„Der schönste erste Satz“

ist ein Wettbewerb der Initiative Deutsche Sprache und der Stiftung Lesen.

Wer möchte kann seinen Vorschlag für den „Schönsten ersten Satz“ an die E-Mail-Adresse:

borsenblatt@mvb-online.de schicken.

Mein Vorschlag für einen schönen ersten Satz lautet:

Er war nicht mein Vater und nicht meine Mutter, weshalb öffnete er mir dann ihre Haustür, erfüllte mit seinem Körper den schmalen Eingang, die Hand auf der Türklinke, ich begann zurückzuweichen, schaute nach, ob ich mich vielleicht im Stockwerk geirrt hatte, aber das Namensschild beharrte hartnäckig darauf, dass dies ihre Wohnung war, wenigstens war es ihre Wohnung gewesen, und mit leiser Stimme fragte ich, was ist mit meinen Eltern passiert, und er öffnete seinen großen Mund, nichts ist ihnen passiert, Ja`ara, mein Name rutschte aus seinem Mund wie ein Fisch aus dem Netz, und ich stürzte in die Wohnung, mein Arm streifte seinen kühlen glatten Arm, ich ging an dem leeren Wohnzimmer vorbei, öffnete die verschlossene Tür ihres Schlafzimmers.

Zugegeben, es kann über Sinn oder Unsinn solcher Umfragen gestritten werden, aber spannend ist es allemal. Dieser erste Satz ist voller Verheißung und mag so manchen Leser in der Buchhandlung verleitet haben das Buch zu kaufen.

Wer kennt ihn, bzw. wer kennt den Buchtitel und den Autor? Wer es weiß, darf den nächsten schönsten ersten Satz hier vorschlagen. 🙂

Liebe Dolcevita, ist das Z. Shalev, Liebesleben?
Wenn ja, lautet mein Vorschlag:

Es war unvermeidbar: Der Geruch von bitteren Mandeln ließ ihn stets an das Schicksal verhinderter Liebe denken.

Juni 2007: Tannöd – Andrea M. Schenkel

Cover TannödKurzbeschreibung
Sie nennen ihn nur noch den Mordhof, den einsam gelegenen Hof der Danners in Tannöd. Eine ganze Familie wurde in einer Nacht ausgelöscht, mit der Spitzhacke erschlagen. Gemocht hat sie kaum jemand, mürrische, geizige Leute waren sie und den ein oder anderen hat der alte Bauer wohl auch übers Ohr gehauen. Aber selbst die Kinder wurden grausam ermordet, und so geht die Angst um im Dorf, denn vom Mörder fehlt jede Spur. Unheimlich wird es, weil man jeden Schritt des Mörders mit verfolgt, ihn beobachtet bei seinen alltäglichen Verrichtungen, ohne seine Identität zu kennen. Die spannende Unruhe, die einen bis zum Ende nicht verlässt, löst sich erst auf, wenn das Mosaik komplett ist. Die Autorin legt mit ihrem Debüt nicht nur einen dramatischen, literarisch reizvollen Kriminalroman vor. Sie zeichnet schonungslos und eindrücklich das Porträt einer bigotten und ganz und gar nicht idyllischen dörflichen Gemeinschaft mit einem traumatischen Beziehungsgeflecht, das schließlich zum Mord führt. Dem Buch liegt ein ungeklärter Mordfall an einer Bauernfamilie zugrunde.

Über die Autorin
Andrea Maria Schenkel, geboren am 21. März 1962 in Regensburg, ist eine deutsche Schriftstellerin.
Sie veröffentlichte im Jahr 2006 ihr Romandebüt Tannöd, der auf einem ungeklärten Mordfall im bayerischen Hinterkaifeck basiert. Für diesen Roman erhielt sie 2007 den Deutschen Krimi Preis und den Friedrich Glauser-Preis. Für das Hörbuch zum Roman erhielt sie 2007 zusammen mit Monica Bleibtreu den CORINE-Weltbild-Leserpreis. Für ihren zweiten Roman Kalteis wurde sie 2008 ebenfalls mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet.

Im Jahr 2007 produziert der Norddeutsche Rundfunk (NDR) ein 70 minütiges Hörspiel des Romans Tannöd (Hörspielbearbeitung und Regie: Norbert Schaeffer). Mit Kalteis lässt Schenkel ihrem Debüt einen weiteren Kriminalroman folgen, in dem es um einen Frauenmörder geht. Auch dieser Roman basiert auf einem historischen Fall.

Ihr Romandebüt Tannöd verkaufte sich bislang mehr als 550.000 Mal (Stand:Januar 2008).

Plagiatsvorwürfe
Der Journalist Peter Leuschner wirft Andrea Maria Schenkel vor, ihr Roman Tannöd sei ein Plagiat seiner Bücher „Hinterkaifeck. Deutschlands geheimnisvollster Mordfall“ (1978) und „Der Mordfall Hinterkaifeck“ (1997). Die Autorin habe, so Leuschner, Passagen teilweise annähernd wortgleich abgeschrieben. Dagegen wird argumentiert, Leuschner habe ein dokumentarisches Sachbuch verfasst, Schenkel aber ein literarisches Werk geschaffen. Die historischen Fakten des spektakulären Falls seien urheberrechtlich nicht geschützt und in vielen offenen Quellen nachzulesen. Da Leuschner die Dokumentation aber durchaus dramatisiert und rein fiktive Passagen zugefügt hat, also von einer reinen Dokumentation zugunsten eines Infotainment abgewichen ist, könnte sich dieser Fall durchaus in einer juristischen Grauzone bewegen.

Trotz dieser Vorwürfe wurden die Plagiatsvorwürfe mit dem Urteil des Münchner Landgerichts I vom 20. Februar 2008 widerlegt. Somit wurde die Forderung Leuschners nach Schadensersatzszahlung, der Vernichtung aller bestehenden „Tannöd“-Bücher und die nicht weitere Verbreitung des Krimis abgelehnt.

„Superhero“ – Lesung mit Anthony McCarten und Rufus Beck im Literaturhaus München

MccartenDie Welt braucht Helden. Aber sieht so ein Superheld aus? Vierzehnjährig, schmächtig, schwerkrank. Er hat nichts zu verlieren, außer seine Unschuld. Schrill, hart und rasant lässt McCarten seinen jugendlichen Helden Donald F. Delpe durch eine testosteron-gesteuerte Welt jagen. Ein Buch wie ein Film, wie ein Comic-Strip.

Anthony McCarten, 1961 in Neuseeland geboren, schrieb mit »Ladies Night« einen Theaterhit, die Verfilmung unter dem Titel »The Full Monty †“ Ganz oder gar nicht« war eine der erfolgreichsten Komödien der 1990er Jahre. Es folgten zahlreiche Theaterstücke, Drehbücher, Gedichte, Kurzgeschichten und drei Romane. McCarten lebt in Los Angeles, Neuseeland und Gloucestershire, wo er die Verfilmung von »Superhero« vorbereitet.

Die deutschen Passagen liest der geniale Sprecher und Schauspieler Rufus Beck, es moderiert Dominik Wichmann, Chefredakteur des SZ-Magazins.
Mittwoch, 13.6.2007, Literaturhaus, Salvatorplatz 1, München
20:00 Uhr im Saal
Veranstalter: Diogenes Verlag, Stiftung Literaturhaus
Eintritt: Euro 10.- / 8.-

Stephen King

Stephen Kingwill seinen nächsten Thriller nicht in Buchform veröffentlichen, sondern in der Juli-Ausgabe des US-Männer-Magazins Esquire. Die Kurzgeschichte „The Gingerbread Girl“ soll auf 23 Seiten des Magazins zu lesen sein. In dem 1933 gegründeten Blatt wurde schon Truman Capotes Roman „Frühstück bei Tiffany“ (1958) vorabgedruckt. 2000 hatte der 59-jährige King seinen Roman „The Plant“ als Fortsetzungsgeschichte auf seine Webseite gestellt.

Quelle: www.sueddeutsche.de