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Frauenrechte: Saudi-arabische Feuerwehr darf künftig Mädchen retten

19. Mai 2010 | Von | Kategorie: Frauen, Lesekreis

Im März 2002 haben Wächter der islamischen Religionspolizei Schülerinnen einer Mädchenschule in Mekka daran gehindert ein brennendes Gebäude zu verlassen, weil sie keine Kopftücher und langen Gewänder trugen. 15 Schülerinnen kostete das das Leben. Augenzeugen hatten damals berichtet, die Religionspolizisten hätten die Schülerinnen sogar geschlagen.

Mitarbeiter der Behörde für die Förderung der Tugend und die Verhinderung des Lasters bewachen auch heute noch die Mädchenschulen des islamischen Königreichs. Sie sorgen dafür, dass niemand gegen die staatlich vorgeschriebene Geschlechtertrennung verstößt. Da kein Junge oder Mann das Schulgelände betreten darf und die Mädchen nur von Lehrerinnen unterrichtet werden, ziehen die Schülerinnen ihre Kopftücher und schwarzen Gewänder normalerweise am Eingang aus.

In Saudi-Arabien sind die Rechte der Frauen stark eingeschränkt.

– Frauen dürfen ohne Genehmigung durch einen Vormund das Land nicht verlassen. Der Vormund ist der Vater, ggf. die Brüder oder ein Onkel. Ab der Ehe ist der Ehemann der männliche Vormund.

– Frauen ist das Lenken von Kraftfahrzeugen in der Stadt untersagt.

– Frauen dürfen erst seit 1966 Schulen besuchen.

– Frauen müssen Vorlesungen von männlichen Dozenten am Bildschirm verfolgen.

– Frauen dürfen keinerlei persönlichen Kontakt zu nichtverwandten Männern haben.

– Frauen müssen in der Öffentlichkeit einen Schleier tragen. Der Schleier soll den ganzen Körper mit Ausnahme von Gesicht und Händen bedecken und soll einfach gearbeitet und nicht anziehend sein, sodass Männer nicht darauf aufmerksam werden.

– Frauen, die ihr Gesicht und ihre Hände auch verschleiern, gelten als besonders anständig.

Allerdings hat das Erziehungsministerium von Saudi-Arabien jetzt entschieden, dass Feuerwehrmänner künftig auch Mädchen retten dürfen, wenn sie keine Kopftücher tragen. Die Zeitung “Saudi Gazette” berichtete am 17.05.2010, das Ministerium habe nun allen Schulleitern und dem Wachpersonal “klare Anweisungen” gegeben, dass Rettern in Notfällen sofort Zugang zum Schulgelände gewährt werden muss.

Quelle: Spiegel Online, Wikipedia

9 Kommentare
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  1. Das hab ich letztens auch gelesen und ich dachte das soll ein schlechter Scherz sein.
    Religion, Förderung der Tugend und Verhinderung des Lasters hin oder her, wenn es um ein Menschenleben geht ist es doch vollkommen egal was man trägt oder in dem Fall nicht trägt.
    Ob und wie die Feuerwehrleute und andere Verantwortliche das mit ihrem Gewissen vereinbart haben ist mit ein Rätsel.
    Es tut weh solche Nachrichten zu lesen.

  2. Ja, Grit, ich war auch schockiert, als ich die Nachricht gelesen habe. Ich bekomme wirklich Albträume, wenn ich mir vorstelle, unter solchen Bedingungen als Frau in einem islamistischen Staat leben zu müssen.
    Hast du gelesen, dass in Frankreich heute das Gesetz zum “Burka-Verbot” verabschiedet wurde?

    Frankreich bringt Burkaverbot auf den Weg
    Die französische Regierung hat das geplante Verbot der Vollverschleierung muslimischer Frauen auf den Weg gebracht. Das Kabinett verabschiedete einen Gesetzentwurf, der die Verdeckung des Gesichts in der gesamten Öffentlichkeit verbietet. Wer gegen das Vermummungsverbot verstößt, muss künftig 150 Euro Strafe zahlen. Alternativ oder zusätzlich kann die Teilnahme an staatsbürgerlichem Unterricht angeordnet werden.

    Aber das wird wahrscheinlich in den betreffenden Ländern gar nichts bewirken. 🙁
    LG

  3. Nein, das hatte ich noch nicht gelesen, aber es klingt schon mal gut. Es wird sich in den Arabischen Ländern wenig ändern, aber für Frankreich ist da doch ein Anfang, darauf kann man aufbauen. Und ich finde es auch gut, das man beim Verstoß zum Unterricht geschickt wird, diese Frauen wissen oft gar nicht was für Rechte und Möglichkeiten sie in Europa haben.

  4. Da wird die Feuerwehr sich aber freuen, jetzt auch noch doppelte Arbeit für den selben Lohn leisten zu müssen 😉

  5. grrr – das wäre ja echt witzig, wenn es nicht so traurig wäre!
    Frage mich, ob ihr euch von der Polizei daran hindern lassen würdet ein Menschenleben, sei´s nun weiblich oder männlich, zu retten?

  6. Nicht nur in Saudi Arabien sind die Rechte der Frauen stark eingeschränkt. Ich habe das Buch von Siba Shakib ” Nach Afghanistan kommt Gott nur zum weinen” vor einigen Jahren gelesen. Da hatten die Frauen unter der Regierung der Taliban absolut keine Rechte. Man muss sich nur mal vorstellen, dass es jedem Mann erlaubt war, eine Frau zu steinigen, deren Knöchel unter der Burka zu sehen war. Sehr traurig, dass sich erst langsam etwas geändert hat. Jedem mit gesundem Menschenverstand stehen wahrscheinlich nach diesem Bericht die Haare zu Berge. Und tut mir leid, aber über deinen Kommi, lieber Feuerwehrmann, kann ich nicht mal ansatztweise schmunzeln, weil ich in dieser Sache absolut keinen Humor habe!

  7. Da kann ich nur zustimmen, über so etwas kann und draf man einfach nicht lachten, sondern nur den Kopf schütteln.

    Es ist wirklich auf schreckliche Weise surreal sich vorzustellen dass es solche Länder gibt in denen Frauen keine oder nur bedauernswert wenige Rechte haben. Und der positive Fortschritt ist so gut wie nicht vorhanden.

  8. Nein, das hatte ich noch nicht gelesen, aber es klingt schon mal gut. Es wird sich in den Arabischen Ländern wenig ändern, aber für Frankreich ist da doch ein Anfang, darauf kann man aufbauen. Und ich finde es auch gut, das man beim Verstoß zum Unterricht geschickt wird, diese Frauen wissen oft gar nicht was für Rechte und Möglichkeiten sie in Europa haben.

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