„Saure Gurke“ für „nougatgefüllte Marzipanpralinen auf zwei Beinen“

Die „Saure Gurke“, der Preis für Frauenfeindlichkeit im Fernsehen, geht in diesem Jahr an die Kochsendung „Lafer! Lichter! Lecker!“ des ZDF. Zum Abschluss ihrer Herbsttagung in Frankfurt vergaben die Medienfrauen auch Preise an den BR und NDR.
Absolut preisverdächtig fand die Jury die Formulierungen „nougatgefüllte Marzipanpralinen auf zwei Beinen“ und „Törtchen an seiner Seite“, mit denen am 18. August die weiblichen Gäste der ZDF-Kochsendung bezeichnet wurden. Auch „Hühnerbrüstchen“ bekämen so eine neue Bedeutung, begründete die Jury ihre Entscheidung der Kochsendung die „Saure Gurke“ zuzuerkennen. Der jährlich verliehene Preis rückt Frauenfeindlichkeit im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ins Scheinwerferlicht.

Trostpreise für BR und NDR

„Brüstchen“ präsentierte auch der „Weltspiegel“ des Bayerischen Rundfunks (BR) am 25. Februar 2007 und erhielt dafür einen Trostpreis. „Filmautor Richard Schneider und sein Kameramann wissen, wie man verführerische Rundungen in einem politischen Magazin delikat in Szene setzt“, urteilt die Jury. Immerhin in die Endrunde der „Sauren Gurke“ hat es die NDR-Produktion „Im Greisenland“ vom 19. März 2007 geschafft.

Dem Autor Fabian Döhring sei es gelungen, die ungeheure Macht der deutschen Frauen um die vierzig zweifelsfrei zu beweisen, stellt die Jury ironisch fest. „Ihre Bildung und ihr Selbstvertrauen verhindern den Kindersegen und verursachen die demografische Katastrophe. Um den Film nicht unnötig in die Länge zu ziehen, wurde dankenswerter Weise auf die Frage nach dem männlichen Anteil an der Entwicklung verzichtet.“

Nachfolgerin für Struve gefordert

Bei dem Herbsttreffen der Medienfrauen wurden auch zwei Resolutionen verabschiedet. Darin fordern die rund 250 Mitarbeiterinnen von ARD, ZDF und dem österreichischen ORF, eine Nachfolgerin für Günter Struve, der im kommenden Jahr sein Amt als ARD-Programmdirektor aufgibt. Außerdem verlangen die Medienfrauen, dass „ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht aufs Abstellgleis geschoben und die Jüngeren nicht permanent gebremst werden“. Im Austausch von jung und alt liege die große Chance.

Quelle: hr-online.de

Für Buchtrinker und Seitenfresser mit dem Faible für Ulrike Folkerts

Ulrike FolkertsDie Schauspielerin Ulrike Folkerts, 46, erhält den mit 5000 Euro dotierten Courage-Preis 2007.

Die Auszeichnung bekommt sie wegen ihres Einsatzes für Straßenkinder und ehemalige Kindersoldaten im afrikanischen Burundi, erklärte das Komitee Courage am Dienstag. Außerdem habe sich Folkerts für Menschen mit Down-Syndrom und im Kampf gegen Landminen engagiert. Bereits im Juni hatte Ulrike Folkerts, die als Tatort-Kommissarin Lena Odenthal bekannt ist, für ihr soziales Engagement das Bundesverdienstkreuz erhalten.

Preisträger der Corine 2007

CorineWer gestern die Preisverleihung der Corine, die auf 9 Stück streng limitierte kleine Porzellanfigur, verpasst hat, kann sie am 22. September im Bayerischen Fernsehen um 20.15 Uhr verfolgen.

  • Belletristikpreis des ZEIT-Verlags: Wilhelm Genazino für „Mittelmäßiges Heimweh“
  • Sachbuchpreis: Anne Siemens „Für die RAF war er das -System, für mich der Vater“
  • Jugendbuchpreis: Sergej Lukianenko „Das Schlangenschwert“
  • Ehrenpreis: Peter Härtling für sein Lebenswerk
  • Rolf Heyne Debütpreis: Martenstein „Heimweg“
  • Wirtschaftsbuchpreis: Erik Orsenna „Weiße Plantagen“
  • FOCUS-Hörbuchpreis: Hape Kerkeling „Ein Mann, ein Fjord!“

Deutscher Buchpreis – Jury gibt Titel bekannt

Die nominierten Romane (Shortlist in alphabetischer Reihenfolge):

  • Julia Franck: Die Mittagsfrau (S. Fischer, September 2007)
  • Thomas Glavinic: Das bin doch ich (Hanser, August 2007)
  • Michael Köhlmeier: Abendland (Hanser, August 2007)
  • Katja Lange-Müller: Böse Schafe (Kiepenheuer & Witsch, August 2007)
  • Martin Mosebach: Der Mond und das Mädchen (Hanser, August 2007)
  • Thomas von Steinaecker: Wallner beginnt zu fliegen (FVA, Februar 2007)

Die Preisverleihung findet am 8. Oktober 2007 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römer statt.

Hape Kerkeling, das Bambi und die Volksmusik

Hape KerkelingBambiDer Komiker, Entertainer und Buchautor, Hape Kerkeling, ist heute gleich zwei Mal mit Meldungen in der Süddeutschen vertreten. Im Feuilleton wird berichtet, dass er am 29. November in Düsseldorf, in der von Harald Schmidt moderierten Sendung, den Medienpreis Bambi in der Kategorie Kultur überreicht bekommt. Gewürdigt wird er für seinen Bestseller Ich bin dann mal weg – Meine Reise auf dem Jakobsweg.

Im Panorama heißt es, dass Hape gegenüber der Bild verlauten ließ, dass er gerne Volksmusiksendungen sehe. „Wo gibt es noch Programme im Fernsehen, bei denen man 90 Minuten mit offenem Mund davor sitzt?“ Die Programme sollten leisten, „dass ich sehr erstaunt bin – und das gelingt bei Andy Borg und bei Herrn Silbereisen“.

Da passt doch das niedliche Bambi voll ins Bild 🙂