8. Wortspiele vom 10.-12. April in der Muffathalle München

Zum achten Mal findet in diesem Jahr das internationale Literaturfestival WORTSPIELE vom 10. bis zum 12. April 2008 (Do. – Sa.) im Muffatwerk München statt. Insgesamt über 20 junge Autorinnen und Autoren aus dem In- und Ausland werden in diesem Jahr ihre neuen Bücher vorstellen.

Spannende Debüts und Neuvorstellungen erwarten die Besucher des Festivals. Um nur einige der Autoren zu nennen: Clemens Meyer, Jan Böttcher, Katja Oskamp, FX Karl, Christiane Neudecker, Hans Platzgumer und Fridolin Schley.

DONNERSTAG
10. APRIL 2008
Büchertisch: Buchhandlung Lehmkuhl
Moderation: Hans Pleschinski
20.00 Uhr Begrüßung
20.10 Uhr Der erste Sommer Max Dorner – dtv
20.30 Uhr Weiß Hans Platzgumer – Skarabaeus Verlag
20.50 Uhr Nirgendwo sonst Christiane Neudecker – Luchterhand Verlag
21.10 Uhr Pause
21.30 Uhr Die Nacht, die Lichter Clemens Meyer – S. Fischer Verlag
21.50 Uhr Ein Foto von Mila Jörg Matheis – C.H. Beck Verlag
22.10 Uhr Hanna und ich Andrea Winkler – Droschl Verlag
22.30 Uhr Kür des Tagespreisträgers und Verlosung des Buchpakets

FREITAG
11. APRIL 2008
Büchertisch: Buch in der Au
Moderation: Georg M. Oswald
20.00 Uhr Begrüßung
20.10 Uhr Armor Marcus Braun – Suhrkamp Verlag
20.30 Uhr Fünf Tage im Juli FX Karl – Blumenbar Verlag
20.50 Uhr Die Staubfängerin Katja Oskamp – Ammann Verlag
21.10 Uhr Pause
21.30 Uhr Wildes schönes Tier Fridolin Schley – Berlin Verlag
21.50 Uhr Bestattung eines Hundes Thomas Pletzinger – Kiepenheuer & Witsch
22.10 Uhr Durst ist schlimmer als Heimweh Lucy Fricke – Piper Verlag
22.30 Uhr Kür des Tagespreisträgers und Verlosung des Buchpakets

SAMSTAG
12. APRIL 2008
Büchertisch: Buchhandlung Lentner
Moderation: Tanja Dückers
20.00 Uhr Begrüßung
20.10 Uhr Manuskriptum/LMU Vier Autor/innen der Literaturwerkstatt Manuskriptum/LMU – Literaturwerkstatt Manuskriptum/LMU
Einführung: Thomas Lang (Autor) und Christiane Schmidt (Lektorin Hoffmann und Campe Verlag)
20.50 Uhr Die Kosmonautin Jo Lendle – DVA
21.10 Uhr Ohren haben keine Lider Monique Schwitter – Residenz Verlag
21.30 Uhr Pause
21.50 Uhr Der König von Mexiko Stefan Wimmer – Eichborn Berlin
22.10 Uhr Nachglühen Jan Böttcher – Rowohlt Berlin
22.30 Uhr Stierhunger Linda Stift – Deuticke Verlag
23.00 Uhr Kür des Tagespreisträgers und Verlosung des Buchpakets
23.10 Uhr Bayern2-Wortspiele-Preis für junge Literatur

Muffatwerk, Club Ampere, Zellstr. 4, Einlass ab 19:30 Uhr
Beginn: 20:00 Uhr
Tagesticket (ein Abend)
Vorverkauf: 10.- Euro
Abendkasse: 12.- Euro
Ermäßigt: 10.- Euro
Gruppentarif: 8.- Euro
Festvalticket (drei Abende)
Vorverkauf: 22.- Euro
Abendkasse: 24.- Euro

Im Netz der Pflegemafia – Lesung mit Claus Fussek und Gottlob Schober

„Die Gesellschaft will das wahre Ausmaß der Pflegekatastrophe in Deutschland nicht zur Kenntnis nehmen!“
Claus Fussek
„Mit schlechter Pflege werden in Deutschland Milliarden verdient.“
Gottlob Schober

Am Mittwoch, den 05. März, um 19 Uhr lädt der Bertelsmann Verlag und das Forum zur Verbesserung der Situation pflegebedürftiger Menschen in den Münchner Löwenbräukeller ein. Die Autoren, Claus Fussek und Gottlob Schober, präsentieren ihr Buch „Im Netz der Pflegemafia – wie mit menschenunwürdiger Pflege Geschäfte gemacht werden“.

Im Netz der PflegemafiaKurzbeschreibung
Ein alarmierender Report, der jeden angeht. Dass wir immer älter werden und häufiger der Pflege bedürfen, gibt Anlass zu – medienwirksamer – Klage. Doch in Wahrheit ist das schwer durchschaubare Pflegesystem in Deutschland ein Millionengeschäft, das die Beteiligten gar nicht verändern wollen. Diese These untermauern die erfahrenen Pflegekritiker Claus Fussek und Gottlob Schober. Sie decken unheilige Allianzen auf, bringen Insider zum Reden und analysieren die harten wirtschaftlichen Interessen einer boomenden Pflegebranche. Erstmals werden die mafiösen Strukturen eines Systems sichtbar, in dem man um des Profits willen am Personal spart, Präventionsprogramme behindert und über eklatante Menschenrechtsverletzungen hinwegsieht. Enthüllt die mafiösen Strukturen unseres maroden Pflegesystems.

Tannöd ist kein Plagiat – Gericht entkräftet Vorwurf gegen Andrea Maria Schenkel

Gestern fand die mit Spannung erwartete Verhandlung um die erhobenen Plagiatsvorwürfe gegen die Bestseller-Autorin Andrea Maria Schenkel vor dem Landgericht München 1 statt.

Peter Leuschner, der 1978 und 1997 die Bücher „Hinterkaifeck. Deutschlands geheimnisvollster Mordfall“ und „Der Mordfall Hinterkaifeck“ veröffentlicht hatte, warf Andrea M. Schenkel vor einige Passagen in Leuschners Darstellung aus dem Jahr 1997 in ihrem Bestseller „Tannöd“ abgekupfert zu haben. Konkret geht es um die ersten 40 Seiten aus dem 1997 erschienen Buch, die Leuschner in „erzählerischem, romanhaften Stil“ geschrieben habe.

Das Gericht prüfte vor allem die Frage, ob Schenkel Wendungen und Passagen Teile übernommen habe, die auf die freie Schöpfertätigkeit Leuschners zurückgehen. Schließlich ging es um jene 18 Details, die auffällig bei beiden Autoren auftauchen, etwa die Beobachtung des Bauers, dass Fußspuren im Schnee zu seinem Hof hin-, aber nicht wegführten, oder die Schilderung der Magd, dass sie einen Luftzug bemerkt habe, bevor sie vom Mörder erschlagen wurde.

Das Gericht sah es nicht als erwiesen an, dass diese Details eine originäre schöpferische Leistung Leuschners seien, die Übernahme von konkreten Formulierungen liege nicht vor. Der Vorsitzende Richter, Thomas Kaess, regte an, Schenkel und Leuschner sollten sich außergerichtlich einigen, und zwar in der Weise, dass in künftigen Neuauflagen von „Tannöd“ ausführlicher auf Leuschners Bücher hingewiesen werde.

Da die streitenden Parteien die Chance auf eine solche Einigung verstreichen ließen, wird das Gericht am 21. Mai seine Entscheidung verkünden.

In der Verhandlung wurde bestätigt, dass es um einen Streitwert von 500 000 Euro und den sofortigen Stopp der Verbreitung von „Tannöd“ und die Vernichtung aller noch verfügbaren Exemplare geht. Nach Angaben des Verlages wurde das Buch bisher mehr als 550 000 Mal verkauft.

Leuschner und seine Anwälte blieben dabei, Schenkel habe abgekupfert. Leuschner sagte, er habe naiv geglaubt, dass Abschreiben verboten sei. Er bezeichnete es als Unverschämtheit, dass Schenkel bei den Lesern der Eindruck erwecken wollte, ihr Buch sei „ganz allein in ihrem Kopf entstanden„.

Andrea Maria Schenkel strahlte: „Ich fühle mich bestätigt. Es ist kein Plagiat.“

Eine Bloody Mary alá Ernest Hemingway für den Morgen danach

HemingwayNach eigener Aussage will Ernest Hemingway das Rezept für die Bloody Mary 1941 in Hongkong erfunden haben. Auch Fernand Petiot erhebt den Anspruch den Drink in den 1920er Jahren in Harry´s New York Bar in Paris gemixt zu haben. Seinerzeit gehörten aber weder Wodka noch Tomatensaft zur gängigen Barausstattung. Deshalb scheint Hemingways Urheberschaft wahrscheinlicher. Die Bloody Mary gilt als Kater-Killer Nummer eins. Zubereitet wurde Hermingways Bloody Mary jeweils für ganze Tischgesellschaften. In einem großen Krug verrührte er zu gleichen Teilen Wodka und Tomatensaft auf Eis; dazu kam noch ein guter Schuss Zitronensaft, Pfeffer, Selleriesalz, Worcestershire Sauce und Chilli.

Inzwischen hat jeder Barmann seine eigene Bloody-Mary-Rezeptur. Gerührt oder geschüttelt, manchmal wird der Wodka durch Tequila oder Sake ersetzt, der Tomatensaft mit Rinderbrühe oder Muschelsaft gemischt. Populär ist auch die Zugabe von Meerrettich beziehungsweise Wasabi.

In der Konsistenz und der Würzung des Tomatensafts liegt der Charme der Bloody Mary. Diese nerven- und magenfreundliche Mischung funktioniert auch als Virgin Mary, also ohne Alkohol, den entscheidenden Kick gibt allerdings der Wodka.

Im Münchner Schumann´s wird sie folgendermaßen zubereitet:

1 cl Zitronensaft
Worcestershire Sauce
Selleriesalz
frisch gemahlener Pfeffer
Tabasco
4 cl Wodka
12 cl Tomatensaft
auf Eis verrühren und in ein Becherglas abseihen; mit einer Selleriestange und einem Glas Wasser servieren.

FROHES NEUES JAHR! 😉

Quelle: sueddeutsche.de

Ausverkaufte Kalteis – Lesung mit Andrea M. Schenkel im Literaturhaus

Andrea Maria SchenkelGespannte Stille herrschte im ausverkauften Saal des Münchner Literaturhauses am 24.09., als Andrea M. Schenkel nebst Schauspieler Michael Fitz und dem Leiter des Hauses Reinhard Wittmann die Bühne betrat. Herr Wittmann hieß Autorin, Schauspieler und Publikum willkommen und verwies auf die mit der „Kalteis-Lesung“ eröffnete Veranstaltungsreihe zur Vorstellung von Büchern über München.

„Michael Farin (»Polizeireport München«, belleville 1999) erläutert den historischen Fall im Anschluss an die Lesung“, so R. Wittmann bei der Begrüßung und deutete auf den noch leeren Tisch mit dem einzelnen Stuhl auf der Bühne.

Andrea M. Schenkel, bekleidet mit flachen Schuhen, Jeans und weißer Tunika-Bluse, ohne einen Hauch von Wimperntusche oder Lippenstift (einzige Auffälligkeit eine schwarze Lederjacke mit langen Fransen), nahm neben dem im dunklen Anzug gekleideten Michael Fitz an dem zweiten Tisch auf der Bühne Platz.

Abwechselnd lasen die beiden Passagen aus dem neuen Roman „Kalteis„. Michael Fitz begann mit dem Verhör von Kalteis, alias Eichhorn. Auch Schenkels zweiter Roman, nach Tannöd, beruht auf einem realen Fall, dem des Serienmörders Eichhorn, der zwischen 1930 und 1939 in München mehrere Frauen ermordete und vergewaltigte. Aktenkundig sind etwa 90 Notzuchtverbrechen, so nannte man Vergewaltigungen in den 3oer Jahren. Fünf Frauen hat er umgebracht, erwürgt oder erschossen. Eichhorn, geboren 1906 in Aubing bei München, war verheiratet, Vater von zwei Kindern, Rangiergehilfe bei der Reichsbahn.

Andrea M. Schenkel rollt die Handlung von zwei Seiten auf: Mit dem Mörder beginnt sie an dessen Ende, bei seiner Hinrichtung, und geht mit ihm zurück in die Vergangenheit. Zur Vernehmung, zu den Morden. Die weibliche Hauptfigur, das Opfer Kathie, die aus der Provinz zur Arbeitssuche nach München kommt, führt Schenkel bei der Ankunft am Hauptbahnhof ein und erzählt in die Zukunft. Die Episoden sind mit Aussagen von Zeugen verwoben. Schnell wird klar, dass sich die beiden, Kalteis und Kathie, irgendwann treffen müssen. Dass Kalteis das Mädchen töten wird.

Die Stimme von Andrea M. Schenkel klang sanft und dunkel. Sehr überzeugend, betont und selbstsicher las sie zunächst die Textpassage, die auch als Leseprobe veröffentlicht wurde, in der Kathi, Kalteis letztes Opfer, nach München fährt. Danach lasen Schenkel und Fitz viele z. T. spannende und auch grausame Romanausschnitte vor, abschließend die detaillierte Tötung eines der Opfer. Die Zuhörer verhielten sich mucksmäuschenstill.

Nun betrat Michael Farin die Bühne und nahm an dem noch leeren Tisch Platz. Er ging nochmals auf den historischen Fall ein und wollte dann von Frau Schenkel wissen, wie sie recherchiert hatte. Es gibt über 1000 Seiten Material über den realen Fall im Staatsarchiv, eine Doktorarbeit aus dem Jahr 1943 und Unterlagen in der LMU, die sie gesichtet hatte, erklärte Frau Schenkel. Es folgten Fragen über Zurechnungsfähigkeit, Schuldfähigkeit des Täters oder die Namensfindung „Kalteis“ in ihrem Roman. Auf einige Fragen konnte Frau Schenkel, logischerweise, ist sie doch Schriftstellerin und nicht Expertin der Intentionen von Serienmördern, nicht antworten. Man hatte den Eindruck, dass sie noch nicht gelernt hat, sich dieser Art der Fragen zu erwehren.

Warum der Inhalt und die Entstehung des Romans auf diese Weise hinterfragt wurde, ist mir allerdings ein Rätsel. Hat Frau Schenkel doch schon über Tannöd gesagt, dass sie die reale Geschichte nicht mehr interessiert, als würde sie zu Hause einen Topf Spagetti kochen. Also, was sollte das? Andere Dinge, wie sie zum Beispiel die Geschichte mit den zwei Handlungssträngen aufgebaut hatte, wer sie unterstützt oder wie ihr neues Projekt aussieht, hätten mich viel mehr interessiert. Schade und ungewöhnlich, dass nicht eine Frage an Frau Schenkel aus dem Zuschauerraum gestattet war.