20 Romane für den Deutschen Buchpreis 2007 nominiert

deutscher BuchpreisDer Deutsche Buchpreis ist mit 37 500 Euro dotiert und wird in diesem Jahr zum dritten Mal verliehen. Die Jury hat 20 deutschsprachige Belletristik-Werke nominiert.

„Ohne uns von Prominenz verführen oder von Originalitätsdruck ablenken zu lassen, haben wir eine Auswahl von zwanzig Titeln getroffen, die die außergewöhnliche Vielfalt und Vitalität spiegelt, mit der sich die deutschsprachige Literatur zumal in diesem Herbst präsentiert“, sagte Jury-Sprecherin Felicitas von Lovenberg am Mittwoch in Frankfurt. Insgesamt 117 Titel, die zwischen dem 1. Oktober 2006 und dem 12. September 2007 erschienen sind oder noch erscheinen, wurden von den sieben Jurymitgliedern in den letzten fünf Monaten gesichtet.

Die Themen seien so breit gestreut wie selten, und die Autoren begegneten ihnen mit unterschiedlichsten Erzählweisen, sagte von Lovenberg. Neben renommierten Autoren seien auch weniger bekannte Namen – auch Debütanten – auf der sogenannten Longlist vertreten. Am 12. September werde die Jury eine eingeschränkte Auswahl von nur noch sechs Titeln – die sogenannte Shortlist – veröffentlichen. Wer von den sechs Autoren den Preis erhält, wird erst am Abend der Verleihung bekanntgegeben. Diese sei am 8. Oktober 2007 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse.

Mit dem Deutschen Buchpreis 2007 zeichnet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels den besten deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Partner des Deutschen Buchpreises sind Florian und Gabriele Langenscheidt, der «Spiegel»-Verlag, die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen Buchpreis vor allem bei der Medienarbeit im Ausland. Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur übertragen die Preisverleihung live.

2006 erhielt Katharina Hacker für ihren Debütroman „Die Habenichtse“ und 2005 Arno Geiger für seinen Roman „Es geht uns gut“ den Deutschen Buchpreis. Über die unten aufgeführten Buchtitel ist wenig in Erfahrung zu bringen, es gibt bisher kaum Rezensionen, bei einem Buch fehlt sogar das Cover bei Amazon, zumeist sind es Neuerscheinungen, die erst in diesem Monat auf den Markt kommen. Über „Don Juan de la Mancha“ von Robert Menasse gibt es eine nette Vorstellung mit Textauszügen bei Roman Libbertz

Auflistung der Titel in alphabetischer Reihenfolge:

Thommie Bayer: Eine kurze Geschichte vom Glück (Piper, August 2007)
Larissa Boehning: Lichte Stoffe (Eichborn Berlin, August 2007)
Julia Franck: Die Mittagsfrau (S. Fischer, September 2007)
Thomas Glavinic: Das bin doch ich (Hanser, August 2007)
Lena Gorelik: Hochzeit in Jerusalem (SchirmerGraf, März 2007)
Sabine Gruber: Über Nacht (C.H. Beck, Januar 2007)
Peter Henisch: Eine sehr kleine Frau (Deuticke, August 2007)
Michael Köhlmeier: Abendland (Hanser, August 2007)
Katja Lange-Müller: Böse Schafe (Kiepenheuer & Witsch, August 2007)
Michael Lentz: Pazifik Exil (S. Fischer, August 2007)
Harald Martenstein: Heimweg (C. Bertelsmann, Februar 2007)
Pierangelo Maset: Laura oder die Tücken der Kunst (kookbooks, September 2007)
Robert Menasse: Don Juan de la Mancha (Suhrkamp, August 2007)
Martin Mosebach: Der Mond und das Mädchen (Hanser, August 2007)
Mathias Nolte: Roula Rouge (Deuticke, März 2007)
Gregor Sander: abwesend (Wallstein, März 2007)
Arnold Stadler: Komm, gehen wir (S. Fischer, Mai 2007)
Peter Truschner: Die Träumer (Zsolnay, März 2007)
John von Düffel : Beste Jahre (DuMont, August 2007)
Thomas von Steinaecker: Wallner beginnt zu fliegen (FVA, Februar 2007)

Die Gefangenenbücherei der JVA Münster erhält 30 000 Euro Preisgeld

Die Gefangenenbücherei der Justizvollzugsanstalt Münster ist zur „Bibliothek des Jahres 2007“ gewählt worden und bekommt dafür 30 000 Euro Preisgeld. Sie sei eine „vorbildliche Einrichtung der sozialen Bibliotheksarbeit“, erklärten der Deutsche Bibliotheksverband und die Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. In der Haftanstalt nutzen fast 80 Prozent der Insassen die Bücherei.

Folgende Historische Gegenüberstellung mag für sich sprechen:
Bestand der Gefangenenbücherei Weiterlesen

Corine – neue Auszeichnung für den „Tannöd“

Corine
Die Corine ist ein internationaler Literaturpreis, der auf Initiative des Landesverbands Bayern im Börsenverein des Deutschen Buchhandels seit 2001 verliehen wird.

„Die Corine prämiert herausragende Werke und Leistungen im Bereich Buch, wobei sowohl Qualität der Werke wie auch ihr Erfolg beim Publikum die entscheidenden Kriterien ausmachen. Damit stellt sie den ersten wirklich populären Buchpreis dar.†œ

Am 16.09.07 wird der Preis in einer Fernsehgala in München an die Autorin Andrea Maria Schenkel und an die Schauspielerin Monica Bleibtreu für die Hörbuch-Lesung des Bestsellers „Tannöd“ überreicht.

Weitere Preisträger:

2006: Klaus Maria Brandauer und Birgit Minichmayr, Brandauer liest Mozart
2005: Helma Sanders-Brahms, Tausendundeine Nacht
2004: Schönherz & Fleer, Rilke Projekt 1 bis 3

Lutz Seiler ist der Sieger des Ingeborg-Bachmann-Preises 2007

seiler_cut_dpa_310×179.jpg Lutz Seiler gewinnt den Bachmann-Preis 2007
Sämtliche Preisträger stehen fest / Mehrere Stichwahlen waren nötig

Lutz Seiler darf sich über 25.000 Euro freuen

Heftige Debatten in der Jury haben die 31. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt bis zum Schluss geprägt. Mehrere Stichwahlen waren nötig, bis der Haupt-Preisträger feststand: 2007 erhält Lutz Seiler den mit 25.000 Euro dotierten Bachmann-Preis. Der haushoch gehandelte Favorit, der anonym auftretende Künstler Peter Licht, hatte mit seinem furios-temporeichen Beitrag gegenüber einem Vertreter der leisen Töne zunächst das Nachsehen. Seiler überzeugte die Jury mit einem klassisch komponierten Prosatext mit lyrischem Unterton.

Erst der mit 7500 Euro dotierte 3Sat-Preis ging an den Favoriten Peter Licht, der auch das Publikum überzeugte: Denn auch der Kelag-Publikumspreis in Höhe von 5000 Euro ging an den Kandidaten und seine skurril-apokalyptische Standortbestimmung „Die Geschichte meiner Einschätzung am Anfang des dritten Jahrtausends“. Weiterlesen

Staatspreis für den Nobelpreisträger Alexander Solschenizyn

SolschenizynDer Literatur-Nobelpreisträger Alexander Solschenizyn hat bei der Verleihung des russischen Staatspreises die geistige Einheit seines Landes beschworen. Nur so seien die bitteren Erfahrungen vergangener Jahre zu überwinden und neue unheilvolle Schicksalsschläge abzuwenden, sagte Solschenizyn in der am Dienstag bei dem Festakt im Kreml eingespielten Videobotschaft. Weil der 1918 geborene Autor des berühmten Werkes „Archipel Gulag“ selbst sichtlich geschwächt war, nahm seine Frau Natalja die mit fünf Millionen Rubel dotierte (144000 Euro) Auszeichnung von Präsident Putin entgegen.

Quelle: www.sueddeutsche.de