Vier Wochen lang wurden per Abstimmung die 20 Literaturklassiker, die in einer Sonderedition der ZEIT erscheinen werden, gesucht.

Jetzt steht die persönliche Auswahl der Lieblingstitel  der ZEIT-Leser aus drei Jahrhunderten fest.

Zeit LesereditionDie Titel der 20-bändigen Buchreihe werden auf der Frankfurter Buchmesse feierlich bekannt gegeben.

Vorab hat die ZEIT allen Teilnehmern der Wahl verraten, welche fünf Titel es auf jeden Fall in die Leseredition geschafft haben:

Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise

Heinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen

Wilhelm Busch: Ausgewählte Werke

Theodor Fontane: Effi Briest

Franz Kafka: Der Process

Die hochwertig ausgestattete Edition erscheint Anfang November.

Jerome David Salinger wurde 1942 im Alter von 33 Jahren von der US-Armee eingezogen und kam 1943 zum Militärgeheimdienst CIC. Am 06. Juni 1944 landete er mit Invasionsbeginn am Strand der Normandie. Bis Kriegsende nahm Salinger an fünf Feldzügen in Frankreich teil, u. a. erlebte er die deutsche Ardennenoffensive mit. 1945 soll er wegen eines „front shock“ in einem Nürnberger Lazarett behandelt worden sein.

Jetzt wurde eine Heiratsurkunde mit seiner Unterschrift gefunden. Demnach hat Salinger am 18. Oktober 1945 die junge Französin Sylvia Welter in dem fränkischen Städtchen Pappenheim geheiratet. Eine große dünne Frau mit blasser Haut und tiefschwarzem Haar, eine schreckliche dunkle Frau der Leidenschaft, wie er später selbst berichtet.

Sylvia Welter wurde 1919 in Frankfurt am Main geboren. Der Vater war ein deutscher Kaufmann, die Mutter kam aus Frankreich, weswegen sie die französische Staatsbürgerschaft erhielt. Sylvia Welter studierte Medizin und machte ihren Doktor. Ein Bekannter von Salinger aus seiner Militärzeit glaubt sich erinnern zu können, dass die junge Ärztin als Psychologin gearbeitet hat. Fest steht, dass Sylvia Welter im Juli 1945, in der Zeit als Salinger wegen seines Nervenzusammenbruchs behandelt wurde, in Nürnberg gemeldet war.

Mitte 1946 verließen die beiden Deutschland und gingen in Salingers Heimstadt New York. Das war der Anfang vom Ende, die Ehe hielt nur 8 Monate. Margaret Salinger, die Tochter des Autors aus zweiter Ehe, zeichnete in einer im Jahr 2000 erschienenen Biographie das Bild einer dunklen, arroganten Frau mit hartem Aktzent, die sich in New York nie zurechtgefunden hat und mit der Familie nicht auskam. Sylvia Welter kehrte nach Europa zurück. Salinger ließ die Ehe annullieren, zog sich 1953 in ein Waldgrundstück nach Cornish, New Hampshire, zurück und heiratete im Juni 1955 die 19-jährige Claire Douglas.

Mittlerweile gehört der 90-jährige Salinger zu den rätselhaftesten Schriftstellern der Welt. Sein berühmtestes Werk Der Fänger im Roggen (The Catcher in the Rye, 1951) verhalf Salinger mit einer geschätzten Auflage von 25 Millionen Exemplaren zu Weltruhm. 1965 veröffentlichte er seine letzte Kurzgeschichte. 1974 bestätigte er in einem Telefongespräch, dass er nach wie vor schreibe, allerdings nicht für die Öffentlichkeit. Selbst seine Biographen spekulieren darüber, wie viele Buchmanuskripte in Salingers Safe liegen.

Bald wird man mehr wissen. In den USA hat der Literaturwissenschaftler Eberhard Alsen eine neue Salinger-Biographie beendet. Die Angst vor juristischen Schritten halten Verlag und Autor noch davon ab, das Buch zu veröffentlichen. Salinger ist bekannt dafür, jeden zu verklagen, der ihm zu nahe kommt. Die neue Biographie soll erst erscheinen, wenn Salinger gestorben ist.

Sylvia Welter, die bereits tot ist, wird jedenfalls einen nicht unbedeutenden Auftritt haben. „Alsen hat ihre ganze Lebensgeschichte recherchiert“, berichtet ein deutscher Historiker, der mit Alsen zusammengearbeitet hat. Zwar lebten  Welter und Salinger nur 8 Monate zusammen, dennoch wird vermutet, dass die Beziehung großen Einfluss auf Salingers Werke genommen hat.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, Wikipedia

Die Kulisse der Stadt Kingsbridge wurde 30 Kilometer von der ungarischen Hauptstadt Budapest aufgebaut. Hier agierten Donald Sutherland  als Graf Bartholomäus, Ian McShane als Bischof Waleran, Matthew Macfady als Prior Philip  und Rufus Sewell als Tom Builder (v.l.n.r.) in der 30 bis 40 Millionen Euro teuren deutsch-kanadische Produktion der Bestseller-Verfilmung von Ken Folletts „Die Säulen der Erde“.

Die Produktionsfirma Tandem Communications ist verantwortlich, die ProSiebenSat.1 Media AG und der österreichischer Fernsehsender ORF beteiligen sich an den Kosten. Acht Stunden soll die Verfilmung dauern und im Herbst 2010 in vier Teilen bei Sat.1 ausgestrahlt werden.

Laut Spiegel Online wird Autor Ken Follett zwei Minuten lang in dem Film zu sehen und zu hören sein. Er spielt einen englischen Händler, der zwischen Frankreich und seinem Heimatland hin- und herreist. Die Figur gebe es nicht im Buch – sie sei extra für ihr erfunden worden. Einen Tag lang habe Follett zum Dreh erscheinen müssen, zwei weitere Tage sei er als Gast am Set gewesen.

Die Säulen der Erde2Zum Inhalt
England, 1123 – 1173. Eine Zeit blutiger Auseinandersetzungen zwischen Krone und Adel, Klerus und Volk.
König Heinrich ist tot, und schon ein Kampf um seine Nachfolge entbrannt. Der Geistliche Francis, der seine Eltern auf grausame Weise durch marodierende Söldner verloren hat, bittet seinen Bruder Philip, inzwischen erfolgreicher Prior eines einstmals heruntergekommenen und der Sünde anheim gefallenen Klosters, um Hilfe, um eine Verschwörung gegen den inzwischen mit dem Segen der Kirche versehenen Thronfolger zu verhindern. Philip macht sich auf den Weg zum Erzbischof von Canterbury und Abt von Glastonbury, der die Macht hat, die Aufständischen aufzuhalten. Gemeinsam mit dem ebenso mittellosen wie begabten Baumeister Tom, der ebenfalls ein schweres Schicksal hinter sich hat, träumt er den Traum einer Himmel stürmenden Kathedrale, die den Wogen der aufgewühlten Zeit standzuhalten versteht und ein ewiges Zeugnis Gottes auf Erden sowie seiner Barmherzigkeit unter den Menschen ist: die „Säulen der Erde“, das größte Bauwerk des Abendlands.

Quellen: Spiegel Online, Tandem Communications

Der Name der RoseEs gibt literarische Werke, die sind so präzise, klug und spannend geschrieben, da möchte man auf kein Wort verzichten. Umberto Ecos „Der Name der Rose“ ist ein solches Buch. Man möchte bis in den letzten Winkel hören, wie William von Baskerville mit seinem Adlatus durch die Gänge der Abtei streift. Man möchte seiner zornigen Auseinandersetzung mit den Dominikanern lauschen und auch dem Wahnsinn in der Stimme des alten Bibliothekswächters Jorge.

Gert Heidenreich führt mit seiner Lesung souverän durch diesen historischen Krimi, in dem jede Silbe, jede Betonung, jeder Nachklang seinen unverzichtbaren Platz hat.
Er beherrscht Sprachrhythmus und Klangfarben so gut, dass man das Gefühl hat, des Autors Gedanken zu hören. (Bayrischer Rundfunk)

Kurzbeschreibung
Daß er in den Mauern der prächtigen Benediktinerabtei an den Hängen des Apennin das Echo eines verschollenen Lachens hören würde, das hell und klassisch herüberklingt aus der Antike, damit hat der englische Franziskanermönch William von Baskerville nicht gerechnet. Zusammen mit Adson von Melk, seinem etwas tumben, jugendlichen Adlatus, ist er in einer höchst delikaten politischen Mission unterwegs.

Doch in den sieben Tagen ihres Aufenthalts werden die beiden mit kriminellen Ereignissen und drastischen Versuchungen konfrontiert: Ein Mönch ist im Schweineblutbottich ertrunken, ein anderer aus dem Fenster gesprungen, ein dritter wird tot im Badehaus gefunden. Aber nicht umsonst stand William lange Jahre im Dienste der heiligen Inquisition. Das Untersuchungsfieber packt ihn. Er sammelt Indizien, entziffert magische Zeichen, entschlüsselt Manuskripte und dringt immer tiefer in ein geheimnisvolles Labyrinth vor, über das der blinde Seher Jorge von Burgos wacht …

Die Spieldauer dieser ungekürzten Fassung beträgt 26 Stunden und 26 Minuten. Bei Audible ist diese Fassung regulär für 34,95 Euro erhältlich, im Abonnement kostet das Hörbuch nur 9,95 Euro.

An den Leser
Der verehrte Leser – einmal angenommen, daß es ihn gibt, daß jemand ein Interesse hat, diesen Aufzeichnungen und Skizzen eines jüngeren Zeitgenossen zu folgen, dessen Schreibkraft niemals in seiner Person, nur in seiner Zeitgenossenschaft begründet sein kann, vielleicht auch in seiner besonderen Lage als Verschonter, der außerhalb der nationalen Lager steht – der Leser täte diesem Buch einen großen Gefallen, wenn er, nicht nach Laune und Zweifel hin und her blätternd, die zusammensetzende Folge achtete; die einzelnen Steine eines Mosaiks, und als solches ist dieses Buch zumindest gewollt, können sich alleine kaum verantworten.

Max Frisch, Zürich, Weihnachten 1949

tagebuch-1946-1949Mit diesen Zeilen eröffnet Max Frisch das Tagebuch 1946-1949. Aus den etwa 130 Notizheften, die Frisch in der Nachkriegszeit anlegte, ging 1947 zunächst das literarische Tagebuch mit Marion hervor. Peter Suhrkamp ermutigte Frisch, das Konzept weiter auszubauen, und gab durch persönliche Rückmeldung zu den Texten konkrete Anregungen. 1950 erschien im neu gegründeten Suhrkamp Verlag das Tagebuch 1946-1949, ein Mosaik aus Reiseberichten und autobiographischen Betrachtungen, politischen und literaturtheoretischen Essays, sowie literarischen Skizzen, die Frischs Dramen und wesentliche Motive seines erzählerischen Schaffens des kommenden Jahrzehnts vorwegnahmen.

tagebuch-1966-19711972 erschien das Tagebuch 1966–1971.

Bislang ging man davon aus, dass Frisch als 70-Jähriger ein später begonnenes drittes Tagebuch vernichtete, weil er sich dessen kreativer Gestaltung aufgrund eines zunehmenden Verlusts seines Kurzzeitgedächtnisses nicht mehr gewachsen fühlte. So endet sein zweites Tagebuch mit den Worten: „Laut Statistik hat sich das durchschnittliche Lebensalter weiter erhöht; als ich 73 bin, beträgt das durchschnittliche Lebensalter bereits 74 – ich erkläre meinen Austritt….“

Heute wurde bekannt, dass der Suhrkamp Verlag anlässlich seines 60-jährigen Bestehens im März 2010 ein bisher unbekanntes Werk von Max Frisch veröffentlicht. Fast 20 Jahre nach dem Tod des Schriftstellers erscheint das 184seitige Typoskript mit dem Titel Tagebuch 3. Es schließt an die beiden Tagebuch-Publikationen von 1950 und 1972 an. Laut Beschriftung des Autors sind die Aufzeichnungen 1982 in New York entstanden. Das Werk wurde nach Verlagsangaben erst vor wenigen Monaten im Züricher Max-Frisch-Archiv entdeckt, wo es den Unterlagen von Frischs damaliger Sekretärin zugeordnet war. Es handelt sich teils um Notate von wenigen Zeilen, teils um mehrseitige Passagen, in denen Max Frisch über sich und sein Leben, sein Verhältnis zu Frauen, zu Freunden und seine Beurteilung der politischen Situation in den USA während der Reagan-Administration erzählend reflektiert. Er hat diese Einträge redigiert und ihre Abfolge festgelegt.

Peter von Matt, der Vorsitzende der Max Frisch-Stiftung in Zürich, editiert das Tagebuch 3 und versieht es mit den notwendigen Kommentaren.

Der 1911 in Zürich geborene Max Frisch gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Autoren der Nachkriegszeit. Er starb am 4. April 1991, mitten in den Vorbereitungen für seinen 80. Geburtstag. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen gehört der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Quellen: Wikipedia, Max-Frisch-ArchivBuchMarkt