 2008 jährlich das beste erzählerische oder essayistische Werk einer Schweizer Autorin oder eines Schweizer Autors gewürdigt.

Die Zusammenarbeit mit weiteren Partnern, insbesondere dem Bund und Institutionen aus den übrigen Landesteilen sowie die Ausschreibung von Preisen in den anderen Landessprachen und weiteren Kategorien wird angestrebt.“

Nominiert für den Schweizer Buchpreis 2008 sind folgende Bücher:

Hundert Tage von Lukas Bärfuss (Wallstein Verlag)

Kurzbeschreibung
Die Geschichte eines moralischen Irrtums, der in Ruanda eines der größten Verbrechen des Jahrhunderts ermöglichte. Der Roman zweier Menschen, die im Chaos ihrer Zeit um ihre Unschuld kämpfen.Ruanda, April 1994, in Kigali wütet der Mob. David, Mitarbeiter der Schweizer Entwicklungshilfe, hat das Flugzeug, mit dem die letzten Ausländer evakuiert wurden, abfliegen lassen. Er versteckt sich hundert Tage in seinem Haus, vom Gärtner mit Nahrung versorgt und mit Informationen über Agathe, Tochter eines Ministerialbeamten, die der Grund für sein Bleiben ist. Die vergangenen vier Jahre ihrer Liebe ziehen ihm durch den Kopf, die Zeit, die er als Entwicklungshelfer in Kigali verbrachte. Millionen wurden in ein totalitäres Regime gepumpt, das schließlich, als es die Macht an eine Rebellenarmee zu verlieren drohte, einen Genozid organisierte. Auch David wurde zum Komplizen der Schlächter, und als die Aufständischen Kigali einnehmen, flieht er mit den Völkermördern über die Grenze. Dort findet er in einem Flüchtlingslager Agathe wieder, aber esist nicht die Frau, die er einmal liebte.Lukas Bärfuss` minutiös recherchierter Roman berichtet von Menschen, die das Gute beabsichtigten und das Böse bewirkten. »Hundert Tage« erzählt ein dunkles Kapitel aus Afrikas Geschichte, in das wir tiefer verstrickt sind, als wir glauben wollen. Nicht zuletzt ist es die bewegende Geschichte einer Liebe in Zeiten des Krieges und die Geschichte von den Verheerungen, die der Hass anrichtet.

Über den Autor
Lukas Bärfuss, geboren 1971 in Thun/Schweiz, zählt zu den erfolgreichsten Dramatikern der letzten Jahre. Seine Stücke werden weltweit gespielt. Bei der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute wurde Bärfuss zum Dramatiker des Jahres 2005 gewählt, neben zahlreichen an deren Auszeichnung erhielt er den Mühlheimer Dramatikerpreis. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Zürich. »Hundert Tage« ist er erste Roman des gefeierten Dramatikers.

Als der Mond vom Himmel fiel von Anja Jardine (Kein & Aber Verlag)

Kurzbeschreibung
Von manchen Menschen kennen wir nicht einmal den Namen und werden uns dennoch immer an sie erinnern.
Zwei Fremde begegnen sich morgens auf dem Weg zur Arbeit. Ohne jemals miteinander zu sprechen, gehören sie für die Dauer dieser S-Bahn-Fahrten unzweifelhaft zusammen. Ein Frau erhält zwei Briefe im November, in denen ein Unbekannter sie an seinem Leben teilhaben lässt. Ein alter Mann beobachtet auf einer Apfelplantage die Anfänge einer jungen Liebe und wird von der eigenen, die ein halbes Jahrhundert zurückliegt, ein zweites Mal erschüttert. Um Verlust und Flüchtigkeit geht es in Anja Jardines dichten Erzählungen – und um den unendlichen Reichtum, der selbst in der namenlosen Begegnung liegen kann. Selten geht es um Liebespaare im eigentlichen Sinn, und dennoch sind es ausnahmslos Geschichten von der Liebe.

Über die Autorin
Anja Jardine, 1967 bei Hamburg geboren, arbeitete nach einem Wirtschaftsstudium und dem Besuch der Henri-Nannen-Journalistenschule als Filmemacherin bei Radio Bremen Fernsehen, dann als Redakteurin beim Die Zeit-Magazin, beim Spiegel Reporter und als Autorin für das Wirtschaftsmagazin Brand eins. Seit 2005 ist sie Redakteurin beim NZZ Folio. Anja Jardine lebt in Zürich. Ihre Erzählung Badjnars Augen wurde beim Bettina-von-Arnim-Wettbewerb ausgezeichnet.

Nach Hause schwimmen von Rolf Lappert (Carl Hanser Verlag)

Kurzbeschreibung
Wilbur, gerade mal 1,50 Meter groß, ist wirklich kein Glückskind: Seine irische Mutter stirbt bei der Geburt, sein schwedischer Vater macht sich aus dem Staub, und sein erstes Zuhause ist der Brutkasten. Erst als seine Großeltern ihn nach Irland holen, erfährt er, was Heimat ist. Doch das Glück währt nicht lang: Sein bester Freund kommt in die Erziehungsanstalt, und seine Großmutter Orla stirbt bei einem Unfall. Auch wenn er gern so stark wäre wie Bruce Willis: Er ist und bleibt ein Verlierer. Erst die charmante Aimee bringt ihm etwas anderes bei: Wilbur muss endlich lernen, zu leben – ob er will oder nicht. Rolf Lappert hat einen großen Roman über das Erwachsenwerden eines kleinen, an der Welt verzweifelnden Jungen geschrieben, der durch seine bezwingende Komik mitreißt.

Über den Autor
Rolf Lappert wurde 1958 in Zürich geboren und machte eine Ausbildung zum Grafiker. Er unterbrach für längere Zeit das Schreiben und gründete mit einem Freund einen Jazz-Club.
Zwischen 1996 und 2004 arbeitete er als Drehbuchautor, unter anderem für eine Serie des Schweizer Fernsehens. Heute lebt Rolf Lappert als Autor in Listowel, County Kerry, Irland.
Rolf Lapperts Roman Nach Hause schwimmen ist auch für den Deutschen Buchpreis 2008 nominiert.

Kinderhochzeit von Adolf Muschg (Suhrkamp Verlag)

Kurzbeschreibung
Klaus Marbach und seine Frau, die Juristin Manon de Montmollin, haben sich in der Arbeit am sogenannten Bergier-Bericht über die Schweizer Neutralitätspolitik im Zweiten Weltkrieg kennengelernt. Als sie sich trennen, setzt er seine Recherche im badischen Nieburg, im Herzen des Bühlerschen Aluminium-Imperiums, auf eigene Faust fort: »Das Böse in Nieburg, ich möchte wissen, wo es herkam und wie man ihm widersteht.« Lange merkt Marbach nicht, daß er ausgezogen ist, das Fürchten zu lernen. Denn die Verstrickung der Kriegsgeneration und diejenige ihrer Nachkommen wird zu seiner eigenen. Es ist Imogen Selber-Weiland, die letzte der Bühler-Dynastie und Alleinerbin, die seine Nachforschungen protegiert und sich seiner Phantasie zunehmend bemächtigt. Bald gerät Marbach auch auf die Spur ihrer ehelichen Verbindung mit dem auf geheimnisvolle Weise abwesenden genialischen Schriftsteller Iring Selber. Von einer Grenzüberschreitung zur nächsten führt Marbachs Passion zu dieser älteren Frau ihn schließlich zu den Quellen seiner Existenz und ins Labyrinth einer unvergangenen Geschichte.

Über den Autor
Adolf Muschg wurde am 13. Mai 1934 als Sohn eines Volksschullehrers in Zollikon (Kanton Zürich) geboren. Er studierte Germanistik, Anglistik und Philosophie in Zürich und zwei Semester in Cambridge. Nach der Promotion 1959 war Muschg zunächst Lehrer an einem mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasium in Zürich. Von 1970 bis in die frühen Neunziger Jahre war er Professor für Deutsche Sprache und Literatur an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich. Muschg ist Mitglied der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz (SPS), und war 1975 Zürcher Ständeratskandidat. Sein politisches Engagement drückt sich auch in der Mitarbeit in der Kommission für die Vorbereitung einer Totalrevision der Schweizerischen Bundesverfassung von 1974 bis 1977 aus. Adolf Muschg wohnt in Männedorf bei Zürich. 1994 wurde der Autor mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.

Wir fliegen von Peter Stamm (S. Fischer Verlag)

Kurzbeschreibung
Heidi zeichnet das junge Mädchen, das sie nie gewesen ist. Vor Jahren wollte sie Künstlerin werden, in Wien studieren an der Akademie, aber die Reise ging nur bis Innsbruck. Jetzt hat sie Mann und Kind, die sie nie gewollt hat. Erst durch Carmen, die hübsche Lehrtochter aus der Bäckerei, fängt sie wieder an zu träumen. Bruno arbeitet seit dreißig gleichmäßigen Jahren als Portier in einem Hotel. Er war beim Arzt, ein schlimmes Ergebnis könnte ihn erwarten. Noch weiß er nichts endgültiges, es ist seine letzte Nacht vor dem Resultat. Aber es wird nichts sein, bestimmt nicht. Für einen Moment ist er ganz glücklich.
Es sind diese Momente, in denen sich etwas verändert im Leben, in denen etwas geschieht, man merkt es kaum. Momente, die der Zeit enthoben scheinen. Eine neue Welt tut sich auf, man erkennt die Sackgasse, in die man vor langer Zeit geraten ist. Und plötzlich herrscht ein anderes Licht.

Über den Autor
Peter Stamm, geboren 1963, studierte nach einer kaufmännischen Lehre einige Semester Anglistik, Psychologie, Psychopathologie und Wirtschaftsinformatik. Längere Aufenthalte in Paris, New York und Skandinavien. Seit 1990 freier Autor und Journalist. Verfasste mehrere Hörspiele, ein Theaterstück und arbeitet seit 1997 als Redakteur für die Literaturzeitschrift „Entwürfe für Literatur“. Peter Stamm lebt heute in Zürich.

Die Verleihung des Schweizer Buchpreises findet am Sonntag, den 16. November an der buch.08 in Basel statt.

Quelle: Schweizer Buchpreis

Geschenktipp: Luxusausgabe von Herr der Ringe von J.R.R. Tolkien

Ende Oktober erscheint DER HERR DER RINGE in einer neuen limitierten Luxusausgabe im Schafsledereinband, ausgestattet mit prächtiger Sonderausstattung und Prägung in Echtgold!

Und zwar in der alten Übersetzung von Margaret Carroux!

Die Rechtschreibung wurde überarbeitet, die Carroux-Übersetzung erscheint jetzt erstmals in der neuen Rechtschreibung. Es gibt von Tolkien Anmerkungen zu der Übersetzung von Ortsnamen aus Korrespondenzen mit dem niederländischen Übersetzer. Da erläutert er, wie er diesen oder jenen Namen meint. Dies wird in der neuen Ausgabe berücksichtigt, Margaret Carroux lagen diese Informationen bei ihrer Übersetzung damals noch nicht vor.

– Dünndruckausgabe
– flexibler Ganzledereinband (Schafsleder)
– Fadenheftung
– Prägung auf Rücken- und Vorderseite in Echtgoldfolie
– zweifarbige Karte von Mittelerde in Einstecktasche
– Schmuckschuber

Diese HERR DER RINGE Luxusausgabe enthält alle drei Bände, die Anhänge und Register und eine zweifarbige Karte von Mittelerde in einer Einstecktasche.  Bis zum 31.01.2009 kostet die Ausgabe  98 Euro. ab dem 01.02.2009 kostet sie 128 Euro.  Die Auflage ist auf 7.777 Exemplare limitiert!

Ledereinband: 1295 Seiten, Verlag: Klett-Cotta

American Psycho am New Yorker Broadway

Die Johnson-Roessler Company, David Johnson, Craig Roessler und Jesse Singer, die Kollektive’s Aaron Ray und XYZ-Filme „Nate Bolotin“ haben sich zusammengeschlossen, um die Geschichte vom gewalttätigen Wall Street Investmentbanker Patrick Bateman aus Bret Easton Ellis Bestseller „American Psycho“ am New Yorker Brodway aufzuführen. Der Autor persönlich soll bei der Produktion beratend mitwirken.
Für 2010 ist die Uraufführung der Musical-Version von „American Psycho“ geplant.

Um die Rechte an den Hits von Bands wie Talking Heads, Genesis und Huey Lewis und den News wird noch verhandelt. Patrick Bateman, der Protagonist im Roman, lässt sich bei seinem mörderischen Schaffen oftmals von der Musik inspirieren. Die Musik wird ausführlich im Roman erwähnt.

Johnson sagte, dass, abgesehen von seiner Liebe zu dem 1991 veröffentlichen umstrittenen Roman, seine wichtigste Inspiration für das Projekt der Handlungsort, nämlich die Wall Street, sei. Hier werde „die große wirtschaftliche Kluft in seinem Land“ deutlich. Das Buch ist eine Satire und eine „elektrische Ladung“, sowohl für Fans als auch für Gegner.

Musikalische Mörder hatten bislang gemischten Erfolg auf der Bühne am Broadway. Seit „Sweeney Todd“ hat die dunkle und blutspritzende Variante auf der Bühne Einzug gehalten. „Sweeney Todd“ wurde international bekannt und lief einigermaßen erfolgreich, „Carrie“ und „Assassins“ fanden dagegen wenig Anklang beim Publikum.

Im Film verkörpert Christian Bale die Rolle des wohlhabenden, gepflegten, topmodernen, arroganten und schlachtfreudigen Yuppies. Wer käme schon auf die Idee, dass das Morden von Frauen zu seinen Hobbies gehört. Niemand ahnt etwas. Allzu sehr fügt sich Bateman perfekt in den New Yorker Mikrokosmos aus Banalität und Oberflächlichkeit ein. Seelenruhig bringt er Unliebsame um, ohne von einem Detective (Willem Dafoe) nennenswert aus der Ruhe gebracht zu werden.

Was Christian Bale in der Verfilmung von „American Psycho“ in Perfektion zelebrierte, soll ab 20010 jeden Abend live aufgeführt werden.
Wer die Rollen in dem Musical spielt, steht noch nicht fest, auch ist wohl noch unklar, wer die Regie führen wird.

Vorbei sind die Zeiten, in denen die Musicals auf heile Welt machten.

Quelle: The Huffington Post, Fotos: Flickr

Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten – Lesung mit Christian Kracht im Literaturhaus München

Am Donnerstag, 9.10.2008, um 20 Uhr, liest Christian Kracht aus Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten im Literaturhaus München.

„Die Schweiz ist rot, der Krieg tobt, und es liegt ewiges Eis. Christian Kracht bricht mit den Erzählmoden der Literatur und schreibt den wohl besten Roman dieses Herbstes.“ David Hugendick am 24.9.2008, Zeit Online

„Manchmal will man unbedingt aus dem Buch herauslaufen und anschreien gegen den Kitsch, die Schönheit und den Quatsch. Was ist da los, Kracht? Was soll das? Wieso fliegen hier überall Sonden herum? Kann man Lenin nicht vielleicht jetzt noch schnell in den Zug setzen, um all den Wahnsinn ungeschehen zu machen?
Aber dann hätten wir ja wieder die Welt, wie sie ist, mit langweiligen Realismus-Romanen und keinem Buch wie diesem.“
Volker Weiderman am 21.09.2008, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Kurzbeschreibung
Der Krieg der Schweizer. Nach „Faserland“ und „1979“ der lange erwartete, neue Roman von Christian Kracht: „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten“ ist die literarische Erfindung eines alternativen Verlaufs der Weltgeschichte seit dem 1. Weltkrieg. Eine spannende Reise ans Ende der Nacht …

Es ist das Jahr 1917. Lenin besteigt n i c h t den plombierten Waggon von Zürich nach St. Petersburg. Die russische Revolution findet n i c h t statt. Stattdessen erlebt die Schweiz einen kommunistischen Umsturz, und die Geschichte des 20. Jahrhunderts entwickelt sich völlig anders als wir sie heute kennen.

Christian Kracht beginnt sein neues Werk mit der präzisen Sprache einer Kriegsberichts-Kolportage, nur, dass sich allmählich Elemente des Unwirklichen einschleichen und sich die uns bekannten Parameter mehr und mehr verschieben. So erzählt dieser zunächst historisch anmutende Roman die Geschichte eines Politkommissars, der einen Mord aufklären soll und zur Reduit, zur großen Schweizer Bergfestung, in das Herz der Finsternis, reist.

Der poetische Zauber, mit dem sich Christian Krachts düster-schillernder Zukunftsentwurf in fast filmischen Bildern wie ein – durch einen alten Projektor ratternder – Dokumentarfilm auf die Netzhaut des Lesers projiziert, liegt vor allem darin, dass er zwar innerhalb uns bekannter Koordinaten, jedoch in einer uns vollkommen fremden Welt spielt. Einer Welt, in der die Schweiz ein sozialistisches Imperium ist, eine Kolonialmacht, die sich im immerwährenden Krieg befindet. Zugleich Polit-Thriller, Science-Fiction und historischer Roman, führt uns „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten“ in eine betörend fremde Welt, an dessen Ende nur die Kraft der Liebe steht.

Über den Autor
Christian Kracht, 1966 geboren, ist Schweizer. Kracht, der zu den bekanntesten Vertretern der deutschsprachigen Popliteratur der Gegenwart zählt, besuchte mehrere Elite-Internate, unter anderem die Schule Schloss Salem und die Lakefield College School in Lakefield, Ontario, Kanada. Kracht ist Absolvent des Sarah Lawrence College in Bronxville, New York, USA. In Deutschland war Kracht als Journalist für B.Z., Tempo und Der Spiegel tätig. Mitte der 1990er Jahre ging er als Indien-Korrespondent des Spiegels nach Neu-Delhi, als Nachfolger von Tiziano Terzani. Anschließend lebte Kracht für mehrere Jahre in Bangkok im Gebäude der ehemaligen jugoslawischen Botschaft und bereiste von dort aus verschiedene Staaten Asiens. Von Herbst 2004 bis Juni 2006 gab er gemeinsam mit Eckhart Nickel das Magazin Der Freund heraus. Er lebte zunächst am Redaktionssitz in Kathmandu. Kracht verließ Nepal mit der Redaktion aber, als die Unruhen in Nepal die Arbeitsbedingungen erschwerten. Das Magazin wurde danach in San Francisco fertiggestellt; dem ursprünglichen Plan gemäß erschienen acht Hefte. Krachts Vater, Christian Kracht sen., war in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts Generalbevollmächtigter Axel Springers.

Bisher erschienen von ihm zwei Romane, „Faserland“ (1995) und „1979“ (2001), sowie drei Bücher mit kürzeren Texten: „Der gelbe Bleistift“ (2000), „Ferien für immer“ (1998, mit Eckhard Nickel), und 2006 der Erzählungsband „New Wave, Ein Kompendium 1999-2006“. Ferner liegen vor: die Anthologie „Mesopotamia“, das Performance-Projekt „Tristesse Royale“, der Nord-Korea-Photoband „Die totale Erinnerung“ (mit Eva Munz und Lukas Nikol) und „Metan“ (mit Ingo Niermann).

Sein neuer Roman „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten“, der Ende September 2008 erscheint – es ist Krachts erster Roman seit sieben Jahren – wird zur Zeit in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorabgedruckt. Für Aufsehen sorgte bereits der Book-Trailer zu „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten“. Dabei handelt es sich um kein bloßes Autorenportrait, sondern um einen „poetische[n], fast psychedelisch anmutende[n] Animationsfilm“.

Gebundene Ausgabe: 192 Seiten, Verlag: Kiepenheuer & Witsch Verlag; Auflage: 1 (22. September 2008), 16,95 Euro

Veranstalter: Stiftung Literaturhaus, Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 6 Euro

Lesung mit Ruth Maria Kubitschek aus Im Fluss des Lebens in der Pasinger Fabrik

Die Liebe stört das Alter nicht. Ein Roman voller Weisheit über das Leben, den Tod und die Chance, neu anzufangen.

Am Dienstag, den 30.09., um 20 Uhr, liest Ruth Maria Kubitschek in München in der Pasinger Fabrik aus ihrem neuen Buch Im Fluss des Lebens.

„Im Fluss es Lebens zu sein, heißt, sich nicht gegen das Leben zu stellen, sondern jeden Moment, wie auch immer er sich zeigt, anzunehmen.†œ

Agnes Berg ist Schriftstellerin und bekommt einen Preis für ihren letzten Roman, in dem sie einfühlsam über das Leben und das Sterben geschrieben hat. Dann geschieht das Unfassbare: Durch einen tragischen Unfall verliert sie selbst, die Menschen, die ihr am nächsten sind.
Ihre theoretischen Vorstellungen kommen ins Schleudern angesichts der Schwere des Schicksals, das sie trifft. Sie erfährt, dass das Wichtigste im Leben Freunde sind, die die Not mit ihr teilen und sie auffangen. Durch ihre tiefe Trauer öffnet sie sich wieder ihrer Weiblichkeit, die sie verleugnet hatte. „Wir Frauen glauben, dass wir es ohne euch Männer schaffen. Durch solche Gedanken, die ich mir selbst gebetsmühlenartig wiederholt habe, konnte ich natürlich keinen Mann begegnen. Ich weiß nicht, wenn ich nicht diesen tragischen Tod erlebt hätte, ob ich mich wirklich für Liebe hätte öffnen können, denn ich war nicht in Kontakt mit dieser tiefen Sehnsucht in mir.†œ Ein Roman über das Leben und Sterben und die Sehnsucht nach Vertrauen und Geborgenheit.

Über die Autorin
Ruth Maria Kubitschek wurde 1931 in Komotau im heutigen Tschechien geboren. Mit sechzehn Jahren besuchte sie die Hochschule für Theater und Musik in Halle und später das Stanislawsy-Institut, mit zwanzig drehte sie ihren ersten Film. 1958 verließ sie mit ihrem Sohn Alexander aus der Ehe mit Götz Friedrich die damalige DDR und ging ans Schlosstheater in Celle. Dann wurde sie von Fritz Kortner entdeckt. Später erlangte sie durch ihre Rollen in den TV-Serien „Monaco Franze“, „Kir Royal“ und „Das Erbe der Guldenburgs“ Berühmtheit. Ruth Maria Kubitschek veröffentlichte bereits mehrere Bücher.

Gebundene Ausgabe: 295 Seiten, Verlag: Langen/Müller; Auflage: 1 (August 2008), 19,95 Euro

Quelle: Pasinger Fabrik