Unter dem Titel „Mörderisches Bayern“ hat Robert Hültner eine Textcollage aus drei Kriminalromanen um den bayerischen Inspektor Paul Kajetan zusammengestellt: Walching, Inspektor Kajetan und die Sache Koslowski und Die Godin.
In das „Mörderische Bayern“ der 20er und 30er Jahre aus Robert Hültners Romanen wird der Zuhörer zurückversetzt, wenn er sich entschlossen hat Karten für diese originelle Lesung mit Udo Wachtveitl zu besorgen.
Wer Udo Wachveitl noch nicht in einer Lesung erlebt hat, sollte sich dieses Spektakel auf keinen Fall entgehen lassen. Die Musiker Sebastiano Tramontana (Posaune), Erwin Rehling (Schlagzeug) und Andreas Koll (Akkordeon und Komponist) rahmen die Texte ein sorgen mit ungewöhnlichen Tönen zusätzlich für Spannung und Witz. Die Zwischentexte von Hans Kriss verbinden die Geschichten.
Die fünf Künstler lassen Robert Hültners ausgefeilten Erzählstil zum wahren Kopfkino werden, es entsteht ein einmaliges zweistündiges Gesamtkunstwerk.
Gitarrenfans bekommen bei dem Konzert am 17. August auf dem Münchner Königsplatz gleich zwei Highlights geboten. Eric Clapton und Jakob Dylan sind gemeinsam auf Tour.
Eric Clapton ist wahrscheinlich der beste Blues- und Rockmusikgitarrist der Welt, seine künstlerische Präsenz ist unübertroffen.
Jakob Dylan, geboren am 09. Dezember 1969, ist der Sohn von Bob Dylan, und das jüngste seiner vier Kinder. Bekannt wurde er mit der Gruppe The Wallflowers.
„Der Blues“, sagte Eric Clapton einmal in einem Interview, „hat mich mein Leben lang inspiriert und mir immer wieder Kraft gegeben, mit den Unzulänglichkeiten des Alltags fertig zu werden.“ Eric Claptons Wirkung ist ungebrochen, seitdem er als Gitarrist der Yardbirds, Cream und Blind Faith Musikgeschichte schrieb. Songs wie „Layla†œ, „After Midnight“, „Change The World“ und „Tears in Heaven†œ zählen zu den Meilensteinen der Rockmusik.
Mit seinem im Jahr 1992 veröffentlichten Live-Album „MTV Unplugged†œ erweiterte er nochmals seine Fangemeinde. Das Album markierte außerdem einen Wendepunkt, indem es die große Ära der „Unplugged†œ-Alben einleitete, die weite Teile der neunziger Jahre dominieren sollten. Es ging 15 Millionen Mal über die Ladentische und erreichte in Deutschland Doppelplatin.
Neben stehenden Ovationen von Presse und Publikum gewann Clapton 1993 eine ganze Handvoll Grammies in den Kategorien Best Rock Vocalist, Best Pop Vocalist, Unplugged: Album of the Year, „Tears In Heaven“: Single Of The Year, „Layla“: Best Rocksong. 1997 folgten dann weitere drei Grammies für den Song „Change The World“ aus dem Film „Phenomenon“.
Insgesamt kann Eric Clapton sich ganze 19 Grammies auf den Kamin stellen, und als einziger Musiker kann er die Ehre verbuchen, gleich drei Mal in die Rock†™n†™Roll Hall of Fame aufgenommen worden zu sein: Als Mitglied der Yardbirds (1992), als Mitglied von Cream (1993) und für sein Solowerk (2000).
„Eric Slowhand Clapton: Kollektive Streicheleinheiten – Sir Eric Clapton ist auf Deutschland-Tour und feiert in der Arena in Leipzig seinen Tourauftakt. Auf der Bühne transportiert er statt buntem Show-Gehabe echte Handarbeit – und stürzt sich in einen echten Blues-Rausch“, berichtet die Münchner Abendzeitung in ihrer Ausgabe vom 13. August 2008.
17. August 2008
Königsplatz München
Karten an der Abendkasse zwischen 58,95 Euro und 101,50 Euro
Einlass 17 Uhr, Beginn 19 Uhr.
Kurzbeschreibung
Die Geschichte des sagenumwobenen weißen Wales und seines von grenzenlosem Hass getriebenen Jägers Kapitän Ahab ist ein moderner Mythos. Der besessene einbeinige Walfänger und der geisterhafte Wal liefern sich einen geradezu archaischen Kampf auf Leben und Tod. Die Neuübersetzung, für die Matthias Jendis mit dem renommierten Rowohlt-Preis ausgezeichnet wurde, erfasst Melvilles Sprache erstmals in ihrer unendlichen Vielstimmigkeit, in ihrem Pathos und in ihrer Präzision. Auch der sorgfältige wissenschaftliche Apparat dieser Ausgabe setzt Maßstäbe.
Inhalt Moby-Dick beginnt mit einem der berühmtesten ersten Sätze der Weltliteratur: „Call me Ishmael†œ („Nennt mich Ismael†œ). Es folgt die Ich-Erzählung des Matrosen Ismael (sein voller Name wird nie genannt), der ursprünglich aus einer guten Familie stammt, sich aber aus Gründen der Innerlichkeit (weil ihm in der über ihn hereinbrechenden Alltäglichkeit unerträglich schwermütig wird) entscheidet, als einfacher Matrose zur See zu fahren. Er selbst spricht von einem unbändigen Drang in ihm, der ihn überkomme, wenn er des Festlands überdrüssig sei. Ismael hat bereits einige Fahrten auf Handelsschiffen hinter sich, will nun aber auf einem Walfänger anheuern.
Auf dem Weg zur Walfängerinsel Nantucket an der amerikanischen Ostküste steigt Ismael in New Bedford in der Herberge des ominösen Peter Coffin ab, wo er den Harpunier Queequeg kennen lernt. Queequeg ist ein über und über tätowierter Südseeinsulaner, ein Kannibale, der sich trotz seines zunächst furchteinflößenden Äußeren jedoch bald als Idealbild des „edlen Wilden†œ oder, in Melvilles Worten, „ein George Washington im Gewand eines Kannibalen†œ erweist. Ismael und Queequeg werden bald zu Blutsbrüdern.
In Nantucket heuern beide auf einem bizarr dekorierten Walfänger an, der (vorbedeutungsvoll) nach dem ausgerotteten Stamm der Pequot-Indianer benannt ist; auch die Warnungen des alten Elijah (möglicherweise ein Verrückter, möglicherweise ein Seher †“ der Prophet Elija ist in der Bibel der Gegenspieler König Ahabs) vor dem Kapitän des Schiffes stellen die Reise unter kein gutes Vorzeichen.
Die Fahrt beginnt an Weihnachten. Der Kapitän Ahab lässt sich anfangs nicht an Bord blicken. Erst nach einiger Zeit auf See kommt er aus seiner Kabine und erklärt der Mannschaft anlässlich einer überaus pathetischen, der Manipulation seiner Untergebenen dienenden, Szene das wahre Ziel der Fahrt. Er will Moby Dick, den weißen Wal, der ihm das Bein abriss, jagen und erlegen. Als Anreiz für die Mannschaft nagelt er eine Golddublone an den Hauptmast, die derjenige erhalten soll, der den Wal als erster sichtet. Die Mannschaft, aufgeheizt durch den charismatischen und wahnsinnigen Kapitän, schwört sich auf Ahab und dessen Ziel ein.
Ahabs einziger wahrer Gegenpart ist der erste Obermaat, Starbuck, ein kühner und erfahrener Seemann, der nüchtern und rational denkt und durch seine Religiosität auffällt. In der Folge kommt es zu mehreren Konfrontationen zwischen Ahab und Starbuck. Einmal erwägt Starbuck sogar heimlich, Ahab zum Schutze der Mannschaft zu töten, lässt aber im letzten Moment davon ab. Die Mannschaft der Pequod stammt aus allen Teilen und Schichten der USA und der Welt. Neben einem Indianer und zwei schwarzhäutigen Afrikanern sind Seeleute aus Holland, Frankreich, Island, Malta, Sizilien, den Azoren, China, der Isle of Man, aus dem Nahen Osten, aus Tahiti, Portugal, Dänemark, England, Spanien und den Philippinen an Bord. Das Schiff bildet die Vielfalt der Welt als Mikrokosmos ab.
Nachdem das Schiff das Kap der Guten Hoffnung umrundet hat, erfolgen mehrfache Sichtungen von Walen, die auch von der Mannschaft gejagt und erlegt werden. In diesem Zusammenhang werden Fang und Verarbeitung der Wale sachgerecht und detailliert beschrieben. Unterbrochen wird die Fahrt regelmäßig durch Begegnungen mit anderen Schiffen, deren Kapitäne Ahab jedes Mal nach dem Verbleib des Weißen Wales befragt. Im letzten Teil des Romans wird Queequeg todkrank. Auf seinen Wunsch hin wird ihm ein Sarg gezimmert. Letztlich überlebt Queequeg (weil er noch Dinge zu erledigen habe, wie er selbst behauptet), und sein Sarg wird als Ersatz für den verlorengegangenen Rettungsring genutzt. Nach einer Fahrt durch den Indischen Ozean und durch die indonesischen Inseln bekommt die Pequod östlich von Japan endlich Kunde von einer Sichtung des Weißen Wals. Die Jagd auf ihn dauert drei Tage. Dabei wird Ahab von Moby Dick unter Wasser gezogen, und der Wal rammt und versenkt die Pequod. Als einziger überlebt Ismael die Katastrophe. Er rettet sich auf den Sarg Queequegs und wird später von einem Walfänger entdeckt.
Klappentext
„Lest dieses ungeheure Buch.“
Joachim Kalka, Frankfurter Allgemeine Zeitung
„Matthias Jendis‘ gelungene Übersetzung, die sich erstmals auf einen gesicherten Originaltext bezieht, stellt sich auf die Seite der Lesbarkeit – aber nicht in einem trivialen Sinne der Nivellierung des Fremden … Sie beeindruckt durch eine genaue Herauspräparierung der vielen Einzelformen und Sprachfelder, derer sich Melville bedient, der chronikalischen, theatralischen, juristischen, theologischen und so weiter; zu den Einzelheiten findet man noch einen wertvollen, über hundert Seiten langen Kommentaranhang von Daniel Göske, dem Herausgeber der Werkausgabe.“
Joachim Kalka, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Über den Autor Herman Melville (1819 bis 1891) stammte aus einer verarmten New Yorker Familie. Er ging früh zur See und verdingte sich als Matrose, unter anderem auch auf Walfängern. Seine Reisen führten ihn bis in die Südsee. 1844 kehrte er in die USA zurück, lebte als freier Schriftsteller und war von 1866 bis 1885 als Zollinspektor in New York tätig. Der Romancier und Autor von Kurzgeschichten und Lyrik gilt als einer der bedeutendsten amerikanischen Schriftsteller. Sein Meisterwerk „Moby-Dick“ zählt zu den Klassikern der Weltliteratur.
In der ersten Lesen! im ZDF-Sendung nach der Sommerpause am 05. September um 22.30 Uhr wird Elke Heidenreich den Schauspieler und Synchron- und Hörbuchsprecher Christian Brückner begrüßen.
Christian Brückner wird sein Lieblingsbuch Moby Dick von Herman Melville vorstellen und aus Falling Man (Kiepenheuer & Witsch) von Don DeLillo vorlesen.
Die Bücherliste der Sendung vom 5. September hat das ZDF noch nicht bekannt gegeben.
Christian Brückner, geboren am 27. Oktober 1943 in Waldenburg, Schlesien, aufgewachsen in Köln, ist Schauspieler und wohl der berühmteste deutsche Synchron- und Hörbuchsprecher. Das magische Timbre seiner Stimme ist ein Phänomen. Er hat Marlon Brando und Harvey Keitel gesprochen – und natürlich Robert de Niro.
Bereits während des Studiums (Germanistik, Theaterwissenschaft und Soziologie) arbeitete Brückner im Theater und als Hörfunksprecher.
Durch die Synchronisierung von Warren Beatty in dem Film Bonnie und Clyde (1967) und vor allem durch die Leihstimme für Peter Gilmore in der berühmten englischen TV-Serie Die Onedin-Linie wurde seine markante Stimme bekannt.
Seither ist er vielbeschäftigt im Synchronwesen tätig. Seit 1974 (Der Pate II) ist er die Feststimme von Robert De Niro, Martin Scorsese ließ ihn extra für die Synchronisation von Taxi Driver casten. Ausgenommen von Angel Heart, Mean Streets, 1900, Wer die Killer ruft, Fesseln der Macht, Brazil, Der Liebe verfallen und The Untouchables †“ Die Unbestechlichen synchronisierte Brückner den Charakterdarsteller seitdem in all seinen bislang über 60 Filmen. In Es war einmal in Amerika wurde De Niro nur auf der DVD-Version durch ihn synchronisiert, während in der ursprünglichen Kinofassung ein anderer Sprecher zu hören ist.
Des Weiteren lieh er seine Stimme in unregelmäßigen Abständen auch anderen Schauspielern: Alain Delon, Bruce Dern, Peter Fonda, Giuliano Gemma, Richard Jordan, Martin Sheen, Robert Redford, Jon Voight, Harvey Keitel, Donald Sutherland, Michael York, Pierre Brice und Dennis Hopper. Auch Klaus Kinski sprach in einigen Filmen mit seiner Stimme.
Christian Brückner ist oft in Hörspielen, Hörbüchern, Lesungen und als Sprecher für Dokumentationen im Einsatz. Besonders bekannt dürften die zahlreichen Einsätze als Stimme in den Geschichtedokumentationen von Guido Knopp (u. a. Hitlers Helfer und 100 Jahre †“ Der Countdown) sein. Hier wechselte er sich teilweise mit Rolf Schult, der deutschen Synchronstimme von Robert Redford, ab. 2006 wurde mit Brückner als alleinigem Sprecher eine vollständige, dreißigstündige Lesung des Romans Moby Dick von Herman Melville in der deutschen Übersetzung von Friedhelm Rathjen veröffentlicht. Im Rahmenprogramm der 29. Ausstellung des Europarates und Landesausstellung Sachsen-Anhalt 2006 Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation wirkte Brückner an der Produktion einer Musik-Hörspiel-CD zum Codex Manesse mit, auf der er als Erzähler fungiert. Dieses Hörspiel wurde im September 2006 im Kulturhistorischen Museum Magdeburg live uraufgeführt.
Als Schauspieler trat Brückner unter anderem in Tatort †“ Lauf eines Todes (1990), Tatort †“ Falsches Alibi (1995) und in den Serien Spiel des Lebens (1996) und Rosa Roth als Oberstaatsanwalt Seibold auf. Weiterhin sah man ihn als Dr. Jonathan McBain in der SAT1 Mini Fernsehserie Aeon†“ Countdown im All. 2007 trat er als Professor Sigmund Freud in Die Methode von Christopher Hampton im Ernst Deutsch Theater, Hamburg, auf.
Selbst berichtete er einmal, er hätte es erlebt, dass Taxifahrer sich verwundert umdrehten, wenn er einstieg; sie fragten sich, welcher Star gerade im Wagen Platz genommen hatte.
Und hier die Bücherliste der Sendung vom 05. September:
„Ein herrlich unterhaltsames, witziges Buch, aber außerdem noch sehr viel mehr: ein todernstes Manifest über die Macht des Lesens, Leben zu verändern, und über die Möglichkeit, durch das Lesen das Leben zu führen, das man schon immer führen wollte.“ The Observer Kurzbeschreibung
Eine Liebeserklärung an die Queen und an die Literatur †“ wer hätte gedacht, dass das zusammenpasst?!
Die Hunde sind schuld. Beim Spaziergang mit der Queen rennen sie los, um den allwöchentlich in einem der Palasthöfe parkenden Bücherbus der Bezirksbibliothek anzukläffen. Ma†™am ist zu gut erzogen, um sich nicht bei dem Bibliothekar zu entschuldigen, leiht sich ebenfalls aus Höflichkeit ein Buch aus †“ und kommt auf den Geschmack. Von da an deckt sie sich jede Woche mit Lesestoff ein und lernt den Küchengehilfen Norman kennen, mit dem sie sich fortan über ihre Lektüren unterhält.
Not amused ist hingegen der Privatsekretär der Queen, Sir Kevin, der nichts unversucht lässt, Her Majesty dem schädlichen Einfluss Normans zu entziehen. Denn die Queen beginnt, ihre Pflichten zu vernachlässigen, liest nun lieber in ihrer Kutsche, statt der Menge zuzuwinken.
Ein Bennett at its best †“ very British, wie immer, und von so umwerfender Komik, dass Ihnen der Bowlerhat hochgeht!
Kurzbeschreibung
Die Kindheit eines kleinen amerikanischen Jungen in Paris, am Beginn des 20. Jahrhunderts. Julien Green lässt in seinen Erinnerungen die „Belle Époque“ auferstehen: das Klappern der Pferdehufe auf dem Pflaster, den Alltag ohne Radio und Telefon, die Schrecken eines strengen, unmenschlichen Schulsystems und die Geborgenheit in der bürgerlichen Familie. Erst als Frankreich in den Ersten Weltkrieg zieht, bricht auch für ihn ein neues Zeitalter an. Ein wunderbares Buch über eine versunkene Welt: Zeitdokument, Entwicklungsroman, Hymnus auf das Glück der Kindheit und ein großes Lesevergnügen.
Kurzbeschreibung
André Heller greift Szenen und Begebenheiten seiner Kindheit auf und verwandelt sie in die Geschichte eines Jungen mit funkelnder Phantasie. In einem Asbest Anzug als erster Mensch in das Innere des Vesuvs hinabzusteigen, um in der glühenden Lava nach Feuerfischen zu suchen – das ist einer von Pauls Plänen. Ein anderer: Weltmeister im Unsichtbarsein. André Heller schreibt eine poetische Erinnerung an die schillernde Gesellschaft des Wiener Großbürgertums, eine Zuckerbäckerdynastie und einen Jungen. Paul nimmt sich vor, einmal ein eleganter Hundling zu werden, ein solch freier Mensch wie sein skurriler Onkel aus New York. Als Pauls Vater, der Süßwarenfabrikant und Kommerzialrat Roman Silberstein, zu Tode kommt, reisen die jüdischen Onkel aus Übersee an und übertreffen einander im Schildern von Anekdoten aus dem merkwürdigen Leben der Silbersteins. Aus dieser mondänen und sonderbaren Familie, in der die versunkene k. u. k. Welt weiterlebt, siedelt Paul über in das selbstgeschaffene Reich des Unsichtbaren, der vorüberhuschenden Träume und fernen Zukunftsvisionen: „Geboren wird man als Entwurf zu einem Menschen, und dann muss man Zeit seines Lebens aus sich einen wirklichen Menschen machen.“
Moby-Dick oder Der Wal von Herman Melville
Aus dem Englischen von Friedhelm Rathjen
Marebuchverlag, 2007
Illustrierte Sonderausgabe mit Leseband, 992 Seiten
inkl. Hörbuch auf 2 MP3-CDs
Kurzbeschreibung
Jubiläumsausgabe – Basierend auf dem vollständigen, als gesichert geltenden Urtext. Übersetzt von „dem wunderbar kreativen und kraftvollen Friedhelm Rathjen“ (Die Welt) †“ „dem strengsten Diener fremder Sprachen in Deutschland“ (Frankfurter Rundschau). Illustriert mit den berühmten Federzeichnungen, die der amerikanische Künstler Rockwell Kent 1930 für eine limitierte Luxusedition des Romans schuf. Ergänzt durch einen umfangreichen Anhang mit Texten aus dem Quellgebiet des Romans, die in dieser Ausgabe zum ersten Mal auf Deutsch vorliegen. Gelesen von Christian Brückner, dem Star unter den Sprechern.
Der Außenseiter von Sadie Jones
Aus dem Englischen von Brigitte Walitzek
Schöffling & Co Verlag, 2008
Gebundene Ausgabe, 416 Seiten
Kurzbeschreibung
1945 kehrt Gilbert Aldridge aus dem Zweiten Weltkrieg zurück zu seiner Familie. Während er die beschauliche Routine des Kleinstadtlebens genießt, durchstreift sein Sohn Lewis mit seiner schönen, rastlosen Mutter die Wälder – bis an einem Sommertag unten am Fluss ein schreckliches Unglück geschieht. Lewis bleibt allein und verstört zurück. Wenige Monate später wird ihm die junge Alice als neue Stiefmutter vorgestellt.
Lewis lebt fortan als Fremder im eigenen Haus; er sucht Zuflucht im Alkohol und in heimlichen Exzessen in einem Londoner Nachtclub. Seine Trauer und Wut entladen sich schließlich in einer weiteren Katastrophe.
1957 kehrt der 19jährige Lewis nach zweijähriger Haft aus dem Gefängnis zurück. Ehemalige Freunde und Nachbarn begegnen ihm mit Misstrauen: Wer nicht ist wie die anderen, muss zum Außenseiter werden. Immer wieder versucht Lewis einen neuen Anfang zu finden; immer tiefer gerät er in einen Strudel aus Gewalt, Verzweiflung und enttäuschter Hoffnung.
Sadie Jones‘ Roman über den „Außenseiter“ Lewis ist von überwältigender Schönheit, eine leidenschaftliche und immens spannende Geschichte darüber, was mit denen geschieht, die die Regeln brechen, aber auch darüber, welches Schicksal jene ereilt, die die Regeln aufgestellt haben.
Kurzbeschreibung
Helmer van Wonderen, Bauer wider Willen, macht klar Schiff. Er verfrachtet seinen bettlägerigen Vater ins Obergeschoß, entrümpelt Wohn- und Elternschlafzimmer, streicht Dielen, Fenster, Türen und Wände und schafft neue Möbel an. Das Gemälde mit den schwarzen Schafen, die Fotografien von Mutter und die alte Standuhr kommen nach oben, alle Pflanzen, die blühen können, auf den Misthaufen. Da Vater ihm nicht den Gefallen tut, einfach zu verschwinden, sich von einem Windstoß hinwegfegen zu lassen oder wenigstens zu sterben, richtet Helmer sein Leben unten neu ein. Seine ungelebten Träume kann er jedoch nicht so leicht entsorgen. Als er eines Tages unerwartet Post erhält, brechen sich Erinnerungen Bahn. »Henk hätte hier wohnen sollen. Mit Riet und mit Kindern.« Henk, der Zwillingsbruder, ist lange tot. Riet aber lebt, und sie hat einen Sohn.
Gerbrand Bakkers erster Roman war in den Niederlanden ein großer Publikumserfolg. Genau in der Beobachtung von Mensch und Natur, subtil in der Anspielung und von zärtlicher Skurrilität, entwickelt Bakkers trockener, lakonischer Erzählstil von der ersten Seite an einen unwiderstehlichen Sog. Unversehens findet man sich mit einem wortkargen Bauern inmitten von Milchkühen, Texel-Schafen, einer Nebelkrähe und zwei Eseln an die großen Fragen des Lebens erinnert und versteht, daß Komik und Tragik, Witz und Wehmut, oben und unten unauflöslich zusammengehören.
Falling Man von Don DeLillo
Aus dem Amerikanischen von Frank Heibert
Gesprochen von Christian Brückner
Parlando, 2007
7 CDs, 519 Minuten Laufzeit
Kurzbeschreibung
Don DeLillos großer Roman über den 11. September
New York in Asche und Rauch am 11. September. In eindringlichen Bildern zeichnet DeLillo den Ablauf der Ereignisse nach: von den Tätern zu den Opfern, von Hamburg nach New York. In unvergesslichen Szenen entsteht das Leben einer Familie nach der Katastrophe, die berührende Geschichte einer Liebe ohne Zukunft. Mit seiner sprachlichen Kunst und seiner packenden Erzählweise gelingt es Don DeLillo in Falling Man, das scheinbar Unsagbare überzeugend in Worte zu fassen.
Karg und klar ist DeLillos Blick für die geheimen Details des Alltags, die in jedem noch so unscheinbaren Augenblick die Zerbrechlichkeit des Ganzen ahnen lassen.
„The Original of Laura“ heißt das unveröffentlichte Manuskript von Vladimir Nabokov, das eigentlich schon vor 30 Jahren hätte verbrannt werden sollen.
Im Juli 1977 starb Nabokov in einem Krankenhaus in Lausanne. Auf 138 mit Bleistift beschrieben Karteikarten in der Größe von 8 mal 15 cm hinterließ Vladimir Nabokov sein letztes Werk fragmentarisch. Testamentarisch hatte er festgelegt, dass diese Karteikarten verbrannt werden sollten.
Doch weder seine Frau Véra, noch sein inzwischen 74-jähriger Sohn Dmitri konnten sich entschließen Vladmir Nabokovs letzten Willen zu erfüllen.
Seit Véras Tod im Jahr 1991 ist Dmitri Nabokovs literarischer Vollstrecker seines Vaters. Nun hat er sich entschlossen den Roman zu veröffentlichen. Er wird voraussichtlich im September 2009 erscheinen.
„Ich möchte nicht als Feuerteufel in die Geschichte eingehen“, nannte Dmitri Nabokov als Begründung für seinen späten Entschluss.