In der Lesen! im ZDF – Sendung am 05. September wird zum 3. Mal nach einem Buch gesucht. In dem Gewinnspiel geht es um Autor und Titel von folgendem ersten Satz:

Mein Vater und meine Mutter hätten in New York bleiben sollen, wo sie sich kennengelernt und geheiratet haben und wo ich geboren wurde.

Wer den ersten Satz nicht erkennt, kann ihn auf Anhieb im Netz finden. Gesucht wird:

Die Asche meiner Mutter von Frank McCourt

Kurzbeschreibung
Der Roman Die Asche meiner Mutter ist ein bestürzendes Dokument einer Kindheit in Limerick von den 1920er bis zu den 1940er Jahren. Frank McCourt schildert in seinen Irischen Erinnerungen (so der Untertitel) das ihm und seiner Familie widerfahrene Leid der Unterprivilegierten aus kindlicher Perspektive, ohne jedoch auf Humor und Optimismus zu verzichten.
Inhalt: McCourt verbringt seine ersten Lebensjahre als ältestes Kind einer irischen Familie in New York. Da die USA der Familie nicht den erhofften Wohlstand bringen und die jüngste Tochter Margaret aufgrund der schlechten Versorgung stirbt, geht die Familie zurück nach Irland. In den Slums von Limerick leben die sechs Kinder mit ihren Eltern am Rand des Existenzmismus – Vater Malachy vertrinkt die Armenunterstützung im Pub und lässt seine Kinder abends zu irischen Freiheitsliedern singen. Mutter Angela bettelt, um die Kinder vor dem Verhungern zu bewahren, dennoch sterben die Zwillingsbrüder an Unterernährung. Franks Kindheit wird auch durch absurde Erlebnisse mit religiösen und staatlichen Autoritäten geprägt. Der selbstständige Junge spart schon als Kind für die Rückkehr in die USA. Mit 19 begibt er sich auf ein Schiff nach New York, um ein neues Leben anzufangen.

Aufbau: McCourts Geschichte orientiert sich an dem Muster der mündlich wiedergegebenen Historie. Als Zeitzeuge gibt der Autor Zeugnis einer typischen Kindheit in den irischen Slums der 1920er Jahre. Die Unterdrückung durch Armut und Kirche stellt McCourt als Verursacher des familiären Unglücks dar. Die sozialen Umstände, darunter Alkoholismus und katholische Intoleranz, zeigt der Autor als spezifisch irisch. Priester und Schulmeister werden als Hüter einer unduldsamen Klassengesellschaft vorgeführt, die den Ärmsten keine Möglichkeit gibt, aus ihrem Joch auszubrechen.

Das Buch ist eine Hommage an die Mutter des Autors, die ihre von Leid geprägte Existenz selbstaufopfernd für das Überleben ihrer Kinder einsetzte. Trotz des ernsten Themas schildert McCourt die einzelnen Episoden humorvoll aus kindlich-jugendlicher Perspektive, d. d. im Präsens und in einfachen Worten.

Wirkung: McCourts erster Roman löste in den USA und Europa einen Boom kindheitsbezogener Erinnerungsliteratur aus. Das große öffentliche Interesse am Schicksal McCourts veranlasste den Autor mit dem Roman Ein rundherum tolles Land (1999) von seinen Erlebnissen als Erwachsener in den USA zu berichten.

Ãœber den Autor
Frank McCourt wurde 1930 in Brooklyn in New York als Kind irischer Einwanderer geboren, wuchs in Limerick in Irland auf und kehrte 1949 nach Amerika zurück. Dreißig Jahre lang hat er an New Yorker High Schools unterrichtet. Für sein erstes Buch, „Die Asche meiner Mutter“, 1996 erschienen, erhielt er den Pulitzerpreis, den National Book Critics Circle Award und den L.A. Times Book Award. Er lebt mit seiner Frau Ellen in New York und Connecticut.

Quellen: Wikipedia, Lesen! im ZDF

Christian Brückner
Christian Brückner

In der ersten Lesen! im ZDF-Sendung nach der Sommerpause am 05. September um 22.30 Uhr wird Elke Heidenreich den Schauspieler und Synchron- und Hörbuchsprecher Christian Brückner begrüßen.

Christian Brückner wird sein Lieblingsbuch Moby Dick von Herman Melville vorstellen und aus Falling Man (Kiepenheuer & Witsch) von Don DeLillo vorlesen.

Die Bücherliste der Sendung vom 5. September hat das ZDF noch nicht bekannt gegeben.

Christian Brückner, geboren am 27. Oktober 1943 in Waldenburg, Schlesien, aufgewachsen in Köln, ist Schauspieler und wohl der berühmteste deutsche Synchron- und Hörbuchsprecher. Das magische Timbre seiner Stimme ist ein Phänomen. Er hat Marlon Brando und Harvey Keitel gesprochen – und natürlich Robert de Niro.
Bereits während des Studiums (Germanistik, Theaterwissenschaft und Soziologie) arbeitete Brückner im Theater und als Hörfunksprecher.

Durch die Synchronisierung von Warren Beatty in dem Film Bonnie und Clyde (1967) und vor allem durch die Leihstimme für Peter Gilmore in der berühmten englischen TV-Serie Die Onedin-Linie wurde seine markante Stimme bekannt.

Seither ist er vielbeschäftigt im Synchronwesen tätig. Seit 1974 (Der Pate II) ist er die Feststimme von Robert De Niro, Martin Scorsese ließ ihn extra für die Synchronisation von Taxi Driver casten. Ausgenommen von Angel Heart, Mean Streets, 1900, Wer die Killer ruft, Fesseln der Macht, Brazil, Der Liebe verfallen und The Untouchables – Die Unbestechlichen synchronisierte Brückner den Charakterdarsteller seitdem in all seinen bislang über 60 Filmen. In Es war einmal in Amerika wurde De Niro nur auf der DVD-Version durch ihn synchronisiert, während in der ursprünglichen Kinofassung ein anderer Sprecher zu hören ist.

Des Weiteren lieh er seine Stimme in unregelmäßigen Abständen auch anderen Schauspielern: Alain Delon, Bruce Dern, Peter Fonda, Giuliano Gemma, Richard Jordan, Martin Sheen, Robert Redford, Jon Voight, Harvey Keitel, Donald Sutherland, Michael York, Pierre Brice und Dennis Hopper. Auch Klaus Kinski sprach in einigen Filmen mit seiner Stimme.

Christian Brückner ist oft in Hörspielen, Hörbüchern, Lesungen und als Sprecher für Dokumentationen im Einsatz. Besonders bekannt dürften die zahlreichen Einsätze als Stimme in den Geschichtedokumentationen von Guido Knopp (u. a. Hitlers Helfer und 100 Jahre – Der Countdown) sein. Hier wechselte er sich teilweise mit Rolf Schult, der deutschen Synchronstimme von Robert Redford, ab. 2006 wurde mit Brückner als alleinigem Sprecher eine vollständige, dreißigstündige Lesung des Romans Moby Dick von Herman Melville in der deutschen Übersetzung von Friedhelm Rathjen veröffentlicht. Im Rahmenprogramm der 29. Ausstellung des Europarates und Landesausstellung Sachsen-Anhalt 2006 Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation wirkte Brückner an der Produktion einer Musik-Hörspiel-CD zum Codex Manesse mit, auf der er als Erzähler fungiert. Dieses Hörspiel wurde im September 2006 im Kulturhistorischen Museum Magdeburg live uraufgeführt.

Als Schauspieler trat Brückner unter anderem in Tatort – Lauf eines Todes (1990), Tatort – Falsches Alibi (1995) und in den Serien Spiel des Lebens (1996) und Rosa Roth als Oberstaatsanwalt Seibold auf. Weiterhin sah man ihn als Dr. Jonathan McBain in der SAT1 Mini Fernsehserie Aeon – Countdown im All. 2007 trat er als Professor Sigmund Freud in Die Methode von Christopher Hampton im Ernst Deutsch Theater, Hamburg, auf.

Selbst berichtete er einmal, er hätte es erlebt, dass Taxifahrer sich verwundert umdrehten, wenn er einstieg; sie fragten sich, welcher Star gerade im Wagen Platz genommen hatte.

Und hier die Bücherliste der Sendung vom 05. September:

Die souveräne Leserin von Alan Bennett
Aus dem Englischen von Ingo Herzke
Wagenbach Verlag, 2008
Fadengeheftet, Leinen, 120 Seiten

„Ein herrlich unterhaltsames, witziges Buch, aber außerdem noch sehr viel mehr: ein todernstes Manifest über die Macht des Lesens, Leben zu verändern, und über die Möglichkeit, durch das Lesen das Leben zu führen, das man schon immer führen wollte.“ The Observer
Kurzbeschreibung
Eine Liebeserklärung an die Queen und an die Literatur – wer hätte gedacht, dass das zusammenpasst?!

Die Hunde sind schuld. Beim Spaziergang mit der Queen rennen sie los, um den allwöchentlich in einem der Palasthöfe parkenden Bücherbus der Bezirksbibliothek anzukläffen. Ma’am ist zu gut erzogen, um sich nicht bei dem Bibliothekar zu entschuldigen, leiht sich ebenfalls aus Höflichkeit ein Buch aus – und kommt auf den Geschmack. Von da an deckt sie sich jede Woche mit Lesestoff ein und lernt den Küchengehilfen Norman kennen, mit dem sie sich fortan über ihre Lektüren unterhält.
Not amused ist hingegen der Privatsekretär der Queen, Sir Kevin, der nichts unversucht lässt, Her Majesty dem schädlichen Einfluss Normans zu entziehen. Denn die Queen beginnt, ihre Pflichten zu vernachlässigen, liest nun lieber in ihrer Kutsche, statt der Menge zuzuwinken.
Ein Bennett at its best – very British, wie immer, und von so umwerfender Komik, dass Ihnen der Bowlerhat hochgeht!

Erinnerungen an glückliche Tage von Julien Green
Aus dem Französischen von Elisabeth Edl
Hanser Verlag, 2008
Fester Einband, 272 Seiten

Kurzbeschreibung
Die Kindheit eines kleinen amerikanischen Jungen in Paris, am Beginn des 20. Jahrhunderts. Julien Green lässt in seinen Erinnerungen die „Belle Époque“ auferstehen: das Klappern der Pferdehufe auf dem Pflaster, den Alltag ohne Radio und Telefon, die Schrecken eines strengen, unmenschlichen Schulsystems und die Geborgenheit in der bürgerlichen Familie. Erst als Frankreich in den Ersten Weltkrieg zieht, bricht auch für ihn ein neues Zeitalter an. Ein wunderbares Buch über eine versunkene Welt: Zeitdokument, Entwicklungsroman, Hymnus auf das Glück der Kindheit und ein großes Lesevergnügen.

Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein von André Heller
S. Fischer Verlag, 2008
Gebundene Ausgabe, 144 Seiten

Kurzbeschreibung
André Heller greift Szenen und Begebenheiten seiner Kindheit auf und verwandelt sie in die Geschichte eines Jungen mit funkelnder Phantasie. In einem Asbest Anzug als erster Mensch in das Innere des Vesuvs hinabzusteigen, um in der glühenden Lava nach Feuerfischen zu suchen – das ist einer von Pauls Plänen. Ein anderer: Weltmeister im Unsichtbarsein. André Heller schreibt eine poetische Erinnerung an die schillernde Gesellschaft des Wiener Großbürgertums, eine Zuckerbäckerdynastie und einen Jungen. Paul nimmt sich vor, einmal ein eleganter Hundling zu werden, ein solch freier Mensch wie sein skurriler Onkel aus New York. Als Pauls Vater, der Süßwarenfabrikant und Kommerzialrat Roman Silberstein, zu Tode kommt, reisen die jüdischen Onkel aus Ãœbersee an und übertreffen einander im Schildern von Anekdoten aus dem merkwürdigen Leben der Silbersteins. Aus dieser mondänen und sonderbaren Familie, in der die versunkene k. u. k. Welt weiterlebt, siedelt Paul über in das selbstgeschaffene Reich des Unsichtbaren, der vorüberhuschenden Träume und fernen Zukunftsvisionen: „Geboren wird man als Entwurf zu einem Menschen, und dann muss man Zeit seines Lebens aus sich einen wirklichen Menschen machen.“

Moby-Dick oder Der Wal von Herman Melville
Aus dem Englischen von Friedhelm Rathjen
Marebuchverlag, 2007
Illustrierte Sonderausgabe mit Leseband, 992 Seiten
inkl. Hörbuch auf 2 MP3-CDs

Kurzbeschreibung
Jubiläumsausgabe – Basierend auf dem vollständigen, als gesichert geltenden Urtext. Ãœbersetzt von „dem wunderbar kreativen und kraftvollen Friedhelm Rathjen“ (Die Welt) – „dem strengsten Diener fremder Sprachen in Deutschland“ (Frankfurter Rundschau). Illustriert mit den berühmten Federzeichnungen, die der amerikanische Künstler Rockwell Kent 1930 für eine limitierte Luxusedition des Romans schuf. Ergänzt durch einen umfangreichen Anhang mit Texten aus dem Quellgebiet des Romans, die in dieser Ausgabe zum ersten Mal auf Deutsch vorliegen. Gelesen von Christian Brückner, dem Star unter den Sprechern.

Der Außenseiter von Sadie Jones
Aus dem Englischen von Brigitte Walitzek
Schöffling & Co Verlag, 2008
Gebundene Ausgabe, 416 Seiten

Kurzbeschreibung
1945 kehrt Gilbert Aldridge aus dem Zweiten Weltkrieg zurück zu seiner Familie. Während er die beschauliche Routine des Kleinstadtlebens genießt, durchstreift sein Sohn Lewis mit seiner schönen, rastlosen Mutter die Wälder – bis an einem Sommertag unten am Fluss ein schreckliches Unglück geschieht. Lewis bleibt allein und verstört zurück. Wenige Monate später wird ihm die junge Alice als neue Stiefmutter vorgestellt.
Lewis lebt fortan als Fremder im eigenen Haus; er sucht Zuflucht im Alkohol und in heimlichen Exzessen in einem Londoner Nachtclub. Seine Trauer und Wut entladen sich schließlich in einer weiteren Katastrophe.
1957 kehrt der 19jährige Lewis nach zweijähriger Haft aus dem Gefängnis zurück. Ehemalige Freunde und Nachbarn begegnen ihm mit Misstrauen: Wer nicht ist wie die anderen, muss zum Außenseiter werden. Immer wieder versucht Lewis einen neuen Anfang zu finden; immer tiefer gerät er in einen Strudel aus Gewalt, Verzweiflung und enttäuschter Hoffnung.
Sadie Jones‘ Roman über den „Außenseiter“ Lewis ist von überwältigender Schönheit, eine leidenschaftliche und immens spannende Geschichte darüber, was mit denen geschieht, die die Regeln brechen, aber auch darüber, welches Schicksal jene ereilt, die die Regeln aufgestellt haben.

Oben ist es still von Gerbrand Bakker
Aus dem Niederländischen von Andreas Ecke
Suhrkamp Verlag, 2008
Gebundene Ausgabe, 315 Seiten

Kurzbeschreibung
Helmer van Wonderen, Bauer wider Willen, macht klar Schiff. Er verfrachtet seinen bettlägerigen Vater ins Obergeschoß, entrümpelt Wohn- und Elternschlafzimmer, streicht Dielen, Fenster, Türen und Wände und schafft neue Möbel an. Das Gemälde mit den schwarzen Schafen, die Fotografien von Mutter und die alte Standuhr kommen nach oben, alle Pflanzen, die blühen können, auf den Misthaufen. Da Vater ihm nicht den Gefallen tut, einfach zu verschwinden, sich von einem Windstoß hinwegfegen zu lassen oder wenigstens zu sterben, richtet Helmer sein Leben unten neu ein. Seine ungelebten Träume kann er jedoch nicht so leicht entsorgen. Als er eines Tages unerwartet Post erhält, brechen sich Erinnerungen Bahn. »Henk hätte hier wohnen sollen. Mit Riet und mit Kindern.« Henk, der Zwillingsbruder, ist lange tot. Riet aber lebt, und sie hat einen Sohn.

Gerbrand Bakkers erster Roman war in den Niederlanden ein großer Publikumserfolg. Genau in der Beobachtung von Mensch und Natur, subtil in der Anspielung und von zärtlicher Skurrilität, entwickelt Bakkers trockener, lakonischer Erzählstil von der ersten Seite an einen unwiderstehlichen Sog. Unversehens findet man sich mit einem wortkargen Bauern inmitten von Milchkühen, Texel-Schafen, einer Nebelkrähe und zwei Eseln an die großen Fragen des Lebens erinnert und versteht, daß Komik und Tragik, Witz und Wehmut, oben und unten unauflöslich zusammengehören.

Falling Man von Don DeLillo
Aus dem Amerikanischen von Frank Heibert
Gesprochen von Christian Brückner
Parlando, 2007
7 CDs, 519 Minuten Laufzeit

Kurzbeschreibung
Don DeLillos großer Roman über den 11. September

New York in Asche und Rauch am 11. September. In eindringlichen Bildern zeichnet DeLillo den Ablauf der Ereignisse nach: von den Tätern zu den Opfern, von Hamburg nach New York. In unvergesslichen Szenen entsteht das Leben einer Familie nach der Katastrophe, die berührende Geschichte einer Liebe ohne Zukunft. Mit seiner sprachlichen Kunst und seiner packenden Erzählweise gelingt es Don DeLillo in Falling Man, das scheinbar Unsagbare überzeugend in Worte zu fassen.

Karg und klar ist DeLillos Blick für die geheimen Details des Alltags, die in jedem noch so unscheinbaren Augenblick die Zerbrechlichkeit des Ganzen ahnen lassen.

Quellen: Börsenblatt, Wikipedia Fotos: Wikipedia, Flickr

Der erste Satz – Kleines Literatur-Quiz

Auch diesmal dreht sich das Gewinnspiel „Der erste Satz“ um den Anfang aus einem bekannten Buch.

Die Frage lautet:

Im achtzehnten Jahrhundert lebte in Frankreich ein Mann, der zu den genialsten und abscheulichsten Gestalten dieser an genialen und abscheulichen Gestalten nicht armen Epoche gehörte.

Unter den richtigen Einsendungen wird ein Paket mit Büchern, die Elke Heidenreich in der aktuellen Sendung vorgestellt hat, verlost. Zu jeder Ausgabe von Lesen!wird ein neues Buch gesucht.

Einsendeschluss für dieses Gewinnspiel ist der 01. September 2008.

Na, wer weiß es?

Es ist nicht wirklich eine Herausforderung, oder? Wer es tatsächlich nicht weiß, findet die Antwort hier. Der gesuchte Autor ist nämlich ein Romancier, der uns laut Marcel Reich Ranicki nicht mit dem Spiegelbild seines Bauchnabel belästigt. 😉

Lesen! im ZDF

Lesen! im ZDF mit Elke Heidenreich und Götz Alsmann am 04. Juli um 22.30 Uhr

Eigentlich wollte Götz Alsmann nur sein Lieblingsbuch „Der Orientalist“ mit in die Kölner Kinderoper bringen. Doch dann schlug er vor, auch über einen der bedeutendsten Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, Ivan Turgenev, zu sprechen – eine Idee, die Elke Heidenreich ausdrücklich begrüßte.

Götz Alsmann ist Musiker, sogar promoviert, und hat sich dem Jazz verschrieben. Dem breiten Publikum ist er allerdings eher als Fernsehunterhalter und besonders im Westen Deutschlands als Radiomann ein Begriff.

Bücherliste

Das SchlossFranz Kafka
Das Schloss
Gelesen von Ulrich Matthes
10 CDs, Laufzeit 13 Stunden 20 Minuten
Deutsche Grammophon, 2008

Klaus Wagenbach - KafkaKlaus Wagenbach (Hg.)
Franz Kafka. Bilder aus seinem Leben
Veränderte und erweiterte Ausgabe
Gebundene Ausgabe, Leinen, Fadenheftung, 256 Seiten mit ca. 650 Abbildungen, Duotone
Verlag Klaus Wagenbach, 2008

Tom ReissTom Reiss
Der Orientalist
Auf den Spuren von Essad Bey
Aus dem Amerikanischen von Jutta Bretthauer
Gebundene Ausgabe, 506 Seiten mit 26 Abbildungen
Osburg Verlag, 2008

Du fehlstJoyce Carol Oates
Du fehlst
Aus dem Amerikanischen von Silvia Morawetz
Gebundene Ausgabe, 496 Seiten
S. Fischer Verlag, 2008

Moralische UnordnungMargaret Atwood
Moralische Unordnung
Aus dem Englischen von Malte Friedrich
Gebundene Ausgabe, 256 Seiten
Berlin Verlag, 2008

Aufzeichnungen eines JägersIvan Turgenev
Aufzeichnungen eines Jägers
Aus dem Russischen von Peter Urban
Gebundene Ausgabe, 704 Seiten
Manesse Verlag, 2007

Licht im AugustWilliam Faulkner
Licht im August
Aus dem Amerikanischen von Helmut Frielinghaus und Susanne Höbel
Gebundene Ausgabe, 480 Seiten
Rowohlt Verlag, 2008

Das Buch vom KlavierAndreas Beurmann
Das Buch vom Klavier
Die Sammlung Beurmann im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg und auf Gut Hasselburg in Ostholstein: Bd 1 und Bd 2
Gebundene Ausgabe, 376 Seiten
Georg Olms Verlag, 2007

In 180 Tagen um die WeltMatthias Politycki
In 180 Tagen um die Welt: Das Logbuch des Herrn Johann Gottlieb Fichtl
Gebundene Ausgabe, 152 Seiten
marebuchverlag, 2008

Quelle: Lesen! im ZDF

Der Liebhaber ohne festen Wohnsitz

Der erste Satz:
Als Mr. Silvera endlich (look, look, Mr. Silvera) den Sicherheitsgurt lockert und sich über seine Sitznachbarn hinüberreckt, um aus dem Flugzeugfenster zu spähen, ist Venedig schon wieder verschwunden; er sieht nichts als ein fernes Stück aluminiumfarbenes Meer und ein ganz nahes, massiges Aluminiumtrapez, den Flügel.

Kurzbeschreibung
Eine stürmische Romanze bahnt sich an zwischen Mr. Silvera, dem geheimnisvollen, polyglotten Reiseleiter mit verblüffend profunder Kenntnis von Venedigs Historie und Kunst, und der römischen Principessa, die im Auftrag eines Auktionshauses eine venezianische Gemäldesammlung begutachtet. Doch was weiß der „Mystery Man“ über den raffinierten Kunstschmuggel, dem die Aristokratin mit seiner Hilfe auf die Spur zu kommen versucht? Dieser Roman ist eine bittersüße Liebesgeschichte, eine faszinierende Hommage an Venedig und zugleich ein aufregender Krimi.
Die Hauptfigur des Buches, Mr. Silvera, ist ein „Mann um die 40, groß und mager, mit einem scharf geschnittenen Medaillenkopf und leicht gekrümmten Schultern“. Bezeichnend für ihn ist sein grashalmdünnes, nur sehr schwer deutbares Lächeln und seine viel sagende Antwort auf schwierige Fragen — „ah“. Man könnte sich für ihn alle möglichen Berufe vorstellen, aber er passt nur sehr schwer in das Bild eines Reisebegleiters. Mit unendlicher Geduld lässt er die immer wiederkehrenden Begeisterungsausbrüche der Touristen, die er durch Venedig führt, über sich ergehen: „Look, look, Mr. Silvera!“

Autorenporträt
Hinter den beiden Nachnamen Fruttero & Lucentini (oft auch nur F&L) verbergen sich die beiden italienischen Krimiautoren Carlo Fruttero, geboren 1926 und Franco Lucentini (1920–2002). Als sehr erfolgreiches Autorenduo auftretend, werden sie auch „Die Firma“ (La ditta) genannt. Ihre Romane sind meist nicht nur Krimis, sondern enthalten auch hintergründige Gesellschaftskritik. Zudem leiteten sie gemeinsam von 1961-1986 das Science Fiction-Magazin Urania, welches bei Mondadori in Mailand erscheint und traten für den Verlag Einaudi in Turin als Ãœbersetzer in Erscheinung.

In Der Lieberhaber ohne festen Wohnsitz spielen Fruttero und Lucentini die verschiedenen Möglichkeiten der Figur des Mr. Silvera bravourös durch, selbst der CIA und der KGB werden nicht ausgelassen, doch diese Lösung ist für die beiden Autoren natürlich zu primitiv. Sagen sie doch von sich, dass sie genau die Bücher schreiben, die sie selbst gerne lesen würden. In einem Interview führen sie aus, dass sie bei diesem Projekt zum Ziel hatten, das alte Venedig sichtbar zu machen und so zu erhalten, bevor es in einem Abfallhaufen versinkt. Und dieses Ziel haben sie zweifelsohne erreicht.

Ein schönes Buch, wirklich sehr empfehlenswert!