Die großen Revolutionäre der Weltgeschichte

Timoschenko2004 Im Herbst 2004 fanden in der Ukraine Präsidentschaftswahlen statt. Die Ereignisse um die Stichwahl am 21. November mündeten in die „Orangene Revolution“, einem mehrwöchigen friedlichen Protest gegen Wahlfälschungen, angeführt von Julia Timoschenko, neben Wiktor Juschtschenko treibende Kraft in der Opposition der Ukraine.

Nelson Mandela1990 Der südafrikanische Politiker Nelson Mandela (geb. 1918) kämpfte seit den 1940er Jahren aktiv gegen die Apartheid (Rassentrennung). 1964 wurde er zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Seine Haftentlassung 1990 markierte die politische Wende in Südafrika.

Khomeini1979 Der iranische Religionsführer und Politiker Ayatollah Khomeini/Chomeini (1902-1989) entfachte 1979 die Islamische Revolution mit dem Ziel, aus dem Iran einen islamischen Staat zu machen.

Antonio de Spinola1974 Unter der Führung von General António de Spínola (1910-1996) stürzten linksliberale Militärs am 25. April 1974 den Nachfolger von Diktator Salazar, Marcello Caetano. Damit endete die seit 1933 währende Diktatur. Ihren Namen hat die Revolution, die eigentlich ein Putsch war, vom Symbol der portugiesischen Streitkräfte, der roten Nelke.

Rudi Dutschke1968 Rudi Dutschke (1940-1979), marxistischer Soziologe, gilt als bekanntester Vertreter der westdeutschen Studentenbewegung um 1968 und wird oft als „Studentenführer“ bezeichnet. Am 11. April 1968 wird Dutschke von einem jungen Hilfsarbeiter, dem rechtsextreme Tendenzen nachgesagt werden, niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt.

Martin Luther King1968 , Martin Luther King jr. (1929-1968) war ein US-amerikanischer Baptistenpastor und Bürgerrechtler. Er zählt zu den wichtigsten Vertretern im Kampf gegen die weltweite Unterdrückung der Schwarzen und für soziale Gerechtigkeit. Am 4. April 1968 wurde er in Memphis, Tennessee, erschossen.

Che1959 Der kubanische Sozialrevolutionär und Politiker Ernesto („Che“) Guevara (1928-1967) wurde aufgrund der massenhaften Vermarktung seines Konterfeis zur weltweiten Revoluzzer-Ikone. Er kämpfte an der Seite von Fidel Castro.

Ho Chi min1945 Ho Chi Minh (1890-1969) war vietnamesischer Revolutionär und Staatsmann, Premierminister (1945-1955) und Präsident (1955-1969) der Demokratischen Republik Vietnam. Nach der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg wurde er der Anführer der Augustrevolution. Sie bewirkte 1945 die Unabhängigkeit Vietnams von Frankreich.

Musafa Kemal Atatürk1921 Mustafa Kemal Atatürk (1881-1938) ist der Begründer der modernen Türkei mit dem Staatsprinzip des Kemalismus und erster Präsident der aus dem Osmanischen Reich hervorgegangenen Republik Türkei.

Ghandi1920 Der indische Staatsmann und Reformator Ghandi (1869-1948) führte Indien in die Unabhängigkeit von der britischen Herrschaft. Oberstes Prinzip war die Gewaltlosigkeit. Einzige Mittel: passiver Widerstand und ziviler Ungehorsam.

Rosa Luxemburg1918 Rosa Luxemburg. Die Novemberrevolution von 1918 führte am Ende des Ersten Weltkriegs zur Umwandlung des Deutschen Reiches von einer konstitutionellen Monarchie in eine parlamentarisch-demokratische Republik.

Lenin1917 Lenin, mit vollem Namen Wladímir Iljítsch Uljánow, hatte mit seinen berühmten „Aprilthesen“ („Frieden, Land und Brot“, „alle Macht den Sowjets“) der Revolution den Boden bereitet und damit den Untergang des russischen Zarentums eingeleitet.

Robespierre1794 Robespierre Ziel des französischen Revolutionärs Maximilien de Robespierre (1758-1794) war eine radikale Demokratisierung und die „Herrschaft der Tugend“. Um dies durchzusetzen, griff er zu immer gewaltsameren Mitteln, die in ein Terror-Regime ausarteten („Schreckensherrschaft“).

Martin Luther1517 Martin Luther (1483-1546) prangerte 1517 in seinen berühmten 95 Thesen die Missstände in der katholischen Kirche an, vor allem das Ablasswesen. Sein Wirken führte schließlich zur Kirchenspaltung in Katholiken und Protestanten.

Jeanne dArc1431 Jeanne d†™Arc, Johanna von Orléans, die „Jungfrau von Orléans“ (1412-1431), hatte diverse Heiligenvisionen, die ihr befahlen, die Franzosen im Krieg gegen die Engländer anzuführen.

Oswalt Kolle kritisiert die Männer der 68er-Generation als „Tübinger Pfarrerssöhne“

Wie die Süddeutsche heute berichtet, hat Oswalt Kolle, der Sex-Papst der 70er Jahre, die Männer der 68er-Generation kritisiert. „Das waren doch alles Tübinger Pfarrersöhne, die keinen Orgasmus bekamen und sich dann die freie Liebe ausgedacht haben – die ja alles andere als frei war“, sagte er dem SZ Magazin, das am Freitag erscheint und sich im Moment sehr ausführlich anhand des ABCs mit dem Thema „Sex“ beschäftigt. Daraus habe sich dann völlig zu Recht die Frauenbewegung entwickelt. Auch heute sei Sex alles andere als vorherrschend: im Fernsehen werde nur noch gekocht. „Grauenvoll!“, sagte Kolle.

Wo er Recht hat, hat er Recht 😉

Der schönste erste und letzte Satz von Julia Franck aus Die Mittagsfrau

Auf dem Fensterbrett stand eine Möwe, sie schrie, es klang, als habe sie die Ostsee im Hals, hoch, die Schaumkronen ihrer Wellen, spitz, die Farbe des Himmels, ihr Ruf verhallte über dem Königsplatz, still war es da, wo jetzt das Theater in Trümmern lag. […)

[…] Die Dunkelheit besänftigte, es war ganz ruhig.

Die MittagsfrauKlappentext
In der Lausitz verlebt Helene eine idyllische Kindheit, die mit Ausbruch des ersten Weltkriegs jäh endet. Der Vater wird nach Osten geschickt und kehrt nur zum Sterben nach Hause zurück, die jüdische Mutter zieht sich zunehmend vor den Anfeindungen ihrer Umgebung in die Verwirrung zurück. Blind am Herzen nennt Helene das und fürchtet die zunehmende Kälte der Mutter, die ihre Töchter kaum mehr wahrzunehmen scheint. Helene möchte Medizin studieren, ein ungewöhnlicher Traum für eine Frau zu Beginn des Jahrhunderts. Nach dem Tod des Vaters zieht sie Anfang der zwanziger Jahre mit ihrer Schwester Martha nach Berlin, und während Martha ihrer Freundin Leontine wieder begegnet, lernt Helene Carl kennen. Als der kurz vor der Verlobung stirbt,verliert sie den Sinn für das Dasein. Sie flieht in die Arbeit und will das Leben überleben. Auf einem Fest stellt sich ein gewisser Wilhelm vor, er ist begeisterter Ingenieur, der Reichsautobahnen bauen und Helene heiraten möchte. Die schnell scheiternde Ehe mit ihm führt Helene nach Stettin, wo ihr Sohn zur Welt kommt. Die Liebe, die der kleine Junge fordert, die Nähe, die er sucht, werden ihr zunehmend unerträglich, und bald schon geht ihr der Gedanke vom Verschwinden nicht mehr aus dem Kopf. Schließlich trifft sie eine ungeheuerliche Entscheidung.

Das Buch überzeugt durch sprachliche Eindringlichkeit, erzählerische Kraft und psychologische Intensität (Deutscher Buchpreis 2007).

Julia Franck im Münchner Literaturhaus in einer Lesung.

Ihr preisgekrönter Roman, dessen Geschichte vom Vorabend des ersten Weltkriegs bis ins geteilte Deutschland der 50er-Jahre reicht, hat (s)ein Vorbild in ihrer Familie (Interview).

Die Sünderin mit Hildegard Knef – heute im Literaturhaus München (Video)

„Uns geht`s doch wirklich prima! Die 50er Jahre im Bild der Münchner Illustrierten.“

lautet das Motto, unter dem das Münchner Literaturhaus noch bis Ende Februar verschiedene Veranstaltungen vorbereitet hat. Zur Ausstellung präsentiert das Haus ein umfangreiches Filmprogramm, Führungen, musikalische Abende, Diskussionsrunden und vieles mehr.

Heute, um 19 Uhr wird „Die Sünderin„, der Skandalfilm mit Hildegard Knef und Gustav Fröhlich gezeigt.

Schlacke im Gehirn – der Mythos um Entschlackungskuren

SchlackeEine Freundin verbringt 7 Tage in der Abgeschiedenheit eines Klosters, eine Nachbarin arbeitet derweil mit zittrigen Händen in einem Steuerbüro, und beide haben nur den einen Wunsch: ihre Körper zu entschlacken. Sie flößen sich literweise Entschlackungstees, Säfte und Wasser ein und bereiten sich auf die innere Leere vor.

Nur, entschlacken ist medizinischer Nonsens schreibt die SZ in ihrer Serie über Ernährung und Esskultur. Hungerkuren können ungesund sein, und es ist an der Zeit sich von den Mythen rund ums Fasten zu trennen.

Was und wie entschlackt werden soll, bleibt unklar. Angeblich sind Schlacken lästige Abfallprodukte des Stoffwechsels, die sich im Körper ablagern und dort alles Übel dieser Welt hervorrufen können – von Übergewicht, Rheuma und etlichen Zivilisationsleiden bis hin zu Gicht. Sehr eindringlich hat mir meine Freundin erklärt, dass sich die Schlacke bei ihr unterhalb der Augen einlagert und mir dabei ihr faltenfreies Gesicht gezeigt. Schlackeeinlagerungen konnte ich beim besten Willen nicht ausmachen. Keinem Forscher ist bis jetzt gelungen, Schlacken im Körper oder im Labor nachzuweisen.

„Der Glaube an die Entschlackung ist ein absolutes Steinzeitkonzept“, sagt Martin Reinecke, Leiter der Klinik für Innere Medizin der Ludwig-Maximilian-Universität München. „Die einzige Entschlackung, die medizinisch zu empfehlen ist, müsste im Kopf stattfinden – d.h. sich von dieser Vorstellung zu lösen.“

Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) teilt lapidar mit: „Im Stoffwechsel des Menschen fallen keine Schlackenstoffe an. Der Organismus scheidet Endprodukte des Stoffwechsels über Niere, Darm, Lungen oder Haut aus.“

Die Propheten und Nutznießer von Entschlackungskuren stört das nicht. Die bildliche Vorstellung von der Entschlackung scheint so überzeugend zu sein, dass sich damit viel Geld verdienen lässt.

WasserDer Glaube an die körperliche Reinigung erhöht die Entschlackung zu einer quasi-religiösen Läuterung. Die Vorstellung sich von schädlichem Ballast zu befreien und sich „von innen heraus“ zu säubern, trägt dazu bei, wenn sich Menschen nach Entschlackungskuren besser fühlen. Wenn jedoch während des Fastens wichtige Nahrungsbestandteile fehlen, kann es gefährlich werden. So können Kreislaufstörungen, Herzrythmusstörungen und Schwindel auftreten, auch treten Unterzuckerungen, die sich als Zittern, Schwitzen oder Unruhe zeigen, auf. Muskelkrämpfe, Sehstörungen und Hexenschuss sind bei komplettem Nahrungsentzug ebenfalls häufiger.

Natürlich gibt es Menschen, die sich nach Fastenkuren leichter, reiner und befreiter fühlen. Das liegt dann eher an den Heilerwartungen, die Fastenfreunde hegen, womöglich auch an Kreislaufstörungen und Schwindelgefühlen. Eine zeitweise eingeschränkte Gehirndurchblutung kann schon mal euphorische Gefühle auslösen.