Vom 17. bis 20. März 2016 feierten 260.000 Besucher in Leipzig, davon 195.000 auf dem Leipziger Messegelände, das Wort in all seinen Facetten. Insgesamt 2.250 Aussteller aus 42 Ländern präsentierten zur Leipziger Buchmesse, der Manga-Comic-Con und dem Lesefest Leipzig liest ein Meer aus Worten, Bildern und Klängen auf dem Leipziger Messegelände. In 3.200 Veranstaltungen an 410 Orten auf dem Messegelände und in der Leipziger Innenstadt luden Literaten, Zeichner und Musiker zur Begegnung sowie zum Austausch ein„, lautete das Fazit des größten Branchentreffen des Frühjahrs 2016.

Nachfolgend die Foto-Highlights, die bei meinem Besuch der Leipziger Buchmesse am 17. und 18. März entstanden sind:

Christoph Hein
Christoph Hein
Heinz Strunk
Heinz Strunk
Anna Mitgutsch
Anna Mitgutsch
Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht
Karen Duve und Volker Weidermann
Karen Duve und Volker Weidermann
Guntram Vesper
Guntram Vesper
Buchcover der Shortlist Preis der Leipziger Buchmesse 2016
Buchcover der Shortlist Preis der Leipziger Buchmesse 2016
Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse
Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse
Gewinner Preis der Leipziger Buchmesse 2016: Jürgen Goldstein (Sachbuch), Brigitte Döbert (Übersetzung) Guntram Vesper
Gewinner Preis der Leipziger Buchmesse 2016: Jürgen Goldstein (Sachbuch), Brigitte Döbert (Übersetzung) Guntram Vesper
Marion Brasch
Marion Brasch
Claudia Schreiber
Claudia Schreiber
Gert Heidenreich
Gert Heidenreich
Nino Haratischwili
Nino Haratischwili
Bov Bjerg
Bov Bjerg
Felicitas Hoppe
Felicitas Hoppe
Abbas Khider
Abbas Khider
oops.. Jack Sparrow war auch da ;-)
oops.. Jack Sparrow war auch da 😉
Johanna Adorján und Luzia Braun auf dem Blauen Sofa
Johanna Adorján und Luzia Braun auf dem Blauen Sofa
Joanna Bator
Joanna Bator
Don Winslow
Don Winslow
Juli Zeh
Juli Zeh

Quelle Fotos: Lesekreis

In diesem Jahr begann für mich die Leipziger Buchmesse schon am Mittwochabend mit dem Festakt zur Eröffnung im Leipziger Gewandhaus. Zwischen Kompositionen von Wagner und Beethoven, den Reden der Abgesandten aus Stadt und Land, der Leipziger Buchmesse sowie des Börsenvereins d. Dt. Buchhandels zur aktuellen Situation am deutschen Buchmarkt im Allgemeinen und zum 50-jährigen Bestehen der deutsch-israelischen Beziehungen (Messeschwerpunkt Israel) im Besonderen, wurde dem rumänischen Schriftsteller Mircea Cărtărescu der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2015 verliehen. Cărtărescu erhielt den mit 15.000 Euro dotierten Literaturpreis für seine Romantrilogie „Orbitor (Die Wissenden (2009), Der Körper (2011), Die Flügel (2014)„. Die sehr persönliche und eindrucksvolle Laudatio trug der Schriftsteller Uwe Tellkamp vor; beide sind nach eigenen Angaben seit Jahren befreundet.

Erstmals waren in diesem Jahr Blogger dazu aufgerufen, den Preis der Leipziger Buchmesse als „Bloggerpaten“ zu begleiten. Fünfzehn ausgewählte Literatur- und Buchblogger, darunter ich, erhielten die Gelegenheit, ein nominiertes Werk vor Preisvergabe zu rezensieren. Damit verbunden war u.a. die persönliche Einladung zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse in das Gewandhaus. Organisatorin und Ansprechpartnerin Vera Lejsek hatte zunächst alle Hände voll zu tun, ihre „Schäfchen“ zu versammeln. Letztendlich trafen sich dreizehn der fünfzehn Bloggerpaten auf ein erstes Stelldichein nach dem feierlichen Festakt. Abgesehen von Arndt Stroscher, den ich vor einigen Jahren zufällig im Gartenhaus bei LovelyBooks getroffen hatte, kannte ich niemanden. Das änderte sich schnell. Als Generationenbrücke diente die Gemeinsamkeit des Bloggens.  Die Atmosphäre war ungezwungen und herzlich. Die für Donnerstagnachmittag anstehende Preisverleihung unserer „Paten-Bücher“ sorgte für erwartungsvolle Spannung. Während einige Blogger für die nächsten Tage bereits Termine bei verschiedenen Verlagen oder mit Autorinnen und Autoren vereinbart hatten, freute ich mich auf unzählige Interviews, Lesungen und Diskussionen, die ich mir aus dem Veranstaltungsprogramm herausgesucht hatte und besuchen wollte.

Bloggerpaten der Leipziger Buchmesse 2015
(v.l.n.r) Arndt Stroscher (AstroLibrium), Vera Lejsek (Organisatorin und Ansprechpartnerin), Thomas Brasch (Brasch & Buch), Tilmann Winterling (54books), Sophie Weigand (Literaturen), Mara Giese (Buzzaldrins Bücher), Charlotte Lacroix (Besonderes Buch), Christian Köhne (Der Literaturpirat), Tobias Nazemi (Buchrevier), Jacqueline Böttger (Lesevergnügen), Antonia Ganzer (Meinungskonsum), Nicole Ackermann (Urwort) und Constanze Matthes (Zeichen und Zeiten) Foto: © Mara Giese

Am Donnerstagmorgen ging es dann zum Messegelände. Obwohl die Messe mit 186.000 Besucher (2014: 175.000) einen neuen Rekord verzeichnet hat, kam es mir an diesem Morgen verhältnismäßig ruhig vor. Die Vorbereitungen für die Buchpreisverleihung am Nachmittag hatten schon begonnen.

Der erste Weg führte mich in Halle 4 zum Literaturforum. Hier stellten die nominierten Autorinnen und Autoren für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik ihre Bücher vor.
Ursula Ackrill: „Zeiden, im Januar„, Teresa Präauer: „Johnny und Jean„, Norbert Scheuer: „Die Sprache der Vögel„, Jan Wagner: „Regentonnenvariationen“ und Michael Wildenhain: „Das Lächeln der Alligatoren„.

Gleich im Anschluss präsentierten sich die Nominierten der Kategorie Sachbuch/Essayistik.
Philipp Felsch: „Der lange Sommer der Theorie. Geschichte einer Revolte 1960-1990„, Karl-Heinz Göttert: „Mythos Redemacht. Eine andere Geschichte der Rhetorik„, Reiner Stach: „Kafka: Die frühen Jahre„, Philipp Ther: „Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa“ und Joseph Vogl: „Der Souveränitätseffekt„.

Um 15.30 Uhr stand dann ein nächstes Treffen mit den Bloggerpaten auf dem Programm. Gemeinsam nahmen wir an der feierlichen Preisverleihung und Bekanntgabe der Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse in den drei Kategorien teil. Um Punkt 16 Uhr eröffnete der Jury-Vorsitzende Hubert Winkels, zum vorerst letzten Mal, wie er im Anschluss verkündete, die Preisverleihung.

  • Mirjam Presssler wurde für ihre Übersetzung des Romans „Judas“ von Amos Oz ausgezeichnet. Sichtlich gerührt und glücklich nahm die Schriftstellerin Arm in Arm mit Amos Oz die Auszeichnung entgegen. Kurze Zeit später hatten die Mitarbeiter des Suhrkamp-Verlags erneut Grund zum Jubeln.
  • In der Kategorie Sachbuch wurde mit Philipp Ther „Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa“ ein zweiter Titel des Verlags prämiert. Mein „Paten-Buch“ hatte also gewonnen und obwohl ich keinerlei Einfluss auf die Entscheidung hatte, wünschte ich mir natürlich, dass es so kommen würde. Der sympathische Autor verkündete bei der Preisverleihung, einen Teil seines Preisgeldes den ehemaligen Kollegen an der Akademie der Wissenschaften in Lemberg zukommen zu lassen.
  • Jan Wagner erhielt schließlich den Belletristik-Preis für seinen Gedichtband „Regentonnenvariationen“ (Hanser Verlag). Damit wurde zum ersten Mal ein lyrisches Werk mit diesem Preis ausgezeichnet. „Jan Wagners Gedichte schenken dem Kleinen, dem Nebensächlichen Beachtung. Sie haken sich im Gedächtnis fest, sind anschaulich, spezifisch, von zurückhaltender Intelligenz„, heißt es in der Jurybegründung.

Nachfolgend einige Highlights von der Buchmesse, vereint in einer kleinen Fotostrecke:

  • Unter dem Motto „Mörderisch gut!“ diskutierte die Journalistin Lore Kleinert mit den Krimiautoren Zoë Beck („Schwarzblende„) und Volker Kutscher („Märzgefallene„) bei ARTE.
  • Nicht sterben“ lautet der Titel, unter dem die mit dem Deutschen Buchpreis 2013 ausgezeichnete Schriftstellerin Terézia Mora ihre in Frankfurt gehaltenen Poetik-Vorlesungen veröffentlicht hat. Terézia Mora sprach darüber mit Joachim Scholl beim Deutschlandradio.
  • Sichtlich Vergnügen bereitete es Sibylle Berg und Susan Christely bei 3Sat einen leicht schlüpfrigen Dialog aus Bergs neuen Roman „Der Tag, als meine Frau einen Mann fand“ vorzulesen.
  • Vor einigen Tagen brachte Judith einen Uhu in die Notfallambulanz.“ …so beginnt der neue Roman von Arno Geiger „Selbstporträt mit Flusspferd„. Wolfgang Tischer diskutierte mit dem Autor in seinem Literaturcafé darüber.
  • Das Interesse war groß, als Martin Suter beim Diogenes Verlag eine Kostprobe aus seinem im Februar 2015 erschienenen Krimi „Montecristo“ zum Besten gab. Der Schweizer Autor beschwört ein düsteres und spannendes Szenario aus der Welt der Banker, Börsenhändler, Journalisten und Politiker.
  • Viel mediale Aufmerksamkeit erhielt Kristof Magnussons „Arztroman„, in dem der Autor die beruflichen und privaten Konflikte der Notärztin Dr. Anita Cornelius schildert und beiläufig Themen wie das Gesundheitswesen oder das Phänomen der Gentrifizierung behandelt.
  • Der Journalist Jörg Plath sprach bei ARTE mit der Autorin Marica Bodrožić über ihren Roman „Mein weißer Frieden, erschienen im Luchterhand Literaturverlag.
  • Sven Marquardt, Fotograf und bekannter Türsteher des Technoclubs Berghain, stellte in der LVZ Arena seine Autobiografie „Die Nacht ist Leben“ vor.
  • Über „Doppelte Identitäten in der Literatur“ diskutierten Andreas Görgen, Nino Haratischwili und Ayman Sikseck mit Alexander Kissler im Europacafé. Nino Haratischwili, die mit ihrem Roman „Das achte Leben (Für Brilka)“ u.a. für den Bayerischen Buchpreis 2014 nominiert war, hatte leider keine weiteren Termine auf dem Messegelände.

„Mein“ ganz persönliches Buch der Messe stammt aus der Feder des israelischen Schriftstellers Meir Shalev. „Zwei Bärinnen“ erschien in der deutschsprachigen Übersetzung im September 2014 bei Diogenes.
Kurzbeschreibung
Auge um Auge, Zahn um Zahn – ein Roman über Leidenschaft und Untreue, über Verlust, Rache und deren Sühne. Die Familie Tavori betreibt im Norden Israels in der dritten Generation eine Gärtnerei. Es sind Menschen, die ihren Instinkten und Emotionen folgen: ihrer Liebe ebenso wie ihrem Hass. Eine erschütternde Familiensaga und ein unkonventioneller literarischer Thriller von archaischer Wucht.

Meir Shalev_Leipziger Buchmesse 2015
Meir Shalev

Zum fünften Mal in Folge habe ich in diesem Jahr die Leipziger Buchmesse besucht. Die Zeremonie der Preisverleihung am Donnerstagnachmittag ist mir vertraut, die meisten Veranstaltungsorte in den riesigen Hallen finde ich mittlerweile auf Anhieb. Dennoch war der Besuch in Leipzig dieses Mal etwas ganz Besonderes. Ich war nicht nur als Bloggerin unterwegs, sondern auch als „Buch-Patin“. Ich hoffe sehr, dass dieses innovative Projekt, „buchmesse:blogger“ explizit mit einzubeziehen, auch in Zukunft ein Teil der Leipziger Buchmesse sein wird und sich vielleicht sogar bis nach Frankfurt herum spricht. Ebenso wünsche ich mir, in den nächsten Jahren die neu geschaffene Bloggerlounge wieder vorzufinden. Auch wenn ich sie erst am Freitag, hier fand um 13 Uhr ein Treffen der Buchpaten mit nominierten Autorinnen und Autoren des PdLBM statt, entdeckt habe, war die Lounge ein schöner Ort für Bloggertreffs – egal, ob man nun einen Blogartikel schreiben, ein Interview führen oder einfach nur eine Tasse Kaffee in netter Runde trinken wollte.

Abschließend möchte ich mich bei den wunderbar aufgeschlossen „Bloggerpaten“ für die freundliche Aufnahme in ihrer Mitte und bei Vera Lejsek für die liebenswerte  Begleitung bedanken. Mein Dank richtet sich auch an die Leipziger Buchmesse, die mir diesen nicht ganz einfachen, aber äußerst spannenden Titel zugedacht hat. Ich habe mich sehr darüber gefreut, Stefanie Leo von Bücherkinder.de und Jungverlegerin Grit Richter vom Art Skript Phantastik Verlag endlich persönlich kennengelernt zu haben. Interessant und gleichermaßen erstaunlich war die Begegnung mit Kerstin Hämke. Auf Mein-Literaturkreis.de veröffentlicht sie Buchtipps und gibt Anleitungen für Gruppen, die „gemeinsam die schönsten Seiten entdecken“ möchten.

Bis zum nächsten Jahr in Leipzig.

Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent

Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent – Eine Geschichte des neoliberalen Europa von Philipp Ther

Mitte 1989 konnte niemand das nahende Ende des planwirtschaftlich organisierten Ostblocks ahnen. Wie und warum die alte Ordnung in den Jahren 1989 – 1991 so plötzlich kollabierte und mit welchen Folgen, beschreibt Philipp Ther nicht nur als Historiker, sondern ebenso als Zeitzeuge, der vor und während der Zeit der großen Umwälzungen viele postkommunistische Länder bereist hatte.

Die lautstarken Forderungen der Menschen auf den Montagsdemonstrationen in der ehemaligen DDR nach der Wiedervereinigung sind ebenso verklungen wie der Jubel darüber, als die Kommunisten endlich abdankten. Die Grenztruppen, Selbstschussanlagen, die Berliner Mauer haben als Requisiten des Eisernen Vorhangs längst ausgedient. Seit über 25 Jahren sind wir ein Volk. Im Jahr 1989 befand sich die DDR in einem abgewirtschafteten Zustand, dennoch versprach Helmut Kohl den Menschen „blühende Landschaften“. Das Rezept dafür hieß Neoliberalisierung, dessen Paradigmen in Westeuropa und den USA nach den beiden Ölkrisen und Rezessionen 1973/74 und 1980/81 erfolgreich umgesetzt worden waren. Unter der Anwendung der Triade Liberalisierung (Abbau staatlicher und gesellschaftlicher Eingriffe und Vorschriften), Deregulierung (Abbau oder Vereinfachung von Marktregulierung) und Privatisierung (Umwandlung von öffentlichem Vermögen in privates Eigentum) führten zwischen 1989 und 1991 fast alle postkommunistischen Länder Reformen durch.

Wie und warum es zu den massiven politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen zwischen 1989 und 1991 kam, welche Rolle die Massendemonstrationen dabei spielten und ob man von einer Revolution sprechen kann, analysiert Philipp Ther in dem dritten Kapitel seines Buches. Die wesentlichen Veränderungen beschreibt der Autor in vierzehn Punkten chronologisch (Buch: Seiten 58 und 59) wie folgt:

  • Die Einrichtung des „Runden Tisches“ in Polen Anfang 1989 und dessen Beschlüsse über die Zulassung unabhängiger Gewerkschaften, die Wahlen im Juni und weitere Wirtschaftsreformen.
  • Der Bruch der ungarischen Kommunisten mit der eigenen Geschichte im Frühjahr 1989 und auch dort die Zulassung eines Mehrparteiensystems, der Versammlungsfreiheit und anderer demokratischer Grundrechte.
  • die verheerende Niederlage der Kommunisten bei den Wahlen in Polen im Juni 1989, wobei zum genau gleichen Zeitpunkt die chinesische Regierung mit Panzern gegen die Opposition auf dem Tiananmen-Platz vorging und somit das Gegenmodell einer gewaltsamen Unterdrückung entwickelte.
  • Die massenhafte Ausreise von DDR-Bürgern über Ungarn im Sommer 1989 – damit war der Eiserne Vorhang gefallen.
  • Der Erfolg der Leipziger Montagsdemonstrationen, der zum Zusammenbruch des SED-Regimes und zur Öffnung der Berliner Mauer am 9 November 1989 führte.
  • Der nur einen Tag später folgende Umsturz in Bulgarien sowie die „samtene“ Revolution in der Tschechoslowakei.
  • Das Moskauer Eingeständnis des Hitler-Stalin-Pakts im Dezember 1989, das der Unabhängigkeit der baltischen Staaten Vorschub leistete.
  • Das blutige Finale in Rumänien, wo der neostalinistische Diktator Nicolae Ceaușescu und seine Frau am 25. Dezember 1989 hingerichtet wurden.
  • Die Wahlen in den jugoslawischen Teilrepubliken, die dezidiert nationale Parteien gewannen, womit der Zerfall des ökonomisch bankrotten Staats absehbar war.
  • Das Ende der DDR durch die Währungsunion und den Beitritt der fünf neuen Länder zur Bundesrepublik.
  • Die endgültige Unabhängigkeit Litauens, Lettlands und Estlands nach dem versuchten Putsch gegen Gorbatschow im August 1991.
  • Der Ausbruch bewaffneter Gewalt in Jugoslawien im Sommer 1991
  • Das Ende des Kommunismus in seiner letzten Bastion Albanien.
  • Die offizielle Auflösung der Sowjetunion im Sommer 1991.

Bevor sich in allen Staaten marktwirtschaftliche Systeme entwickelten, kam es zu mehr oder weniger stark ausgeprägten politischen oder ökonomischen Tranformationskrisen. In Polen unterzog der Wirtschaftswissenschaftler Leszek Balcerowicz in der ersten nichtkommunistischen Regierung unter Tadeusz Mazowiecki und Jan Krzysztof Bielecki das Land einer Schocktherapie. Er strich die Subventionen für Lebensmittel, Treibstoff und die unrentablen Großbetriebe, gab die Preise für alle Produkte frei und öffnete die Grenzen für ausländische Firmen. In der Folge brach die Industrie allein im Jahr 1990 um 24 Prozent ein, die Arbeitslosigkeit stieg rapid. Erst 1991 zeichnete sich eine Erholung ab. Das hochverschuldete Land blieb weiterhin vom Wohlwollen westlicher Geldgeber abhängig.

Die Wirtschaft der ehemaligen DDR erhielt gleich eine zweifache Schocktherapie. Vor der Währungsunion verschlechterte sich der Wechselkurs von 1980 bis 1988 von einer D-Mark für 2,50 Mark (Ost) auf 4,40 Mark. Unter Finanzminister Theo Waigel wurde der Wechselkurs auf 1:1 festgelegt, Sparvermögen ab einer Höhe von 2000 Ostmark wurde zu einem Kurs von 1:2 getauscht. Das führte dazu, dass die DDR-Bevölkerung rund 62 Milliarden D-Mark verlor. Den zweiten Schock musste die DDR-Wirtschaft nach der deutschen Wiedervereinigung verkraften. Infolge des Einbruchs der Industrieproduktion auf 27 Prozent des Wertes von 1989, schlossen viele Betriebe, die Arbeitslosigkeit stieg in einigen Regionen auf über dreißig Prozent. Rund 1,4 Milliarden Ostdeutsche verließen das Land in Richtung alte Bundesrepublik. Die Arbeitsmigration erreichte mit 230.000 Menschen im Jahr 2001 ihren Höhepunkt. Die hohen Transferleistungen in die ehemalige DDR führten zu Steuererhöhungen und letztendlich zu einer gesamtdeutschen Wirtschaftskrise. Unter Gerhard Schröder kam es dann zu einschneidenden Sozial- und Arbeitsmarktreformen.

In der politischen Praxis wichen viele Länder bei den Reformen von der Lehre der Hegemonie (Vorherrschaft eines Staates in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht) des Neoliberalismus ab. So blieb in Tschechien zwar die Arbeitslosigkeit niedrig, weil Premierminister Václav Klaus die Großindustrie durch heimische Banken stützten ließ, doch konnten die Firmen ihre Kredite nicht mehr bedienen. Hier standen 1996 viele Kreditinstitute vor dem Bankrott. In Rumänien und Bulgarien verzögerte die Regierung zunächst die Privatisierung und unterstützte die Industrie mit Staatshilfen. Das Haushaltsdefizit wurde so groß, dass die Regierung per Management-Buy-out ihre Staatsbetriebe verkaufte. Dadurch wurde viel weniger Geld in die Kassen gespült als erwartet und benötigt. Der Staat druckte Geld nach und erzeugte Ende der neunziger Jahre eine verheerende Inflation.

Obwohl Russland und die Ukraine zunächst der Lehre des Neoliberalismus folgten, indem sie Firmenanteile der Bevölkerung zum Kauf anboten, fielen viele Staatsunternehmen in die Hände der Oligarchen; teils durch Korruption, teils durch Geschäftssinn. Die Oligarchen schafften ihre riesigen Gewinne aus dem Land (z.B. zum Erwerb des FC Chelsea), anstatt sie in ihre eigenen Länder zu investieren. Die westlichen Aufsichtsbehörden schauten weg, mögliche Verstöße gegen Steuerrechte nicht beachtend. In Russland sank das Bruttoinlandsprodukt in den neunziger Jahren um etwa 35 Prozent, das führte zur Rubelkrise von 1998.

Dennoch war in der internationalen Wahrnehmung der Neoliberalismus, ungeachtet diverser Abweichungen und ohne Betrachtung der sozialen Probleme, ein Erfolg. Der Kopenhagener Gipfel attestierte schon 2002 allen postkommunistischen Ländern in Ostmitteleuropa, dass sie sich in eine Demokratien verwandelt hatten. Estland, Lettland, Litauen, Polen, die Slowakei, Slowenien, die Tschechische Republik und Ungarn traten 2004 der Europäischen Union bei.

In Russland und der Ukraine bildeten sich keine stabilen Demokratien, die Wirtschaft wird nach wie vor von Oligarchen dominiert. Putin beendete die Deregulierung und Liberalisierung, nur die Privatisierungen wurden ausgebaut. Acht ukrainische Oligarchen standen 2012 auf der Forbes-Liste der Milliardäre, während die Landbevölkerung auf dem Stand von Entwicklungsländern lebte. Im Jahr 2006 betrug die Lebenserwartung in Russland siebenundsechzig Jahre – das sind zwölf Jahre weniger als in der Bundesrepublik.

Philipp Ther_Leipziger Buchmesse 2015Philipp Ther studierte von 1988 bis 1992 Neuere Geschichte, Osteuropäische Geschichte, Soziologie und Politikwissenschaften an den Universitäten Regensburg und München. Er machte seinen Magister-Abschluss 1993 an der Georgetown University in den USA. 1997 promovierte er an der Freien Universität Berlin. Seit dem Wintersemester 2010/11 ist Philipp Ther als Universitätsprofessor für Geschichte Ostmitteleuropas/„nation building“ am Institut für Osteuropäische Geschichte der Universität Wien tätig.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die vergleichende Sozial- und Kulturgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert in Deutschland und Ostmitteleuropa, insbesondere Nationalismusstudien, Migrationsgeschichte, Stadtgeschichte und die Geschichte des Musiktheaters.

Schon als 10-Jähriger besuchte er mit seiner Familie Ungarn, Polen und die damalige Tschechoslowakei. 1989 nahm er an der sogenannten Samtenen Revolution auf dem Prager Wenzelsplatz teil.  Eine mehrjährige Berufstätigkeit führte ihn in den 1990er Jahren nach Tschechien und Polen.  Die persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen verwebt der Autor mit den Erkenntnissen seiner detaillierten Recherchearbeiten in der EU-Statistikbehörde Eurostat, der Weltbank, der OECD, des IWF, diversen Datenbanken und Nationalbanken, in Archiven, Städteverwaltungen, Experten- oder Zeitungsberichten. Der Inhalt seines Buches ist in zehn Kapitel gegliedert.

Nach der chronologischen Einführung über den Neoliberalismus in Europa, folgen Erläuterungen zu den Voraussetzungen für den Umbruch und den Verlauf des Kalten Krieges und dessen Beilegung. Im Anschluss behandelt der Autor die wachsenden Unterschiede innerhalb der postkommunistischen Staaten, mit einem besonderen Augenmerk auf die unterschiedlichen Entwicklungen in Städten und ländlichen Regionen, infolge der neuen, neoliberalen Ordnung. Die Leser erfahren, warum sich das Misstrauen gegen die Bevölkerung aus dem Ostblock in Berlin zunächst wirtschaftlich negativ auswirkte und Städte wie Warschau oder Prag einen Aufschwung erlebten. Erklärt wird, warum sich Ungarn unter der Regierung von Viktor Orbán eher von Europa abwandte und die neuen EU-Mitgliedsstaaten Bulgarien und Rumänien (EU-Beitritt 2007) innenpolitische Krisen zu bewältigen hatten und haben. Welche Rolle spielte die EU bei der Etablierung der Rechtsstaatlichkeit während der Transformation oder wie überwinden die neuen EU-Mitgliedsländer die schwere Wirtschaftskrise aus den Jahren 2008/2009?

Philipp Ther liefert dazu eine Fülle von Informationen und Antworten. Dabei lässt er die Menschen, die er als „Helden der Geschichte“ bezeichnet, nie außer acht. Der Weg in die „Freiheit“, war für viele geprägt von Entbehrungen.  In diesem Buch kann man nicht einfach blättern und gezielt nach Stichworten zu einzelnen Entwicklungsabschnitten suchen. Um den Ablauf der Umwälzungen in ein neoliberales Europa zu verstehen, muss man es Seite für Seite lesen. Diagramme zur Transformationskrise und zum Wirtschaftswachstum, zur Arbeitslosigkeit, Lebenserwartung, sozialen Ungleichheit sowie einige Fotos veranschaulichen den Text. Die subjektiven Eindrücke des Autors machen das Geschehene greifbar, die Schilderung der Historie ist stilvoll formuliert und spannend wie ein Wirtschaftskrimi.

Allein die Zukunftsaussichten sind nicht rosig. Gegen Ende des Buches (Seiten: 348 – 351) beschwört Philipp Ther in einer amüsanten Metapher den Neoliberalismus in Form eines funkelnden Expresszuges, der Wachstum und Wohlstand versprach, herauf und lässt ihn nochmals eine Strecke von 25 Jahren zurücklegen. Noch sitzen alle Fahrgäste aus Europa gemeinsam darin, ob das so bleibt, kann niemand sagen.

Preis der Leipziger BuchmesseDie neue Ordnung auf dem alten Kontinent – Eine Geschichte des neoliberalen Europa ist in der Kategorie Sachbuch für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Ich wünsche dem Autor die Anerkennung der Jury, indem sie ihn für seine beeindruckende Leistung zum Preisträger 2015 erklärt und eine große Leserschaft.

Suhrkamp Verlag, Berlin 2014,
Gebundene Ausgabe: 432 Seiten, 26,95 €

Rezensionen im Netz

Die Zeit vom 1. Oktober 2014: Der Expresszug und sein Speisewagen
vorwärts vom 14. Oktober 2014: Philipp Ther analysiert Europas neoliberale Ordnung
Kapri-ziös vom 10. März 2015: Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent von Philipp Ther

Post von der Leipziger BuchmesseHerzlichen Glückwunsch! Du bist dieses Jahr Bloggerpatin des Preises der Leipziger Buchmesse. Unter zahlreichen Bewerbungen haben wir Dich ausgewählt und freuen uns Dir mitzuteilen, dass Du Pate von Philipp Ther mit Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa bist„,  lautet die Einleitung der freundlichen Mail, die am Freitagabend in meinem Postfach landete. Vermutlich haben zeitgleich 14 weitere deutschsprachige Literaturblogs ein derartiges Schreiben erhalten…. und bereits am Samstagvormittag die entsprechenden Rezensionsexemplare nebst einigen Lesezeichen, Stickern und einer Tageskarte zur Leipziger Buchmesse.

Erste Reaktionen der „erwählten“ Blogs ließen nicht lange auf sich warten. „Freude und Bürde zugleich“ twitterte Thomas Brasch als er erfuhr, dass er als Bloggerpate ausgewählt wurde. In seinem Blogartikel, veröffentlicht am Samstag unter dem Titel Mission Leipzig auf brasch & buch, spricht er mir aus der Seele. So sehr ich mich über die Teilnahme an diesem neuen Projekt freue, umso mehr Zweifel habe ich mittlerweile, dass ich dem mir zugedachten Buch auch nur annähernd gerecht werden kann. Hier wäre wohl ein Experte für Osteuropafragen, der sich mit der Hegemonie des Neoliberalismus,  mit Monetarismus, Austeritätspolitik oder der Tirade Liberalisierung, Deregulierung und Privatisierung auskennt besser geeignet. Fühlt sich vielleicht jemand angesprochen und möchte mein Sachbuch gegen einen Roman tauschen? (Liebe Mara, dein „Lebensleseprojekt“ mit seinen 1457 Seiten ist leider keine Option. Das würde ich bis zum 6. März niemals schaffen 😉 ). Oder findet sich jemand, der mich eventuell bei dieser schweren Aufgabe unterstützen möchte? Wie auch immer – natürlich kneife ich nicht und gebe mein Bestes. Ich freue mich auf diese neue Herausforderung, auf die Leipziger Buchmesse mit vielen neuen Eindrücken und auf die Bloggerin Vera Lejsek, die die Bloggerpaten vorort betreut und deren Blog glasperlenspiel mich seit vielen Jahren begleitet.

Nachfolgend die nominierten Blogs und ihre Bücher:

Kategorie Belletristik:

  • urwort: Die Sprache der Vögel von Norbert Scheuer
  • Buchrevier: Regentonnenvariationen von Jan Wagner

Kategorie Sachbuch/Essayistik:

  • CON=LIBRI: Der lange Sommer der Theorie. Geschichte einer Revolte. 1960 – 1990 von Philipp Felsch
  • brasch & buch: Mythos Redemacht. Eine andere Geschichte der Rhetorik von Karl-Heinz Göttert
  • Lesekreis: Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa von Philipp Ther

Kategorie Übersetzung

  • 54books: Lukrez. Über die Natur der Dinge von Klaus Binder (aus dem Lateinischen)
  • Lesevergnügen: Patrick Modiano. Gräser der Nacht von Elisabth Edl (aus dem Französischen)
  • Buzzaldrins Bücher: Stefano d’Arrigo. Horcynus Orca von Moshe Kahn (aus dem Italienischen)
  • AstroLibrium:  Amos Oz. Judas von Mirjam Pressler (aus dem Hebräischen)
  • besonders buch: Selma Lagerlöf. Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden von Thomas Steinfeld (aus dem Schwedischen)

Leipziger BuchmesseDass der Zug zur Leipziger Buchmesse am Donnerstag schon um 7.15 Uhr in München startete, entsprach so gar nicht meinem Biorhythmus. Ein Coffee to go und die heitere Gesellschaft meiner Freundin Gabi weckten allerdings schnell meine Lebensgeister. Eifrig schmiedeten wir Pläne für den bevorstehenden ersten Tag auf der Buchmesse, die fünf Stunden Zugfahrt vergingen wie im Flug.

Ab Jena gesellte sich eine ausgesprochen nette ältere Dame zu uns an den Tisch. So erfuhren wir einiges über die Umgebung, die wir in der vergangen Jahren fast gar nicht wahrgenommen haben. Sie wies uns auf die zahlreichen weiß blühenden Mirabellenbäume, das Saale-Unstrut-Weinanbaugebiet, das Käthe Kruse Puppenmuseum und den Naumbuger Dom hin.

Pünktlich um 12.15 Uhr erreichten wir das Messegelände und stürzten uns gleich in Getümmel.

Leipziger Buchmesse 2014_1
Glashalle

Volker Weidermann diskutierte auf dem „Blauen Sofa“ mit Wolfgang Herles über seinen neuen Roman „Ostende„. Die Handlung ist im Sommer 1936 kurz vor dem Zweiten Weltkrieg angesiedelt. Weidermann lässt die Schriftsteller Stefan Zweig, Joseph Roth und Irmgard Keun noch einmal das Leben feiern.

Leipziger Buchmesse 2014_Volker Weidermann
Volker Weidermann

Beim MDR stellte Stephan Wackwitz sein neues Buch „Die vergessene Mitte der Welt: Unterwegs zwischen Tiflis, Baku, Eriwan“ vor.

Leipziger Buchmesse 2014_Stephan Wackwitz
Stephan Wackwitz

Nur wenige Meter weiter las Jonas Lüscher aus „Frühling der Barbaren„. Der Schweizer Schriftsteller war damit im letzten Jahr für den Schweizer Buchpreis nominiert.

Leipziger Buchmesse 2014_Jonas Lüscher
Auftritt Schweiz: Jonas Lüscher

Währenddessen waren die Vorbereitungen für die Verleihung der Leipziger Buchpreise um 16 Uhr schon fast abgeschlossen.

Leipziger Buchmesse 2014_2
Leipziger Buchmesse, Glashalle

Beim KULTURAUSTAUSCH zum Thema „Beweg dich“ berichtete der Schriftsteller und Musiker Wilfried N´Sondé darüber, was ihn bewegt, wenn er in Bewegung ist. Wilfried N’Sondé, geboren 1968 in Brazzaville im Kongo, ist ein Weltenbummler. Er studierte Politologie in Paris. Nach Stationen in Utrecht, London und Madrid zog er 1989 nach Berlin. Hier lebt er heute. Viel Beachtung fand sein Roman „Das Herz der Leopardenkinder“ im Jahr 2010.

Leipziger Buchmesse 2014_Wilfried N´Sondé
Wilfried N´Sondé

Schlafgänger“ heißt der neue Roman der jungen Autorin Dorothee Elmiger. Die 29-jährige Schweizerin wurde im Jahr 2010 für „Einladung an die Waghalsigen“ mit dem aspekte-Literaturpreis und dem Rauriser Literaturpreis für die beste Prosa-Erstveröffentlichung ausgezeichnet.

Leipziger Buchpreis 2014_Dorothee Elmiger
Dorothee Elmiger

Von Martin Suter kann man zurecht behaupten, dass er ein fleißiger Autor ist. Ich fahre jetzt seit 4 Jahren zu den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig und ich glaube, ich habe ihn immer angetroffen. In diesem Jahr stellte er seinen Roman „Allmen und die verschwundene María“ bei der ARD im Gespräch mit Max Moor vor.

Leipziger Buchmesse 2014_Martin Suter
Martin Suter und Max Moor

Wozu braucht man noch Literaturkritiker?“ wollte Wolfgang Tischer vom Literaturcafé von Ijoma Mangold, dem Ressortleiter Literatur der ZEIT erfahren.

Leipziger Buchmesse 2014_Ijoma Mangold und Wolfgang Tischer
Ijoma Mangold und Wolfgang Tischer

Bei der Signierstunde hatte Jan Weiler einiges zu tun.

Leipziger Buchmesse 2014_Jan Weiler
Signierstunde mit Jan Weiler

Sein neuer Roman „Das Pubertier“ erschien am 7. März 2014. Derzeit rangiert er damit auf Platz 27 der Amazon-Bestseller. Kein Wunder also, dass Jan Weiler so strahlt.

Leipziger Buchmesse 2014_Jan Weiler_1
Jan Weiler

Daniel Holbe signierte nebenan seinen neuen Krimi „Giftspur“.

Leipziger Buchmesse 2014_Daniel Holbe
Daniel Holbe

Der Regisseur Andreas Dresen hat seine Biografie „Glücks Spiel“ veröffentlicht. Es geht darin um seine künstlerische Arbeit und seine Ansprüche an eine gelingende Existenz – Fragen und Antworten zu den Schönheiten und Schmerzen eines Lebens unterwegs.

Leipziger Buchmesse 2014_Andreas Dresen
Andreas Dresen

Leander Wattig erklärte in der Informationsveranstaltung „Online-Marketing für Verlage und Buchhandlungen“, warum es keine Patentrezepte für erfolgreiches Online-Marketing gibt und stellte aussichtsreiche Praxisbeispiele aus der Buch- und Medienbranche zur Orientierung und Anregung dem interessierten Publikum vor.

Leipziger Buchmesse 2014_Leander Wattig
Leander Wattig

Roger Willemsen hielt gegen 15.30 Uhr im Berliner Zimmer die Laudatio für die Germanistin und freie Kritikerin Insa Wilke, die auf der Buchmesse den diesjährigen „Alfred-Kerr-Preis“ verliehen bekam.

Leipziger Buchmesse 2014_Roger Willemsen
Roger Willemsen

Willemsen lobte nicht nur ihre analytisch-sachlichen und gleichzeitig unterhaltsamen Texte, ihr breit gefächertes Interesse an Autoren, Gattungen und Themen und ihre feine Beobachtungsgabe, sondern betonte ausdrücklich auch ihre Freundlichkeit. Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine derart leidenschaftlich vorgetragene, emotionale und persönliche Laudatio gehört zu haben. Entsprechend gerührt war verständlicherweise die Preisträgerin Insa Wilke.

Leipziger Buchmesse 2014_Roger Willemsen und Insa Wilke

Die glückliche Insa Wilke.

Leipziger Buchmesse 2014_Insa Wilke
Insa Wilke

Matthias Nawrats neuer Roman „Unternehmer“ erschien im März 2014. Er ist laut Kurzbeschreibung zugleich eine Parabel auf die Welt der Werktätigen und eine dunkle Liebeserklärung an den Schwarzwald.

Leipziger Buchmesse 2014_Matthias Nawrat
Matthias Nawrat

Richtig viel Spaß hatten Peter Wawerzinek und Luzia Braun auf dem Blauen Sofa. Im Gespräch über Wawerzineks neuen Roman „Schluckspecht“ ging es um die Liebe zum Alkohol. Über den Rausch, die Sucht und den Suff – von einem, der ihn kannte.

Leipziger Buchmesse 2014_Peter Wawerzinek und Luzia Braun
Peter Wawerzinek und Luzia Braun

Ann Cotten hat für ihre im Oktober 2013 erschienenen Erzählungen „Der schaudernde Fächer“ den diesjährigen Adelbert von Chamisso-Preis erhalten.

Leipziger Buchmesse 2014_Ann Cotten
Ann Cotten

Die Tribüne der ringsum abgeschotteten LVZ Autoren Arena. Wer keinen Platz auf diese Tribüne erwischt, hat kaum eine Chance auf einen Blick in das Innere des Geschehens. Frank Schätzing, der offiziell hier für 15.30 Uhr angekündigt war, erschien leider nicht.

Leipziger Buchmesse 2014_LVZ Autoren Arena
LVZ Autoren Arena

Feridun Zaimoglu sprach mit Ulrich Gutmair bei der taz.die tageszeitung über seinen neuen Roman „Isabel„.

Leipziger Buchmesse 2014_Feridun Zaimoglu
Ulrich Gutmair und Feridun Zaimoglu
Leipziger Buchmesse 2014_Feridun Zaimoglu_1
Feridun Zaimoglu

Angelika Klüssendorfs Roman „Das Mädchen“ war im Jahr 2011 für den Deutschen Buchpreis nominiert. Im Februar erschien die Fortsetzung unter dem Titel „April“ bei Kiepenheuer & Witsch. Die sympathische Autorin stellte ihn auf der Buchmesse vor.

Leipziger Buchmesse 2014_Angelika Klüssendorf
Angelika Klüssendorf

Ab 16 Uhr wurden die Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse 2014 bekanntgegeben. Danach wurden unsere Füße schon immer schwerer und wir hätten gerne die Plätze mit den beiden Cosplay-Figuren getauscht. 😉

Leipziger Buchmesse 2014_Mangas
Cosplay-Figuren

Dennoch machten wir uns nochmals auf den Weg zur Halle 4. Finnland, das Gastland der Frankfurter Buchmesse 2014, lud zur Happy Hour und einem „Get Together“ ein. Und prompt endeckte meine Freundin einen „alten“ Studienkollegen.

Leipziger Buchmesse 2014_Gabi und Stefan Moster
Zwei mit dem Faible für Skandinavistik

Nach der herzlichen Begrüßung zog´s uns dann aber doch ins Hotel.

Leipziger Buchmesse 2014_Gabi und Stefan Moster_1
Der Autor und Übersetzer Stefan Moster mit seiner ehemaligen Kommilitonin

Der Tag verabschiedete sich mit einem grandiosen Sonnenuntergang.

Leipziger Buchmesse 2014_Sonnenuntergang
Der Sonnenuntergang in der Glashalle der Leipziger Buchmesse

Leipziger Buchmesse 2014_Eingang

Fortsetzung folgt…