Vom Küssen und Gefressen werden – Märchenstunde in der Blauen Maus

Theater Blaue MausAnders als erwartet entwickelt sich die Geschichte der schlafenden Schönen hinter der Dornenhecke, denn auch Literaten wie Ringelnatz, Peter Hacks oder Martin Walser ließen sich von Grimms Märchen inspirieren. Ihre Texte vermischen sich zum Märchen-Potpourri mit den unterschiedlichsten Versionen und Fantasien, die bis zu Schneewittchen und Rapunzel führen.

Allerlei neue Geschichten von Dornröschen und anderen Märchen erzählen Rüdiger Bach, Sigi Siegert, Jürgen Wegscheider und Juliet Willi im Theater Blaue Maus.

Vom Küssen und Gefressenwerden“ bis zum 17. November, jeweils Mittwoch bis Samstag um 20.30 Uhr, Elvirastr. 17a, München.
Kartenreservierung unter 089 / 18 26 94

Evelyn Hamann ist tot

Evelyn HamannDas teilten enge Freunde der Deutschen Presse-Agentur mit. Demnach starb Hamann in der Nacht zum Montag im Alter von 65 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit im Kreis ihrer Angehörigen.

Die beliebte Komödiantin Hamann, die zurückgezogen in Hamburg lebte, wurde dem Publikum besonders als Loriots Partnerin in zahlreichen Sketchen bekannt. Im „Nudel-Sketch†œ starrte Hamann als Fräulein Hildegard gebannt und mit todernster Miene auf das Stück Pasta, das hartnäckig im Gesicht ihres Gegenübers klebte

Im Fernsehen war Hamann zuletzt in der populären ARD-Serie „Adelheid und ihre Mörder†œ zu sehen. In der Titelrolle als Sekretärin Adelheid spürte sie Mörder auf, die ihre Vorgesetzten nicht schnappen konnten.

Der schönste erste Satz von Timothy J. Knab

Krieg der Hexen Eine Frau mit einem roten Plastik-Regenumhang suchte sich einen Weg durch die schlammigen Rinnsale und Pfützen auf dem zerfurchten Pfad zu Don Inocentes Haus.

Krieg der Hexen von Timothy J. Knab

Mit dem „Krieg der Hexen“ bzw. „Der Weg der Curanderos“ (=Titel der Erstausgabe) schreibt Timothy Knab über die Geisterwelt der mexikanischen Curanderos. Knab ist Anthropologe und verbrachte viele Jahre bei den Heilern / Sehern / Hexen / Schamanen in Mexiko, um von ihnen zu lernen und ihr Weltbild zu studieren.

Das Buch selbst beschreibt ein dunkles Kapitel der Hexenkämpfe, als die Curanderos eines Dorfes ihr Wissen und ihre Techniken eben nicht zum Heilen, sondern zum Töten eingesetzt hatten. Deutlich wird dabei, wie sehr der Glaube an andere Dimensionen und deren Gegenwart im Alltagsleben scheinbar auch heute noch in weiten Teilen Mexikos vertreten sind.

Um das Buch nicht als reine Fiktion zu verstehen, empfiehlt es sich, als Einleitung erst einmal die letzen Seiten über Timothy Knab und die Entstehungsgeschichte des Buchs zu lesen.

Für an Schamanismus interessierte Leser ist dieses Buch – trotz mancher Längen – sicher ein faszinierendes, spannendes und stellenweise ziemlich düsteres Leseerlebnis.

Don Farrago am 28. Oktober 2007

Processus contra Templarios – Die Wahrheit über die Templer

Kreuz der TempelritterDas Vatikanische Geheimarchiv hat jetzt gemeinsam mit dem Verlagshaus Scrinium das Werk mit dem Titel „Processus contra Templarios“ in Rom vorgestellt. Das Buch kostet 5.900 Euro! Mehr als die Hälfte der 799 Exemplare sind bereits an Bibliotheken, Forschungsinstitute, Sammler, angebliche Nachfolge-Organisationen der Templer und muslimische Scheichs verkauft. Das kostbare in Leder gebundene Opus enthält sämtliche vatikanischen Prozessakten vom Anfang des 14. Jahrhunderts über den sagenumwobenen Templerorden. Unter den beigefügten Dokumenten ist die originalgetreue Reproduktion eines spektakulären Pergaments, welches beweist, dass die Templer keine Ketzer waren.

Bis heute fasziniert der reichste und mächtigste Orden des Mittelalters die Menschen. Wer bei Vorstellung des Werkes eine Sensation, nämlich die öffentliche Entschuldigung von Benedikt XVI. für den Justizmord an den Tempelrittern oder die Wiederzulassung des Ordens erwartete, wurde enttäuscht. „Unser Werk ist kein Scoop (eine exklusive Meldung im Journalismus)“, warnte der Präfekt des Geheimarchivs, Monsignor Sergio Pagano, „es dient vielmehr der Erforschung der Geschichte.“

ClemensVDie junge Wissenschaftlerin und Mitarbeiterin des Geheimarchivs, Barbara Frale, hat bereits 2001 das sogenannte Pergament von Chinon, das spannendste Dokument der Sammlung gefunden. Es liegt dem Buch in einer Faksimile-Version bei, die dank neuester Techniken besser lesbar ist als das Original. In dem Pergament erteilte Papst Clemens V. im Jahr 1308 den Templern die Absolution, nachdem sich diese für allerlei Missstände in ihrem Orden entschuldigt hatten. Zugleich nahm er sie wieder in die Kirchengemeinschaft auf. Damit stand fest, dass die Templer keine Ketzer waren und der Pontifex den Orden, der ihm allein unterstellt war, reformieren wollte. Der gesundheitlich angeschlagene Clemens V. residierte seinerzeit in Avignon und war dem mächtigen französischen König Philipp dem Schönen ausgeliefert. Philipp der Schöne entfesselte eine Verleumdungskampagne gegen die Templer, er wollte sie vernichten. Zum einen wurden sie zu mächtig und reich zum anderen lehnten sie den Antrag auf Mitgliedschaft von Philipp des Schönen ab.

Philipp_der_SchöneAbenteuerliche Geständnisse wurden unter der Folter erzwungen, nachdem am 14. September 1307  auf Befehl Philipp des Schönen alle Templer verhaftet wurden. Am 12. Mai 1310 wurden 54 Templer bei Paris verbrannt, am 18. März 1314 wurde der letzte Großmeister des Templerordens, Jacques de Molay, zusammen mit Geoffroy de Charnay in Paris auf dem Scheiterhaufen verbrannt, nachdem man ihn zunächst zu lebenslanger Kerkerhaft verurteilt hatte.

Der haltlose Ketzervorwurf blieb an den Templern bis heute hängen. Er nährt all die Legenden, die sich um die Männer mit dem roten Kreuz auf dem weißen Mantel bildeten.

Durch die Veröffentlichung des „Processus contra Templarios“ möchte das Vatikanische Geheimarchiv eine sachliche Auseinandersetzung mit den Tempelrittern fördern. Zugleich will es das düstere Bild von Clemens V. aufhellen, der oft als willfähriger Handlanger des französischen Königs bei einem der größten Justizverbrechen der Geschichte dargestellt wird. Das Pergament beweise, dass der Papst mit aller Macht versuchte den Orden zu retten. Am Ende unterlag der Pontifex den Erpressungen durch den französischen König, der mit einer Kirchenspaltung drohte.

Das Pergament von Chinon, das die wahre Gesinnung des Papstes offenbart, war sieben Jahrhunderte lang in den Archiven des Vatikans vorhanden und blieb von den Forschern unentdeckt.

Quellen: Süddeutsche Zeitung, Wikipedia

Der schönste erste Satz von Mary Kingsley

Mary KingsleyDie Westküste von Afrika und die arktischen Regionen haben eines gemeinsam: Wer einmal dort war, will wieder dort hin.

Die grünen Mauern meiner Flüsse von Mary Kingsley

Mary Henrietta Kingsley (* 13. Oktober 1862 in Islington;†  3. Juni 1900 in Simon’s Town, Südafrika) war eine englische Entdeckerin und Ethnologin mit großem Einfluss auf europäische Ideen über Afrika und die Afrikaner. Sie profilierte sich auch als Reiseschriftstellerin und mit Vorträgen über ihre Erlebnisse. Als erste Europäerin betrat sie abgelegene Teile in West- und Zentralafrika, etwa in Gabun.

Die Reisebücher enthalten viele Informationen über die Lebensweise der westafrikanischen Menschen in den 1890er Jahren. Ihre Vorträge trugen zu einem anderen Bild und besserem Verständnis der Afrikaner bei. Sie argumentierte gegen die damals in Europa und Amerika vorherrschende Vorstellung, Neger seien Primitive und dass Europa Afrika zivilisieren müsse. Händler, so glaubte sie, könnten noch am besten die Mentalität der Eingeborenen verstehen.

Leseprobe aus „Die grünen Mauern meiner Flüsse“