Seitensprung der Sisterhood – Duncan in Lebensgefahr

Seitensprung der Sisterhood

Kapitel 8
Duncan in Lebensgefahr

Da ich wusste, dass sich Vampire sehr schnell erholten, war es nur eine Frage der Zeit bis Duncan wieder aufstand. Dann wollte ich ihn mir ohne Gnade vorknöpfen und ihm wegen seines Leichtsinns sich mit so einer Übermacht anzulegen gehörig die Leviten lesen.  Schnell suchte ich die Umgebung nach eventuellen Zuschauern oder Zeugen ab, da ich den Schutzschild der Magier bei meinem Einsatz außer Kraft gesetzt hatte. Doch außer ein paar Ratten, die sich hinter den Mülltonnen versteckten, und einer streunenden Katze auf Futtersuche war niemand hier. Gerade wollte ich die Fenster genauer inspizieren, als Libell leise nach mir rief.
„Angie, hier stimmt was nicht! Er blutet, und zwar ziemlich heftig. Müsste er nicht auch langsam aus seiner Ohnmacht erwacht sein?†œ Erschrocken fuhr ich herum und sah in sein bleiches Gesicht. Was stimmte nicht mit ihm? Normalerweise hätten doch seine Selbstheilungskräfte schon längst eingesetzt haben müssen. Besorgt fiel ich neben ihm auf die Knie, nahm vorsichtig seinen Kopf in beide Hände und bettete ihn behutsam auf meine Oberschenkel. Er gab kein Lebenszeichen von sich.
„Duncan, was machst du denn bloß… jetzt wach doch auf, bitte†œ, bettelte ich während ich gleichzeitig mit einer Hand über sein blutverschmiertes Gesicht fuhr und ihm dabei seine dunklen Locken aus dem schmerzverzerrten Gesicht strich. Er öffnete seine Augen nicht.
Die Verletzung knapp über seiner Schläfe sah nicht wirklich schlimm aus, auch die anderen Wunden, die ich auf den ersten Blick erkennen konnte, waren harmlos. Aber an seiner Seite klaffte ein tiefes Loch, aus dem das Blut ohne Unterlass lief. Sie mussten ihn mit einem silbernen Dolch oder etwas Ähnlichem verletzt haben. Verdammte Magier mit ihrer schwarzen Kunst. Sie hatten scheinbar durch einen dunklen Zauber seine Selbstheilungskräfte blockiert. Während unserer Fahrt durch Le Havre konnte ich spüren, dass es hier in der Gegend kaum magische Geschöpfe gab, und von einem Heiler wusste ich auch nichts. Eine eiskalte Hand griff nach meinem Herz. Oh Gott, was sollte ich denn jetzt nur machen, dachte ich leicht panisch. Libell gab mir unaufgefordert ihren Schal, den ich sofort auf die stark blutende Wunde drückte. Bilder von einer ähnlichen Situation, als Norbert tödlich verwundet worden war, erschienen vor meinen Augen. Ich hatte keine Ahnung, was hier mit Duncan geschah, ich wusste ja nicht einmal, ob diese Verletzung ihn nur schwächte oder ob sie ihn letztendlich nicht doch töten konnte. Eines wusste ich, ich durfte ihn nicht verlieren… nicht meinen Duncan! Mit zitternden Fingern streichelte ich seinen Kopf. Der Puls an seinem Hals war erschreckend schnell, seine Atmung zu flach und unregelmäßig, und er bewegte sich immer noch nicht. Langsam krochen Angst und Verzweiflung in mir hoch. Libell legte ihre Hand über meine.
„Angie, in ein Krankenhaus können wir ihn nicht bringen†œ, sagte sie leise, „ die würden dort zu viele Fragen stellen und können ihm sowieso nicht helfen. Es gibt auch keinen Heiler hier. Wir leben hier eigentlich in einer fast magielosen Region. Aber wir müssen schnellstens weg hier! Also bleibt uns nichts anderes übrig, als ihn mit zu uns zu nehmen. Glaubst du, du schaffst das?†œ Ich konnte nicht sprechen und nickte nur, dabei wischte ich mir nicht einmal die Tränen ab, um ihn nicht loszulassen. Wir müssen es einfach schaffen, dachte ich, und ließ meinen Blick nicht von seinem Gesicht. Libell wartete meine Antwort erst gar nicht ab.
„Gut, ich hole jetzt den Wagen. Bleib ganz ruhig und warte hier.†œ Wo sollte ich auch schon hin ohne ihn. Sie fummelte den Autoschlüssel aus meiner Tasche, weil ich noch immer nicht bereit war ihn loszulassen. Ich nahm kaum wahr, dass sich ihre Schritte entfernten als sie zu dem Wagen hastete. Ich konnte Duncan nur hilflos ansehen und überlegte fieberhaft wie ich die Blutung stoppen konnte. Seine Wimpern warfen dunkle Schatten auf seine Wangen und sein Mund öffnete sich ein wenig, als ich ihm über seine kratzigen Bartstoppeln strich. Doch er wachte immer noch nicht aus seiner tiefen Ohnmacht auf. Ein eisiger Windstoß, der durch die Gasse fuhr, ließ mich frösteln und verwirbelte die Asche der Magier und nahm sie mit sich fort.
Libell fuhr den Wagen so nah wie möglich an uns heran und ließ den Motor laufen, als sie Sekunden später neben uns wieder auftauchte.
„Na, dann los! Du nimmst seine Beine, ich den Rest. Und komm erst gar nicht auf die Idee zu widersprechen, ich bin vielleicht nicht stärker, aber größer als du!†œ, kommandierte sie mich mit einem nachsichtigen Ton in der Stimme.

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„Du musst ihn jetzt loslassen, Angie. Wir schaffen ihn auf die Rückbank.†œ Ich löste meinen Blick nur widerstrebend von ihm und war Libell dankbar, dass sie diesmal das Kommando übernahm. Mit vereinten Kräften schafften wir ihn irgendwie auf die Rückbank. Umsichtig hatte Libell den Beifahrersitz ganz nach vorne gestellt, damit wir seine langen Beine unterbringen konnten. Ohnmächtig, blutend und in sich zusammengesunken saß oder vielmehr hing Duncan neben mir. Eine Hand presste ich auf die Wunde, mit der anderen drückte ich seinen Kopf behutsam an meine Brust.
„Man, ich wusste gar nicht, dass Muskeln so viel wiegen, aber jetzt los, festhalten!†œ, versuchte Libell zu scherzen. Sie ließ jede Geschwindigkeitsbegrenzung außer Acht und raste los wie eine Irre. Ich bekam kaum etwas davon mit, es war mir auch egal, denn ich zerbrach mir immer noch fortwährend den Kopf darüber was ich tun konnte, um ihm zu helfen. Ich musste mir möglichst schnell eine Lösung einfallen lassen, denn uns rannte die Zeit davon! Unterwegs ließ mich nur Duncans leises Stöhnen ab und zu zusammenzucken, wenn Libell rasant eine Kurve nahm oder der Wagen über eine Unebenheit holperte und wir durchgeschüttelt wurden. Dann presste ich mein Gesicht in sein Haar und murmelte beruhigende, belanglose Worte. Vielleicht konnte er mich ja hören.
In Rekordzeit erreichten wir ihr Domizil und da Libells Nachbarn so spät im Jahr nicht mehr hier wohnten, konnten wir ihn ungesehen ins Haus schleppen.
„In mein Zimmer†œ, presste ich unter der Anstrengung hervor. Wir legten ihn auf mein Bett und ich zog ihm seine Schuhe aus. Vorsichtig löste ich den Schal. Seine tiefe Wunde blutete nicht mehr ganz so stark, aber sie hatte sich immer noch nicht geschlossen. Vorsichtig wischte ich mit einem Ende das Blut von seinem Gesicht. Eigentlich verteilte ich es nur, denn der Schal triefte mittlerweile von seinem Blut. Libell eilte aufgeregt ins Bad und kam mit einigen Handtüchern unter dem Arm wieder, die sie neben Duncan auf das Bett legte.
„Kann ich irgendetwas tun? Kann ich dir helfen… oh Gott, er sieht so blass aus… so… Soll ich dir was bringen, damit du ihn verarzten kannst? Willst du ein Glas Wasser? Angie, …sag doch was!†œ Von ihrer Überlegenheit in der vergangenen Stunde war nicht mehr viel übrig. Sie rannte wie ein aufgescheuchtes Huhn hin und her und machte mich noch nervöser und ängstlicher als ich schon war. So war sie mir absolut keine Hilfe und ich keine für Duncan. Er brauchte mich jetzt rational und klar denkend. Ich riss mich zusammen, schloss kurz meine Augen und atmete einige Male tief durch.
„Libell, ganz ruhig. Du kannst mir helfen, indem du mir Verbandszeug und etwas zum Desinfizieren holst. Dann brauche ich Wasser, um ihn zu säubern. Danach fahr bitte so schnell wie möglich in das Hotel und hol seine Sachen, ja? Der Zimmerschlüssel ist in meiner Tasche. Alles andere schaffe ich schon alleine.†œ Ich gab mich ihr gegenüber zuversichtlicher und stärker als ich mich fühlte. Sie war dankbar und erleichtert, dass es etwas zu tun gab.
Nachdem sie mir alles gebracht hatte, machte sie sich auf den Weg zu Duncans Hotel.
Ich entfernte seine Kleidung bis auf seine Shorts. Vorsichtig wusch ich ihn ohne dabei die Wunde zu berühren. Es zerriss mir fast das Herz ihn so schwach und hilflos zu sehen, blutend und ohne Bewusstsein, so bleich und dem Tode nahe. In meiner Verzweiflung betete und schimpfte ich abwechselnd vor mich hin.
Oh Duncan, du verrückter Kerl… fünf Magier! Was hast du dir nur dabei gedacht? Wahrscheinlich nichts! Das war nicht mutig, das war Wahnsinn du… du geliebter Schotte! Du bist in eine Falle getappt, nicht wahr? Ich schimpfte immer weiter leise mit ihm, nur um nicht wieder in Tränen auszubrechen. Dabei überlegte ich fieberhaft, was ich tun konnte, um die schwarze Magie unschädlich zu machen. Seine Selbstheilungskräfte mussten endlich wieder einsetzten bevor es zu spät für ihn war. Schwarze Magie konnte nur durch einen starken Zauber oder durch weiße Magie neutralisiert werden.
Während ich das blutige Tuch erneut auswrang, kam mir plötzlich die Idee. Vielleicht war das ja die Lösung? Weiße gegen schwarze Magie. Das war vielleicht unsere einzige Chance, also musste ich es einfach versuchen. Ich stellte die Schüssel schnell auf den kleinen Tisch und kniete mich neben ihn auf das Bett. Meine Kräfte alleine würden vielleicht nicht ausreichen, also musste ich etwas von mir hergeben, etwas was mir sehr am Herzen lag, eine Fähigkeit von mir. Nur so konnte ich die Magie, die ich brauchte, verstärken. Ich betrachtete kurz meinen Ring, der mir immer treu gedient hatte, und strich über den leuchtend grünen Smaragd, in dem ein besonderes magisches Feuer brannte. Dann stand mein Entschluss fest und ich handelte ohne weiter darüber nachzudenken. Über eventuelle Konsequenzen für mich konnte ich mir später noch genug Gedanken machen.

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Ohne zu zögern nahm ich den Ring von meinem Finger, beugte mich über Duncan und hielt den Stein dicht an seine verletzte Seite. Mit geschlossenen Augen konzentrierte ich mich auf meine Zauberkräfte und ließ dabei meine dämonischen unangetastet, da ich Angst hatte, sie genau in diesem Moment nicht genug kontrollieren zu können und ihm dadurch mehr zu schaden als zu nützen. Leise sprach ich eine der uralten geheimen Formeln, die mich Gwen gelehrt hatte. Der Wortlaut ähnelte denen der dunklen Seite, doch der kleine Unterschied bestand aus wenigen Silben und war das Entscheidende. Kaum spürbar fing etwas in meinem Inneren an zu ziehen. Immer wieder sprach ich die Formel, bis das Ziehen und Zerren sich langsam steigerte und fast unerträglich wurde. Etwas wollte meinen Körper verlassen, doch mein Innerstes kämpfte noch dagegen an und leistete Widerstand. Massiver Druck baute sich in meinem Kopf auf. Es blieb mir nichts anderes übrig, als meine Bemühungen zu verdoppeln, bis mir vor Anstrengung und Schmerz fast schwarz vor Augen wurde. Doch an Aufgeben war nicht zu denken. Ich biss die Zähne zusammen bis mein Kiefer schmerzte und bunte Lichter vor meinen Augen tanzten. Und obwohl mein Hände zitterten und ich den Ring kaum noch festhalten konnte, gab ich nicht nach. Auch wenn es mich umbringen sollte, es ging um Duncan, nur um ihn und sein Leben. Ein mächtiger Ruck durchfuhr mich, als ich die Formel mittlerweile nicht mehr monoton vor mich hin murmelte, sondern schrie. Und endlich ließen mein Körper und mein Geist los, und dieses Etwas, diese geheimnisvolle Kraft, die ein Teil von mir und meiner Magie war, verließ meinen Körper. Sie strömte durch den Ring, der in diesem Moment so hell leuchtete wie nie zuvor, direkt in seine Wunde und in seinen Körper. Ein heftiger Schmerz ließ mich kurz aufschreien und zusammenzucken. Dann war es vorbei. Mühsam öffnete ich meine Augen und sah, wie die Wunde sich langsam schloss und der Blutstrom endgültig versiegte. Dann forderte dieser enorme Kraftaufwand seinen Tribut und ich brach schwer atmend über seiner Brust zusammen. Niemals zuvor hatte ich mich so leer, so ausgelaugt und erschlagen gefühlt wie in diesem Moment. Doch es war mir vollkommen egal, denn einen Augenblick später hörte ich das wunderbarste Geräusch der Welt… seinen regelmäßigen Herzschlag.

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Erleichtert hob ich den Kopf und sah in sein geliebtes Gesicht. Er sah zwar immer noch erschreckend blass aus, aber seine Gesichtszüge waren nicht mehr so schrecklich verzerrt. Er atmete ruhiger, und nach einem tiefen Seufzer glitt er von seiner Ohnmacht übergangslos in einen tiefen Schlaf ohne die Augen geöffnet zu haben. Kaum zu glauben, aber ich hatte es tatsächlich geschafft und über die unselige dunkle Seite gesiegt ohne selber Schaden zu nehmen! Ich war nur furchtbar erschöpft und fühlte die Lücke, die fast schmerzhafte Leere, die die fehlende Magie hinterlassen hat. Doch auch das würde vergehen. Glückselig schmiegte ich meine Wange an seine Brust und lauschte eine Weile seinem Herzschlag. Er schlief tief und fest seiner Genesung entgegen. Zärtlich streichelte ich seine Wange, küsste ihn vorsichtig auf seine noch kalten, leicht geöffneten Lippen und zog die Decke über ihn. Er würde sich im Schlaf wieder vollständig erholen, da war ich mir sicher. Langsam schob ich den Ring wieder auf meinen Finger. Er fühlte sich jetzt ganz anders an, so ohne seine Magie, irgendwie kälter. Der Stein wirkte blass ohne das Feuer im seinem Inneren, und das eigentümliche Leuchten war verschwunden. Er war nur noch ein ganz gewöhnlicher Ring, zwar immer noch hübsch anzusehen, aber mehr eben nicht.
Jetzt gab es noch etwas Wichtiges für mich zu tun. Todmüde und völlig erschöpft stand ich auf und ging zur Terrassentür. Ich öffnete sie weit und trat in die kalte Nachtluft hinaus. Der schneidende Herbstwind hatte sich gelegt und die Wolkendecke riss in dem Moment auf, als ich die Terrasse betrat. Millionen von Sternen funkelten über mir und der Mond zeigte mir sein lächelndes Gesicht. Mit beiden Händen fuhr ich mir durch meine Haare und zählte wenig später drei Haare zwischen meinen Fingern. Die Ausbeute war zwar gering, aber sie würde reichen. Ich deponierte sie auf meine linke Handfläche, streckte sie aus und legte meine rechte auf mein Herz. Dann neigte ich demütig und voller Dankbarkeit meinen Kopf.
„Hab Dank, oh Mutter aller Dinge, für deine Güte und Hilfe†œ, flüsterte ich leise und respektvoll. Ein leiser zarter Windhauch, der plötzlich über meine Handfläche strich, nahm meinen Tribut mit sich und verschwand damit in der Dunkelheit. Lächelnd atmete ich ein paarmal tief die klare Luft ein und fühlte mich in diesem Augenblick so verbunden und in Einklang mit ihr wie selten zuvor. Mit geschlossenen Augen blieb ich noch ein wenig draußen in der Kälte stehen und genoss es, dass sich meine innere Batterie langsam wieder auflud. Fröstelnd rieb ich nach einer Weile meine Arme und ging wieder hinein. Nach einem letzten prüfenden Blick auf den tief schlafenden Duncan verschwand ich schnell im Bad und duschte mich in Windeseile. Dabei entdeckte ich die kleine Schramme, die der Streifschuss an meinem Arm hinterlassen hatte. Dieses Miststück von Magierin hatte mich doch tatsächlich noch erwischt! Zum Glück war die kleine Wunde kaum der Rede wert und hatte sich schon verschorft. Zufrieden zog ich mein Sleepshirt an und vergewisserte mich nochmals, dass Duncan ruhig schlief. Als ich ihn da so liegen sah, so friedlich und entspannt, musste ich daran denken, dass ich ihn beinahe verloren hätte. Doch schnell vertrieb ich jeden trüben Gedanken und ging in die Küche, um für Libell, die ich jeden Moment zurückerwartete, Kaffee zu kochen.
Als das Wasser zischend und brodelnd durch die Maschine lief und sich das köstliche Kaffeearoma im Raum ausbreitete, fiel mir siedend heiß Shadow ein. Bei ihm hatte ich mich ja noch gar nicht gemeldet! Ich holte mein Handy und rief ihn an. Bereits nach dem ersten Klingeln hob er ab. Ausführlich erzählte ich ihm wie und wo ich Duncan gefunden hatte und von dem Kampf mit den Magiern. Nur die Aktion mit dem Ring verschwieg ich ihm. Das ging vorläufig nur mich etwas an.
„Na, Gott sei Dank, dass du ihn gefunden hast und er wohlauf ist†œ, sagte Shadow und seiner Stimme war die Erleichterung über die gute Nachricht anzuhören.
„Meinst du, das war eine Falle?†œ
„Mit Sicherheit. Ich verstehe nur nicht, wie er da reintappen konnte. Er ist doch sonst so umsichtig und vorsichtig. Ich werde ihn auf jeden Fall fragen. Ich muss auch wissen, was er herausgefunden hat, aber erst, wenn er wieder aufgewacht ist.†œ
„Ja, mach das. … und wie geht es euch? Alles in Ordnung?†œ
„Uns geht es prima. Ich bin nur sehr müde. Aber du hättest Libell erleben sollen. Sie war einfach fantastisch und mir eine sehr große Hilfe!†œ
„Und… wo ist sie jetzt?†œ

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„Libell ist ins Hotel gefahren und holt Duncans Sachen. Er wird hier bei mir bleiben†œ, erklärte ich fest, „zusammen werden wir dann überlegen wie es weitergehen soll. Ich glaube nämlich nicht, dass die Sache mit den Magiern schon ausgestanden ist.†œ Mit dem Versprechen, Libell auch ja von ihm zu grüßen und mich am nächsten Tag wieder zu melden, beendete ich das Gespräch.
Ich hatte gerade die Schränke erfolgreich nach Schokoladencookies durchforstet, als Libell mit Duncans Reisetasche erschien.
„Und? Gab es Probleme mit Claude?†œ, fragte ich sie und fischte mir einen Keks aus der Packung. Genussvoll ließ ich die Schokolade auf der Zunge zergehen und konnte einfach nicht mehr aufhören zu lächeln.
Ein Blick in mein Gesicht genügte ihr, und sie seufzte erleichtert.
„Oh, wenn ich dich so ansehe, weiß ich, es ist wieder alles okay. Wie geht es deinem Duncan? Claude war übrigens gar nicht da, ein anderer Portier hatte Nachtdienst. An ihm konnte ich mich unbemerkt vorbeischleichen. Der hat nämlich selig hinter seinem Tresen geschlummert.†œ Kichernd ließ sie sich auf den Stuhl neben mir fallen, griff sich einen Keks und stöhnte laut als sie ihre Schuhe abstreifte.
„Puh, das war vielleicht ein Tag… Ich bin so fertig, dass ich im Stehen schlafen könnte. Und du siehst auch nicht viel besser aus. Aber nun erzähl, wie geht es ihm? Besser?†œ Ich nickte und trank meinen Kaffee in kleinen Schlucken.
„Ja, es geht im viel besser sogar. Seine Selbstheilungskräfte haben endlich eingesetzt und er schläft jetzt.†œ Libell sah mich misstrauisch an.
„Wie hat er denn seine Kräfte so schnell wieder gewonnen?†œ Während ich ihrem prüfenden Blick auswich, drehte ich unbewusst an meinem jetzt magielosen Ring und überlegte mir eine Antwort, weil ihr die Wahrheit höchstwahrscheinlich nicht schmecken würde. Plötzlich griff sie mit einem leisen Aufschrei über den Tisch und schnappte sich meine Hand.
„Angie! Oh nein! Was hast du getan? Du hast deine Fähigkeit zu fliegen aufgegeben? Für ihn? Bist du dir sicher, dass er das wert ist? Ich meine, das war doch bestimmt riskant und gefährlich für dich!†œAnklagend fuhr sie fort und ließ mir keine Gelegenheit für eine Erklärung.
„ Auf dem Anwesen hat er dich nicht gerade gut behandelt. Und.. ja, ich verstehe schon, er ist dein Gefährte und du liebst ihn, aber er hat nicht so gehandelt wie ein solcher.†œ Ich brauchte nicht lange zu überlegen und entriss ihr verärgert meine Hand.
„Damit das klar ist, was zwischen ihm und mir vorgefallen ist, oder wie er mich behandelt hat, tut hier überhaupt nichts zur Sache. Auch dass ich ihn liebe und jederzeit mein Leben für ihn geben würde, steht hier nicht zur Debatte. Denn er bleibt immer noch der mutigste und tapferste Kämpfer und Krieger, den ich kenne. Er hat mir das Leben gerettet damals in Peru, als ich mit schwarzer Magie vergiftet wurde. Er hat uns da zum Sieg geführt und er ist der beste Anführer des Ordens, den sie je hatten. Er würde jederzeit und ohne zu zögern sein Leben für seine Männer lassen, und er ist loyal seiner Familie und seinen Freunden gegenüber! Du kennst ihn nicht so wie ich! Also frage mich nie wieder, ob er das wert ist!†œ Betreten sah sie mich an. Dann legte sie behutsam eine Hand auf meinen Arm und murmelte eine Entschuldigung.
„Angie, so meinte ich das nicht. Ich habe nur Angst, dass dir etwas passieren könnte. Tut mir leid… vergiss was ich gesagt habe, ich bin einfach zu müde.†œ
„Schon gut, ich bin auch stehend k.o. und war wohl zu heftig. Es war ja auch ein ereignisreicher Tag. Komm, lass uns einfach schlafen gehen und diesen Vorfall schnell vergessen, ja?†œ Ich konnte ihr nicht lange böse sein und lächelte sie aufmunternd an.
Sie nickte müde mit halb geöffneten Lidern, küsste mich lächelnd auf die Wange und schlurfte in ihr Zimmer. Ich blickte ihr belustigt nach. Sie hatte sich erstaunlich gut gehalten, dafür, dass sie sonst eher behütet und verhätschelt wurde. Sie war mir in der kurzen Zeit richtiggehend ans Herz gewachsen und mir mittlerweile so vertraut wie eine sehr gute Freundin.
Zurück in meinem Zimmer kroch ich im Dunkeln zu Duncan unter die Decke. Vorsichtig tastete ich nach der Wunde, doch sie war verschwunden. Auch fühlte er sich nicht mehr so kalt an. Glücklich und zufrieden kuschelte ich mich an ihn und wärmte ihn mit meinem Körper. Mit seinem köstlichen Duft in der Nase schlief ich erschöpft und zufrieden ein.
Es war noch dunkel draußen, als sein warmer Atem mich in der Früh weckte. Er musste sich im Schlaf zu mir gedreht haben und war meinem Gesicht sehr nahe gerückt. Er schlief immer noch tief und fest.

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Die schreckliche Leere in mir, die ich gefühlt hatte, als ich einen Teil meiner Magie aufgegeben hatte, füllte sich langsam wieder mit meiner tiefen Liebe zu ihm. Leise seufzend betrachtete ich ihn und strich eine Strähne aus seinem Gesicht. Und warum fühlte ich mich trotz allem nicht so glücklich, wie ich es eigentlich sollte? Das hatten mir Libells Äußerungen gestern klar vor Augen geführt. Die Probleme die wir miteinander hatten, mussten erst gelöst werden. Leise und vorsichtig stand ich auf ohne ihn dabei zu wecken. Ich werde ihm so wenig wie möglich von gestern erzählen, nahm ich mir vor. Unvoreingenommen und frei soll er alleine entscheiden, ob er sein Leben mit mir verbringen wollte. Er sollte sich aus Liebe für mich entscheiden und nicht aus Dankbarkeit, weil ich sein Leben gerettet hatte oder aus Pflichtgefühl Shadow gegenüber. So und nicht anders wollte ich es, denn nur so konnte es zwischen uns auf Dauer funktionieren. Mit einem letzten Blick auf ihn schloss ich die Tür und ging in die Küche, in der Libell schon mit einer Tasse Kaffee auf mich wartete. Sie sah frisch und ausgeruht aus. Ihr helles Haar war gekonnt verstrubbelt, und sie hatte sich schon zu so früher Stunde perfekt und elegant gekleidet. Beneidenswert. Ich sah nur flüchtig an meinem Sleepshirt herunter. Na wenigstens war es sauber und hatte sogar einige Glitzersteinchen aufzuweisen.
„Guten Morgen. Gut geschlafen? Wie geht es Duncan? Wirst du ihm sagen, was sich gestern alles ereignet hat und wie du ihn geheilt hast?†œ Ich runzelte die Stirn. Uh… so viele Fragen vor dem ersten Schluck Kaffee. Meine warnend erhobene Hand ließ sie schmunzelnd verstummen, als ich mich ihr gegenüber setzte und dankbar von dem Kaffee nippte. Er war genau richtig, schwarz und stark. Er vertrieb die letzten Reste meiner Müdigkeit und Erschöpfung und weckte meine Lebensgeister. Nachdem sie mir nachgeschenkt hatte, war ich endlich in der Lage ihr geduldiges Lächeln zu erwidern und zu antworten.
„Guten Morgen. Ja, gut, er schläft noch, in etwa, also nicht alles. Zumindest nicht jetzt, später vielleicht.†œ Verdutzt stellte sie die Kanne auf den Tisch zurück. Schnell kam ich ihren Fragen zuvor und erklärte ihr ausführlich meine Motive ihm nur das Nötigste zu sagen. Ihrem ungläubigen Blick entnahm ich, dass sie ganz und gar nicht damit einverstanden war, aber darauf konnte ich keine Rücksicht nehmen.
„Bitte versprich mir, dass du ihm nichts davon erzählst. Das werde ich schon selber irgendwann machen.†œ Ihre Miene verfinsterte sich. Sie schien mir nicht wirklich zu glauben, also bat ich sie noch einmal eindringlich.
„Libell bitte, versprich es mir, dass er nichts von alledem erfährt, außer von mir!†œ Sie wollte gerade etwas sagen, als sie plötzlich mit weitgeöffneten Augen an mir vorbeistarrte. Seufzend stellte ich die Tasse ab.
„Er steht hinter mir, richtig?†œ Sie nickte nur und starrte ihn weiter mit offenem Mund an. Ich drehte mich langsam um und sah Duncan in dem Durchgang stehen, den er mit seiner riesigen Gestalt fast vollständig ausfüllte. Seine dunklen Locken waren total zerzaust und bildeten einen verwegenen Kontrast zu seinem blassen Gesicht. Er trug nichts außer seinen Shorts. Seine dunklen Augen blickten etwas verwirrt, doch dann blieben sie an mir hängen und durchbohrten mich fast.
„Was soll wer nicht erfahren? Was ist passiert und warum seid ihr hier? Wo bin ich hier überhaupt?†œ, fragte er noch etwas verschlafen mit seiner tiefen melodischen Stimme. Ich hatte sie so lange nicht gehört, dass alleine sein Klang mein Herz schneller schlagen ließ. Ich lächelte ihn unsicher an. Himmel, so schnell hatte ich noch nicht mit ihm gerechnet. Ich musste unbedingt Zeit gewinnen…
„Äh… möchtest du nicht erst unter die Dusche? Das Bad ist gleich neben meinem Zimmer. Das ist übrigens Libell, eine echte Prinzessin. Wir machen in der Zwischenzeit Frühstück, okay? Dann können wir in alle Ruhe reden, einverstanden?†œ Er zog seine Augenbrauen argwöhnisch zusammen, doch dann nickte er zögernd.
„Gut. Ich beeile mich, denn auf die Geschichte bin ich schon sehr gespannt!†œ Mh, irgendwie klang das ein bisschen bedrohlich, vielleicht täuschte das aber nur. Ich blickte ihm verträumt hinterher, als er mit seinem geschmeidigen Gang meine Zimmertür ansteuerte.
„Er ist grantig, aufbrausend und sehr besitzergreifend. Er ist stur wie ein Maulesel! Mit seiner Rechthaberei und Arroganz treibt er mich manchmal bis zu Weißglut!†œ, flüsterte ich leise und seufzte tief, als er die Zimmertür hinter sich schloss.
„Aber… ach, ich kann mir nicht helfen, er hat den knackigsten Hintern der Welt!†œ

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Libell schüttelte kichernd den Kopf und begann den Tisch zu decken. Während ich die Croissants-Rohlinge mit Eigelb bestrich und in den Ofen schob überlegte ich fieberhaft, was und wie viel ich ihm erzählen sollte. Wo sollte ich anfangen? Bei meinem Unfall? Oder warum ich hier war? Wie würde er es aufnehmen, dass ich ihm nachgereist war, obwohl ich ja offiziell nichts von alledem wissen sollte? Würde es seinen Stolz verletzen? Doch das war nicht das eigentliche Problem. Er wollte mich nicht dabei haben. Er hatte mir den Anschlag auf unsere Freunde und Mitstreiter verschwiegen und den Grund seines hastigen Aufbruchs nach Le Havre. Er hat mich aus dem Team ausgeschlossen. Libell und ich arbeiteten stumm Hand in Hand, doch ich war zu beschäftigt mit meinen Überlegungen. Zerstreut bemerkte ich kaum, dass sie mir das Küchentuch wieder abnahm, mit dem ich zum wiederholten Mal die Tassen unnötigerweise polierte. Ihren prüfenden Blicken wich ich verlegen aus und beobachtete lieber die Croissants beim Backen. Es grenzte schon an ein Wunder, dass ich sie rechtzeitig aus dem Ofen nahm und nicht verbrennen ließ, denn ich war immer noch in meinen Gedanken versunken und zu keinem brauchbaren Ergebnis gekommen.
Da erschien er auch schon wieder. Oh je.. ich vergaß immer wieder, wie schnell Vampire waren. Seine Haare waren noch feucht, er hatte sich rasiert und frische Sachen angezogen. Also musste er seine Tasche in meinem Zimmer gefunden haben.
Wortlos setzte er sich lässig mit unbewegter Miene neben Libell und wartete. Ich stellte den Korb mit den herrlich duftenden Croissants auf den Tisch, setzte mich dazu und zuckte mit den Schultern.
„Also… Shadow hat nicht wirklich geplaudert. Mach ihm also bitte keine Vorwürfe. Ja… und irgendwie sind wir dann nach Le Havre gekommen. Eine schöne Stadt übrigens. Dann habe wir durch Zufall deinen Kampf mit den Magiern gesehen und ein bisschen eingegriffen und… na ja, dann sind wir eben mit dir hier gelandet†œ, sagte ich leichthin und vermied dabei den direkten Blickkontakt.
„Das Haus gehört Libell. Hübsch, nicht? Und… oh, ich habe den Orangensaft vergessen!†œ Ich sprang wieder auf und versuchte hinter seinem Rücken Libell mit meinen Augen nachdrücklich auf ihr Versprechen hinzuweisen.

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Zuerst sah sie mich an, als könnte sie nicht glauben, was ich da gerade von mir gegeben hatte. Ich war ja selbst überrascht. Sie kniff kurz ihre schönen blauen Augen zusammen, dann breitete sich urplötzlich ein zuckersüßes verschlagenes Lächeln auf ihrem Gesicht aus.
„Du schielst, Angie!†œ Im gleichen Atemzug wandte sie sich an Duncan.
„Sie hat ihre Gabe zu fliegen aufgegeben, um Ihr Leben zu retten!†œ, verkündete sie aus heiterem Himmel.
„Es hat nämlich nicht mehr viel gefehlt und Sie wären jetzt nicht mehr!†œ Duncan und ich zogen hörbar die Luft ein. Ich vor Empörung und er aus Unglauben.
„Verdammt, Libell, du hast es mir versprochen!†œ, rief ich und starrte sie wütend an. Den Krug mit dem Saft knallte ich so hart auf die Arbeitsplatte, dass er protestierend knackte und etwas vom Inhalt überschwappte. Dieses kleine Biest lächelte immer noch und zuckte gleichgültig mit den Schultern.
„Verklag mich doch! Außerdem habe ich dir gar nichts versprochen.†œ Das stimmte allerdings, da Duncan und uns im entscheidenden Moment unterbrochen hatte. Verärgert lehnte ich mich mit verschränkten Armen gegen den Kühlschrank und hielt fürs erste meinen Mund. Duncan sah erst gar nicht zu mir herüber, sondern forderte Libell freundlich auf weiterzusprechen und mich ja zu ignorieren, was diese elende Verräterin auch mit sichtlichem Vergnügen tat! Vergeblich versuchte ich sie zu unterbrechen, doch meine Proteste wurden einfach ignoriert!
„Und es kommt noch besser! Hat Sie Ihnen eigentlich von dem Unfall und der Entführung erzählt? Nicht? Das war mir klar! Dann passen sie mal schön auf!†œ Das durfte doch jetzt nicht wahr sein! Sie erzählte ihm ohne Unterlass und mit Wonne die ganze Geschichte. Ich überlegte die ganze Zeit ernsthaft, ob ich sie zuerst erwürgen, erdolchen oder einfach nur erschießen sollte, aber das erschien mir alles viel zu human und schnell. Duncan warf mir ab und zu einen seiner undurchdringlichen Blicke zu, sagte aber nichts, sondern lauschte ihr weiterhin sehr aufmerksam. Das Frühstück war vergessen! Als Libell abschließend noch von Leif und seiner Rolle bei meiner Heilung erzählte, allerdings wohl weißlich das Wie verschwieg, begann ich mich ein bisschen unbehaglich zu fühlen. Aus ihrem Munde hörte sich die ganze Geschichte so anders an, viel dramatischer, als ich sie empfunden hatte. Dieses hinterhältige Biest strahlte ihn jetzt an, als hätte sie den Jackpot gewonnen. Duncan, ganz der Charmeur, nahm daraufhin freundlich lächelnd ihre Hand.
„Hab vielen Dank, Libell, das war ja sehr aufschlussreich! Und nenn mich bitte Duncan, ja?†œ, sagte er und sah sie dabei mit seinen unwiderstehlichen Augen an. Sein engelhaftes, sanftes Lächeln wurde mir langsam unheimlich.
„Würdest du mich bitte mit Angie alleine lassen? Ich glaube, wir zwei haben da noch Einiges dringend zu klären!†œ, fragte er sie dann besonders liebenswürdig.
Oh oh, nicht gut… gar nicht gut! Libell schnappte sich sofort ihre Tasche und machte sich auf den Weg zur Tür.
„Aber sicher doch! Ich fahre für ein paar Stunden in die Stadt. Ich melde mich dann später… viel später! Ihr habt also alle Zeit der Welt um… nah, ihr wisst schon!†œ, rief fröhlich. Beschwörend und entsetzt funkelte ich sie an, sie wollte mich doch wohl jetzt nicht mit ihm alleine lassen?
„Du schielst schon wieder, meine liebe Angie!†œ, dann zwinkerte sie mir nur von der Tür aus zu und weg war sie. Ich hörte noch ihr lautes, fröhliches Lachen durch die geschlossene Haustür. Ich verschluckte mich fast an meinem Kaffee, als ich vorsichtig über den Rand meiner Tasse zu Duncan blickte und sah, dass er mit gesenktem Kopf, wie ein gereizter Stier, bedächtig aufstand und langsam auf mich zu kam. Sein merkwürdiges Lächeln hatte jetzt eine beängstigende Ähnlichkeit mit dem eines Racheengels. Oh oh… schnell stellte ich meine Tasse ab und wich langsam zurück. Ich räusperte mich und wollte gerade etwas sagen, als er mir zuvor kam.
„So und nun zu dir, meine Liebe… dein Handy war also nur ein bisschen kaputt, ja? Vielleicht war ja der Akku leer?†œ, fragte er sarkastisch. Als ich ihm antworten wollte, hob er die Hand.
„Ah! Ach nein, es ist ja mitsamt deinen Papieren verbrannt! Nachdem du einen schweren Unfall hattest. Nachts. Alleine. Auf einer einsamen Landstraße, bei dem Henrys Auto einen Totalschaden erlitt. Ach ja… entführt wurdest du ja auch noch von zwei Söldnern, die dir nach dem Leben trachteten- schwer verletzt natürlich-, unter dem tust du es ja nicht, hab ich recht?†œ Sein Lächeln war nur noch eine grimmige Maske und seine Augen verengten sich zu Schlitzen.

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Noch schlimmer war seine Stimme. Sie war nicht laut, nein, sie klang wie das leise Knurren eines gereizten Pitbuls kurz vor dem Angriff. Ich wusste, er würde mir nichts tun, aber er sah jetzt einfach nur beängstigend aus.
„Wann wolltest du mir das eigentlich erzählen? Oder besser noch, wolltest du mir überhaupt jemals erzählen, warum du dich gar nicht melden konntest? Wahrscheinlich nicht, hab ich recht? Oder du hättest die wichtigen Details deiner Entführung einfach weggelassen oder heruntergespielt, ja? Oh, und eine magische Fähigkeit, die ein Teil von dir ist, mal so eben im Handumdrehen aufzugeben, als wäre es eine Lappalie, ist ja auch nichts Besonderes, oder? Dass du dabei mal wieder leichtfertig dein Leben aufs Spiel gesetzt hast, war dir wohl auch egal, oder? Korrigiere mich, wenn ich falsch liege oder hab´ ich was vergessen?†œ
„Ach, wer braucht die schon, wenn es Flugzeuge gibt†œ, murmelte ich und sah mich blitzschnell nach einer Fluchtmöglichkeit um. Doch er hatte mich bald erreicht. Er blieb eine Sekunde verdutzt stehen, um ungläubig den Kopf zu schütteln. Die Atempause währte nur kurz, plötzlich spürte ich wieder den Kühlschrankgriff in meinem Rücken. Ich hatte gar nicht bemerkt, dass wir den Tisch einmal umrundet hatten. Seine finstere Miene wirkte auf einmal nachdenklich.
„Libell hat gar nicht erzählt, wie Leif dich geheilt hat? Ich wusste nicht mal, dass er das Talent dazu besitzt†œ, sagte er und durchbohrte mich dabei mit seinen Augen. Oh nein, von mir erfuhr er das bestimmt nicht, zumindest jetzt in diesem Augenblick nicht! Da konnte ich ja gleich Öl ins Feuer gießen! Ich reckte mein Kinn und sah ihn entschlossen an.
„Das willst du gar nicht wissen!†œ
„Ach ja? Und warum nicht?†œ
„Weil… du wirst nur sauer!†œ Misstrauisch blieb er stehen.
„Ach, und was bin ich jetzt? Auf einer Friedensmission?†œ Fassungslos starrte er mich an und fuhr sich mit beiden Händen durch seine Haare, dann lachte er plötzlich laut auf, als wäre er nicht ganz bei Sinnen.
„Ha! Jetzt weiß ich endlich was du vorhast!†œ Er tippt mir mit einem Finger anklagend gegen die Brust.
„Du willst mich in den Wahnsinn treiben, stimmt`s!†œ Moment! Wer hier wen in den Wahnsinn trieb, würde sich noch zeigen! Mir reichte es jedenfalls! Ich hatte genug von seinen Anschuldigungen und drückte energisch meine Hände gegen seine Brust, schob ihn rückwärts gegen den Tisch und funkelte ihn unheilvoll an, während er sich überrascht an die Tischplatte lehnte.
„Ach, wo wir schon mal dabei sind! Du wagst es, mir Vorwürfe zu machen, ich würde mit meinem Leben spielen? Wer hat mich denn einfach stehen lassen und sich dann ganz alleine… wohlbemerkt ALLEINE aufgemacht, um eine heiße Spur zu verfolgen, mh? Und dass, obwohl man niemals ohne Rückendeckung zu so einer Mission aufbricht? Niemals! Ganz zu schweigen davon, dass du mir nicht einmal von dem Anschlag in Glasgow erzählt hast!†œ Ich hielt ihm eine Hand mit gespreizten Fingern zornig vor seine Nase.
„Fünf! Sich mit gleich fünf Magiern anzulegen, ist das etwa vernünftig? Dass ich vielleicht vor Angst um dich fast wahnsinnig geworden wäre, als ich dich da so liegen sah, verletzt und blutend, ist dem Herrn ja wohl ziemlich egal gewesen, oder? Du… du verdammter störrischer schottischer Maulesel!†œ rief ich und boxte gegen seine Brust. Er öffnete den Mund, um etwas sagen, doch ich war noch lange nicht fertig mit ihm! Dazu steckten mir der Schrecken und die Angst, die ich in den vergangenen Stunden ertragen musste, noch zu tief in den Knochen.
„Sei still!†œ, fauchte ich und er klappte verblüfft seinen Mund wieder zu.
„Du hast mir mal gesagt, du würdest alles für mich tun. Habe ich nicht das gleiche Recht? Dann gebe ich eben das Fliegen auf. Na und? Darauf kann ich gerne verzichten, aber auf dich nicht, du alter starrköpfiger Vampir! Du bist ein Teil von mir, und nicht die Fliegerei!†œ Vor lauter Wut kamen mir auch noch die Tränen, die ich gleich unwirsch wegwischte.
„Weißt du eigentlich, dass ich eine scheiß Angst um dich hatte, als du nicht zu dir kamst? Deine Selbstheilungskräfte sich nicht einsetzten und du immer schwächer wurdest und ich dachte, ich würde dich für immer verlieren? … was ist?†œ Sein wunderschönes Lächeln brachte mich total aus dem Konzept. Amüsiert hob er mein Kinn sanft mit einer Hand an.
„Schottischer Maulesel?†œ, fragte er leise.

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Ich schniefte laut und war total verwirrt über diese Wendung.
„Ja! Gibt es die überhaupt?†œ, fragte ich stirnrunzelnd, „ach egal, dann eben schottischer Dickschädel…†œ Ich sah nur noch hilflos in seine Augen, die mich plötzlich voller Liebe ansahen.
Oh Gott, ohne ihn konnte ich nicht mehr leben. Mit einem leisen Aufschrei warf ich mich an seine Brust und umklammerte ihn fest. Seine starken Arme umfingen mich sofort und pressten mich an seinen warmen Körper.
„Tu so etwas nie wieder, hörst du?!†œ flüsterte ich, rieb mein Gesicht an seinem Shirt und wischte so die letzten Tränen ab.
„Hey, das ist nicht fair!†œ murmelte ich, als er daraufhin begann mit seinen Lippen meinen Hals zu liebkosen.
„Du arbeitest mit unlauteren Mitteln!†œ Oh ja, genau da! Ich schloss meine Augen und bog seufzend meinen Kopf so weit nach hinten, damit er auch ja jeden Zentimeter berühren konnte.
„Mh… du hast angefangen. Wenn du mich so wütend anmotzt, kann ich dir einfach nicht widerstehen. Dann blitzen deine Augen und du siehst einfach wunderschön aus, mein Herz†œ, nuschelte er, während er die empfindliche Stelle hinter meinem Ohr mit seinen Lippen liebkoste. Meine Knie wurden weich, und ich wühlte mit beiden Händen durch seine seidigen, kräftigen Haare.
„Gar nicht, du… oh, hör bloß nicht auf!†œ Weiter kam ich nicht, denn Duncan verschloss mir den Mund mit einem innigen Kuss. 😳
Seufzend und leicht benebelt von seinem Duft und seiner Nähe löste ich mich nur widerstrebend von ihm. Ich versuchte, ihn ein wenig wegzudrücken, um ihn auf Abstand zu halten, denn in seinen Armen war ich wie immer zu keinem klaren Gedanken fähig. Doch er wich keinen Zentimeter zurück und bedachte mich nur mit einem lüsternen Blick, der keinen Zweifel offen ließ. Und was wollte ich? Ich schloss kurz die Augen, um nicht von seinem unwiderstehlichen Blick abgelenkt zu werden, und versuchte mich daran zu erinnern, worum es in unserem Streit ging. Doch es wollte mir partout nicht mehr einfallen. Da war doch noch etwas Wichtiges, über das ich mit ihm reden wollte…
„Duncan, wir müssen reden†œ, sagte ich und versuchte halbherzig seine Hand aufzuhalten, die sich unter mein Shirt gestohlen hatte und begann meinen Rücken zu streicheln. Doch er zog mich nur noch enger an sich.
„Nicht jetzt, später… viel später†œ, raunte er an meinen Lippen und knabberte sanft an meiner Unterlippe, bevor er sich wieder über meinen Mund hermachte und seine Hand weiter verführerisch über meinen Körper wanderte. Er wollte doch wohl nicht jetzt und hier…? Flüchtig schoss mir der Gedanke durch den Kopf, dass wir für Stunden das Haus für uns alleine hatten, das hatte Libell uns mit ihrem Blick eindeutig zu verstehen gegeben. Und so wie es sich anfühlte, gab es kein Zurück mehr.

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Seufzend gab ich endgültig nach, als eine flammende Erregung über meine Nervenenden züngelte und ich mich Halt suchend an ihn klammerte. Mit einer Hand wühlte er stöhnend durch meine Haare, mit seiner anderen drückte er mich fest an seinen Körper und ließ mich so seine Erregung spüren. Er war der einzige, der genau wusste, welche Knöpfe er bei mir drücken musste, um mich in ein hilfloses, erregtes Bündel zu verwandeln. Ich schlang meine Arme um seinen Nacken und erwiderte seinen heißen, alles verzehrenden Kuss. Er schmeckte unwiderstehlich und ich hatte zu lange nicht von ihm gekostet. Er war meine Lieblingsdroge, und ich der Junkie, der zu lange auf Entzug war. Tiefes Verlangen nach ihm durchfuhr mich, ich war ihm noch nicht nah genug und musste ihn unbedingt berühren. Mit einer Hand fuhr ich unter sein Shirt und streichelte verlangend jeden Zentimeter seiner nackten Haut, den ich erreichen konnte. Seine Haut war warm und weich wie Seide, dabei fest und glatt. Unter meinen Fingerspitzen spürte ich den erregenden Tanz seiner Muskeln und wollte mehr. Ich wollte sein Gewicht auf mir spüren, ich wollte fühlen, wir lebendig und unzerstörbar er war und gleichzeitig seine Erregung in mir… ungezügelt und leidenschaftlich. Ein Beben ging durch seinen Körper, als ich mit dem Daumen über seine Brust strich. Ein tiefes animalisches Knurren ließ seinen Brustkorb vibrieren und sein Griff wurde fester. Mit einer Hand hob er mich hoch, drehte sich blitzschnell mit mir, fegte mit der anderen brutal die Sachen vom Tisch und setzte mich, ohne den Kuss zu unterbrechen, ein wenig unsanft ab. Seine Hand schob mein Shirt nach oben und ehe ich mich versah, lag es auch schon auf dem Boden. Meine restliche Kleidung folgte sofort und mit einer kaum wahrnehmbaren Handbewegung entledigte er sich auch seiner. Sanft beugte er sich über mich. Mein ganzer Körper brannte lichterloh, als er mit seinen weit ausgefahrenen Eckzähnen meine Haut reizte ohne sie zu verletzen. Dann impfte er mich behutsam mit seinem besonderen Serum. Sofort rann flüssiges Feuer durch meine Adern. Berauscht von seinem Aphrodisiakum vergaß ich meine Umgebung, die ganze Welt, alles, es gab nur noch ihn und mich. Ich reckte mich voller Verlangen seinen magischen Händen entgegen. Das Blut rauschte in meinen Ohren, als er mich überall berührte und seine Lippen der feurigen Spur folgten, die seine Finger hinterlassen hatten. Seine Augen glitzerten und leuchteten vor Verlangen, als er mir tief in die Augen sah.
„Angie… meine geliebte Angie, du fühlst dich so gut an… brenne, brenne für mich, so wie ich für dich brenne†œ, presste er mit heiserer Stimme hervor. Und ich brannte und fiel in den Strudel der Ekstase und riss ihn mit mir in einen erregenden Rhythmus…
Danach schloss er schützend wie um einen Kokon seine Arme fest um mich. So verharrten wir einige Minuten, um wieder zu Atem zu kommen. Dann hob er mich hoch und setzte sich mit mir auf einen Stuhl. Überwältigt von dem Erlebten schmiegte ich mich glücklich an ihn, rieb meine Nase an seiner Halsbeuge und schwelgte in den grandiosen Gefühlen, die er in mir ausgelöst hatte. Seine Kraft und Stärke hatte nicht nachgelassen und seine streichelnden warmen Hände begannen mich erneut zu erregen.
„Meine süße, kleine Hexe, das war erst der Anfang… ich habe dich so lange nicht in meinen Armen gehalten und ich werde jetzt alles nachholen, was wir in den letzten Wochen versäumt haben!†œ Er umfasste mein Gesicht und mit einem lasziven Lächeln wollte er sich wieder über meine Lippen hermachen. Doch ich legte ihm lächelnd einen Finger auf den Mund und schüttelte langsam meinen Kopf. Für die wohligen Gefühle, die er mir bereitet hatte, würde ich mich jetzt revanchieren.

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„Oh nein, mein Liebster, jetzt bin ich dran. Lehn dich einfach zurück und genieße es. Und wehe du bewegst dich†œ, flüsterte ich an seinem Ohr und knabberte liebevoll an seinem Ohrläppchen. Eine Sekunde stutzte er, dann nickte er gehorsam und wartete neugierig und mit begierig glitzernden Augen auf die Fortsetzung. Lächelnd löste ich seine Hände von meinen Hüften und verbannte sie hinter seinem Rücken, um so ungehindert meine Finger langsam und sinnlich über sein Gesicht und seinen muskulösen Körper wandern zu lassen. Dabei sah ich fasziniert, wie sich sein Gesicht lustvoll verzerrte. Dann begann ich mich aufreizend langsam zu bewegen…

Nach einer gemeinsamen Dusche hatten wir es endlich in mein großes breites Bett geschafft. Angenehm erschöpft und selig lag ich an seiner Seite und hatte meinen Kopf auf seinem Arm gebettet. So könnte ich ewig liegen, dachte ich verträumt und genoss seine Nähe und seinen männlichen, ganz speziellen Duft. Das werde ich wohl auch müssen, kicherte ich in mich hinein, da ich mich kaum noch bewegen konnte. Duncan lag auf dem Rücken und starrte mit gerunzelter Stirn an die Decke, dabei biss er sich immer wieder auf die Lippe. Irgendetwas beschäftigte ihn. Ich mochte seine ernsten grüblerischen Stimmungen noch nie und wollte ihn gerade fragen, was los war, als er mich plötzlich und unerwartet fester an sich zog und meinen Kopf sachte auf seine Brust drückte.
„Angie… oh Gott, du hast mir so gefehlt!†œ, flüsterte er, „ich wollte doch niemals, dass du… ich…†œ Seine gequälte Stimme zerriss mir fast das Herz. Ich konnte nur erahnen, was in ihm vorging und legte meine Finger auf seinen Mund.
„Nicht, mein Schotte. Es ist doch alles gut. Wir sind wieder zusammen, das ist das einzige was zählt, alles andere gehört der Vergangenheit an.†œ Er nahm meine Hand und küsste jeden einzelnen Finger, dann verschränkte er unsere Finger ineinander und schüttelte entschieden den Kopf.
„Nein, es ist nicht gut. Es gibt etwas, was du wissen musst.†œ Er seufzte tief und mied meinen Blick. „An dem Tag deiner Rückkehr habe ich mich unverzeihlich benommen. Ich habe dich gehasst, zumindest habe ich mir das eingeredet. Als ich von Leif erfuhr, dass du mich nur wegen einem Missverständnis wortlos verlassen hattest, war ich so außer mir. Ich hätte dich am liebsten geschüttelt, wenn du da in meiner Nähe gewesen wärst. Aber als du dann in dem Apartment vor mir standest, war ich kurz davor dich in meine Arme schließen. Oh Gott, ich hätte alles in dem Moment stehen und liegen gelassen nur um bei dir zu bleiben. Aber die eine Sache war einfach zu wichtig, verstehst du? Außerdem war ich so starrsinnig†œ, sagte er bitter, „ schlimmer noch, ich fühlte mich im Recht. Ich wollte dich leiden sehen, so wie ich gelitten hatte. Ich wollte dir weh tun. Du solltest fühlen wie das ist, diese Ungewissheit, das Verlassen werden… die Qual. Ich war so dumm als ich dachte, ich könnte dich auch nur für ein paar Tag verlassen… so dumm. Ich hätte das sowieso niemals geschafft, das wurde mir spätestens klar, als ich den Heli nach Le Havre bestieg. Wenn ich gewusst hätte, was du durchgemacht hast durch den Unfall und die Entführung… Vergib mir, denn ich hatte ja keine Ahnung.†œ Seine schonungslose Offenheit berührte mich tief und ich ließ in sich alles von der Seele reden, was ihn gequälte. Ich unterbrach ihn nicht, sondern zog nur seine Hand an meinen Mund, küsste sie und stütze dann meinen Kopf darauf, um ihn weiter ansehen zu können. Zum Glück sah er nicht mehr so verdammt ernst aus.
„Willst du wissen, warum ich dir nichts von dem Anschlag gesagt habe? Weil ich genau wusste, wie du reagieren würdest. Du hättest keine Ruhe gegeben und darauf bestanden mitzukommen. Aber ich wollte dich nur aus einem Grund nicht dabeihaben. Ich wollte dich nicht ausschließen, niemals! Es war einfach zu gefährlich. Der Krieg mit Dungeon ist in eine neue Phase eingetreten. Er hat eine große Schar Magier um sich versammelt, und sie sind verflucht stark und gefährlich. Wenn du in die Schusslinie geraten wärest und sie dich irgendwie in die Finger bekommen hätte, wäre es ein leichtes gewesen, dich als Druckmittel gegen mich ein zusetzten, und ich hätte wählen müssen… Angie, ich weiß nicht, ob ich das gekonnt hätte.†œ Unter welcher erdrückenden Anspannung er gestanden haben musste, konnte ich mir kaum vorstellen. Kein Wunder, dass er so reagiert hatte.

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„So wusste ich dich auf dem Anwesen in Sicherheit. Besonders nachdem ich mich so unmöglich dir gegenüber benommen hatte, bin ich davon ausgegangen, dass du mir nicht folgst. Es stand einfach zu viel auf dem Spiel, die Gefahr für uns, für alle, war und ist einfach zu groß, verstehst du?†œ Plötzlich sah er mich belustigt an.
„Dass Shadow umkippen würde, hatte ich mir schon gedacht und vielleicht auch insgeheim erhofft.†œ Er strich zärtlich mit seinem Daumen über meine Lippen.
„Wer kann dir schon widerstehen, mein Engel.†œ Ich erwiderte sein Lächeln und drückte seine Hand, um ihn aufzufordern weiter zu sprechen.
„Bruce war eigentlich nur ein kleines Licht in Dungeons Gefolge. Ihm wurde die Sache mit den Magiern zu brenzlig und er wollte aussteigen. Die Informationen, die er für uns hatte, wollte er aber nur persönlich an uns weitergeben, da er Angst hatte abgehört zu werden. Doch ich kam zu spät, sie dulden keine Verräter in ihrer Mitte und hatten ihn schon zum Schweigen gebracht. Den Hinweis auf Dungeon, die Schuppe, die du auch entdeckt hast, hatten sie zu auffällig hinterlegt. So wie einen zerknüllten Zettel in seiner Hand mit einer Telefonnummer. Als ich die anrief, meldete sich seine angebliche Frau, die von ihm instruiert war, die Informationen an mich weiterzugeben. Sie wollte mir die Informationen aber nur persönlich übergeben und machte einen Treffpunkt aus. Natürlich wusste ich, dass sie mich bewusst in eine Falle gelockt hatte. Glaub mir, ich war vorsichtig und habe die Lage vorher ganz genau gecheckt. Ich war sogar eine Stunde vor dem verabredeten Zeitpunkt dort, um keine böse Überraschung zu erleben. Tja, nur hatten die Magier leider die gleiche Idee. Sie waren so gut getarnt, dass ich sie zu spät bemerkte. Der Angriff aus dem Hinterhalt kam selbst für mich total überraschend.†œ Bisher hatte ich schweigend zugehört, doch nun konnte ich mich nicht bremsen.
„Das muss dieses Miststück von Magierin gewesen sein, die dich fast umgebracht hätte…†œ Er nickte bestätigend.
„An Flucht war nicht mehr zu denken†œ, fuhr er fort, „ und ich wehrte mich, so gut ich konnte, den Rest kennst du ja. Wenn du nicht gewesen wärst… oh Gott. Du bist mir, trotz allem was ich zu dir gesagt habe, nachgereist und hast mich gesucht. Warum?†œ
Ich schlang ein Bein um ihn, als er sich zu mir auf die Seite drehte.
„Du kannst fragen! Weil ich dich liebe, du Dummerjan. Nichts und niemand hätte mich aufhalten können.†œ Ich knuffte ihn liebevoll in die Seite, weil er mir ein bisschen zu selbstgefällig und zufrieden grinste. Als Antwort wickelte er eine Haarsträhne von mir um seine Finger und zog sanft daran. Doch dann stockte er und sah mich nachdenklich an.
„Mh, und wie hat Leif dich nun geheilt? Oder ist das ein großes Geheimnis?†œ Schmunzelnd hauchte er einen Kuss auf meine Nase. Oh je, der Themenwechsel behagte mir gar nicht! Aber da kam ich wohl nicht drum herum.
„Versprich mir, dass du ganz ruhig bleibst, ja?†œ
„Warum sollte ich ausrasten?†œ fragte er mich verdutzt.
„Weil ich dich kenne, mein Lieber… also, erst versprichst du es, nein, besser du schwörst es mir, ganz ruhig zu bleiben!†œAmüsiert küsste er mich auf den Mund und wanderte dann mit seinen Lippen weiter Richtung Hals und Schlüsselbein.
„Jetzt hast du mich aber neugierig gemacht. Also gut… ich schwöre hoch und heilig ruhig zu bleiben†œ, murmelte er gegen meine Haut und erreichte auf diesem Weg meine Brust und besiegelte seinen Schwur mit einem zarten Biss. Keuchend versuchte ich meine Gedanken beisammen zu halten, solange es noch ging, und den erregenden Stromschlag, der mich durchfuhr, zu ignorieren. Ich hielt seinen Kopf an Ort und Stelle fest und erzählte ihm alles ohne etwas zu beschönigen oder herab zu spielen. Keine Geheimnisse mehr.
Duncan erstarrte augenblicklich und bewegte sich nicht. Lag es an mir oder an dem Gehörten, dass sein Atem schneller ging? Oh je, sein tiefes Knurren klang gar nicht gut. Seine warme, kräftige Hand, die eben noch zärtlich streichelnd über meinen Bauch tiefer gewandert war, verharrte abrupt und krallte sich tief in meinen Oberschenkel.
„Lieblingsschotte, du hast es versprochen!†œ Ich hielt immer noch seinen Kopf fest und fuhr mit dem Zeigefinger zärtlich die Konturen seines Ohres nach.
„Bitte! Es ist doch vorbei und es hat ja nichts bedeutet, also mir nicht, und Libell war dabei, also… du hast es versprochen!†œ

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„Ich bin doch ruhig… ganz ruhig!†œ, zischte er zwischen seinen bis zum Anschlag ausgefahrenen Eckzähnen und wühlte sein Gesicht in das Tal zwischen meinen Brüsten. Ich begann seinen Nacken zu kraulen und spürte wie seine Anspannung langsam nachließ und er ruhiger wurde.
„Ich sag ja nichts. Nur soll die verdammte Fee mir vorerst nicht unter die Augen kommen, ernsthaft!†œ
Mühsam unterdrückte ich ein Kichern und wand mich unter seinen forschenden Fingern.
„Duncan! Er hat mich geheilt… wie auch immer.†œ Plötzlich warf er mich auf den Rücken und kniete sich vor mich hin. Seine wild funkelnden Augen, die mich festentschlossen ansahen, machten mich auf der Stelle neugierig. Ich beobachtete ihn genau. Was hatte er jetzt vor?
„Angie, mein Herz, dass ich dich über alles liebe, weißt du. Du bist MEIN, so wie ich DEIN bin! Und das soll endlich jeder wissen! Jeder! Zur Hölle mit einer großartige Feier und mit dem ganzen unnötigen Brimborium oder das Warten auf eine passende Gelegenheit! Wir haben schon viel zu lange damit gewartet.†œ Seine Augen brannten vor Entschlossenheit und Enthusiasmus.
„Wenn du einverstanden bist, mein Herz, werden wir hier und jetzt auf der Stelle unsere Vereinigung vollziehen und besiegeln.†œ Ich hatte unwillkürlich bei seinen letzten Worten den Atem angehalten und ihn mit großen Augen angestarrt. Damit hatte ich jetzt nicht gerechnet! Sollte es denn wirklich und wahrhaftig endlich wahr werden? Ein unbeschreibliches Glücksgefühl durchfuhr mich und ich wäre ihm am liebsten um den Hals gefallen. Nur zu gerne hätte ich meine Zustimmung gegeben, wenn… tja wenn da nicht noch ein großes Problem gewesen wäre. Seufzend setzte ich mich auf, legte eine Hand an seine Wange und sah ihn traurig an. Wahrscheinlich hatte ich zu lange mit meiner Antwort gewartet, denn er wirkte verunsicher, als er seine Hand auf meine legte.
„Wenn… wenn du willst, dann falle ich auch auf die Knie und frage dich ganz offiziell ob du…†œ Sofort unterbrach ich ihn und schüttelte entschieden den Kopf.
„Nein, nein, Duncan mein Liebster, das ist es nicht. Oh bitte, glaube mir, ich würde nichts lieber als das tun, aber… da gibt es noch ein Problem†œ. Ich erzählte ihm was Dr. Home über mein Blut herausgefunden hatte, von der Diagnose und seiner Behandlungsmöglichkeit. Danach konnte ich ihn nur mit Mühe davon abhalten, sich das Handgelenk sofort aufzureißen, um mir sein Blut zu geben.
„Dann lass uns sofort aufbrechen†œ, forderte er rigoros und machte Anstalten aufzustehen, doch ich hielt ihn am Arm zurück.
„Hey, so dringend ist es nun auch wieder nicht. Ich habe ja noch meine Kapseln. Die helfen ganz gut. Es reicht vollkommen, wenn wir morgen zurück fliegen. Ikarus wartet Stand-by auf uns auf dem Flughafen. Wir haben also noch reichlich Zeit.†œ Er sah mich unerbittlich an und schüttelte stumm den Kopf. „Außerdem können wir morgen doch nochmal in dem Haus von diesem Bruce vorbeischauen, und sehen, ob wir nicht doch noch irgendwo versteckte Hinweise finden. Vielleicht haben wir ja etwas übersehen?†œ Ich versuchte ihn damit zu locken, nur um nicht sofort abzureisen.
„Nein, ich werde kein Risiko eingehen, wenn es um deine Gesundheit geht!†œ sagte er bestimmend und stand auf, um nach seiner Hose zu greifen und sich anzuziehen.
„Die Spur hier in Le Havre ist sowieso kalt. Also können wir auch sofort aufbrechen. Auf dem Anwesen können wir dann die weiteren Schritte in Sachen Dungeon planen, aber erst, nachdem du geheilt bist.†œ

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Niedergeschlagen blieb ich sitzen, zog ein Kissen an meine Brust und starrte vor mich hin. Oh bitte nicht. Ich verstand ja seine Motive, denn wenn es um mich ging, war er immer übervorsichtig, aber die vergangenen Stunden mit ihm waren traumhaft schön und so nahe waren wir uns schon lange nicht mehr gewesen, da mochte ich nicht schon wieder in die kalte und grausame Wirklichkeit zurückkehren. Jedenfalls nicht sofort. Ich wollte wenigstens noch ein paar Stunden mit ihm alleine verbringen. Ein paar gestohlenen Stunden nur mit ihm zusammen sein, ohne Kämpfe, Krieg, Angst und Verfolgung…
„Bitte Duncan†œ, bat ich leise, „ ich wünsche mir nur ein paar Stunden Auszeit für uns beide. Nur du und ich. Kein Dungeon, keine Trolle oder Magier, keine Waffen, keine Kämpfe… lass uns für ein paar Stunden alles vergessen. Nur bis morgen. Dann können wir von mir aus wieder loslegen, abreisen… was immer du willst, aber… bitte Duncan. Ich weiß ja, dass du dir Sorgen um mich machst, aber das brauchst du wirklich nicht. Es geht mir doch gut.†œ Erst jetzt fiel mir auf, dass Duncan noch kein Wort gesagt hatte. Ich hob den Kopf und sah ihn neben dem Bett stehen, fertig angezogen und mit gerunzelter Stirn. Sein Blick lag fast düster auf mir.
„Einfach nur das Böse mal für ein paar Stunden hinter uns lassen. Vielleicht einen Spaziergang am Strand machen oder gemeinsam einen Film ansehen. Nur du und ich, niemand sonst. Bitte. Ich verlange doch nichts Unmögliches, oder doch?†œ Er sagte immer noch nichts, sondern fuhr sich nur mit beiden Händen seufzend durch seine Haare. Frustriert biss ich mir auf die Unterlippe, die verdächtig anfing zu zittern, und drückte mein Gesicht in das Kissen. Ich hätte heulen können.
„Wahrscheinlich doch†œ, murmelte ich erstickt.
Ein Geräusch ließ mich aufschauen. Duncan hatte sich vor das Bett gekniet. Behutsam nahm er meine Hände und schenkte mir ein warmes Lächeln.
„Nein, mein Herz, tust du nicht. Du hast recht, die Welt da draußen kann auch mal eine Zeitlang ohne uns….†œ. Ich ließ ihn gar nicht ausreden und flog ihm mit einem Freudenschrei an den Hals und küsste ihn. Leider wurde die romantische Stimmung von meinem lauten Magenknurren unterbrochen. Lachend machte er sich los und sah mich streng an.
„Du ziehst dich lieber schnell an, sonst kommen wir gar nicht mehr aus diesem Zimmer. Ich mache unterdessen Frühstück!†œ Mit einem schnellen Blick auf seine Uhr korrigierte er sich.
„Äh… etwas zu essen. Die Zeit für Frühstück ist schon seit Stunden vorbei. Irgendwelche Wünsche? Oh, ich weiß schon… aber ob ich hier Haggis auftreiben kann, wage ich zu bezweifeln.†œ Das Kissen, das ich kichernd nach ihm warf, verfehlte ihn nur knapp, da er sich wohlweißlich schnell aus dem Staub in Richtung Küche aufmachte.
Und ich beeilte mich, so schnell ich konnte. Unsere wenigen gemeinsamen Stunden waren zu kostbar, um sie mit unwichtigen Sachen zu vertrödeln. Diesmal verzichtete ich komplett auf Make-up, zog meine Jeans und einen Pullover an, bürstete meine Haare in Windeseile und lächelte die ganze Zeit vor mich hin, denn ich war immer noch ein klein wenig verblüfft über seinen plötzlichen Sinneswandel. Dann hörte ich das Rumoren aus der Küche durch die geschlossene Tür. Oh je! Mit hochrotem Kopf musste ich daran denken, was wir für ein Chaos angerichtet hatten und lief schnell zu ihm, um ihm zu helfen es zu beseitigen.
Fortsetzung folgt…

Kapitel 1: Seitensprung der Sisterhood – Ankunft in Schottland

Kapitel 2: Seitensprung der Sisterhood – Das Anwesen der Bruderschaft

Kapitel 3: Seitensprung der Sisterhood †“ Geheimnisse

Kapitel 4: Seitensprung der Sisterhood †“ Verschwörung

Kapitel 5: Seitensprung der Sisterhood †“ Entführt

Kapitel 6: Seitensprung der Sisterhood – Die Rückkehr

Kapitel 7: Seitensprung der Sisterhood – Le Havre

finden sich hier.

Copyright © Seitensprung der Sisterhood

Druckfrisch mit Denis Scheck am Sonntag, 28.08.2011 um 00.05 Uhr

Am kommenden Sonntag, den 28. August 2011, heißt es leider erst um 00.05 Uhr wieder †œDruckfrisch †“ Neue Bücher mit Denis Scheck† im Ersten. Folgende Titel werden in der Sendung vorgestellt:

Die Tagebücher in Bildern von Fritz J. Raddatz

Fritz J. Raddatz ist einer der bekanntesten und umstrittensten Intellektuellen in Deutschland. Sozialist und Porschefahrer, Utopist und Champagnerschlürfer. In seinen Tagebüchern, die im letzten Herbst erschienen, hat er ein großartiges Sittenbild des deutschen Literaturbetriebs gezeichnet. Ein Buch wie dieses hat es noch nicht gegeben. Von Rudolf Augstein bis Marion Dönhoff, von Günter Grass bis Hans Magnus Enzensberger zeigt es die deutschen Intellektuellen, ja überhaupt die ganze bundesrepublikanische Gesellschaft, wie sie so hellsichtig nie beschrieben worden ist: wahrgenommen mit dem Sensorium eines Hochempfindsamen, subjektiv und treffend, anteilnehmend, scharfzüngig. Das Buch, das von der Kritik immer erhofft, von den Schriftstellern aber nie geschrieben worden ist – der große Gesellschaftsroman der Bundesrepublik, das Balzac’sche Porträt unserer Zeit -, hier ist es. Und vermutlich war niemand so geeignet, es zu schreiben, wie Fritz J. Raddatz.

Eistau von Ilija Trojanow

In seinem neuen Roman erzählt Ilija Trojanow von einem Wissenschaftler, der an Bord eines Kreuzfahrtschiffs für Polartouristen seinen ganz eigenen Klimakrieg führt. Ein Mann, der die Gletscher so sehr liebt, dass er an ihrem Sterben verzweifelt: Zeno hat sein Leben als Glaziologe einem Alpengletscher gewidmet. Als das Sterben seines Gletschers nicht mehr aufzuhalten ist, heuert er auf einem Kreuzfahrtschiff an, um Touristen die Wunder der Antarktis zu erklären. Doch auf seiner Reise verzweifelt er an der Ignoranz der Urlauber, der mangelnden Achtung vor der fremden Welt und der fortschreitenden Schmelze des Eises. Ilija Trojanows neuer Roman erzählt mit gewaltiger Wortkunst von einem Mann, der auszieht, um für die Gletscher zu kämpfen. Ein poetischer und leidenschaftlicher Roman über die Erhabenheit der Natur und die Gefährdung unserer Welt.

Isländersagas von Arthur Bollason

Bis heute kennt auf Island jedes Kind die Sagas, die Urtexte und Mythen des Landes. In „Druckfrisch“ erläutert der isländische Autor und Kulturvermittler Arthur Bollason, was die Faszination dieser archaischen Geschichten ausmacht.

Zwei deutsche Neuausgaben stehen im Mittelpunkt: „Die Saga von Njall“ und die große Edition der „Isländersagas“.

Deadwood von Peter Dexter

Denis Scheck empfiehlt …den besten Western aller Zeiten.

Deadwood bildete in den USA die Vorlage für eine spektakuläre HBO-Fernsehserie, doch erst jetzt kann man dieses Kultbuch auf Deutsch für sich entdecken.
Ein alternder Revolverheld, ein rachedurstiger Hurentreiber und ein skrupelloser Kopfgeldjäger: In Deadwood treffen drei Männer aufeinander, von denen keiner die Stadt unversehrt verlassen wird. Pete Dexter hat einen furiosen Roman über das wahre Gesicht des Wilden Westens geschrieben. Dakota-Territorium, 1876. Der legendäre Revolverheld Wild Bill Hickok und sein Freund Charlie Utter erreichen mit einem Treck, der aus Cheyenne kommt, die Goldgräberstadt Deadwood. Obgleich von Alter und Krankheit gezeichnet, ist Wild Bill immer noch in der Lage, jeden Mann in einem fairen Duell zur Strecke zu bringen. Er aber möchte nichts weiter, als seine Tage in Ruhe im Saloon verbringen. Nur ist Deadwood kein Ort, an dem man Ruhe findet. Hier herrscht das Gesetz des Stärkeren. Und so trachtet bald schon mehr als ein Mann nach Wild Bills Leben. Denn er ist einer der wenigen, die in dieser Stadt noch Recht von Unrecht unterscheiden können … In „Deadwood“ stützt sich Pete Dexter auf historische Quellen und schildert den Wilden Westen so, wie er tatsächlich war: schmutzig, korrupt, voller Gier und roher Gewalt. Doch seine Haltung ist die eines lakonisch erzählenden Chronisten. Und so wird aus einem Tatsachenroman über die Anfänge Amerikas fast beiläufig eine menschliche Komödie voller Melancholie und schwarzem Humor.

Quelle:  Druckfrisch

Höllenspektakel: Unterwegs im Namen des Herrn von Thomas Glavinic

Unterwegs im Namen des Herrn von Thomas Glavinic

Die Pilgerfahrt auf den Balkan soll eigentlich zur Erleuchtung führen. Doch die bleibt aus. Thomas Glavinic und der Fotograf Ingo stehen kurz vor dem Nervenzusammenbruch: Die vierzehnstündige Busfahrt nach Bosnien mit den kauzigen Mitreisenden war schlimm genug. Im Pilgerort Medjugorje landen die beiden in einer perfekten Abfertigungsmaschinerie für gläubige Touristen. Zermürbt von den endlosen Gebeten der Religionsanhänger, versuchen sie zu fliehen, doch schon bald wünschen sie sich, sie wären bei den Predigern geblieben. Mit seinem neuen, brillanten Buch beweist Glavinic: Er ist böse – vor allem sich selbst gegenüber.

Gebundene Ausgabe: 208 Seiten; Verlag: Carl Hanser (29. August 2011)

Leseprobe „Unterwegs im Namen des Herrn“ von Thomas Glavinic © Hanser Verlag 

2. Kapitel

Die Pilgerpässe †“ Botschaft der Gospa †“ Ingo stellt sich schlafend †“ Erweckungserlebnisse †“ Der Rosenkranz †“ Es gibt Würstel!
In Leibnitz, etwa zwanzig Kilometer vor der slowenischen Grenze, steigen weitere Pilger zu, und damit sind wir vollständig. Der Reiseleiter nimmt sich wieder das Mikrophon.
»Ich werde jetzt die Pilgerpässe und eine Botschaft der Gospa verteilen. Ich sag die Namen, der Besitzer meldet sich, dann bring ich ihm die Sachen. Die Pilgerpässe hängts euch bitte um, damit man den Namen sieht. Vorher noch eine Kleinigkeit: Während der Pilgerreise wollen wir uns als Brüder und Schwestern im Glauben begegnen und uns duzen. Und dann muss in Slowenien Rosenkranz gebetet werden, da brauchen wir einen Vorbeter oder eine Vorbeterin. Könnts euch schon überlegen, wer von euch will.«
Wir wollen was? Rosenkranz? Vorbeter? Botschaft von wem? Ich schaue zu Ingo zurück, der nickt nur, und unter seinem Auge zuckt es. Ich denke darüber nach, dass der Reiseleiter nie von beten
spricht, er sagt immer »betten«. »Vorbetten«. »Vorbetter«.
»Es muss Rosenkranz gebettet werden.« Das gefällt mir sehr. Lange dauert es nicht, da höre ich meinen Namen. Der Reiseleiter schaut über mich hinweg, als er mir den Pilgerpass und einen losen Zettel reicht.
Der Pilgerpass ist eine Art Visitenkarte, an die eine Schnur befestigt ist. Neben einem Bild der Jungfrau Maria steht mein Name. Auf dem Zettel ist links das Logo des Reisebüros, rechts ebenfalls das Bild der Jungfrau zu sehen, und über dem Bild der Muttergottes findet man kleingedruckt die genaue Anschrift des Reisebüros. Unter der Überschrift »Botschaft der Königin des Friedens in Medjugorje« steht:

Lieber Thomas,
Von neuem rufe ich dich auf, mir mit Freude zu folgen. Ich möchte euch alle zu meinem Sohn und eurem Erlöser führen. Bist du dir nicht bewusst, dass du ohne Ihn weder Freude noch Frieden und keine Zukunft, sowie kein ewiges Leben hast. Deshalb, mein lieber Thomas, nutze diese Zeit des frohen Gebetes und der Hingabe.
Danke, lieber Thomas, dass du meinem Ruf gefolgt bist.

Darunter, kleiner gedruckt: Botschaft der Gospa an Mirjana, am 2. August 2010

Liebe Kinder!
Heute lade ich euch ein gemeinsam, mit mir, zu beginnen, das Himmelreich in euren Herzen zu errichten, zu vergessen, was für euch persönlich ist und, durch das Beispiel meines Sohnes geleitet, an das zu denken, was Gottes ist. Was erwartet er von euch? Erlaubt Satan nicht, euch die Wege des irdischen Wohlergehens zu öffnen, die Wege ohne meinen Sohn. Meine Kinder, sie sind trügerisch und von kurzer Dauer. Denn mein Sohn existiert. Ich biete euch ewiges Glück und den Frieden, die Einheit mit meinem Sohn, mit Gott. Ich biete euch das Reich Gottes. Ich danke euch.

Am österreichischen Grenzübergang gibt es keinen längeren Aufenthalt. Als wir kurz hinter einem anderen Bus zu stehen kommen, klebt Rudi ein riesiges Muttergottesbild vorn auf die Windschutzscheibe. Hinter mir sind seltsame Geräusche zu hören, es klingt, als hätte sich jemand verschluckt. Im Niemandsland zwischen Österreich und Slowenien machen wir Toilettenpause. Der Reiseleiter treibt uns bald wieder mit einem schrillen Pfiff zusammen und fragt schon in kleiner Runde an der Tür, wer sich zum Vorbetten meldet. Alle steigen stumm und mit gesenktem Kopf ein. Während wir im Bus auf Nachzügler warten, greift der Reiseleiter zum Mikrophon.
»An dieser Grenze ist es gewesen, da hat eine Pilgerin einmal eine Erweckung gehabt. Genau da drüben war es. Sie war eine Zweifelnde und Suchende. Sie ist neben mir gestanden. Plötzlich packt sie mich am Arm und sagt: †ºDu, ich spüre etwas, und ich möchte wissen, spürst du es auch?†¹ Na, ich hab nichts gespürt und ihr das auch gesagt. Sie ist fünf Minuten dagestanden, dann ist sie in Tränen ausgebrochen. Einen Monat später war sie Ordensschwester.«
»Jööööh«, sagt die schöne alte Bäuerin verzückt.
»Wow«, ruft Jim der Amerikaner und klatscht.
»Sie hat zu mir gesagt: †ºEigentlich muss ich nicht mehr mitfahren, denn ich weiß alles, was ich wissen wollte. Aber aus Dankbarkeit fahre ich mit.†¹ Schwester Antonia heißt sie jetzt. Vergangenes Jahr war sie zum fünfundzwanzigsten Mal unten.«
Der alte Kappenmann steigt ein und versucht mit dem Reiseleiter ein persönliches Gespräch zu beginnen, wird von diesem jedoch schroff nach hinten gescheucht. Wir rollen auf den slowenischen Grenzposten zu. Ein vollbärtiger Beamter winkt uns durch. Rudi steuert den Bus wieder auf die Autobahn, und der Reiseleiter gibt über Mikrophon bekannt, dass in Slowenien immer der Rosenkranz gebettet werden muss, weswegen wir jetzt sofort den Vorbetter brauchen. Schweigen. Auch die vier Frauen neben mir schauen aus
dem Fenster.
»Einen brauchen wir. Herr Thomalla! Ach so, Entschuldigung, Domweber. Nicht? Frau Josefa? Bitte, Frau Josefa!«
Schweigen. Der Reiseleiter steht im Gang und wirft durchdringende Blicke auf die Pilger.
»Herr Ludwig? Ach so, Leo, Entschuldigung. Herr Leo, doch! Kommen Sie! Nein? Herr Jim? No?«
Stille. Der Reiseleiter starrt nach hinten.
»Gar niemand? Einer muss doch. Frau Andrea, Sie können das. Aber sicher! Ach so, Anna! Am Anfang hab ich immer die Namen noch nicht so intus.«
Stille. Der Reiseleiter starrt nach hinten.
»Herr Stefan? Resi? Die Resi vielleicht diesmal? Ach so, Rosi, meiner Seel.«
Zwei, drei, vier Minuten unerträgliche Stille. Die Szene wird immer bizarrer. Seit fünf, seit sechs, seit sieben Minuten steht der Reiseleiter vor uns, der Bus wackelt, der Reiseleiter wackelt, der alte Reiseleiterkopf wackelt bekräftigend auf und ab, die dürren Hände krümmen sich zu einem flehenden Bittebitte um das Mikrophon. Wieder und wieder machen diese greisen Hände bitte-bitte. Bitte-bitte, bittebitte, bitte-bitte. Und der Kopf nickt: Ja! Ja! Ja! Oja! Und mir fällt plötzlich auf, dass er sich nur zwei Namen problemlos gemerkt hat: Thomas und Ingo. Nachdem eine weitere lange Minute vergangen ist,
verändert sich etwas an seiner Miene. Er fixiert jemanden, das merke ich. Er sagt nichts, schaut aber eine Person im hinteren Teil des Busses unverwandt an. Dabei geht der Kopf begütigend auf und ab, ja, oja, bitte-bitte. Es sieht so grotesk aus, dass ich nicht einmal einen Schluck Wasser nehmen kann, weil ich am Wackelgesicht des Reiseleiters hänge, dessen Blick irgendjemanden hinter mir gnadenlos durchbohrt. Wenn ich seinen Ausdruck beschreiben müsste, würde ich sagen, er will dieses Gebet trinken, er muss es
haben, unbedingt, sonst verhungert oder verdurstet er auf der Stelle.
»Ja, kommen Sie! Erwin. Sehr gut. Aber jetzt schnell!«
An mir vorbei taumelt der Postangestellte nach vorne, in der Hand einen Rosenkranz. Er bekommt das Mikrophon und muss sich in die erste Reihe setzen. Er und der Reiseleiter wechseln ein paar Worte, der Postangestellte fragt etwas, der Reiseleiter sagt: »Wie du willst.«
Ringsum werden Rosenkränze gezückt, und der Postmann beginnt, in das Mikrophon zu beten. Die übrigen Pilger wiederholen den Refrain. Es klingt wie ein Hexenchor. […] Fortsetzung der Leseprobe beim Hanser Verlag

Über den Autor

Thomas Glavinic, 1972 in Graz geboren, lebt in Wien. 1998 erschien sein Debüt Carl Haffners Liebe zum Unentschiedenen. Es folgten Herr Susi (2000), Der Kameramörder (2001) und Wie man leben soll (2004). Bei Hanser erschien 2006 der Roman Die Arbeit der Nacht, der in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde, Das bin doch ich (2007) und Das Leben der Wünsche (2009). Zuletzt erhielt er den Literaturpreis 2010 des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft.

Buchtrailer

Die 100 mächtigsten Frauen der Welt 2011 – Angela Merkel wieder auf Platz 1

Das US-amerikanische Wirtschaftsmagazin Forbes hat †œThe World´s 100 Powerful Women“ ermittelt.

Nachdem Angela Merkel im letzten Jahr auf Platz vier rangierte, hat es die Bundeskanzlerin in diesem Jahr wieder auf den ersten Platz geschafft. Sie ist als einzige Deutsche unter den 100 mächtigsten Frauen der Welt vertreten. Angela Merkel löste die US-amerikanische First Lady Michelle Obama ab, die auf Platz 8 abrutschte.

Die Liste der mächtigsten Frauen spiegelt den politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einfluss von Frauen aus allen gesellschaftlichen und beruflichen Gebieten wider. So wurden neben Politikerinnen und Geschäftsführerinnen auch zahlreiche Persönlichkeiten aus der Unterhaltung aufgestellt. Nach Angaben des Magazins verwalten die Hundert Powerfrauen insgesamt rund 30 Billionen Dollar (knapp 21 Billionen Euro) und sind im Durchschnitt 54 Jahre alt.

Die mächtigsten Frauen der Welt 2011:

1 Angela Merkel – Chancellor, 57 ,Germany, Politics
2 Hillary Clinton – Secretary of State,63, United States, Politics
3 Dilma Rousseff – President, 63,  Brazil, Politics
4 Indra Nooyi – Chief Executive, PepsiCo, 55,  United States, Business
5 Sheryl Sandberg – COO, Facebook, 41, United States,  Business
6 Melinda Gates – Cofounder, Cochair, Bill & Melinda Gates Foundation, 47 United States, Non-Profit
7 Sonia Gandhi – President, Indian National Congress Party, 64,  India, Politics
8 Michelle Obama – First Lady, 47, United States, Politics
9 Christine Lagarde – Managing Director, International Monetary Fund, 55,  France, Non-Profit
10 Irene Rosenfeld – CEO, Kraft Foods,  58, United States, Business
11 Lady Gaga – Entertainer, 25, United States, Celebrity/Lifestyle
12 Jill Abramson – Executive Editor, NY Times, 57, United States, Media
13 Kathleen Sebelius – Secretary of Health and Human Services, 63, United States, Politics
14 Oprah Winfrey – Media Personality, 57, United States, Media
15 Janet Napolitano – Secretary of Homeland Security, 53, United States, Politics
16 Susan Wojcicki – SVP, Advertising, Google, 43,  United States, Business
17 Cristina Fernandez – President, 58, Argentina, Politics
18 Beyoncé  Knowles – Entertainer, Designer, 29, United States, Celebrity/Lifestyle
19 Georgina Rinehart – Mining Tycoon, 57, Australia, Billionaire
20 Cher Wang – Cofounder, Chair, HTC; VIA Technologies, 52, Taiwan, Business
21 Margaret Hamburg – Commissioner of the Food and Drug Administration, 56, United States, Politics
22 Michele Bachmann – Presidential Candidate, 55, United States, Politics
23 Julia Gillard – Prime Minister, 49, Australia, Politics
24 Mary Schapiro – Chair, Securities and Exchange Commission, 56, United States, Politics
25 Anne Sweeney – Co-Chair of Disney Networks; Pres., Disney-ABC Tele., 53,  United States, Business
26 Aung San Suu Kyi – General Secretary, National League For Democracy, 66, Myanmar, Politics
27 Ursula Burns – CEO, Xerox, 52, United States, Business
28 Amy Pascal – Co-Chair, Sony Pictures, 53, United States, Business
29 Angelina Jolie – Actress, Humanitarian, 36, United States, Celebrity/Lifestyle
30 Josette Sheeran – Executive Director, UN World Food Programme, 57, United States, Non-Profit
31 Arianna Huffington – Editor-In-Chief, Huffington Post, 61, United States, Media
32 Gail Kelly – CEO, Westpac Group, 55, Australia, Business
33 Chan Laiwa & family – Chair, Fu Wah International Group, 70, China, Billionaire
34 Sarah Palin – Political Commentator, 47, United States, Celebrity/Lifestyle
35 Cynthia Carroll – CEO, Anglo American, 54, United States, Business
36 Helene Gayle – CEO, CARE USA, United States, Non-Profit
37 Carol Bartz -CEO, Yahoo!, 62, United States, Business
38 Ellen Kullman – CEO, Dupont, 55, United States, Business
39 Jin Sook Chang – Cofounder, Chief Merchandising Officer, Forever 21, 48, United States, Business
40 Safra Catz -President, Oracle, 49, United States, Business
41 Angela Braly, CEO, Wellpoint, 50, United States, Business
42 Marissa Mayer -VP, Local, Maps & Location Services, Google, 36, United States, Business
43 Chanda Kochhar – CEO, ICICI Bank, 49, India, Business
44 Christiane Amanpour – News Achor, This Week, 53, United States, Media
45 Patricia Woertz – CEO, Archer Daniels Midland, 58, United States, Business
46 Lynn Laverty Elsenhans – CEO, Sunoco, 55,  United States, Business
47 Diane Sawyer – News Anchor, World News, 65,  United States, Media
48 Zhang Xin & family – Cofounder, CEO, SOHO China, 46, China, Business
49 Queen Elizabeth II – Monarch, 85, United Kingdom, Politics
50 Helen Clark – Administrator, UN Development Programme,61, New Zealand, Non-Profit
51 Helen Boaden – Director, BBC News Group, 55, United Kingdom, Media
52 Nancy Pelos – Democratic Leader, House of Representatives, 71, United States, Politics
53 Queen Rania Al Abdullah – Monarch, 40, Jordan, Politics
54 Bonnie Hammer – Chairman, Cable Entertainment and Cable Studios, NBCU, 61, United States, Business
55 Ellen DeGeneres – Talk Show Host, 53, United States, Celebrity/Lifestyle
56 Katie Jacobs Stanton – VP, International Strategy, Twitter, 41, United States, Business
57 Shari Arison – Heiress, Philanthropist, 53, Israel, Billionaire
58 Angela Ahrendts – CEO, Burberry, 51, United States, Business
59 Yingluck Shinawatra – Prime Minister,44, Thailand, Politics
60 Gisele Bündchen – Supermodel, Environmentalalist, 31, Brazil, Celebrity/Lifestyle
61 Joanne (J.K.) Rowling, Author, 46, United Kingdom, Celebrity/Lifestyle
62 Ellen Johnson-Sirleaf – President, 72, Liberia, Politics
63 Lubna S. Olayan – CEO, Olayan Financing Company, 56, Saudi Arabia, Business
64 Andrea Jung – CEO, Avon, 53, United States, Business
65 Sri Mulyani Indrawati – Managing Director, World Bank, Indonesia, Non-Profit
66 Ann Curry – Coanchor, TODAY show, 54, United States, Media
67 Sallie Krawcheck – Pres., Global Wealth and Invest., Bank of America, 46, United States, Business
68 Margaret Chan – Director-General, World Health Organization, 64, China, Non-Profit
69 Anna Wintour – Editor-in-Chief, Vogue, 61, United States, Media
70 Abigail Johnson – President, Fidelity Investments, 49, United States, Business
71 Judith Rodin – President, The Rockefeller Foundation, 66, United States, Non-Profit
72 Ho Ching – CEO, Temasek Holdings, 58, Singapore, Business
73 Carol Meyrowitz – CEO, TJX Companies, 57, United States, Business
74 Mary Callahan Erdoes – CEO, J.P. Morgan Asset Management, 44, United States, Business
75 Greta Van Susteren – Host, On the Record, 57, United States, Media
76 Mary Barra – SVP, Global Product Development, General Motors, 49, United States, Business
77 Ana Patricia Botin – CEO, Santander UK,50, Spain, Business
78 Guler Sabanci & family – Chair, Sabanci Holding, 56, Turkey, Business
79 Miuccia Prada – Chair, Head Designer, Prada Group, 62, Italy, Business
80 Denise Morrison – CEO, Campbell Soup Company, 57, United States, Business
81 Tina Brown – Editor-in-Chief, The Daily Beast, Newsweek, 57, United States, Media
82 Virginia Rometty – SVP, Group Executive Sales, Marketing and Strategy , IBM, 53, United States, Business
83 Drew Gilpin Faust – President, Harvard University,63, United States, Non-Profit
84 Sheri McCoy – Vice Chair, Johnson & Johnson, 52, United States, Business
85 Alice Walton – Heiress, Art Patron, 61, United States, Billionaire
86 Laura Chinchilla – President, 52, Costa Rica, Politics
87 Ngozi Okonjo-Iweala – Finance Minister, 57, Nigeria, Politics
88 Sue Naegle – President, HBO Entertainment, 42, United States, Business
89 Mindy Grossman – CEO, HSN, 53, United States, Business
90 Ruth Porat – CFO, Morgan Stanley, United States, Business
91 Diane Von Furstenberg – CEO, Diane Von Furstenberg Studio, 64, United States, Business
92 Jan Fields – President, McDonald’s USA, 56, United States, Business
93 Maria Ramos – Group CEO, Absa Group Banks, 52, South Africa, Business
94 Marjorie Scardino – CEO, Pearson, 64, United States, Business
95 Risa Lavizzo-Mourey – CEO, Robert Wood Johnson Foundation, 56, United States, Non-Profit
96 Beth Mooney – CEO, KeyCorp, 56, United States, Business
97 Nonkululeko Nyembezi-Heita – CEO, ArcelorMittal South Africa, 52, South Africa, Business
98 Dominique Senequier – CEO, AXA Private Equity, 58, France, Business
99 Kiran Mazumdar-Shaw – Founder, Chair, Biocon, 58, India, Business
100 Beth Brooke – Global Vice Chair, Ernst & Young, 52, United States, Business

Quellen: Forbes, ZEIT Online Foto: © Armin Linnartz – Wikipedia

Abstimmen über den Deutschen Phantastik Preis 2011

Der dpp (Deutscher Phantastik Preis) wird jährlich von den Besuchern des Online-Magazins Phantastik-News in zehn verschiedenen Kategorien vergeben. Der Nominierungsrunde im Frühjahr folgt eine Endrunde im Sommer. Noch bis zum 31.08.2011 kann abgestimmt werden. Die Bekanntgabe der Sieger  und die Verleihung der Awards findet am 15. Oktober 2011 auf dem BuchmesseCon statt.

Die Finalisten:

Bester deutschsprachiger Roman

Bernd Perplies: Für die Krone (LYX)
Christoph Marzi: Grimm (Heyne)
Ju Honisch: Jenseits des Karussels (Feder & Schwert)
Kai Meyer: Arkadien brennt (Carlsen)
Markus Heitz: Judastöchter (Knaur)

Bestes deutschsprachiges Romandebüt

Ales Pickar: In den Spiegeln 1 †“ Die dunkle Stadt (Vedra)
Carsten Zehm: Staub-Kristall (Acabus)
Gesa Schwartz: Grim †“ Das Siegel des Feuers (LYX)
Harald A. Weissen: Begegnung mit Skinner (Sieben)
Ralph Haselberger: Fast tot (Persimplex)

Bester internationaler Roman

Brom: Der Kinderdieb (Pan)
Iain Banks: Welten (Heyne)
Michael Laimo: Dämonenfeuer (Otherworld)
Neil Gaiman: Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard (Arena)
Scott Westerfeld: Leviathan †“ Die geheime Mission (cbj)

Beste deutschsprachige Kurzgeschichte

Gunter Arentzen: „Scham†œ (aus: Dark Vampire †“ Geisterspiegel.de)
Michael Zandt: „Nazi Zombie Holocaust†œ (aus: Das Buch der lebenden Toten †“ Evolver)
Nadine Boos: „Finja-Danielas Totenwache†œ (aus: Die Audienz †“ Wurdack)
Sören Steding: „Frederika und der kleine Zombie†œ (aus: Das Buch der lebenden Toten †“ Evolver)
Vanessa Kaiser & Thomas Lohwasser: „Das Herz des Jägers†œ (aus: Geschichten unter dem Weltenbaum †“ Low)

Beste Original-Anthologie/Kurzgeschichten-Sammlung

Geisterspiegel.de: Dark Vampire (Romantruhe)
Hans-Stephan Link [Hg]: Weltentor (Noel)
Lothar Mischke [Hg]: Geschichten unter dem Weltenbaum (Low)
Stefan Cernohuby [Hg]: Von Feuer und Dampf (Arcanum)
Thomas Fröhlich & Peter Hiess [Hg]: Das Buch der lebenden Toten (Evolver)

Beste Serie

Maddrax (Bastei)
Mark Brandis (Wurdack)
Perry Rhodan (VPM)
Richard Schwartz: Das Geheimnis von Askir (Piper)
Vampir Gothic (Romantruhe)

Bester Grafiker

Arndt Drechsler
Christine Schlicht
Ernst Wurdack
Mark Freier
Thomas Thiemeyer

Bestes Sekundärwerk

Fandom Observer
Hither Shore †“ Jahrbuch der Deutschen Tolkien Gesellschaft (Scriptorium Oxoniae)
Magira †“ Jahrbuch zur Fantasy, Hermann Ritter & Michael Scheuch (Fantasy Club e.V.)
Nautilus †“ Abenteuer und Phantastik (Abenteuer Medien)
phantastisch! (Achim Havemann)

Bestes Hörbuch/Hörspiel

Ernst Vlcek & Neal Davenport: Dorian Hunter 10: Der Folterknecht (Zaubermond)
Gruselkabinett 40/41: Jane Austen: Northanger Abbey (Lübbe)
Gruselkabinett 44/45: H. P. Lovecraft: Berge des Wahnsinns (Lübbe)
Mythos & Wahrheit 5: Dracula (Stimmbuch)
R. A. Salvatore: Drizzt 13: Das Vermächtnis (Lausch)

Beste Internet-Seite

www.bibliotheka-phantastika.de
www.fantasyguide.de
www.geisterspiegel.de
www.phantastik-couch.de
www.zauberspiegel-online.de

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