Am 21. April 1910 starb der US-amerikanische Schriftsteller Mark Twain im Alter von 74 Jahren. Gleich 5 Verlage haben dies zum Anlass genommen alte Übersetzungen neu aufzulegen bzw. Neuübersetzungen auf den Markt zu bringen:

Tom Sawyer & Huckleberry Finn in einer Neuübersetzung von Andreas Nohl

Kurzbeschreibung
Der Mark Twain fürs 21. Jahrhundert! Andreas Nohl hat den Klassiker „Tom Sawyer“ und die Fortsetzung „Huckleberry Finn“ neu übersetzt, so nah am Original und flüssig lesbar wie noch nie. Mit seiner natürlichen Sprache vermeidet er alles „Gekünstelte“, ganz nach Mark Twains literarischen Kriterien. Die beiden epochemachenden Romane über Kindheit und Jugend, über das Leben in den Südstaaten, von Abenteuer und Alltag im Amerika das 19. Jahrhunderts lesen sich nun auch in der Übersetzung als das, was sie im Original sind: als Weltliteratur.
Pressestimmen
„Gratulation zu der großartigen Übersetzung! Sie ist so schön! Die Sprache der Menschen ist so herrlich, ohne in verkrampften Slang zu verfallen, der erzählte Teil so wundervoll musikalisch, prall – lebendig! Ein sehr sehr schönes Buch, das ich sicher oft verschenken werde!“ Stefanie Hoster, Deutschlandradio Kultur Berlin

Die gebundene Ausgabe umfasst 711 Seiten und ist am 08. März 2010 im Hanser Verlag erschienen. Die Neuübersetzung ist für 34,90 Euro im Buchhandel erhältlich.

Post aus Hawaii von Mark Twain in einer Übersetzung von Alexander Pechmann

Kurzbeschreibung
Reiseberichte von einem „kleinen Felsen im unendlichen Ozean“: Im Jahr 1866, lange vor dem Erscheinen seiner berühmten Romane und Reiseberichte, verbrachte Mark Twain mehrere Monate als Korrespondent auf den Inseln von Hawaii, seinerzeit noch ein unabhängiges Königreich. Die Artikel, die er dort schrieb, begründeten seinen Ruf als Autor und rasender Reporter, als ebenso genauer wie respektloser und origineller Beobachter seiner Zeit. Mit unermüdlichem Interesse und unvergleichlichem Humor schreibt Mark Twain über die Sitten und Unsitten der Eingeborenen, die königliche Familie und ihre mehr oder weniger ruhmreiche Geschichte, Walfänger und übereifrige Missionare, über die Katzenkompanien von Honolulu, die haarsträubende Odyssee einiger Schiffbrüchiger und den absurden Zeitvertreib der ersten Touristen. Nebenbei verteidigt er die Mörder von Kapitän James Cook, prüft die Schönheit hawaiischer Frauen und ihrer bunten Wickelkleider, die passen „wie ein Zirkuszelt auf einen Zeltpfosten“, und erfindet neuartige Mittel gegen Seekrankheit. Erstmals nun sind seine hinreißenden Reiseberichte vollständig in deutscher Sprache erschienen, ergänzt durch ausführliche Anmerkungen, ein Vor- und ein Nachwort sowie einen Brief und eine Tagebuchnotiz Mark Twains, die der Herausgeber während seiner Recherchen entdeckte.
Witzig, strategisch, politisch: So zeigt sich Mark Twain in seinen Reisereportagen. Ein köstliches, doppelbödiges Lesevergnügen. (Spiegel Online)

Die gebundene Ausgabe umfasst 368 Seiten und ist am 09. März 2010 im Mare Verlag erschienen. „Post aus Hawaii“ ist für 24 Euro im Buchhandel erhältlich.

Sommerwogen: Eine Liebe in Briefen von Mark Twain in einer Übersetzung von Alexander Pechmann

Kurzbeschreibung
„Ich bin jung & sehr gutaussehend & sie ist wahrhaftig das schönste Mädchen, das ich je gesehen habe.“ Mark Twain war zweiunddreißig Jahre alt, als er sich zum ersten und einzigen Mal verliebte. Die Briefe an Livy Langdon, seine „Seelenschwester“, später Verlobte, Ehefrau und Mutter seiner Kinder, werden über die Jahre immer mehr zu amüsanten, anrührenden Lebenszeugnissen des berühmten Autors, der offen von seinen Erfolgen und Niederlagen, Hoffnungen und Ängsten schreibt und so manche Anekdote zum Besten gibt. Man findet darin eine lange Verteidigung des Rauchens, Spekulationen über die Unsterblichkeit der Seele, detektivische Nachforschungen über den geheimnisvollen Verehrer eines Dienstmädchens, Erinnerungen an Reisen, aber auch Verzweiflung über wirtschaftliche Fehlschläge und unheilbaren Schmerz über den Tod der Lieblingstochter Susy.

Die gebundene Ausgabe umfasst 304 Seiten und ist am 25. Januar 2010 im Aufbau Verlag erschienen. „Sommerwogen“ ist für 16,95 Euro im Buchhandel erhältlich.

Tom Sawyers Abenteuer / Huckleberry Finns Abenteuer. Aus dem Englischen übersetzt von Lore Krüger. Mit Bildern von Tatjana Hauptmann

Kurzbeschreibung
Die Geschichte der zwei witzigsten und bekanntesten Lausbuben der Literaturgeschichte erscheint hier in einer schönen Geschenkausgabe – neu und liebevoll illustriert von Tatjana Hauptmann.
„Verträumte Kindlichkeit und vitale Naivität hat sich Tatjana Hauptmann bewahrt. Beides spiegelt sich in ihren Zeichnungen wider und ist Teil ihres Erfolges bei Kindern wie auch bei jung gebliebenen Eltern.“ (Der Stern.)
Mit Tom Sayer begründete Mark Twain jenen neuen Typ des Entwicklungsromans, der sich scharf mit der Heuchelei und Verlogenheit der Gesellschaft auseinandersetzte und den er bereits wenige Jahre später mit -Huckleberry Finn- zu einem Höhepunkt führte. Tom Sawyer wurde zu einem der beliebtesten Kinderbücher, aber sowohl Twains ironische Anspielungen wie auch die Gestalt des gegen die spießbürgerliche Gesellschaft rebellierenden Huck lassen erkennen, daß die Sozialkritik des Autors an den erwachsenen Leser seiner Zeit gerichtet war.Zu Unrecht wird dieser Abenteuerroman gemeinhin als Jugendbuch bezeichnet: es lohnt sich, die Geschichte von Huckleberry und seinem Freund Nigger Jim auch später wieder und wieder zu lesen. In seinem Meisterwerk beleuchtet Mark Twain grundsätzliche Probleme moralischer und ethischer Natur und sprengt damit den Rahmen des Jugendbuches.

Die gebundene Ausgabe umfasst 816 Seiten,  ist am 26. März 2010 im Diogenes Verlag erschienen und für 29,90 Euro im Buchhandel erhältlich.

Knallkopf Wilson von Mark Twain in einer Übersetzung von Reinhild Böhnke und einem Nachwort von Manfred Pfister

Kurzbeschreibung
Mark Twain als Krimiautor
Mark Twain war Stimme und Herz der amerikanischen Südstaaten. Wie schon in seinen beliebten Romanen um Tom Sawyer und Huckleberry Finn macht er auch in dieser burlesken Kriminalkomödie seine Heimat am Mississippi zum Schauplatz haarsträubender Verwicklungen. Ein unterhaltsamer Fund für Twain-Kenner wie -Neulinge.
Als sich der Jurist David Wilson in Dawson’s Landing niederlässt, steht er rasch im Ruf, ein Knallkopf zu sein. Allzu suspekt erscheinen sein schottischer Humor, seine Ostküsten-Provenienz und die Vorliebe für ausgefallene Hobbies: Der kauzige Eigenbrötler sammelt Fingerabdrücke, praktiziert das Handlesen und brütet mit Vorliebe über Alltagsweisheiten für einen nach ihm benannten Almanach. Dabei fällt Wilson nur auf den ersten Blick aus dem Rahmen, tummeln sich in dem gemütlichen Städtchen bei näherer Betrachtung doch noch weitere originelle Gestalten: Roxy, die Sklavin mit der hellen Haut; Sohn Chambers und Ziehsohn Tom, die Roxy als Säuglinge absichtlich vertauscht hat, und die nun nichtsahnend sehr unterschiedliche Lebenswege einschlagen; nicht zu vergessen Angelo und Luigi Capello, die ominösen Zwillinge aus florentinischem Adel. Verwechslung, Rollentausch und Betrug bestimmen den Alltag der Herren und Sklaven in Dawson’s Landing, und am Ende geschieht gar ein Mord, bei dessen Aufklärung Knallkopf Wilson die Schlüsselrolle spielt.
Die Mark Twain (1835–1910) eigene, einzigartige Mischung aus witziger Unterhaltung und beißender Kritik – an Standesdünkel und amerikanischem Südstaatenrassismus – zeichnen auch die vorliegende Kriminalgeschichte aus. Diese überrascht als zu Unrecht in Vergessenheit geratenes Werk, das den berühmten Romanen des populären Autors um nichts nachsteht.

Die gebundene Ausgabe umfasst 320 Seiten und ist am 15. März 2010 im Manesse Verlag erschienen. „Knallkopf Wilson“ ist für 19.95 Euro im Buchhandel erhältlich.

Bücherliste für erwachsene Fantasy-Fans

Bei den nachfolgenden Buchtipps handelt es sich um Empfehlungen für erwachsene Fantasy-Fans. Die Liste kann und soll erweitert werden. Wir freuen uns über jeden neuen Vorschlag. Die Empfehlungen für die Liste sollten entsprechend begründet werden und können per Kommentar im Anschluss vorgeschlagen werden.

______________________________________________________________________________________

Der Herr der Ringe von J.R.R. Tolkien –  Die Gefährten / Die zwei Türme / Die Wiederkehr des Königs

John Ronald Reuel Tolkien, geboren am 03. Januar 1892 in Bloemfontein/Mangaung, heute Südafrika, gestorben am 02. September 1973 in Bournemouth, England, war ein britischer Schriftsteller und Philologe. Mit dem in der fantastischen Mythenwelt Mittelerde spielenden Roman Der Herr der Ringe (The Lord of the Rings, 1954/55, auf Deutsch erschienen 1969/70) wurde er zu einem der Begründer der modernen Fantasy-Literatur.
Der Herr der Ringe ist ein Roman von John Ronald Reuel Tolkien. Er ist ein Klassiker der Fantasy-Literatur und gilt als grundlegendes Werk der High Fantasy. Im englischen Original in drei Teilen in den Jahren 1954 und 1955 veröffentlicht, erschien die erste deutsche Übersetzung 1969/1970. Weltweit wurde der Roman bis heute etwa 120 Millionen Mal verkauft.
Das Buch fand lange keinen deutschen Verlag. Nachdem die namhaften Verlagshäuser abgelehnt hatten, entschied der Schulbuchverleger Michael Klett (Klett Cotta Verlag), die deutschen Rechte zu kaufen. Diese Entscheidung sollte das Unternehmen sanieren. Tolkien hatte einen gewissen Einfluss auf die Übersetzung, vor allem eine gute Übersetzung der Namen war ihm wichtig. So stammt auch die Übersetzung des englischen Wortes „elves“ mit „Elben“ (anstatt „Elfen“) von Tolkien selbst.
Im tolkienschen Universum stellt der Roman Der Herr der Ringe den Abschluss einer fiktiven Mythenwelt dar, da er von den letzten großen Ereignissen eines Mythenzeitalters berichtet. Der Großteil des Werkes erzählt von der beschwerlichen Reise Frodos und seiner Gefährten während des Ringkriegs. Der Herr der Ringe ist eine in sich geschlossene Geschichte, gleichzeitig aber auch eine Fortsetzung des Kinderbuchs Der kleine Hobbit.

„Drei Ringe den Elbenkönigen hoch im Licht,
Sieben den Zwergenherrschern in ihren Hallen aus Stein,
Den Sterblichen, ewig dem Tode verfallen, neun,
Einer dem Dunklen Herrn auf dunklem Thron
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.
Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden,
Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.“

Frankenstein von Mary Shelley

Ein Empfehlung von HMP
Kurzbeschreibung
Kaum ein anderer Klassiker hat so viele Bühnenadaptionen und Verfilmungen erfahren wie Mary Shelleys „Frankenstein“. Der Roman über die Erschaffung eines künstlichen Menschen, erstmals 1818 anonym erschienen, ist ein seltenes Glanzstück der romantischen Schauerliteratur: Das grandiose erzählerische Geschick, mit dem die englische Autorin ihr Thema zu einer bis heute ungebrochen populären Geschichte verarbeitete, lässt ihren „Frankenstein“-Roman weit über die meisten vergleichbaren Romane seiner Epoche hinausragen.

Dracula von Bram Stoker

Abraham „Bram“ Stoker war ein irischer Schriftsteller, der hauptsächlich durch seinen Roman Dracula bekannt wurde.
Eine Empfehlung von TD und HMP: Dracula erschien im Jahr 1897. Dracula ist der erste Vampirroman der Literaturgeschichte und steht am Ende einer ganzen Reihe von Geschichten über Vampire, die in der Romantik und später im 19. Jahrhundert zu einem beliebten Topos der Literatur wurden. Darüber hinaus wird er dem Genre des Schauerromans zugeordnet, weil Stoker Elemente wie alte Schlösser, Ahnenflüche und übernatürliche Erscheinungen in seinem Roman verwendet.
Um dem Grafen Dracula ein Haus in London zu verkaufen, reist der Londoner Rechtsanwalt Jonathan Harker nach Transsilvanien. Niemand wagt sich in die Nähe des Schlosses, eine Anwohnerin übergibt Harker ein Kruzifix, um ihn zu schützen. Bald darauf wird er von einem Kutscher abgeholt und zum Wohnsitz des Grafen begleitet. Die ersten Tage verlaufen ruhig, doch Harker wird gebeten, einige Räume nicht zu betreten, er verspricht, sich daran zu halten. Er bemerkt, dass der Graf kein Spiegelbild hat und einen gierigen Gesichtsausdruck beim Anblick von Harkers Blut bekommt, als dieser sich bei der Rasur schneidet. Bald wird der Graf dem jungen Engländer unheimlich, schon allein seine äußerliche Erscheinung ist seltsam: lange, sehr weiße, spitze Zähne und auffällig rote Lippen…

Die Prinzessin vom Mars von Edgar Rice Bourroughs

Eine Empfehlung von HMP: Edgar Rice Bourroughs wurde am 1. September 1875 in Chicago geboren. In den Jahren von 1912 bis zu seinem Tod im Jahr 1950 schrieb er über 60 Romane und zahlreiche Kurzgeschichten.
Kurzbeschreibung
Urplötzlich auf den Mars geworfen, sieht sich John Carter als Gefangener der grünen Menschen von Thark. Bei ihm ist Dejah Thoris, die wunderschöne Prinzessin von Helium. Doch zwischen ihnen und ihrer Rettung liegen eintausend Meilen unbekannter Gefahren und todbringender Feinde.Edgar Rice Bourroughs wurde am 1. September 1875 in Chicago geboren. In den Jahren von 1912 bis zu seinem Tod im Jahr 1950 schrieb er über 60 Romane und zahlreiche Kurzgeschichten. Anmerkung der Redaktion: Die Prinzessin vom Mars ist derzeit nur im Antiquariat erhältlich.

Das Lied von Eis und Feuer von G.R.R. Martin

Eine Empfehlung von TD:
Kurzbeschreibung
Die letzten Tage des Sommers sind gekommen. Eddard Stark, Herrscher im Norden des Reiches, weiß, dass der nächste Winter Jahrzehnte dauern wird. Als der engste Vertraute des Königs stirbt, folgt Eddard dem Ruf an den Königshof und wird dessen Nachfolger. Doch um den Schattenthron des schwachen Königs scharen sich Intriganten und feige Meuchler.
In Band 1 seiner ersten Fantasy-Saga Das Lied von Eis und Feuer 1. Die Herren von Winterfell erzählt Martin in einer bunten Mischung aus Intrigen, geballter Handlung, romantischen Liebesgeschichten und geheimnisvollen Abenteuern das Leben der Herren von Winterfell. Die Existenz dieses Adelsgeschlechts ist von der durch die klimatischen Veränderungen hervorgerufenen Ausweitung der Jahreszeiten auf bis zu mehrere Jahrzehnte bedroht und hat durch seine menschlichen Perversionen nahezu jeglichen Zauber verloren.
Besondere Raffinesse beweist Martin in diesem ersten Band durch eine ausgefeilte Erzähltechnik, eine großartige Handlung und eine gelungenen Integration seiner politischen Sichtweisen in den Handlungsstrang der Geschichte. Die vielen Charaktere und Perspektivenwechsel mögen auf den Leser zwar etwas abschreckend wirken, doch läßt sich dies in einem mehrbändigen Werk dieser Art wohl nur schwer vermeiden. Aus diesem Grund sollte dieses Werk wohl auch lieber von Anfang an gelesen werden. Sofern sich von diesem Anfang jedoch Rückschlüsse auf den Rest der Geschichte ziehen lassen, lohnt sich aufgrund seines hohen literarischen Wertes, seines Einfallsreichtums, seiner emotionalen Wirkung auf den Leser und der superben Schaffung neuer Welten auch die Gesamtlektüre dieses Werkes.

Die Chroniken von Thomas Covenant von Stephen R. Donaldson

Eine Empfehlung von TD:
Kurzbeschreibung
Donaldsons 1977 erschienenes Erstlingswerk Lord Fouls Fluch (Lord Foul’s Bane) wurde zum Überraschungsbestseller (nachdem es siebenundvierzigmal abgelehnt worden war, weil der Protagonist zu negativ sei). Es bildete den Auftakt zu den „Chroniken von Thomas Covenant dem Zweifler“. Inspiriert wurde Donaldson zu der Figur seines leprakranken Antihelden durch die Arbeit seines Vaters, der als Arzt in Indien auf die Arbeit mit Leprotikern spezialisiert war und der sich vor allem auch mit den psychischen Konsequenzen dieser Erkrankung auseinandersetzte.
„Die Chroniken“ wurden von einigen Kritikern mit Tolkiens Der Herr der Ringe verglichen. Ähnlich wie in Tolkiens Werk ist eine normale, eher schwache Person damit konfrontiert, durch den Besitz eines magischen Rings über große Macht zu verfügen. Donaldson erweitert allerdings das Thema um Aspekte moderner Psychologie und zeichnet Charaktere, die wesentlich ambivalenter wirken als die Tolkiens. Neben dem Ring- bzw. Machtkomplex und dessen Korruptionsproblematik untersucht Donaldson ausführlich das Thema des „Aussatzes“ – des Ausgestoßenseins von Kranken aus der Gesellschaft. Die Titelgestalt des Buches, der Schriftsteller Thomas Covenant, ist an der Lepra erkrankt und wird daraufhin von seiner Umgebung voller Abscheu gemieden und angefeindet. Während kurzer Phasen von Besinnungslosigkeit lebt er monatelang in einer »Das Land« genannten Parallelwelt, die stark an Tolkiens Mittelerde erinnert. Dort ist seine Lepra kein Problem und sein billiger Weißgold-Ehering ein Talisman von unermesslicher Macht.

Lilith von George MacDonald

Eine Empfehlung von HMP: George MacDonald, ein enger Freund Lewis Carolls, wurde 1824 in Schottland geboren. Er studierte Theologie und arbeitete als Lehrer und Prediger, bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete. George MacDonald starb 1905 an Tuberkulose.
Kurzbeschreibung
Bei der Verfolgung eines Phantoms in der Bibliothek seiner Ahnen gelangt ein junger Mann in unbekannte Räume des Hauses, das er unlängst geerbt hat, durchquert auf dem Dachboden einen Spiegel und findet sich in einer wilden, endlosen Heidelandschaft wieder. Damit beginnt eine Serie von Expeditionen in ein Reich mysteriöser Abenteuer voller Schrecknisse und Beglückungen.

Der Krieg der Propheten von R. Scott Bakker (Bd. 1 – Schattenfall, Bd. 2 – Der Prinz von Atrithau, Bd. 3 – Der Tausendfältige Gedanke)

Kurzbeschreibung
(1) Einst war Eärwa das mächtigste Reich am großen Ozean, doch nun schwächen blutige Glaubenskonflikte das Herrschaftsgebiet: Der Heilige Krieg gegen die Heiden im Süden wird ausgerufen, und zwischen die Fronten geraten drei Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Drusas, der mächtige Magier des Geheimordens der Mandati, der Nomadenhäuptling Cnaiür und ein junger Mönch, der einen furchtbaren Auftrag ausführen soll …
(2) Die Anführer des Inrithi-Glaubens haben den heidnischen Fanim den Krieg erklärt, mit dem Ziel, die Heilige Stadt Shimeh zu befreien. So sammelt sich eine gewaltige Heerschar, deren Aufbruch sich jedoch aufgrund der Machtkämpfe innerhalb des Adels verzögert. Erst als überraschend der Steppenkrieger Cnaiür, Häuptling der heidnischen Scylvendi, zum Heerführer erklärt wird, setzt sich die Armee in Bewegung.
Unterdessen haben sich auch der Hexenmeister Achamian, die Hure Esmenet wie viele andere dem Kriegerpropheten Anasûrimbor Kellhus angeschlossen. Ihm scheint es bestimmt, als Nachfahr des letzten königlichen Geschlechts die Herrschaft über das ganze Land an sich zu reißen. Doch Kellhus hütet ein dunkles Geheimnis, und nur Achamian ahnt, dass seine Ankunft eine Zweite Apokalypse einläutet. Leidenschaftliche Gefühle, gewaltige Schlachten und eine Welt, wie sie detailreicher und überzeugender in der Fantasy nur selten geschildert wurde, machen »Der Prinz aus Atrithau« zu einem unvergesslichen Leseerlebnis.
(3) Der Krieg ist vor den Toren der Heiligen Stadt angekommen. Der Kriegerprophet Kellhus hat das Heer fest in der Hand, und nur ein Magier und ein wilder Nomadenkrieger zweifeln noch an ihm. Wird Kellhus den Untergang der Welt heraufbeschwören – oder wird er die Welt vor ihm retten können?

Die linke Hand der Dunkelheit / Planet der Habenichtse von Ursula K. Le Guin (beide Titel sind derzeit nur im Antiquariat erhältlich)

Ursula K. Le Guin ist eine US-amerikanische Autorin hauptsächlich fantastisch-utopischer Literatur (Science-Fiction und Fantasy). Viele ihrer Bücher spielen zwar auf fernen Planeten, behandeln jedoch Fragestellungen, die universell bedeutsam sind. Ihr Schaffen umfasst neben vielen Romanen und Kinderbüchern auch Essays, Literaturrezensionen und Übersetzungen. Sie hat für ihre Bücher eine Reihe von Auszeichnungen erhalten, darunter mehrfach die beiden bedeutendsten internationalen Preise für Science-Fiction-Literatur, den Nebula Award, den Hugo Award. Die linke Hand der Dunkelheit und Planet der Habenichtse gewannen jeweils beide Preise, daneben Tehanu und Powers den Nebula Award und Das Wort für Welt ist Wald den Hugo Award. 1985 erhielt sie den Janet Heidinger Kafka Prize der University of Rochester. Für ihr Lebenswerk erhielt sie 1979 den Gandalf Grand Master Award und 2003 den Damon Knight Memorial Grand Master Award der Science Fiction and Fantasy Writers of America.
Die linke Hand der Dunkelheit ist Science Fiction für den mitdenkenden Leser und sollte besonders aufmerksam gelesen werden, um die Tiefe der Scharfsinnigkeit und die Feinheiten der Handlung und der Figuren richtig auskosten zu können. Es ist einer dieser Genüsse, die anfangs einen gewissen Einsatz erfordern, die sich aber durch die Freude an der grellen Fantasie bezahlt machen, die durch die darauf folgenden 30 Jahre der Sciencefiction nachklingt. LeGuins Planet der Habenichtse gehört zu den großen philosophischen Science-Fiction-Klassikern: die erstaunliche Geschichte des Physikers Shevek, der auf der Suche nach Utopia eine gefahrenreiche Reise antritt und für neuer Erkenntnisse sein Leben riskiert.

Schatten über Ombria von Patricia A. McKillip

Kurzbeschreibung
Kaum ist der König tot, übernimmt die Schwarze Perle, eine falschzüngige, machthungrige alte Hexe das Regiment, denn der Erbe Kyel ist noch ein Kind. Sie setzt sich als Interimsregentin ein und bestimmt einen ihr treu ergebenen Höfling zum Hauslehrer des jungen Prinzen. Dieser soll völlig abgeschirmt aufwachsen, fern aller Menschen, die ihn lieben: seine Amme jagt sie davon ebenso wie Lydea, die junge Geliebte des Königs, die dem kleinen Prinzen herzlich zugetan ist. Voller List spinnt die Schwarze Perle ihre Intrigen. Da taucht ein merkwürdiger Fremder auf, ein geheimnisvoller Edelmann. Auch er kümmert sich um das Kind, sucht heimlich seine Nähe, verschwindet durch Tapetentüren und hinterlässt gezeichnete Botschaften. Sind sie für Kyel bestimmt? Welches Spiel spielt der Fremde? Mit seinen berückenden Kohlezeichnungen hat es eine besondere Bewandtnis: sie beginnen zu leben, sie sind immer in der Nähe des kleinen Prinzen. Sollen sie ihn beschützen?

Die Nebel von Avalon / Die Feuer von Troia / von Marion Zimmer Bradley

Kurzbeschreibungen
Die amerikanische Fantasy-Autorin Marion Zimmer Bradley hat ein gewaltiges Epos in der großen Tradition der Ritterromane geschaffen, in dem sie den Zauber der alten Mythen und Legenden um König Artus wieder heraufbeschwört.
Es ist Morgaine, die Hohepriestipn des Nebelreichs Avalon und Schwester von Artus, die hier die wahre Geschichte von ihrem königlichen Bruder erzählt, von den Rittern seiner Tafelrunde, allen voran Lancelot, und von den Mysterien diesseits und jenseits dieser Welt. Wohl zum ersten Mal erzählt eine Frau diese wundersame Geschichte, zeigt die christlich stilisierten Heldengestalten in einem neuen Licht und erinnert daran, daß einst Frauen die Macht in den Händen hielten: Sie lenken im Verborgenen das Geschick ihrer Zeit und setzen den König der Legenden auf den Thron, geben ihm das heilige Schwert Excalibur, mit dem er die Sachsen für immer vertreibt.
Aber es geht um mehr bei diesem Kampf auf Leben und Tod. Rituale, Magie, visionäre Einsichten, Versagen und Größe fordern die Menschen heraus, die um den richtigen Weg des Glaubens und des Lebens ringen. In der Enthüllung des Mysteriums vom Heiligen Gral erfüllt sich das Schicksal von König Artus und seinen Rittern. Es ist Höhepunkt und Abstieg zugleich, denn Avalon, die Insel der Apfelbäume, die alte Welt der Naturreligion, versinkt unwiederbringlich in den Nebeln der Zeit.
In Die Feuer von Troia lässt Marion Zimmer Bradley das klassische Altertum lebendig werden. Die seit Homer in immer neuen Varianten erzählte Geschichte erhält in dieser Fassung ihren besonderen Reiz dadurch, daß Marion Zimmer Bradley die Handlung aus der Sicht der Seherin Kassandra erzählt – aus weiblicher Sicht. Ein wichtiger Motivstrang beschäftigt sich mit der Ablösung des Matriarchats durch das Patriarchat. Längst vergangen Geglaubtes bringt Marion Zimmer Bradley wieder ans Licht und verschafft ihm aktuelle Bedeutung. „Wiederum spannend bis zur letzten Zeile“, schrieb Cosmopolitan

Conan von Robert E. Howard

Kurzbeschreibung
Mit dem Cimmerier Conan schuf Robert E. Howard eine charismatische Fantasy-Figur, deren Abenteuer bis heute Millionen Leser und Kinobesucher begeistern und die das Genre wie kaum eine andere revolutionierte. Dieser weltweit einzigartige Band versammelt erstmals die Original-Conan- Geschichten, die als herausragende Meisterwerke gelten und längst Kult-Charakter besitzen.
Robert Ervin Howard war ein US-amerikanischer Autor von Fantasy-, Abenteuer- und Horrorgeschichten sowie mehrerer Westernromane. Er gilt als prominenter Vertreter der Low Fantasy.

Reise zum Mittelpunkt der Erde von Jules Vernes

Kurzbeschreibung
Axel kann es einfach nicht glauben, dass sein Onkel, ein fanatischer Geologe und Mineraloge, diese Reise zum Mittelpunkt der Erde tatsächlich auf sich nehmen will. Zu viele Gründe sprechen gegen ein Gelingen dieser Expedition. Aber da gibt es dieses geheimnisvolle Dokument mit den altisländischen Runen, das besagt: „Steige hinab in den Krater des Yokul am Sneffels, kühner Reisender, und du wirst zum Mittelpunkt der Erde gelangen…“
Jules Verne war einer der Begründer des Science-Fiction-Romans. Er selbst betrachtete sich jedoch als einen Autor „wissenschaftlich belehrender Romane“, wie er es nannte: Der aufmerksame Leser wird über die Fauna, Flora, Geographie und Geschichte der bereisten Gebiete informiert. Zuweilen sind ganze Kapitel rein informative Exkursionen, wie zum Beispiel das erste Kapitel Der Sklavenhandel im zweiten Teil In Afrika des Romans Ein Kapitän von 15 Jahren.
So sind denn auch die diversen Erfindungen nicht etwa Produkte der Phantasie, sondern sorgfältig recherchierte Möglichkeiten. Einige der Fortbewegungsmittel aus den Romanen Jules Vernes gab es bereits ansatzweise oder wurden später Realität.

Arthur Conan CoyleSherlock Holmes ist eine von dem britischen Autor Sir Arthur Conan Doyle geschaffene Romanfigur, die zur Zeit des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts als Detektiv tätig ist.

Besondere Bedeutung für die Kriminalliteratur erlangte Holmes durch seine neuartige forensische Arbeitsmethode, die ausschließlich auf detailgenauer Beobachtung und nüchterner Schlussfolgerung beruht. Er gilt bis heute weithin als Symbol erfolgreichen analytisch-rationalen Denkens und als Stereotyp des Privatdetektivs. Das Werkverzeichnis um den Detektiv umfasst 56 Kurzgeschichten und 4 Romane.

In dem Schweizer Verlag Kein & Aber ist in diesem Jahr anlässlich des 150. Geburtstages des Autors „Das umfassende Sherlock-Holmes-Handbuch“ von Zeus Weinstein – eine vergnügliche Notwendigkeit für jeden Holmesianer, erschienen.

Sherlock Holmes KinoplakatBereits 1900 trat Sherlock Holmes erstmals in einem Stummfilm auf, es folgten zahlreiche Verfilmungen, zuletzt entstanden zwischen 2000 und 2002 vier Fernsehfilme in Kanada, in denen Matt Frewer (Sherlock Holmes) und Kenneth Welsh (Dr. Watson) in den Hauptrollen zu sehen sind.

Nun kehren Arthur Conan Doyles berühmteste Figuren in einer neuen dynamischen Kinoversion auf die Leinwand zurück.

Gestern startete in den Londoner Kinos die neue Verfilmung von „Sherlock Holmes“ (Originaltitel), die unter der Regie von Guy Ritchie entstanden ist. Gay Ritchie verpasst Holmes und Watson ein zeitgemäßes Image als Action-Helden.  Die Titelrolle spielt der US-amerikanische Schauspieler Robert Downey jr., die Rolle des Dr. Watson der Brite Jude Law.

Inhalt:
Mit seinem unerschütterlichen Partner Dr. Watson muss Holmes einen äußerst kniffligen Fall lösen. Der der schwarzen Magie frönende Frauenmörder Lord Blackwood kündigt vor seiner Exekution an, dass sein Tod erst der Anfang sein werde. Prompt weilt er alsbald wieder unter den Lebenden und treibt seinen perfiden Plan, mit Hilfe seiner Geheimorganisation wieder die Macht über Britanniens ehemalige Kolonie, den Vereinigten Staaten, zu erlangen, voran. Also ist Holmes gefordert, er beweist dabei, dass er seine Kampftechniken ebenso tödlich einzusetzen weiß wie seinen legendären Verstand.  In einem beispiellosen Duell nimmt er es mit einem neuen Erzfeind auf, um dessen mörderisches Komplott aufzudecken und das gesamte Land vor dem sicheren Untergang zu bewahren.

Sherlock Holmes startet am 28.01.2010 in den deutschen Kinos.

Verfilmungen

Der erste Film, in dem der Detektiv auftritt, ist der Stummfilm Sherlock Holmes Baffled von 1900, der jedoch keine Literatur-Verfilmung, sondern ein Sketch unter Verwendung der literarischen Figur ist.

Viele der Romane und Kurzgeschichten wurden verfilmt, hierbei stechen vor allem die zahlreichen Verfilmungen des Romans Der Hund der Baskervilles heraus. In einem Kinofilm zum Roman aus dem Jahr 1939 spielte Basil Rathbone der Figur des Sherlock Holmes. Der große Erfolg des Films führte dazu, dass Rathbone an zahlreichen weiteren Holmes-Projekten teilnahm (u.a. in Die Abenteuer des Sherlock Holmes) und bis heute als einer der populärsten Holmes-Darsteller gilt.

Die bislang einzige US-amerikanische Fernsehserie stammt aus den Jahren 1954/55. Sie umfasst 39 Folgen und wurde von Sheldon Reynolds produziert.

1959 übernahm Peter Cushing die Rolle des Holmes in einer farbigen Neuverfilmung des Hound of the Baskervilles. Ab 1968 spielte er den Detektiv in einer werkgetreuen Holmes-Fernsehserie der BBC, in der auch der Hund der Baskervilles erneut verfilmt wurde – so dass Cushing der einzige Schauspieler ist, der in zwei Verfilmungen desselben Holmes-Romans die Hauptrolle spielt. Sein letzter Auftritt als Sherlock Holmes war 1984 in der Pasticheverfilmung The Masks of Death.

Eine umfangreiche Reihe von Verfilmungen entstand in den achtziger Jahren bei Granada TV (Großbritannien) mit Jeremy Brett als Holmes. Die Serie mit dem Titel Die Abenteuer des Sherlock Holmes umfasst 41 Filme und zeichnete sich zu Anfang durch eine besonders große Werktreue aus. Die Folgen wurden in einer Zeitspanne von zehn Jahren produziert (1984 bis 1994).

Zwischen 2000 und 2002 entstanden vier Fernsehfilme in Kanada, in denen Matt Frewer (Sherlock Holmes) und Kenneth Welsh (Dr. Watson) die Hauptrollen spielen. Alle Filme entstanden unter der Regie von Rodney Gibbons.

Eine neuere Verfilmung ist die BBC-Fernsehproduktion von Der Hund der Baskervilles mit Richard Roxburgh aus dem Jahre 2002.

Die erste deutsche Fernsehadaption des Stoffes von 1955 war eine live ausgestrahlte Bühnenfassung, vom Hessischen Rundfunk unter der künstlerischen Leitung von Fritz Umgelter inszeniert. Die Ausstrahlung ist verschollen. Die Hauptrollen spielten Wolf Ackva und Arnulf Schröder. 1967/68 produzierte der WDR unter der Regie von Paul May eine an der Werksvorlage orientierte sechsteilige Fernsehserie. Sherlock Holmes und Dr. Watson wurden hier von Erich Schellow und Paul Edwin Roth verkörpert.

1979-1984 entstand die russische Fernsehreihe Prikljutscheniya Scherloka Cholmsa i doktora Watsona (Abenteuer von Sherlock Holmes und Doktor Watson) mit Wassili Liwanow (Holmes) und Vitali Solomin (Watson).

Quellen: Wikipedia, Kino.de

Anna Karenina von Leo Tolstoi

Anna Karenina„Eine wunderbar elegante Neuübersetzung, 1200 Seiten, die sich lesen wie Butter, doch der Leser sei gewarnt: Neben diesem Roman verblassen alle anderen, denn mit „Anna Karenina“ hat Tolstoi eigentlich alles gesagt.“ Johanna Adorján, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 29.11.09

Die 1288 Seiten umfassende Neuübersetzung von Rosemarie Tietze ist am 07.09.2009 im Hanser Verlag erschienen.

Rosemarie Tietze, die ihre Übersetzungen immer wieder „zu einem Kunstwerk eigenen Ranges“ (Begründung zum Voß-Preis) macht, hat dem Meisterwerk eine moderne Gestalt gegeben und es mit Nachwort und Kommentaren versehen.

Tolstoi - Wikipedia„Gestern Abend sagte er mir, daß er einen Typ von Frau im Sinn habe, verheiratet, der obersten Schicht zugehörig, die sich aber selbst verloren hat.“

Hier ist nicht von einem gebeichteten Seitensprung die Rede, dies ist die allererste Erwähnung von Tolstois Ehefrau über den geplanten neuen Roman ihres Gatten. Sechs lange Jahre hatte er an Krieg und Frieden (Google Books hat Krieg und Frieden komplett eingescannt und online gestellt) gearbeitet. Nun hatte sich Leo Tolstoi, müde und enttäuscht über die hämische Reaktion, auf sein Gut zurückgezogen.

Doch bald schon arbeitete er am zweiten großen Roman seines Lebens, Anna Karenina. Erzählt wird die Geschichte der adligen Familie Karenin, einer dekadenten, in gesellschaftlichen Normen erstarrten Sippe. Die Kälte ihres Gatten treibt die sensible Anna dem wesentlich jüngeren Grafen Wronskij in die Arme. Diese stark sexuell orientierte Beziehung endet im Fiasko. Schließlich richtet Anna sich selbst, aber auch ihren Mann und den Geliebten zugrunde.

„Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich, jede unglückliche Familie ist unglücklich auf ihre Weise.“ So beginnt Leo Tolstois großer Roman um Anna Karenina. Dieser erste Satz wird auch als Anna-Karenina-Prinzip bezeichnet. Zwischen 1873 und 1877 schrieb er an dem Roman, 1877/78 wurde er veröffentlicht.

Kurzbeschreibung
Anna Karenina ist eine wundervolle junge Frau. Sie scheint alles zu besitzen, was glücklich macht. Dann tritt der glanzvolle Offizier Graf Wronskij in ihr Leben, und sie opfert alles: den Mann, den Sohn, sogar die Achtung der Gesellschaft, in der sie lebt. Doch ihre bedingungslose Liebe scheitert und führt zu Eifersucht, Hass und Verzweiflung. Die Tragödie einer Frau wird bei Tolstoi zum unerbittlichen Porträt der adligen Gesellschaft im Russland des 19. Jahrhunderts.

Autorenporträt
Leo Tolstoi (1828-1910) entstammte einem alten russischen Adelsgeschlecht. Nach ausgedehnten Reisen durch Europa zog er sich auf sein Familiengut zurück und schrieb dort seine großen Werke. Unter dem Eindruck Rousseauscher Ideen verurteilte er Kultur und Zivilisation als das natürlich Menschentum verfälschende Elemente. Werke u.a.: „Krieg und Frieden“, „Anna Karenina“, „Die Kreuzersonate“, „Meine Beichte“.

Die Bundesrepublik Deutschland verleiht heute dem italienischen Schriftsteller und Medienwissenschaftler Umberto Eco  das Große Verdienstkreuz mit Stern.

Großes Verdienstkreuz mit SternEco werde als profunder Kenner der deutschen Kultur und Gesellschaft ausgezeichnet, teilt die deutsche Botschaft in Rom mit. Jenseits der Gemeinplätze  wisse er die Besonderheiten der italienischen und deutschen Welt und ihre gegenseitige Anziehung mit Weisheit und Ironie darzustellen. Auch werde er für seinen scharfen Intellekt, seine enzyklopädische Kultur und für zivile Aufrichtigkeit geehrt.

Umberto Eco wurde am 5. Januar 1932 in Alessandria, Piemont geboren. Durch seine Romane, allen voran Der Name der Rose (orig. 1980, deutsch 1982), wurde er weltberühmt. Seit 1971 Lehrstuhlinhaber an der Universität Bologna, hat er zahlreiche Gastprofessuren in aller Welt wahrgenommen und ist mit bisher 33 Ehrendoktortiteln (u. a. in Deutschland an der Freien Universität Berlin) ausgezeichnet worden. Im Herbst 2007 stellte er seine akademische Lehrtätigkeit ein.

Borges und Joyce nennt er als die beiden modernen Autoren, „die ich am meisten geliebt habe und von denen ich am stärksten beeinflusst worden bin“.

Als Bürger und politischer Autor ist Eco ein aktiver und vehementer Gegner von Silvio Berlusconi. In zahlreichen Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln hat er dessen Politik scharf kritisiert. Noch kurz vor der Wahl im April 2006, die Berlusconi dann knapp verlor, veröffentlichte Eco seine gesammelten politischen Schriften nochmals in Buchform unter dem Titel Im Krebsgang voran: Heiße Kriege und medialer Populismus (deutsch: Frühjahr 2007).

Seit 1962 ist er mit Renate Ramge verheiratet, einer deutschen, in Frankfurt am Main geborenen Expertin für Museums- und Kunstdidaktik, mit der er einen Sohn und eine Tochter hat.

Quellen: Süddeutsche Zeitung, Wikipedia