KrimiWelt-Bestenliste Februar 2010

Platz 1 : Blut will fließen von James Ellroy

Blut will fließenKurzbeschreibung
Böse Ex-Cops, intrigante Killer, feige FBI-Informanten und gefährliche Frauen im Spiel um Macht, Millionen und Sex sind sie alle willfährige Marionetten, gelenkt von Politikern und ihren zweifelhaften Freunden. James Ellroys Abschluss der Underworld-Trilogie ist ein gnadenlos spannender Thriller und ein literarisches Ereignis.USA, 1968: Nixon und Humphrey kandidieren für das Präsidentenamt. Der Wahlkampf ist hart und geprägt von Verleumdung und Korruption. Die Ermordung von Martin Luther King und Robert Kennedy, die Proteste von Schwarzen und Studenten wie auch der Vietnamkrieg bringen Unruhe in das Amerika jener Tage. In Los Angeles beschäftigt Scotty Bennett vom LAPD der ungeklärte brutale Überfall auf einen Geldtransporter, bei dem mehrere Millionen Dollar und eine größere Menge Smaragde verschwanden. Je mehr er bei den Ermittlungen in die Nähe der Machtzentren gerät, desto gefährdeter ist seine Mission – und auch sein Leben. Steckte das FBI hinter dem Überfall? Flossen die Millionen in Nixons Wahlkampf? Was hat Howard Hughes Nixon versprochen? James Ellroy führt zu den Hintertreppen der Macht und besticht mit seiner radikalen Gesellschaftskritik, einer explosiven Mischung aus Verschwörung und Gewalt, Besessenheit, Sex und Drogen.

Platz 2 : Leopard von Jo Nesbø

LeopardKurzbeschreibung
Hongkong: Im Dunst der Garküchen und Drogenhöhlen dämmert einsam ein Mann vor sich hin. Kommissar Harry Hole ist am Ende, er hat alle Brücken hinter sich abgebrochen, die chinesische Mafia ist ihm auf den Fersen. Gleichzeitig erschüttert Oslo eine Serie grotesk-grausamer Morde.Die junge Kommissarin Kaja schafft es schließlich, Harry zurückzuholen. Schon bald wird er immer tiefer in den Fall hineingezogen. Der Täter erweist sich als äußerst unberechenbar und intelligent. Er arbeitet mit einem perfiden Mordwerkzeug, das lautlos und quälend langsam tötet. Die Spuren führen Harry von einer einsamen Hütte im norwegischen Hochgebirge bis nach Ruanda. Als er dem Killer gegenübersteht, muss er eine übermenschliche Entscheidung treffen.

Platz 3 : Frankie Machine von Don Winslow

Frankie MachineKurzbeschreibung
Alle mögen Frank, den Mann vom Angelladen. Nur wenige kennen ihn als Frankie Machine, den legendären Mafiakiller …
Frank Macchiano ist ein geschiedener Kleinunternehmer, ein leidenschaftlicher Liebhaber und eine feste Stütze des Strandlebens von San Diego – der Mann vom Angelladen, den alle mögen und der immer noch gerne surft, obwohl er nicht mehr der Jüngste ist. Er ist auch ein Mafiakiller im Ruhestand: Frankie Machine, bekannt für gnadenlose Effizienz. Er hat das Geschäft hinter sich gelassen, und so soll es auch bleiben. Doch dann holt ihn die Vergangenheit ein: Jemand will ihn töten, und Frankie Machine muß ihn zuerst finden. Das Problem: Die Liste der Verdächtigen ist länger als die kalifornische Küste …

Platz 4 : Winter in Maine von Gerard Donovan

Winter in MaineKurzbeschreibung
Der Winter in den Wäldern von Maine ist kalt und einsam. Bisher hat das Julius Winsome nicht gestört, er lebt schon lange allein, und er hat einen treuen Gefährten, seinen Pitbullterrier Hobbes. Als sein Hund eines Nachmittags offenbar absichtlich erschossen wird, bricht Julius‘ Welt zusammen. Und er fasst einen erschreckenden Entschluss …
Julius Winsome lebt zurückgezogen in einer Jagdhütte in den Wäldern von Maine. Der Winter steht vor der Tür, er ist allein, aber er hat die über dreitausend Bücher seines Vaters zur Gesellschaft und vor allem seinen Hund Hobbes, ein treuer und verspielter Pitbullterrier. Eines Nachmittags, als er gerade vor dem Feuer sitzt und liest, hört er einen Schuss. Eigentlich nichts Besonderes, denn es ist gerade Jagdsaison. Dennoch wundert sich Winsome, weil der Schuss ganz in seiner Nähe gefallen ist, zu nahe. Als er vor die Tür geht, entdeckt er, dass Hobbes erschossen wurde – offenbar mit Absicht.
Der Verlust trifft Julius mit ungeahnter Wucht. Er denkt an all die anderen Verluste in seinem Leben: die Mutter, die er gar nicht kannte, weil sie bei seiner Geburt starb, den Vater, der nie wieder heiratete, der ihn allein großzog und ihm die Sprache Shakespeares beibrachte und jetzt auch schon zwanzig Jahre nicht mehr da ist, an Claire, die einzige Frau in seinem Leben, die ihn einen Sommer lang liebte und dann wieder verschwand. Und jetzt Hobbes, sein letzter wahrer Freund. Am nächsten Tag holt er das Gewehr seines Großvaters aus der Scheune und zieht los, um seinen Hund zu rächen. Er macht Jagd auf die Jäger. Und obwohl diese Rache ebenso sinnlos ist wie die Tat, die ihr zugrundeliegt, verstehen wir diesen einsamen, verzweifelten Mörder, werden seine Komplizen in Eis und Schnee.

Platz 5 : Toter Mann von Ške Edwardson

Toter MannKurzbeschreibung
Ein verlassener Wagen im nächtlichen Göteborg, Schüsse auf einen bekannten Autor — nichts scheint zusammenzupassen. Doch Kommissar Erik Winter spürt, dass ein mächtiger Gegner ihn belauert. Sind diese Vorfälle Köder, die ihn auf eine bestimmte Spur locken? Oder geniale Ablenkungsmanöver? Immer tiefer gerät Winter in ein verzweigtes Netz aus Lügen und Intrigen, das ihn weit in die Vergangenheit zurückführt. Dann geschieht ein Mord und Winter muss von vorn anfangen. Noch längst hat er nicht überall Licht ins Dunkel gebracht, da fordert ihn sein Gegner zum Showdown.
„Ške Edwarson beweist mit Toter Mann erneut, dass er längst zu den wichtigsten schwedischen Autoren von guter und zugleich fesselnder Kriminalliteratur zählt.“ (Norddeutscher Rundfunk 1, 10.11.09)

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Platz 6 : Dunkler Gefährte von Jim Nisbet

Dunkler GefährteKurzbeschreibung
Der indisch-stämmige Akademiker Banerjhee Rolf hat es in Kalifornien zu einem schmucken Eigenheim gebracht; in der Biotech-Branche scheinen ihm die Türen offen zu stehen. Doch die Idylle trügt: Eine feindliche Übernahme seinerFirma kostet ihn nicht nur Job und Karriere, auch im privaten Umfeld gehen ihm gesellschaftliche Verfallserscheinungen in Person seines mit Drogen dealenden Nachbarn an die Nieren. Toby Price, ein paranoider Kiffer und Tunichtgut, ist merkwürdig kommunikativ, seit irgendjemand unpatriotische Videopamphlete in seinen Pay-TV-Pornokanal einspeist In dem für den Hammett Award nominierten Noir-Thriller dominieren unberechenbare Zufälle und Chaostheorie. In Nisbets Welt schützen weder intellektuelle Überlegenheit noch Gutmenschentum vor Kollateralschäden.

Platz 7 : Einfache Gewitter von William Boyd

Einfache GewitterKurzbeschreibung
Eine scheinbar unbedeutende Entscheidung, und nichts ist mehr, wie es einmal war – in einer Millisekunde entgleitet ein ganzes Leben. Virtuos erzählt William Boyd davon, was es heißt, alles zu verlieren – und neue Wege zu beschreiten. Ein Roman so packend und so mitreißend wie Ruhelos, mit dem Boyd vor drei Jahren das deutsche Lesepublikum eroberte (über 100 000 verkaufte Exemplare). Ein Mann. Eine Zufallsbekanntschaft. Ein Aktenordner. Ein Toter. Von einer Sekunde auf die andere muss Adam Kindred, angesehener Klimatologe auf Durchreise in London, untertauchen. Jeder Weg zu seinem früheren Leben ist versperrt. Kontakt zur Familie nicht möglich, Kreditkarte und Mobiltelefon nicht zu benutzen, das Hotelzimmer außer Reichweite. Nur Stunden zuvor hatte er in einem kleinen italienischen Restaurant in Chelsea Philip Wang kennengelernt, Chef-Entwickler des Pharmakonzerns Calenture-Deutz. Als er ihn wenig später in seinem Apartment aufsucht, um einen vergessenen Ordner vorbeizubringen, findet er einen sterbenden Mann vor. In Panik flieht Adam, alle Indizien weisen auf ihn. Er versteckt sich auf Brachland nahe der Themse und muss nun, wie tausend andere in London, im Untergrund, im Verborgenen leben. Schnell hofft er, seine Unschuld zu beweisen, doch ahnt er nicht, welchen Mächten er gegenübersteht. William Boyd erzählt die Geschichte eines Mannes, dem der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Er erzählt, welche Kräfte jemand entwickelt, dem alles genommen ist, und welch unerwartete Wege sich in düsterer Stunde auftun. Ein Roman über die Zerbrechlichkeit unserer Identität, in dem Boyd einmal mehr sein großes Können entfaltet. Und wie bei Ruhelos fasziniert er auch hier durch glänzend recherchierte Hintergründe, Glaubwürdigkeit und ein hohes Maß an Authentizität.

Platz 8 : Nazi Paradise von Angelo Petrella

Nazi ParadiseKurzbeschreibung
In einer fiebrig-unflätigen und bitter-galligen Sprache erzählt Petrella sein Neapel von unten, beobachtet aus nächster Nähe die gewalttätigen Splittergruppen, den Anarchismus und die Fassadenideologie, die Widersprüche einer Realität, die immer groteskere Züge annimmt.Der namenlose Protagonist, ein wütender junger Skinhead aus dem neapolitanischen Großstadt-Dschungel, knackt Websites von Banken, manipuliert Konten und relaxt anschließend in einem erotischen Chatroom. Er hasst Rote und Bürgerliche gleichermaßen, doch das Fußballstadion besucht er mit religiöser Inbrunst. Seine Welt ist die der Hacker, Ultras, Junkies und Zuhälter und sie wird bestimmt von Schlägereien und Verrat. Korrupte Polizisten zwingen ihn, in einer Villa auf Capri den Computer eines Bonzen zu knacken, der für sie gefährliche und kompromittierende Informationen enthält. Doch dann läuft etwas schief, und plötzlich ist es sein Kopf, der rollen soll.

Platz 9 : Camorrista von Giampaolo Simi

CamorristaKurzbeschreibung
Psychologisch dichter, hoch spannender Krimi über die Camorra und ihre Methoden
Die Polizistin Rosa erlebt ihren ersten Einsatz im Zeugenschutzprogramm: Sie muss den jungen, aussagewilligen Camorra-Boss Cocíss an einem geheimen Ort bewachen, um ihn vor der Rache seiner eigenen Leute zu bewahren. Doch Rosa merkt schnell, dass die Camorra das Versteck längst kennt. Sie entschließt sich eigenmächtig zu einer Flucht mit dem Camorrista, auch wenn sie sich damit in äußerste Gefahr begibt. Andrerseits gibt es zwischen ihr und Cocíss auch Momente von Komplizenschaft und Nähe. Doch kann sie ihm wirklich trauen?
Ein atemberaubend spannender Thriller und ein außergewöhnlicher Einblick in die Welt der Camorra.

Platz 10 : Das München-Komplott: Denglers fünfter Fall von Wolfgang Schorlau

Das München-KomplottKurzbeschreibung
„Schorlau schreibt zurzeit die Kriminalromane, die am dichtesten dran sind an der sozialen Realität. Hamburger Abendblatt
Eine Mordserie an ehemaligen NATO-Generalen schockiert die Öffentlichkeit. Kann es sein, dass staatliche Stellen in Deutschland und im Ausland zielgerichtet Terrorakte und politische Morde verüben? Der Stuttgarter Privatdetektiv Georg Dengler ermittelt in einem Fall, der in seiner Brisanz Schorlaus Politkrimi Die blaue Liste noch übertrifft. Im November 2009 wird in dem exklusiven New Yorker Harvard Club der pensionierte deutsche Vier-Sterne-General Klaus Naubert erschossen. Der Täter entkommt unerkannt. Ein Verrückter, heißt es in der Öffentlichkeit, dieser Mord habe keinen Sinn. Die Leitung des Bundeskriminalamtes ist sich nicht so sicher. Sie bittet ihren früheren Spitzenermittler Georg Dengler um Mithilfe. Dengler entdeckt eine heiße Spur: Kann es sein, dass Naubert und höchste deutsche Regierungsstellen in das Attentat während des Oktoberfestes 1980 verwickelt waren? Damals starben 13 Menschen, und den offiziellen Ermittlungen zufolge war ein isolierter Einzeltäter dafür verantwortlich. Wurden damals systematisch Spuren verwischt? Werden nun die letzten Mitwisser dieses Verbrechens beseitigt? Zwei weitere NATO-Generale werden getötet. Plötzlich wird auch dem BKA dieser Fall zu gefährlich. Doch Dengler ermittelt auf eigene Faust weiter … In seinem neuen Roman entwickelt Wolfgang Schorlau aus realen Geschehnissen eine Geschichte, die aus dem Kalten Krieg bis in unsere Zeit reicht und den Leser bis zur letzten Seite in Atem hält.

Quelle: arte tv

Black Dagger Ladies Online †“ Zwischenstopp in Havanna [Kapitel 10]

Black Dagger Ladies Online

Zwischenstopp in Havanna
Kapitel 10

Doc räusperte sich „Hi.†œ Bowen schwieg, sie schritt auf ihn zu. Das Bett zwischen sich, stand sie ihm direkt gegenüber. Nach einer gefühlten Ewigkeit unbehaglichen Schweigens gingen sie beide langsam um das Bett herum aufeinander zu und blieben voreinander stehen. Er fuhr sich mit einer Hand durch sein Haar, seine Augen blickten verlegen hin und her, als wüsste er überhaupt nicht, was er sagen oder tun sollte. Er wirkte schwer verunsichert. Endlich erfasste Jane als erste das Wort „Bo, ich…†œ, schon wieder kamen ihr die Tränen, dieses Geständnis kostete sie ihren ganzen Mut. „Bowen, ich halte es nicht mehr länger aus. Ich liebe Dich.†œ Er tat den letzten Schritt, der sie voneinander trennte und nahm ihre Hand „Oh Doc, ich dachte schon, ich hätte alles ruiniert, es tut mir so unendlich leid wie das gelaufen ist.†œ Sie strich ihm mit der freien Hand über die Wange „Nein, das hast du nicht. Ich hätte auch anders reagieren sollen. Trotz allem, zu dieser Verbindung bin ich noch nicht bereit.†œ „Du hast alle Zeit der Welt! Ich werde auch versuchen mich nicht allzu besitzergreifend aufzuführen, Cyrus hat mir gesagt, dass auch er ein Auge auf mich haben wird und aufpasst, dass ich es nicht übertreibe.†œ Doc blickte auf das Bett und lächelte anzüglich „Ach, also in manchen Bereichen kannst du das ruhig gerne so beibehalten.†œ „Na, dann komm her, meine Erdbeere.†œ

Wie aus weiter Ferne hörte Kerstin immer wieder ein und dieselbe Stimme. Aber irgendwas in ihrem Inneren sträubte sich, auf diese Stimme zu hören. Sie fühlte sich gut. Erleichtert und frei, aber trotzdem stimmte was nicht. „Warum fühle ich mich so gut?“, fragte Kerstin sich. „Da, wieder diese Stimme, die mir sagt, dass ich irgendwo hingehen soll. Warum, es ist doch schön hier. So tolle Farben, es ist warm und weich. Und, oh, da ist etwas auf meiner Stirn, jetzt auf meinen Lippen. Es fühlt sich vertraut an†œ, dachte sie und wusste nicht, woran sie das erinnerte. Doch plötzlich wurde es ihr schlagartig klar. Mit einem Ruck wachte sie auf. Kerstin befand sich noch immer in dem merkwürdigen Raum, der so toll aussah und der so merkwürdig roch. Und da war er, Drago. Sie lag in seinen Armen, auf dem Fußboden? Ach ja, sie hatte sich eine kleine Auszeit genommen und war eingeschlafen. „Hallo“, sagte Drago ganz leise und hatte dabei ein Lächeln auf den Lippen. „Hallo“, gab Kerstin mit belegter Stimme zurück. „Was ist los? Wieso liegen wir zwei auf dem Boden und ich in deinem Arm?†œ, fragte sie vorsichtig. „Tja“, sagte Drago, „du hattest dir wohl gedacht, du würdest gern ein bis drei Stündchen schlafen und hast dich mir in die Arme geworfen.“ Sofort wollte sie aufstehen, aber er hielt sie sanft zurück. „Wo willst du denn hin? Trink erstmal was, damit du wieder in Schwung kommst.†œ „Okay“, sagte Kerstin und in Gedanken fügte sie hinzu, „warum auch nicht, liegt sich gut hier. Wer weiß, wann ich noch mal so eine Gelegenheit habe.“ Drago fing an zu lachen und Kerstin wusste auch sofort warum und schlug die Hände vor ihr Gesicht. Sie hatte vergessen, dass er nun ihre Gedanken hören konnte, auch ohne ihr in die Augen zu schauen. „Oh man, ist das peinlich.“ „Nein, warum denn. Es ist nur etwas ungewohnt für uns beide“, gab er zurück. Kerstin wusste nicht, was sie dazu sagen sollte. Sie schauten sich an, und diesmal konnte Kerstin hören was er dachte. „Ich würde gern mit dir all die Sachen machen, an die du vorhin gedacht hast.†œ Kerstin wurde sofort rot wie ein Hochofen. „Ich würde dir am liebsten hier und jetzt die Klamotten vom Leib reißen und dich so verwöhnen wie du es dir nie erträumt hast, dich küssen und streicheln. Aber das geht ja leider nicht, du hast eine Beziehung. Und er liebt dich.“ Unglücklich schaute er sie an. „Ich werde mich nicht zwischen dich und Tim stellen. Ich habe schon genug Ärger mit den Jungs. Und ich tauge nichts für eine feste Bindung“, sagte er und rückte etwas von Kerstin ab. Kerstin zog die Augenbrauen zusammen. „Ich weiß nicht, was zwischen den Jungs und dir vorgefallen ist. Ich habe vorhin die Beziehung mit Tim gelöst. Ich habe eine Seite an ihm entdeckt, die mir überhaupt nicht gefällt. Das wäre also nicht das Problem, und wenn du mir nicht sagen möchtest, was vorgefallen ist, ist das für mich auch in Ordnung. Aber wir müssen beide herausfinden, was das zwischen uns ist.“ Ein trauriges Lächeln erschien auf Dragos Gesicht. „Ich habe Angie erzählt, was damals geschehen ist, du kannst sie fragen. Und für unser kleines Problem finden wir auch noch eine Lösung.“

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Er zog Kerstin wieder an sich und gab ihr einen zarten Kuss auf die Stirn. Da, das war es, was sie vorhin gespürt hatte. Er hatte sie also geküsst. Siedendheiß fiel ihr noch etwas ein. „Sag mal, als ich vorhin diese Auszeit genommen habe“, Drago musste schmunzeln, „wieso hast du dir nicht die Lippen verbrannt, als du mich geküsst hast?“ Jetzt war es Drago, der etwas verwirrt war. „Na ja ich meine, das letzte Mal, als ich dir diesen Kuss auf dein Ohr gegeben hatte, habe ich dich doch verbrannt?“ Daran konnte er sich noch gut erinnern. „Weil du jetzt nicht wütend warst, würde ich sagen. Aber wir können es gern noch mal ausprobieren“, sagte er und diesmal war wieder das Grinsen da. Ihr blieb keine Zeit mehr zu überlegen, schon hatte Drago sie fest an sich herangezogen und leidenschaftlich geküsst. Ihr blieb fast die Luft weg. Dann seufzte sie und erwiderte den Kuss. Drago löste sich von ihren Lippen und schaute sie an. „Alles okay?“, fragte er. „Bei mir schon“, antwortete Kerstin und im nächsten Moment verschloss sein Mund erneut ihre Lippen. Mit ihren Fingern fuhr sie durch seine Haare und zog in fester an sich heran. Drago verstand diese Geste und begann sie zu streicheln. Mit seinen Fingern zog er eine Linie von ihrer Stirn der Nase entlang zu ihren Lippen. Dann wanderten seine Finger über ihre Wangenknochen und strichen eine Haarsträhne hinter ihr Ohr. Kerstin bekam eine Gänsehaut. Sie knabberte an seiner Unterlippe und biss ganz kurz zu. Drago stöhnte leise auf. Kerstin legte den Kopf in Nacken und genoss die Berührungen.

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„Mmh, das war jetzt nicht das Gespräch, das ich mir erhofft hatte, aber es hat mich trotzdem zu einer Erkenntnis gebracht.“ „Ach ja, inwiefern denn?“, fragte Drago. „Ja“, sagte Kerstin, „also erstens †“ wow…, das war ein Erlebnis, wovon ich später bestimmt nicht meinen Enkeln erzählen werde.“ Drago musste lachen. „Und zweitens – ich bin mir noch nicht ganz sicher, aber ich glaube, ich habe jetzt keine Angst mehr davor herauszufinden, was es mit uns beiden auf sich hat.“ Sie lächelte und schaute ihn an. Aber er machte ein so ernstes Gesicht, dass Kerstin sich aufrichten musste, um ihn richtig anzusehen.
Dabei rutschte die Decke von ihrem Körper, und in Dragos Mundwinkeln war ein kleines Zucken zu erkennen. „Das kannste jetzt vergessen“, dachte Kerstin und Drago sagte: „Warum denn? War es eine so schlechte Art zu den Erkenntnissen zu kommen?“ „Nein“, erwiderte sie, „aber ich möchte jetzt in meine Kabine, ich muss duschen und mich umziehen. Wir müssen noch so einige Vorbereitungen für Peru treffen und ich muss noch mal mit Angie und auch mit Tim sprechen. Das bin ich Tim schuldig.“ Drago hatte wieder dieses selbstsichere Grinsen im Gesicht und nahm Kerstin in seine Arme. „Verstehe ich das richtig? Du und ich? Ich meine…“, aber Kerstin unterbrach ihn. „Vielleicht!? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich möchte es gerne versuchen, auch wenn du mir vorhin gesagt hast, dass du nicht für eine feste Beziehung taugst. Und natürlich möchte ich genau wissen, was das alles mit uns zwei auf sich hat.“ Mit einem lauten Seufzer der Erleichterung zog Drago Kerstin an sich und küsste sie zärtlich.

Fernando war schon seit einer Stunde wach, er war von der aufgehenden Sonne geweckt worden. Ein unheimliches Glückgefühl durchdrang ihn, als er Lilli so in seinen Armen liegen sah. Er beobachtete sie und lächelte über ihre Grimassen, die sie im Schlaf machte. Er liebte dieses Gesicht, diese Wuschelhaare und diese spitzen Öhrchen, die sich auch ab und zu bewegten. :Am liebsten hätte er dieses Gesicht mit Küssen übersät, aber er wollte sie nicht wecken, also begnügte er sich damit, sie zu beobachten. Er war sich auch immer noch nicht sicher, ob Lilli ihn wirklich liebte. Sie hatte ihm zwar ihre Liebe gestanden und erzählt, dass sie sich von ihrem toten Geliebten André verabschiedet hatte, aber er wusste wie tief die Wunde in Lillis Herz war. Konnte er diese Wunde wirklich heilen, und würde Lilli irgendwann wirklich seine Gefährten sein? Er wusste es nicht, er konnte nur darauf hoffen, und er hatte Angst davor, dass seine Hoffnung vergebens war.
Lilli kam langsam zu sich. Sie fühlte sich unheimlich wohl und geborgen. Sie spürte, dass sie immer noch in Fernandos Arme gekuschelt war, und dass er sanft über ihre Haare strich. Sie öffnete die Augen und sah in ein lächelndes, wunderschönes Gesicht. „Guten Morgen, meine Schöne. Hattest du angenehme Träume?†œ Lilli rieb sich den Schlaf aus den Augen und lächelte ebenfalls. „Ja, hatte ich, vielen Dank. Ich habe gerade mit Lucy und Kerstin ein paar Dragons verhauen, das war klasse.†œ Fernando setzte ein breites Grinsen auf: „Habe ich gesehen. Dein Gesicht spricht Bände, wenn du schläfst.†œ

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„So? Wie lange bist du denn schon wach, du kleiner Spanner?†œ „Schon eine Weile und ich konnte es gar nicht abwarten, dieses zu tun,†œ sagte Fernando und küsste Lilli liebevoll und zärtlich. Sie erwiderte seinen Kuss und schmiegte sich an seinen Körper. Ihr Kuss wurde intensiver und Lillis Hände fuhren unter Fernandos T-Shirt. Er stand sofort unter Strom, damit hatte er jetzt nicht gerechnet. Sollte es jetzt wirklich dazu kommen, dass sich Lilli ihm aus Liebe hingab? Anscheinend, denn ihre Hände waren überall auf seinem Körper und ihr Kuss wurde immer leidenschaftlicher und drängender. Fernando konnte sein Glück nicht fassen. Er wollte gerade Lillis Zärtlichkeiten erwidern, als sein Handy klingelte. Genervt stöhnte er auf und löste sich widerwillig von Lilli. „Wer immer das auch ist, ich bringe ihn um!†œ, zischte er. „Wer stört?†œ, blaffte er ins Handy. Er hörte einen kurzen Moment zu und sagte dann: „Hattori, beruhige dich, ich bin gleich bei dir. Ja sicher! Sofort!†œ Er steckte sein Handy weg und schaute in Lillis besorgtes Gesicht. „Hattori hatte einen sehr beunruhigenden Traum. Ich muss sofort zu ihm.†œ „Ja, klar. Geh und hilf ihm, er braucht dich. Ich mache mich fertig und schau mal nach den anderen. Mal hören, ob es was Neues an den Beziehungsfronten gibt.†œ Fernando lächelte Lilli entschuldigend an. „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Ich hoffe, dass wir bald da weitermachen können, wo wir eben aufgehört haben.†œ Lilli schlang ihre Arme um Fernandos Hals und gab ihm einen verheißungsvollen Kuss. „Da kannst du Gift drauf nehmen, dass wir das fortsetzen. Und jetzt geh zu Hattori.†œÂ  „Ich kann es kaum erwarten†œ, raunte er ihr ins Ohr und ging zur Tür. Er drehte sich noch einmal um und sah, dass Lilli ein leichtes grünes Leuchten ausstrahlte. „Ich auch nicht†œ, sagte sie lächelnd „Ach, und denk daran, du wolltest auch noch bei Drago vorbeischauen.†œ „Sicher doch. Hab ich nicht vergessen. Bis später, meine Schöne.†œ
Nachdem Lilli sich geduscht und angezogen hatte, lief sie rauf zum Oberdeck. Aber von ihren Schwestern war keine zu sehen, und auch von den Jungs lief ihr keiner über den Weg. Komisch, es war schon später Vormittag, die konnten doch nicht alle noch schlafen. Sie schlenderte zur Bar und traf dort auf den ziemlich zerknirscht wirkenden Cyrus. „Hallo Cyrus, was ist denn dir passiert?†œ „Oh, hallo Lilli. Das ist eine nicht sehr schöne Geschichte und ich möchte sie eigentlich auch nicht erzählen.†œ Lilli setzte sich auf einen Barhocker und schaute ihn verständnisvoll an. „Mir geht es immer besser, wenn ich über meine Probleme reden kann, und ich kann schweigen wie ein Grab. Also, wenn du es mir erzählen möchtest, ich habe Zeit. Wenn nicht, ist es auch gut, und ich leiste dir nur etwas Gesellschaft.†œ Cyrus schaute sie nachdenklich an. „Ja, ich glaube du hast recht. Vielleicht geht es mir ein wenig besser, wenn ich mit jemandem darüber spreche. Lilli, ich habe voll Mist gebaut!†œ Cyrus erzählte Lilli die ganze Geschichte, die sich zwischen mit Jane und ihm und Bowen abgespielt hatte. Lilli hörte sehr aufmerksam zu, und als Cyrus sich alles von der Seele geredet hatte, blies sie ihre Backen auf und ließ die Luft hörbar wieder austreten. „Oh Cyrus, da hast du ja wirklich ganz schön was angestellt. Hast du schon mit einem der beiden geredet?†œ „Ja klar, mit Bowen. Er ist mir nicht böse. Er weiß wie der Mond auf mich wirkt, und er hat mir schon öfters aus der Patsche geholfen. Aber, dass mir das jetzt ausgerechnet bei Jane passiert ist, ist mir unheimlich peinlich. Meinst du, ich kann mit Jane reden. Ich habe schon ganz schön angst davor, mit ihr zu sprechen.†œ Lilli lächelte Cyrus an: „Das kann ich mir vorstellen, aber du brauchst keine Angst vor Jane zu haben. Sie ist sehr verständnisvoll und nicht nachtragend. Geh zu ihr, und entschuldige dich bei ihr, dann wird alles wieder gut. Ganz einfach, Cyrus, Augen zu und durch.†œ „Ja, Lilli du hast recht. Danke fürs Zuhören und bitte, erzähle es niemand. Ich mache mich gleich auf den Weg und rede mit Jane.†œ Lilli rutschte vom Barhocker: „Ich habe dir ja gesagt, dass ich schweigen kann wie ein Grab. Warte, ich begleite dich ein Stück. Ich will runter in den Computerraum, vielleicht finde ich Lucy dort.†œ Unten angekommen, bemerkten sie, dass die Tür zur Krankenstation offen stand. Lilli klopfte Cyrus auf die Schulter: „Geh rein. Das ist bestimmt Jane, Fernando ist nämlich bei Hattori oder Drago.†œ

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Cyrus schaute sie fragend an. „Kann ich dir jetzt nicht näher erklären. Du musst zu Jane und dich mit ihr aussprechen. Viel Glück!†œ Lilli lächelte ihm noch einmal aufmunternd zu und ging weiter zum Computerraum.
In der Zwischenzeit war Fernando bei der Kabine von Hattori angekommen. Er musste sich schwer zusammenreißen, um nicht dauernd an das kurze Zwischenspiel mit Lilli zu denken. Das war jetzt nicht sehr hilfreich, er musste wieder einen klaren Kopf bekommen. Er hatte kaum an Hattoris Tür geklopft, da wurde diese schon aufgerissen und ein völlig aufgeregter Hattori zog ihn in die Kabine. „Mann, Nando, bin ich froh, dass du da bist. Wie lange brauchen wir noch bis nach Peru?†œ „Übermorgen sind wir da. Sag mal, Hattori, was für Geister gehen dir denn nach?†œ „Ich habe schon nach Jean geschickt, ihr müsst mich bis Peru in eine Zelle sperren!†œ Fernando schaute ihn total entgeistert an. „Wie in eine Zelle sperren? Jetzt mal ganz langsam, was ist denn los?†œ Hattori setzte sich atemlos aufs Bett und strich sich mit fahrigen Händen übers Gesicht. „Nando, ich weiß jetzt, was die Dragons mit mir vorgehabt haben. Sie wollten einen Schläfer aus mir machen und ich weiß nicht, wie gut ihnen das gelungen ist.†œ „Wie kommst du denn darauf?†œ „Ich habe im Traum gesehen wie ich Duncan, Bowen und dich umgebracht habe. Ich habe euch mit meinen eigenen Händen die Köpfe abgerissen. Es war so furchtbar. Ich hätte es ja noch als schlimmen Alptraum abgetan, wenn da nicht dauernd diese Stimme gewesen wäre.†œ „Welche Stimme?†œ, fragte Fernando, der seinen Freund entsetzt anschaute. „Die Stimme in meinem Kopf. Sie sagte immer wieder: das musst du tun, das musst du tun. Ich bin wach geworden, als ich aus der Kabine gehen wollte und habe dich dann sofort angerufen. Ich weiß nicht, ob und wie lange ich dem standhalten kann. Ich wollte mich ja schon auf den Weg machen, um es in die Tat umzusetzen. Ich muss zu meinem Meister. Nur er kann mir helfen meinen Geist und meinen Körper davon zu befreien.†œ „Gut, wenn du es so möchtest. Nur du allein kannst einschätzen wie groß die Gefahr ist.†œ Es klopfte an der Tür und Jean kam herein. „Hey, wo brennt es denn?†œ Fernando schaute besorgt zu Jean: „Wir müssen Hattori bis Peru in eine Zelle sperren. Er ist für uns eine Gefahr. Er kann es dir auf dem Weg dorthin selbst erzählen, ich muss sofort zu Duncan und es ihm berichten.†œ Er drehte sich zu Hattori, der schon seine Sachen in die Hand nahm und zu Jean ging. „Beruhige dich, Kumpel. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Jean bringt dich und uns jetzt erst einmal in Sicherheit und dann sehen wir weiter. Ich denke, Duncan hat schon alles in die Wege geleitet, damit du in Peru gleich weiterreisen kannst.†œ Hattori nickte nur kurz: „Danke, Leute. Jetzt bin ich erleichtert.†œ Während Hattori und Jean sich auf den Weg zu den Zellen machten, eilte Fernando zu Duncans Kabine. Armer Hattori, welchen Kampf musste er wohl mit sich austragen, diese verdammten Dragons. Fernando wollte gerade an Duncans Tür klopfen, als diese aufging und ich ihm in die Arme lief. Natürlich hatte ich sofort einen hochroten Kopf. „Ups, Fernando. Äh, wo ist denn Lilli?†œ, konnte ich nur noch stammeln. Fernando lächelte mich an und irgendwie hatte ich den Eindruck, dass er nicht überrascht war, mich zu sehen. „Die wollte nach euch Mädels suchen und Neuigkeiten austauschen. Wo sie jetzt aber genau ist, weiß ich nicht. Ich war bei Hattori und muss jetzt dringend mit Duncan reden. Ciao Angie.†œ „Äh, ja, ciao†œ, sagte ich zu der geschlossenen Tür und verkrümelte mich. Ich musste erst mal meine Gedanken und Gefühle sammeln.
Duncan hatte mir mit leidenschaftlichem Blick nachgesehen und war jetzt doch sehr verlegen, als Fernando zur Tür hereinkommen war. „Oh, hallo Fernando, was gibt†™s?†œ Fernando grinste über das ganze Gesicht. „Das muss dir nicht peinlich sein, Duncan. Ich bin†™s Fernando, dein bester Freund. Ich habe das schon kommen sehen. Ich habe es wahrscheinlich schon früher gewusst als du. Aber darüber können wir später noch reden. Ich habe dir jetzt wichtigere Sachen zu berichten.†œ Fernando berichtete Duncan was mit Hattori los war, und dass er sich jetzt in einer Zelle befand. Duncan war zuerst sprachlos, doch dann funkelten seine Augen vor Zorn. „Diese Ausgeburten der Hölle, die machen vor gar nichts Halt. Wenn wir die nur mal in die Finger bekämen†œ, polterte er los. †œVielleicht können wir Hattori aber noch früher von Bord bringen. Lucy hat etwas über ein Treffen der Dragons herausbekommen, das in Havanna stattfinden soll.

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Ich überlege, sie und Gavin dorthin zurückzuschicken. Bei dieser Gelegenheit könnten wir Hattori vom Schiff bringen, dann müsste der arme Kerl nicht bis Peru eingesperrt bleiben. Ich kümmere mich mal darum.†œ „Gut, bis später. Ich muss noch eine Tür weiter. Es scheint ein anstrengender Tag zu werden†œ, sagte Fernando und schickte sich an die Kabine zu verlassen. „Fernando! Warte mal!†œ, rief Duncan. Fernando drehte sich mit einem breiten Lächeln um: „Ja, Alter, alles klar. Ich komme heute noch mal auf einen Drink vorbei, dann können wir ausführlich darüber reden.†œ „Danke, Fernando.†œ Fernando verließ Duncan und machte sich auf den Weg zu Drago, er hatte es Lilli ja praktisch versprochen. Als er in den Gang von Dragos Quartier einbog, sah er wie Kerstin gerade Dragos Kabine verließ. Er hatte heute aber auch ein miserables Timing, erst Angie und jetzt auch noch Kerstin. „Hallo, Fernando, was machst du denn hier?†œ „Ich muss mich mit Drago besprechen. Und du?†œ „Ich hatte auch was mit ihm zu besprechen.†œ Jetzt lief auch Kerstin hochrot an. „Äh, wo ist denn die Lilli?†œ Fernando grinste frech. †œBei Drago sicher nicht. Ich denke, ihr solltet mal wieder einen Mädelsabend veranstalten, es besteht wohl Redebedarf.†œ Kerstin hatte es eilig zu verschwinden: „Ja, da kannst du Recht haben. Ich werde sie mal suchen.†œ Fernando drehte sich, immer noch grinsend, zu Dragos Tür und klopfte an. Drago öffnete sofort: „Du brauchst doch nicht anzuklopfen, hast du was…, Fernando? Was verschafft mir denn diese Ehre?†œ, fragte er etwas barsch als er sah, dass nicht Kerstin, sondern Fernando vor ihm stand. „Hallo Drago, ich wollte mit dir sprechen. Darf ich eintreten?†œ Drago war perplex. „Ja, sicher. Komm doch rein.†œ Fernando blieb mitten im Raum stehen und drehte sich dann zu Drago, der immer noch ungläubig an der Tür stand. „Also, Drago, ich wollte mit dir sprechen, weil mir Lilli die Augen geöffnet hat. Sie hat mich dazu gebracht, die Sache mit deinem plötzlichen Verschwinden und Lindsay nochmals zu überdenken. Drago schaute in ungläubig an und stammelte: „Oh…, Fernando, ja…, wenn ich gewusst hätte, dass der Gründer, als er mir den Befehl zu dem Auftrag gegeben und verlangt hatte, ohne Erklärung zu gehen, Lindsay und euch nicht darüber aufklärt, hätte ich mich nicht daran gehalten. Wirklich, ich verstehe bis heute nicht, warum Lindsay das getan hat!†œ Verzweiflung spiegelte sich in seinen Augen. Lindsays Freitod und der Verlust der Bruderschaft lastete noch immer schwer auf ihm. Nachdem er fortgegangen war, hatte sich Lindsay von einer Klippe gestürzt. Ihre Leiche wurde niemals gefunden, nur das Halstuch, das sie an dem Tag ihres Verschwindens getragen hatte, war am Rand der Klippe gefunden worden. Die Brüder liebten Lindsay wie eine Schwester und so machten sie Drago für ihre Tat verantwortlich. Bislang hatte es keine Gelegenheit für eine Erklärung gegeben. Drago hatte bis zu dem unerwarteten Treffen in New Orleans den Kontakt zur Bruderschaft völlig verloren. „Es tut mir aufrichtig leid, dass wir dich verstoßen haben. Es tut mir auch leid, dass wir dich in deinem Schmerz und Kummer alleine gelassen haben. Wir waren in unserer eigenen Trauer so gefangen, wir dachten, ihr hättet euch gestritten, und dass du deswegen einfach abgehauen bist†œ, murmelte Fernando, dem so langsam die Bedeutung von Dragos Worten bewusst wurde. Sie hatten ihm Unrecht getan, das stand fest. „ Ich hoffe, du kannst mir verzeihen.†œ Drago war vollkommen sprachlos, darauf war er jetzt nicht gefasst gewesen. Seine Gefühle fuhren Achterbahn mit ihm. Er konnte es nicht fassen, ungläubig und misstrauisch starrte er Fernando an. Dieser hielt Dragos Blick stand und öffnete nun sein Arme. „ Bruder?†œ Jetzt gab es für Drago kein Halten mehr. Er ging auf Fernando zu und fiel regelrecht in seine Arme. Er hatte seine Brüder unheimlich vermisst und war sich so verloren vorgekommen. „Für mich bist du wieder ein Bruder und ich werde auch mit den anderen reden. Ich werde dir treu und helfend zur Seite stehen, so wie es hätte immer sein sollen.†œ Drago löste sich von Fernando und schaute ihn mit wässrigen Augen an. „Ich kann dir gar nicht sagen, wie viel mir das bedeutet. Wenigstens einer, der mich wieder in sein Herz lässt. Ich muss mich wohl recht herzlich bei dem Waldelfchen bedanken.†œ „Ja, Lilli hat mich auf den richtigen Weg gebracht. Sie hat eine ganz besondere Sicht auf manche Dinge. Ich will heute noch einmal zu Duncan und wenn es sich ergibt, werde ich mit ihm auch mal über deine Situation reden. Aber zwischen uns beiden ist jetzt alles wieder klar.†œ

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Drago sah Fernando ehrfürchtig an, nahm seine rechte Hand und legte sie auf sein Herz. „Bruder. Für immer und ewig!†œ Fernando lächelte: „Ja, Drago für immer und ewig.†œ Dann drehte sich Fernando um und ließ einen dankbaren und glücklichen Drago in seiner Kabine zurück. „Grüß mir das Elfchen, und gib ihr einen Schmatzer†œ, rief er ihm noch hinterher.

Nachdem Lucy in ihre Kabine zurückgekehrt war, versuchte sie zu schlafen. Aber sie war zu sehr aufgedreht, soviel Gedanken schossen ihr durch den Kopf. Erst in den frühen Morgenstunden kam der ersehnte Schlaf, der ihr etwas Ruhe brachte. Und so stand die Sonne schon hoch am Himmel, als sie am nächsten Tag aufwachte. Mit einem Satz war sie aus dem Bett, und ging, ohne Zeit zu verlieren, direkt in die Dusche. Der kalte Wasserstrahl brachte ihren Kreislauf schnell wieder auf Trapp. Für ihr tägliches Fitnesstraining war jetzt zwar keine Zeit mehr, deshalb machte sie sich direkt auf den Weg zu Duncan in die Kommandozentrale. Unterwegs begegnete sie Fernando, der sie nur strahlend anlächelte und ihr einen wunderschönen Tag wünschte. Den Grund konnte sie sich schon denken, nahm sich aber vor, direkt nach dem Gespräch mit Duncan, Lilli aufzusuchen und eine Zusammenfassung der letzten Stunden aus erster Hand zu verlangen.
Duncan, der gerade telefonierte, bemerkte sie erst gar nicht, als sie die Brücke betreten hatte. Aus den Gesprächsfetzen, die sie hörte, schloss sie, dass Sweetlife am anderen Ende sprach. An seiner finsteren Miene konnte sie seine Stimmung ablesen. Sie beschloss schon im Vorfeld heute besser keine Diskussion mit ihm anzufangen und seine Entscheidung zu akzeptieren, auch wenn sie persönlich anderer Meinung war. „Ah, Lucy, auch schon wach? Während du im Land der Träume warst, haben wir recherchiert und Vorbereitungen getroffen und …†œ „Was für Vorbereitungen?†œ, unterbrach sie ihn aufgeregt. „Himmel, dass ihr aber einem nie ausreden lasst, lernt ihr das auf der Schwesternschule?†œ „†™tschuldigung†œ, murmelte sie verlegen. „Also, deine E-Mail, die du gefunden hast, ist eigentlich eine Einladung zu einem Bankett, den Namen der Person, für die die Einladung ist, konnten wir leider nicht finden. Das Bankett, wie du ja weißt, findet heute Abend statt. Ich möchte, dass Gavin dich dahin begleitet. Außerdem nehmt ihr Hattori mit von Bord, er wird weiter in die Schweiz in ein Sanatorium reisen, um sich dort mit seinem Meister zu treffen. Die Einzelheiten kann er dir selbst erklären. Ihr benutzt das Schnellboot, Gavin ist schon dabei, das Boot startklar zu machen.†œ Duncan machte eine Pause, um zu Lucy aufzublicken und konnte sich bei ihrem Anblick ein Grinsen nicht verkneifen. Lucy strahlte über das ganze Gesicht und hatte sich aus Versehen ein paar Schnurrhaare wachsen lassen. „Äh, du musst dich aber noch bevor ihr aufbrecht, rasieren, so kannst du da nicht auftauchen†œ, sagte er und prustete vor Lachen los. „Huch, ja, das sollte kein Problem sein†œ, und schon war Lucys Bart wieder verschwunden. „Noch eins zum Schluss, ich möchte keine Alleingänge. Ihr werdet nur beobachten, eigenmächtiges Handeln ist ausdrücklich verboten. Wir bleiben ständig in Verbindung, und ich werde über jedes auch noch so kleines Detail informiert. Ich will wissen, wer dort ist, wer mit wem spricht, über was gesprochen wird. Vielleicht gelingt es uns den Zweck dieses Treffens herauszufinden. Geht das klar?†œ, schnauzte er sie an. „Ja, geht klar, aber noch eine Frage. Wie kommen wir hinein. Wir haben ja keine Einladung.†œ „Falsch, wir hatten keine, jetzt haben wir eine. Sweetlife und ihr unendliches diplomatisches Geschick hat es möglich gemacht, dass wir euch einschmuggeln können. Auch das ist schon alles geklärt, frag Gavin für wen ihr euch ausgebt.†œ Duncan wand sich seinem Computer zu, das Gespräch war offensichtlich beendet. „Danke, dir auch alles Gute†œ, nuschelte Lucy vor sich hin und verließ die Brücke. Sie musste jetzt sofort zu Gavin und fragen, was noch zu tun sei. Schließlich sollten sie nicht ohne genauen Plan und Absprachen in Havanna auftauchen. Es gab noch so viel zu besprechen. Wie erwartet fand sie ihn in dem Bootsraum am Heck des Schiffes. Er war gerade damit beschäftigt, das Boot zu betanken. „Hältst du das für eine gute Idee, du und Benzin?†œ, rief sie ihm zu.

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Gavin ließ sich seine Überraschung nicht anmerken, eigentlich hatte er sie schon früher hier erwartet. „Das ist kein Benzin, das ist Diesel, das brennt nicht so leicht. Aber ablenken solltest du mich trotzdem nicht.†œ Lucy übte sich in Geduld und wartete, bis er den Vorgang abgeschlossen hatte. Sie war sich immer noch unsicher, wie sie sich ihm gegenüber verhalten sollte. Gavin wischte sich die Hände an einem Tuch sauber, dabei sah er ihr direkt in die Augen. Waren da nicht schon wieder kleine Funken zu sehen? Oder hatte sie sich getäuscht. Langsam kam er auf sie zu, Lucy hielt die Luft an. Bekleidet nur mit einer alten abgeschnittenen Jeans und alten Turnschuhen gab er ein umwerfendes Bild ab. Er roch nach Öl, Schweiß und Mann. Ihr Herz raste, aber noch immer schwiegen sie. Sie durfte die Perfektion seines Körpers schon öfter bewundern, und doch rang sie immer wieder nach Atem. Mit einem Ruck zog er sie in seine Arme und küsste sie wild und leidenschaftlich. Lucy schnappte nach Luft und wollte etwas sagen, aber es kam nur ein leises „Hi†œ aus ihrem Mund. „Hey. Bevor du etwas sagst, hör mich an. Ich war nicht fair zu dir, ich hätte mit dir reden sollen, aber das ist alles nicht so einfach für mich. Es tut mir wahnsinnig leid, dass ich dich verletzt habe, ich wollte das nicht. Vielleicht hätte ich dich auch warnen sollen, aber ich hatte Angst, dich wieder zu verlieren. Von meinen „Träumen†œ, meinen Visionen rede ich nicht gern. Das ist eine Seite in mir, die ich weder verstehe, noch beherrsche oder kontrollieren kann. Ich hab von meiner irischen Mutter, die eine Seherin war, die Veranlagung geerbt. Sie war eine großartige Frau und hat nie ihre Fähigkeit zu ihrem eigenen Vorteil benutzt. Sie wusste immer die richtigen Schlüsse zu ziehen, hat nie eine Vision falsch gedeutet. Leider starb sie, bevor sie mich unterweisen konnte. Aber das ist lange her und seitdem war ich nie wieder in Irland.†œ Lucy, sichtlich ergriffen von Gavins Geständnis, legte eine Hand an seine Wange und küsste ihn ganz zärtlich auf die Lippen. „Du musst mir nichts erklären, nicht jetzt, sag, dass du mich liebst und alles andere kann warten, ich kann warten.†œ „Das musste ich von dir hören, jetzt kann ich mich jedem Problem stellen, gemeinsam mit dir.†œ In inniger Umarmung verharrten sie so für einige Minuten. „Lucy? Scha-atz? Wir müssen langsam los. Geh und hol deine Sachen, ich hab schon alles an Bord, was ich brauche.†œ Mit einem Seufzer löste Lucy die Arme von ihm. „Ja, du hast ja recht. Ich hol meine Tasche und verabschiede mich noch von den Mädels.†œ „In Ordnung, und ich spring noch schnell unter die Dusche und komm mit Hattori zur Heckklappe.
Die Tasche hatte Lucy schon in der Nacht gepackt, als sie nicht schlafen konnte. Ein Bankett, das bedeutete sie musste in Havanna noch einkaufen gehen, denn ein angemessenes Kleid hatte sie nicht dabei. Mit der Tasche in der Hand ging sie zum Computer-Raum, wohl wissend, dass sie hier sicher Lilli, ihre allerbeste und älteste Freundin, treffen würde. Sie traf Lilli tuschelnd mit Kerstin an. Was hatten die sich wohl zu erzählen? Na, man konnte es fast an ihren Gesichtern ablesen. „Hi, ihr beiden. Wie ich sehe, gibt†™s was Neues? Ach Kerstin, gesunde Gesichtsfarbe. Und Lilli, du leuchtest wieder. Alles klar bei euch?†œ Lilli und Kerstin tauschten nur einen Blick, um dann beide wild durcheinander los zu plappern. Lachend fiel Lucy ihnen in die Arme „Ihr müsst mir gar nichts erklären, ich möchte nur hören, dass es euch gut geht und ihr glücklich seid. Mehr muss ich nicht wissen. Ich wollte nur kurz Tschüss sagen, Gavin und ich fahren jetzt gleich. Hattori kommt übrigens auch mit. Bitte passt ganz doll auf euch auf, macht keine dummen Sachen†œ, redete Lucy auf sie ein. „Und grüßt bitte auch Doc und Angie von mir.†œ Mit Tränen in den Augen umarmte Lucy nochmals ihre Freundinnen. „Klar passen wir auf, aber das gilt auch für dich und Gavin. Ich bleib hier am Computer, sodass du mich jederzeit erreichen kannst. Mein Handy bleibt auch immer an, falls du mich brauchst†œ, versprach Lilli. „Und keine Kampfhandlungen, sonst werd ich sauer, dass ich nicht mit durfte†œ, forderte Kerstin mit einem Grinsen im Gesicht. „Ich muss los, Gavin und Hattori warten bestimmt schon auf mich.†œ Lucy schnappte sich ihre Tasche und rannte zum Heck des Schiffes. Gavin und Hattori warteten bereits mit laufendem Motor an Bord des Schnellbootes. Behände kletterte sie über die Reling an Bord und verstaute ihr Gepäck. „Kann los gehen†œ, rief sie enthusiastisch. Die Heckklappe des Schiffes öffnete sich langsam und helles Sonnenlicht blendete sie. Gavin gab Vollgas und sie schossen hinaus auf das offene Meer mit Kurs Havanna.

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Ich stand hochkonzentriert mit geschlossenen Augen in der Waffenkammer mit dem Rücken zum Übungstand und visierte mit meinem geistigen Auge mein Ziel an. In meinen Händen hielt ich jeweils eines der wunderbar leichten Messer aus dem Bestand der Brüder. Mit einer schnellen Drehung meiner Hände schleuderte ich die Messer hinter mich, genau dorthin, wo sie hin sollten. Ich selbst hatte mich keinen Zentimeter bewegt und hielt meine Augen immer noch geschlossen, doch ich wusste genau, dass das eine Messer exakt zwischen den Augen steckte und das andere genau im Herzen der mannsgroßen Figur aus Holz. Eigentlich wollte ich noch eine der neuen Mini-Disks ausprobieren, mit denen man dem Gegner den Kopf vom Rumpf trennen konnte, aber mit meiner Konzentration war es mit einem Schlag vorbei. Ich setzte mich auf die Bank, die neben dem Waffenschrank mit den Messern stand und lehnte meinen Kopf an die Wand. Duncan…
Immer noch verwirrten mich meine Gefühle für ihn ein kleines bisschen, denn er hat mir wenigstens schon mal die Angst davor genommen. „Wir haben in seiner Kabine eine ganze Stunde mit einander gesprochen, na ja, viel gesprochen haben eigentlich nicht†œ, dachte ich und musste grinsen. Er hat mich immer wieder geküsst und mir über das Gesicht und mein Haar gestrichen, oder mich einfach nur an sich gedrückt und umarmt, so, als wollte er mich nie wieder loslassen. Er hat mir erzählt, wie es ihn gequält habe, mich in New Orleans zurück zu lassen, oder das Wiedersehen, wo er mich nicht so begrüßen konnte, wie er gerne gewollt hätte, und dass es ihm unendlich leid tat, wie er mich angefahren hatte. Jetzt weiß ich, dass er es aus reinem Selbstschutz getan hat. Dann endlich sprach er über das, was in seiner Kabine geschehen war, und das ich da schon etwas gespürt haben muss, weil ich mich da so merkwürdig verhalten habe. Und natürlich wurde ich wieder rot. Oh mein Gott, wie peinlich! Es hätte ihn all seine Selbstbeherrschung gekostet, mich nur auf sein Bett zu legen und schlafen zu lassen, oder später, als ich aufgewacht war und da so halbnackt gelegen habe, mich wieder gehen zu lassen. Über alles andere wollten wir später reden, da er noch den außerplanmäßigen Einsatz von Lucy und Gavin in Havanna koordinieren musste. Aber wir haben ja noch etwas Zeit bis Peru, und bis dahin… könnte ja noch so einiges… Plötzlich stand Kerstin vor mir und wedelte mit einer Hand vor meinem Gesicht: „Huhu, Erde an Angie. Na, du warst aber gerade weit weg. Ich nehme mal stark an, dass dein entrückter und schmachtender Gesichtsausdruck etwas mit dem leckeren Highlander namens Duncan zu tun hat, stimmt`s?†œ Sie zog eine Augenbraue hoch und lächelte mich wissend an. „ Das sagt diejenige, die ihr T-Shirt auf links anhat?†œ Ich musste über ihren verlegenen Gesichtsausdruck lachen und klopfte auf den Platz neben mir. „Setz dich, und erzähl. Drago? Ach, du brauchst mir nichts erzählen, dein Gesicht spricht Bände. Ja, mit den Jungs hier hat es schon etwas ganz Besonderes auf sich.†œ „Und genau darüber wollte ich mit dir reden. Also, das mit Tim, das war so eine Sache… klar, es war sehr schön, auch der Sex mit ihm, und er liebt mich, aber ob ich ihn liebe? Ich habe keine Ahnung! Aber das müsste ich doch eigentlich, oder? Und mit Drago, das ist so total anders… ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll. Bei ihm habe ich mich irgendwie… angekommen gefühlt. Die ganze Sache ist nur noch merkwürdig, da wir immer die Gedanken des anderen hören können. Was soll ich denn jetzt bloß machen? Wie soll ich mich entscheiden? Alles ist so wahnsinnig kompliziert! Und Drago, er hält sich für beziehungsunfähig, aber das glaube ich ihm nicht! Frag mich bloß nicht warum, ich weiß es einfach, und das sagt mir nicht nur mein Gefühl! Dann geistert mir dauernd das Wort „Gefährte†œ durch den Kopf. Weiß du was darüber? Ich würde ja meine Ma fragen, aber die hat ja im Moment ganz andere Sorgen, ach vielleicht weiß ja deine Großmutter was, oder hat dir mal was davon erzählt oder deine Eltern und ja, ich weiß, ich rede zu viel… †œ „ Kerstin, Stopp! Langsam, atme erst mal richtig durch†œ, riet ich ihr, nachdem sie sich so in Rage geredet hatte und mich verlegen ansah. Da nahm ich ihre Hand und drückte sie leicht. „Also, erstens, ich weiß genau wie du dich fühlst. Dieses Chaos mit unseren Gefühlen ist schon sehr beängstigend, aber eigentlich hast du dich doch schon längst entschieden. Genau wie ich auch, oder Doc und daran kann ich auch nichts ändern, und das will ich auch nicht, †œ sagte ich ihr leise und sah ihr fest in die Augen.

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Mit einem Lächeln fuhr ich fort: „Willkommen im Club… und in meiner Familie… Haha… irgendwie. Zweitens. Ich habe auch noch nie von den sogenannten Gefährten oder Gefährtinnen gehört, auch von Großmutter Gwendolyn nicht, eigentlich habe ich auch nie gefragt, war ja auch noch nie in so einer Situation. Na ja, das stimmt nicht ganz… damals…†œ Ich stand auf, ging zum Waffenschrank und lehnte mich mit verschränkten Armen dagegen. Mein Blick schweifte durch den Raum, ohne dass ich etwas direkt ansah, und dann blieb er an dem Messer hängen, das tief in dem gemalten Herz der Holzfigur steckte. „Damals, als die Sache mit Zorro passiert war, da dachte ich einen Moment… er könnte derjenige sein, aber Gott sei Dank ist das schon lange her und vorbei. Und Drittens… Ich habe nie Eltern gehabt, die mir…†œ „Doch, das hast du!†œ, unterbrach mich plötzlich eine leise Stimme von der Tür her. Ich drehte mich um und da stand Doc, die mich traurig ansah. „Ach ja? Meinst du die Frau, die mich geboren hat und dann, als sie merkte, dass ich anders war, das ich wie Gwen war, und nichts von ihr hatte… mich zu ihr gebracht hat, weil sie damit nicht klar kam, weil sie keine Magie in sich trug, also „normal†œ war? Halt, zurück… nicht gebracht, sie hat mich ja einfach vor Gwens Tür gelegt, mit einem Zettel auf dem mein Geburtstag stand, mein Name und ihrer, dann ist sie spurlos verschwunden†œ, lachte ich bitter auf. „Keiner weiß wo ich geboren wurde, aber ich bin ihr in einer Weise auch dankbar, denn Gwen ist die gütigste und liebevollste Frau, die ich kenne und wir haben eine sehr enge Verbindung. Sie lebt immer noch in Salem in den USA und steht dem größten Hexenzirkel vor. Sie hat mir alles beigebracht, was ich wissen musste, und mich gelehrt, mit meiner Magie umzugehen. Sweetlife ist eine gute Freundin von ihr. Tja, und so bin ich bei den Schwestern gelandet. Aber das weißt du ja alles Doc.†œ „ Stimmt, ich kann mich noch genau daran erinnern. Ich war schon einige Jahrzehnte bei Sweetlife. Sie hat mich damals zu sich gerufen, als Avalon im Nebel verschwand und ich nicht wusste, wohin ich nach dem Kloster, in dem ich meine Ausbildung zur Schamanin und Medizinerin abgeschlossen hatte, gehen sollte. So konnte ich noch in München Chemie studieren, an einer Universität, die extra nur für Geschöpfe wie uns gebaut wurde. Sie kannte wohl auch meinen Vater, und sie weiß genau, wie sehr ich ihn vermisse. Ihr gehört ja auch die Insel, wo wir zusammen wohnen, trainieren und relaxen.†œ „ Dann ist sie wohl das weibliche Gegenstück zu dem „Gründer†œ der Ordensbrüder? So muss es sein! Ha, eins haben wir jedenfalls den Brüdern voraus, wir hören viel früher auf zu altern als sie.†œ Ich konnte schon wieder ein bisschen entspannter lachen als noch vor ein paar Minuten. „ Ach Kerstin, nun zu meinem Vater! Keine Ahnung wer das sein könnte. Gwen weiß es auch nicht mit Bestimmtheit, aber sie hat so ihre Vermutungen. Damals, als Doc und ich, Lilli und Lucy in München geholfen haben und sie so zu Sweetlife gekommen sind, hatten wir gerade eine Spur von ihm verfolgt, die sich aber als Windei herausgestellt hat. Also habe ich keine Eltern, ich habe sie aber auch nie vermisst.†œ „Wow, davon hat meine Mutter mir nie etwas erzählt. Und was hat deine Gwen für eine Vermutung, wer dein Vater sein könnte?†œ „Schau mir in die Augen, Kerstin. Und dann in Dragos. Wir müssen die gleiche Abstammung haben, denn dieses bestimmte Grün haben nur Drachen. Und als ich von seinem Blut getrunken habe, in dieser merkwürdigen Kammer, war der Geschmack gar nicht mal so übel.†œ
„So Schwestern, genug in der Vergangenheit rumgewühlt, wir haben noch viel zu erledigen, bevor wir in Peru an Land gehen†œ, sagte Doc mit ihrer beruhigenden Stimme. „Lilli wird wohl bei Fernando sein, ich habe sie auf dem Weg zu ihm getroffen, und sie hat mir Grüße von Lucy an uns ausgerichtet, die mit ihrem Gavin auf dem Weg nach Havanna ist, dann lachte sie laut auf.†œ Lilli murmelte noch was von mistiger Technik und was von „dem blöden Handy den Hals umdrehen†œ. „Ich mache mich auch wieder an die Arbeit, und stelle die restliche persönliche Ausrüstung zusammen.†œ „Vielleicht können wir ja später mal wieder alle zusammen was essen?†œ „ Keine schlechte Idee, aber ich muss auch erst noch was erledigen†œ, meinte Kerstin, als wir drei auf dem Gang standen. Wir umarmten uns kurz und, als die zwei losliefen, rief ich nur lachend hinterher: „ Hey, falsche Richtung, zu unseren Kabinen geht es da lang†œ, und deutete hinter mich. Sie lachten nur und winkten mir zu. Okay, dann werde ich auch mal in die „falsche Richtung†œ gehen. Ein wohliges Kribbeln breitete sich in meinem Körper aus als ich an ihn dachte, an Duncan, denn es kann nur einen geben…

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Als wir uns in verschiedene Richtungen verstreuten rief Kerstin noch „Okay, Mädels 19 Uhr bei Angie, ich gebe Lilli noch Bescheid.†œ Und jede ging ihres Weges.
Doc packte schon mal ihre Tasche mit dem Nötigsten, alles was man so für kleinere Verletzungen brauchte, Nähmaterial, Desinfektionsmittel, Schmerzmittel, Verbandsmaterial und das fertige Gegengift gegen Skorpionbisse. Nach mehrmaligem Überprüfen befand sie die Ausstattung für vollständig und sah dann auf die Uhr. Bis sie sich mit den anderen bei mir treffen wollte, waren es noch zwei Stunden, da kam ihr eine Idee. Sie holte einige ihrer „geheimen†œ Ingredienzien aus dem feuerfesten abschließbaren Schrank und fing an etwas zu mischen. Innerhalb kürzester Zeit sah es auf dem Behandlungstisch aus, wie in einem Forensischen Labor, Bunsenbrenner, Reagenzgläser eine leuchtende blaue Flüssigkeit lief durch einen Schlauch und tropfte langsam in ein zylindrisches Gefäß. Doc füllte es in schmale Phiolen ab, legte diese in ein Schüttelgerät ein, und begann die Apparaturen wegzuräumen. Lächelnd entnahm sie die Phiole dem Gerät und ein gelartiges blaues Gemisch war darin zu sehen.
Nach einem Blick auf die Uhr machte sie sich auf den Weg zu mir und hörte schon von weitem lautes Gelächter aus meiner Kabine. Sie klopfte leise an und umgehend wurde die Tür von Kerstin aufgerissen. „Da bist du ja endlich, wir dachten schon wir verhungern beim Warten auf Dich.†œ „Ja, wo essen wir denn jetzt? Einen Snack an der Poolbar oder sollen wir ins Restaurant?†œ fragte Lilli. „Mädels was haltet ihr davon, wenn wir es uns hier richtig gemütlich machen, ich schätze ja mal, wir haben uns viel zu erzählen und wir könnten dabei ein wenig Wellness betreiben, und wenn ihr Lust habt, ich wüßte wo man Pizza bestellen könnte. Also was meint ihr?†œ „Super Idee, ich hab hier auch in einem Schrank eine Nintendo Wii entdeckt, oh oder Mädels wir trinken was Feines und spielen eine Runde Karten.†œ schlug ich vor. Kerstin und Lilli waren sofort begeistert und damit einverstanden. Einen richtigen Mädelsabend hatten wir schon lange nicht mehr, leider musste er diesmal ohne unsere Lucy stattfinden. „O.K. Da wir hier bleiben, sollten wir uns umziehen, ihr habt fünf Minuten, also, dalli, dalli.†œ Die drei flitzten los in ihre Kabinen, und standen nach exakt fünf Minuten in Sleepshirts wieder vor mir. Wir schoben die Möbel im Salon ein wenig auf die Seite, holten alle Kissen die wir finden konnten und machten es uns auf dem Boden bequem. „So, Doc, und wo ist die Pizza?†œ „Einen Moment.†œ Doc holte ihr Handy hervor, und bestellte für jede Schwester die Lieblingspizza, so etwas weiß man natürlich, wenn man schon so lange ein eingespieltes Team ist. „Gibt†™s einen Lieferservice der mit dem Heli Riesenkreuzer anliefert oder was? Pizza steht hier doch nirgends auf der Karte?†œ Kerstin war wie immer neugierig und sah Doc grinsend an. „Nein Hase, ich hab bei Bowen bestellt, er hat sein Können neulich bei mir unter Beweis gestellt, und da er sowieso auf mich wartet, kann er sich die Zeit ja ruhig mit Pizzabacken vertreiben. So und jetzt Schwestern! Ich habe vorhin ein dauerhaftes Enthaarungsgel angemischt, wer möchte es denn als Erste testen?†œ Lilli, Kerstin und ich sahen uns an, dann zu Doc und dann sahen wir alle betreten weg, mit Doc´s selbsthergestellten Beauty-Produkten war es nämlich so eine Sache. Grüne Pickel waren eine der geringeren Nebenwirkungen die wir schon erlebt hatten. „Kommt schon Leute, rasieren nervt doch, also wer will zuerst? Kerstin du?†œ Kerstin räusperte sich und nickte dann zögerlich. Doc schnappte sich umgehend ihr Bein und strich etwas von dem blauen Gel auf ihre Wade. „So das muss jetzt 10 Minuten einwirken und dann solltest du dich nie wieder rasieren müssen.†œ Um nicht auch als Versuchskaninchen zu enden, ging ich schnell ins Bad und kam mit meiner Gesichtsmaske zurück, die ich zuerst bei Lilli und sie dann bei mir auftrug. „Doc, sag mal dieses kribbeln ist aber normal oder?†œ „Kribbeln? Oh, vielleicht wirkt sie schneller, warte ich hole mal ein feuchtes Tuch und wir nehmen es ab†œ die Substanz auf Kerstins Bein bildete Blasen, als Doc mit dem Tuch das Zeug abtupfte zischte es und kleine blaue Dampfwölkchen stiegen auf, es roch auffallend nach Pommes-Frittes. „Siehst du nichts passiert und die Haare sind weg.†œ „Oh ja, echt. Aber hier riecht es ja wie in der Frittenbude. Öhm Doc ist das auch normal???†œ Langsam wuchsen auf Kerstins Bein neue Haare. Allerdings waren sie grün, erreichten eine Länge von ca. 3 cm und waren gelockt. „Mensch Doc! Was hast du denn jetzt schon wieder fabriziert?†œ Doc konnte nicht anders und fing an schallend zu lachen. Sie hielt sich den Bauch und hörte gar nicht mehr auf. „Kerstin, ist doch egal, dann musste halt doch rasieren†œ, versuchte ich sie zu beruhigen. Lilli und ich stimmten in Docs Gelächter ein. Es sah einfach zu komisch aus.

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„Toll Doc, vielen Dank, ich habe jetzt ein grünes Pommesbudenbein, ich hoffe, dass die Pizza von deinem Vampir wenigstens schmeckt! Du solltest lieber beim Medizinbrauen bleiben, da passieren dir ja nicht so seltsame Fehler.†œ Das stimmte. Ehe Doc etwas erwidern konnte, klopfte es an der Türe, ich sprang hin denn mein Magen knurrte mittlerweile ganz ordentlich. Ich riss die Türe auf und wäre im gleichen Moment am liebsten im Erdboden versunken, es stand nicht nur Bowen mit einen riesen Stapel Pizzakartons vor mir, sondern auch Duncan, Drago und Fernando. Über den Spaß mit Kerstins Bein hatte ich vergessen, dass ich weiße Paste im Gesicht hatte, was mir schlagartig einfiel als Drago kicherte und die anderen drei ebenfalls grinsten. Ich machte ein quietschendes Geräusch und knallte Ihnen reflexartig die Türe vor der Nase zu. „Oh nein oh nein, die sind zu viert hier aufmarschiert, Lilli komm schnell!†œ Ich flitzte ins Bad und zog Lilli mit mir, schnell wuschen wir uns das Zeug runter. Ich hörte wie Doc den Drachen und die Vampire herein ließ. Wir versuchten so cool wie möglich zu wirken, als wir aus dem Bad kamen. „Kein Wort! Nicht ein Wort möchte ich hören!†œ, sagte ich und sah mit stechendem Blick in die Runde. Doc saß schon mit Bowen zusammen auf dem Boden und kuschelte. Drago machte Anstalten sich neben Kerstin zu setzen, die wiederum versuchte sich so auf ihr frisiertes Bein zu setzen, dass es keinem der Männer auffiel. Krampfhaft hielt sie ein Kissen vor ihre Knie und gestikulierte wild in Richtung Doc, dass sie beide doch auch mal ins Bad müssten. Fernando kam auf Lilli zu, küsste sie und setzte sich neben sie. Nur Duncan lehnte an der Tür, irgendwie unschlüssig. Er wirkte ein klein wenig verlegen, er ließ den Blick über mich wandern und strich sich mit der Hand durchs Haar. Ich straffte meine Schultern und ging so sexy, wie es mir in meinem Riesensleepshirt möglich war, auf ihn zu und zog ihn an der Hand mit rüber zu den anderen. Wir setzten uns auf das Sofa. Endlich bemerkte Doc, Kerstins stumme Hilfeschreie, nahm eine Decke, ging damit zu ihr rüber und wickelte sie geschickt darin ein „Nicht das du dir eine Erkältung holst, mhm?†œ Beide tapsten ins Bad. „Mensch, wie peinlich. Stell dir vor, Drago hätte das gesehen. Also was machen wir jetzt damit?†œ Kerstin blickte unglücklich auf ihr Bein. Doc wühlte im Schrank herum, fand einen Nassrasierer von mir und fing an die Haare zu entfernen. „Wehe, der Mist wächst nach!†œ „Bleib ruhig, das glaub ich nicht.†œ Kerstin wurde etwas nervös „Glaubst du das nicht, oder weißt du es?†œ Die beiden warteten einen Moment und Doc seufzte. „So, ich weiß, es wächst nichts mehr nach, zumindest nicht mehr in grün.†œ Nach einer weiteren Minute trauten sie sich wieder zurück zu uns, erleichtert ließ sich Kerstin neben Drago fallen und das große Essen begann. Doc hatte nicht zuviel versprochen, die Pizza war wirklich köstlich. „So die Damen, was würdet ihr von einer Runde Poker halten? Wer verliert muss einen Wodka trinken!†œ Drago tippte auf eine Flasche neben sich. „Ich glaube für die Damen ein Sektchen und wir nehmen den guten Absolut!†œ Den Vorschlag von Fernando nahmen wir gerne an und los gings. Ich glaube Drago hatte noch nichts von Docs und Kerstins unschlagbaren Pokertalent gehört. Der Abend nahm seinen Verlauf. Wir hatten alle das ein oder andere Gläschen trinken müssen. Bei uns Ladies hielt es sich aber glücklicherweise in Grenzen. Drago und Bo wollten nach einigen Gläschen unbedingt Poker spielen. Wir ließen uns darauf ein und am Ende saßen dann auch nur die beiden in ihren schwarzen Seidenboxershorts da. Denn Doc linste immer in Bowens Blatt und Kerstin konnte problemlos Dragos Gedanken lesen. Durch ihr ständiges Kichern flogen sie dann aber auf und eigentlich wollte auch keiner Drago und Bowen ganz ohne Bekleidung da sitzen haben.
„Wie wäre es denn, sollen wir uns einen Godzilla ansehen?†œ Bowen hatte so einige Wodkas gehoben und sah mit glänzenden Augen in die Runde. Doc die zwischen seinen Beinen saß, verdrehte die Augen. „Wie wäre es mit Ice Age?†œ „Dr. House.†œ „Nein, Sissi wird heute Nacht wiederholt.†œ Da es ja schließlich unser Abend war, entschieden wir Ladies uns einstimmig für „Twilight†œ. Um weiteren Diskussionen aus dem Weg zu gehen, erklärten wir, dass es sich dabei um einen Actionthriller, den Blockbuster schlechthin, handelte. Der nichts für schwache Nerven sei und der im Kino direkt auf Platz Eins gelandet war. Da die Jungs noch nie etwas von dem Film gehört hatten, konnten sie auch keine Argumente dagegen anbringen. Fernando und Bowen zauberten noch Popcorn, Chips, Schokolade und andere Leckereien aus einem Tarn-Pizzakarton, wir dämpften die Beleuchtung und machten es uns bequem.

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Wie nicht anders zu erwarten, kam nach den ersten fünf Minuten schon die erste nicht nette Bemerkung über Edward. Vor allem die Ähnlichkeit mit Norbert fanden die vier besonders amüsant. Wir Mädels schmachteten den riesigen Flachbildschirm an und die Jungs lachten sich halb zu Tode. Als die Szene kam in der Edward sein Hemd aufriß und sein Körper in der Sonne glitzerte, war alles vorbei, die Jungs konnten sich nicht mehr beruhigen. Das Sofa vibrierte und bebte. Ich blickte in die Dunkelheit neben mich und sah, dass selbst Duncan nicht mehr konnte. „Wow! Vampire als Discokugel!†œ „Action? Eher Comedy, oder?†œ Fernando blickte Lilli lachend an und schüttelte ungläubig den Kopf „Oh mein Gott, ich wette es gibt Menschen, die sich Vampire genau so vorstellen. Ihr müsst ja ganz schön überrascht von uns gewesen sein.†œ Trotz unserer strafenden Blicke konnten sie sich nicht zusammenreißen. Den absoluten Höhepunkt erreichte das Gelächter dann, in der für uns so romantischen Schlussszene, als Bella klarstellte, dass sie verwandelt werden wollte. „Doc, auch schon erste vampirische Veränderungen an dir festgestellt?†œ Bowen knuddelte sie fest und beide lachten. Dann flüsterte er ihr etwas ins Ohr, und Doc wurde rot. „Niemand hat behauptet, dass es ein realistischer Vampirfilm ist. Also gut, wie wäre es, wenn wir direkt im Anschluss die Fortsetzung „New Moon†œ ansehen?†œ Die Jungs winkten lachend ab. „Das war ausreichendes Bauch- und Lachmuskeltraining. Also wir sollten schauen, dass wir etwas Schlaf bekommen. Es ist schon spät und wir müssen Morgen noch einiges vorbereiten und unserer Taktik durchgehen.†œ Bo stand auf, zog Doc hoch und schob sie vor sich in Richtung Ausgang. „Gute Nacht und schlaft gut!†œ, konnte Doc noch gerade so loswerden und die beiden waren weg. Die anderen standen nach und nach auf. Langsam leerte sich meine Kabine wieder, alle waren weg bis auf Duncan.

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Fortsetzung: Black Dagger Ladies Online – Beunruhigende Träume [Kapitel 11]

KeinBuch2: Blutsbrüderschaft schließen, begraben oder mit Zuckerguss bestreichen

KeinBuch2: Weitere 86 Dinge, die du schon immer mit einem Buch tun wolltest, aber nie durftest

Gestern kam KeinBuch2 mit der Post. Kaum hatte es meine Tochter entdeckt, wurde es schon versenkt und anschließend wieder gerettet. Nach dem einstündigen Trocknungsprozess auf der Heizung hatte sich bereits die Dicke des Buches verdoppelt. Dann wurde mittels Ketchup mit KeinBuch2 Blutbrüderschaft geschlossen, alles, das glitzert gesucht und hinein geklebt und eine Runde „Hangman“ gespielt.

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KeinBuch1Weitere 83 Dinge, die man sonst wirklich nie mit einem Buch machen sollte, sind noch zu erledigen. Es will noch als Eiswaffel benutzt werden, mit Wattestäbchen bemalt, begraben oder an die Kette gelegt werden. Jetzt hat sein Zustand schon wesentlich mehr Ähnlichkeit mit KeinBuch1. Im letzten Jahr flog KeinBuch1 aus dem Fenster, lag unvermittelt im Gefrierschrank oder wurde mit dem Fahrrad überfahren. In der Welt der Bücher ist dies üblicherweise verboten. Dort heißt es: nicht bemalen, keine Eselsohren und nicht mit schmutzigen Händen anfassen …

KeinBuch2_CoverDas muss anders werden, hat sich der Münchner mixtvision Verlag gedacht und das KeinBuch entwickelt. Es ermöglicht einen fantasievollen Zugang zum Medium Buch, der Lesemuffel ebenso anspricht wie Bücherwürmer.

Kurzbeschreibung
Nicht mit schmutzigen Händen anfassen, nichts einkleben, keine Krickeleien und auf keinen Fall Zweckentfremden. So ein Quatsch! Auch für das KeinBuch2 gelten keine Verbote. Es will benutzt werden und soll hinterher auch so aussehen. Mehr dazu unter: keinbuch2.com

Pressestimmen
Ein antiautoritärer Crashkurs … immer noch eine Idee, richtig lustig. SPIEGEL ONLINE

Ein Jahr, fünf Auflagen und 20.000 verkaufte Exemplare später ist das KeinBuch zum erfolgreichen All Age-Titel geworden. Von Spiegel Online über Mädchen bis hin zur Stiftung Lesen war das Presseecho überwältigend; im Herbst 2009 wurde das KeinBuch als Trendmarke 2009 nominiert und mit dem Bayerischen Kleinverlagspreis 2009 ausgezeichnet.

Auch das KeinBuch2 soll Bücherliebhabern wieder die Gelegenheit bieten, ihr ganz persönliches Werk zu gestalten. Und Bücherhasser können damit all das anstellen, was sie noch nicht einmal in ihren schlimmsten Träumen zu tun gewagt haben!

Die 176 Seiten umfassende Taschenbuchausgabe mit Spotlackierung ist am 07.01.2010 im mixtvision Verlag erschienen. Der Verlag spricht eine Altersempfehlung für Kinder ab 8 Jahre aus. KeinBuch2 ist für 9,95 Euro im Buchhandel erhältlich.

Bestseller Jugendbücher Februar 2010

Platz 1 : Gezeichnet. House of Night 1 von P.C. Cast und Kristin Cast

GezeichnetKurzbeschreibung
HOUSE OF NIGHT: die einzig legitime Nachfolge-Serie der Bis(s) Romane
Als auf der Stirn der 16jährigen Zoey Redbird eine saphirblaue Mondsichel aufscheint, weiß sie, dass ihr nicht viel Zeit bleibt, um ins House of Night, das Internat für Vampire, zu kommen. Denn jetzt ist sie gezeichnet. Im House of Night soll sie zu einem richtigen Vampir ausgebildet werden vorausgesetzt, dass sie die Wandlung überlebt. Zoey ist absolut nicht begeistert davon, ein neues Leben anfangen zu müssen, so ganz ohne ihre Freunde das einzig Gute ist, dass ihr unerträglicher Stiefvater sie dort nicht mehr nerven kann.
Aber Zoey ist kein gewöhnlicher Vampir sie ist eine Auserwählte der Vampirgöttin Nyx. Und sie ist nicht die Einzige im House of Night mit besonderen Fähigkeiten…
House of Night hat bereits über 8 Millionen Fans in den USA und erscheint in über 41 Ländern. Die Verfilmung von House of Night ist bereits in Vorbereitung – und jetzt erscheint der erste Band der neuen Bestseller-Serie endlich auch auf Deutsch.

Platz 2 : Bis(s) zum Ende der Nacht von Stephenie Meyer

Bis(s) zum Ende der NachtKurzbeschreibung
Wenn man vom dem getötet wird, den man liebt, hat man keine Wahl. Wie kann man fliehen, wie kämpfen, wenn man damit dem Geliebten wehtun würde? Wenn das eigene Leben das Einzige ist, was man dem Geliebten geben kann, wie kann man es ihm dann verweigern? Wenn es jemand ist, den man wirklich liebt? Ein Jahr voller Glück, aber auch voller Schmerz liegt hinter Bella. Ein Jahr, in dem sie fast zerbrochen wäre, weil ihre Leidenschaft für Edward und ihre innige Freundschaft zu Jakob einfach unvereinbar sind. Aber nun ist ihre Entscheidung gefallen. Unwiderruflich, auch wenn es so aussieht, als setze sie eine Entwicklung in Gang, die möglicherweise verheerend für sie alle ist. Noch hofft Bella, die verschieden Fäden ihres Leben wieder zusammenführen zu können, da droht alles für immer zerstört zu werden … (Leseprobe Kapitel 1)

Platz 3 : Saphirblau – Liebe geht durch alle Zeiten von Kerstin Gier

SaphirblauKurzbeschreibung
Frisch verliebt in die Vergangenheit, das ist keine gute Idee. Das zumindest findet Gwendolyn, 16 Jahre alt, frisch gebackene Zeitreisende. Schließlich haben sie und Gideon ganz andere Probleme. Zum Beispiel die Welt zu retten. Oder Menuett tanzen zu lernen. (Beides nicht wirklich einfach!) Als Gideon dann auch noch anfängt, sich völlig rätselhaft zu benehmen, wird Gwendolyn klar, dass sie schleunigst ihre Hormone in den Griff bekommen muss. Denn sonst wird das nichts mit der Liebe zwischen allen Zeiten!

Platz 4 : Seelen von Stephenie Meyer

SeelenKurzbeschreibung
Planet Erde, irgendwann in der Zukunft. Fast die gesamte Menschheit ist von sogenannten Seelen besetzt. Diese nisten sich in die menschlichen Körper ein und übernehmen sie vollständig – nur wenige Menschen leisten noch Widerstand und überleben in den Bergen, Wüsten und Wäldern. Eine von ihnen ist Melanie. Als sie schließlich doch gefasst wird, wehrt sie sich mit aller Kraft dagegen, aus ihrem Körper verdrängt zu werden und teilt ihn fortan notgedrungen mit der Seele Wanda. Verzweifelt kämpft sie darum, ihren Geliebten Jared wiederzufinden, der sich mit anderen Rebellen in der Wüste versteckt hält – und im Bann von Melanies leidenschaftlichen Gefühlen und Erinnerungen sehnt sich auch Wanda mehr und mehr nach Jared, den sie nie getroffen hat. Bis sie sich in Ian verliebt … Der ungewöhnliche Kampf zweier Frauen, die sich einen Körper teilen müssen, eine hinreißende Liebesgeschichte und die wohl erste Dreiecksgeschichte mit nur zwei Körpern. (Mehr Infos, Trailer, Kommentare zu „Seelen„)

Platz 5 : Lucian von Isabel Abedi

LucianKurzbeschreibung
Becky, hast du dir eigentlich mal überlegt, dass Lucian vielleicht … kein … Mensch ist?
Ich senkte den Kopf.
Nein, flüsterte ich.
Aber was ich dachte, war: Ja.
Immer wieder taucht er in Rebeccas Umgebung auf, der geheimnisvolle Junge Lucian, der keine Vergangenheit hat und keine Erinnerungen. Sein einziger Halt ist Rebecca, von der er jede Nacht träumt. Und auch Rebecca spürt vom ersten Moment an eine Anziehung, die sie sich nicht erklären kann. So verzweifelt die beiden es auch versuchen, sie kommen nicht voneinander los. Aber bevor sie noch erfahren können, was ihr gemeinsames Geheimnis ist, werden sie getrennt. Mit Folgen, die für beide grausam sind. Denn das, was sie verbindet, ist weit mehr als Liebe.
Der neue Roman von Bestsellerautorin Isabel Abedi. MAGISCH.

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Platz 6 : Tote Mädchen lügen nicht von Jay Asher

Tote Mädchen lügen nichtKurzbeschreibung
Die Stimme der Toten, ein Ruf nach Leben Als Clay Jensen aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit 13 Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf „Play“ – und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. Dreizehn Gründe sind es, die zu ihrem Selbstmord geführt haben, dreizehn Personen, die daran ihren Anteil haben. Clay ist einer davon …Ein Roman, der unter die Haut geht. (Mehr Infos zu „Tote Mädchen lügen nicht“)

Platz 7 : Onkel Alwin und das Sams von Paul Maar

Onkel Alwin und das SamsKurzbeschreibung
Martin Taschenbier ist überglücklich, dass das Sams endlich wieder zurück ist. Vielleicht kann es ja sogar helfen, Onkel Alwin aus Australien wieder loszuwerden, der sich bei Familie Taschenbier einquartiert hat und allen auf die Nerven geht. Es könnte ihn ja einfach fortwünschen! Doch leider sind die Wunschpunkte noch immer im Gesicht des fiesen Sportlehrers Daume, und der ist wie vom Erdboden verschluckt. Und das ist nicht das einzige Problem, mit dem Martin und seine Freunde sich herumschlagen müssen – auch Onkel Alwin ist noch für manche Überraschung gut! Das Weltrekord-Sams steht im Mittelpunkte des Weltrekord-Versuchs 2009 der Stiftung Lesen: An 100 Tagen wurden 100 x 1 Seite des bis dahin noch unveröffentlichten Sams-Buches vorgelesen.

Platz 8 : Jetzt reichts! Gregs Tagebuch 3 von Jeff Kinney

Jetzt reichts!Kurzbeschreibung
Seien wir ehrlich: Greg wird sich niemals ändern. Das sollte wohl mal jemand seinem Vater erklären. Denn der denkt tatsächlich, er könnte seinen Sohn erziehen und aus ihm noch einen richtigen Mann machen. Deshalb ist er auch eifrig auf der Suche nach einer passenden Beschäftigung für Greg. Noch konnte der sich immer aus allem herauswinden. Als sein Vater ihm jetzt jedoch damit droht, ihn auf die Militärakademie zu schicken, ist Greg klar, dass er sich etwas wirklich Gutes einfallen lassen muss.
Über den Autor
Jeff Kinney ist Onlinespieleentwickler und -designer. Er ist in Washington, D.C. aufgewachsen und zog 1995 nach Neuengland. Er lebt mit seiner Frau Julie und seinen zwei Söhnen Will und Grant im Süden von Massachusetts.

Platz 9 : Die Beschenkte von Kristin Cashore

Die BeschenkteKurzbeschreibung
„Er schien plötzlich nicht zu wissen, was er sagen sollte, schaute nach unten und spielte mit seinen Ringen. Er holte Luft und rieb sich den Kopf, und als er ihr wieder das Gesicht zuwandte, hatte sie das Gefühl, seine Augen seien nackt, sie könne direkt durch sie hindurch ins Licht seiner Seele sehen. Sie wusste, was er sagen würde.“
Als Katsa dem geheimnisvollen Prinzen von Lienid begegnet, weiß sie sofort, dass auch er beschenkt ist – sie ist sich nur nicht sicher, mit welcher Gabe. Katsa dagegen ist in allen sieben Königreichen bekannt und gefürchtet: Sie hat die Gabe des Tötens. Nur Bo, der fremde Prinz, scheint keine Angst vor ihr zu haben und ringt beharrlich und mit viel Geduld um ihr Vertrauen. Im Kampf gegen einen König mit einer teuflischen Gabe werden sie auf ihrem gemeinsamen Weg durch Schnee und Eis, über Meere und Gebirgsketten zu Verbündeten – und zu einem leidenschaftlichen, unabhängigen, innigen, streitenden, liebenden Paar.

Platz 10 : Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele von Suzanne Collins

Die Tribute von PanemKurzbeschreibung
Überwältigend! Von der Macht der Liebe in grausamer Zeit … Nordamerika existiert nicht mehr. Kriege und Naturkatastrophen haben das Land zerstört. Aus den Trümmern ist Panem entstanden, geführt von einer unerbittlichen Regierung. Alljährlich finden grausame Spiele statt, bei denen nur ein Einziger überleben darf. Als die sechzehnjährige Katniss erfährt, dass ihre kleine Schwester ausgelost wurde, meldet sie sich an ihrer Stelle und nimmt Seite an Seite mit dem gleichaltrigen Peeta den Kampf auf. Wider alle Regeln rettet er ihr das Leben. Katniss beginnt zu zweifeln was empfindet sie für Peeta? Und kann wirklich nur einer von ihnen überleben? Eine faszinierende Gesellschaftsutopie über eine unsterbliche Liebe und tödliche Gefahren, hinreißend gefühlvoll und super spannend.

Quelle: Buch aktuell

Druckfrisch mit Denis Scheck am 31.01.10 um 23.35 Uhr

Am Sonntag, den 31.01.2010, um 23:35 Uhr, heißt es wieder: Druckfrisch – Neue Bücher mit Denis Scheck.

Druckfrisch

Der Literaturkritiker trifft außergewöhnliche Autoren, empfiehlt aufregende Bücher und kommentiert leidenschaftlich und zugespitzt die aktuelle Spiegel-Bestenliste Belletristik. Dank Herta Müllers „Atemschaukel“ (KW 04 auf Platz 2) ist zumindest ein Buch vertreten, dass Denis Scheck mit Sicherheit nicht in die Tonne treten wird. Ansonsten, wer weiß,  kann es passieren, dass die Kiste am Ende des Förderbandes dieses Mal ziemlich voll wird.  😉

Blut will fließenJames Ellroy: Blut will fließen
Die Romane von James Ellroy erzählen meist von Gräueltaten, die wirklich passiert sind. „Blut will fließen“ spielt in den USA von 1968. Das Land ist aufgewühlt von den Morden an Martin Luther King und Robert Kennedy, vom Vietnamkrieg, von den Protesten der Studenten und Schwarzen.
Kurzbeschreibung
Böse Ex-Cops, intrigante Killer, feige FBI-Informanten und gefährliche Frauen im Spiel um Macht, Millionen und Sex sind sie alle willfährige Marionetten, gelenkt von Politikern und ihren zweifelhaften Freunden. James Ellroys Abschluss der Underworld-Trilogie ist ein gnadenlos spannender Thriller und ein literarisches Ereignis.USA, 1968: Nixon und Humphrey kandidieren für das Präsidentenamt. Der Wahlkampf ist hart und geprägt von Verleumdung und Korruption. Die Ermordung von Martin Luther King und Robert Kennedy, die Proteste von Schwarzen und Studenten wie auch der Vietnamkrieg bringen Unruhe in das Amerika jener Tage. In Los Angeles beschäftigt Scotty Bennett vom LAPD der ungeklärte brutale Überfall auf einen Geldtransporter, bei dem mehrere Millionen Dollar und eine größere Menge Smaragde verschwanden. Je mehr er bei den Ermittlungen in die Nähe der Machtzentren gerät, desto gefährdeter ist seine Mission – und auch sein Leben. Steckte das FBI hinter dem Überfall? Flossen die Millionen in Nixons Wahlkampf? Was hat Howard Hughes Nixon versprochen? James Ellroy führt zu den Hintertreppen der Macht und besticht mit seiner radikalen Gesellschaftskritik, einer explosiven Mischung aus Verschwörung und Gewalt, Besessenheit, Sex und Drogen.

Ich war Hitler SchutzengelDieter Kühn: Ich war Hitlers Schutzengel: Fiktionen: Vier Szenarios
Dieter Kühn hat die Kunst des historischen Erzählens in seinen großen Biographien für die Gegenwart neu erfunden. Mit „Ich war Hitlers Schutzengel“ legt er jetzt allerdings ein Gedankenspiel gegen jede historische Überlieferung vor. Dieter Kühn erzählt von Hitlers Ende in verschiedenen fiktiven Versionen, parallel geschaltet zur historischen Realität.
Kurzbeschreibung
Hatte Hitler einen Schutzengel? Ausgerechnet Hitler? In Dieter Kühns ebenso provozierenden wie brillanten historischen Szenarios über das Ende Adolf Hitlers wird der Lauf der Geschichte umgekehrt: die Attentate von Georg Elser, Graf Stauffenberg und Henning von Tresckow gelingen, der Krieg kommt zum Stillstand und Hitlers Schutzengel ins Grübeln. Vier sehr verschiedene Varianten von Geschichte und ein faszinierendes Gedankenspiel gegen alle historische Überlieferung
Über den Autor
Dieter Kühn, 1935 geboren, lebt heute in Brühl bei Köln. Für seine Biographien, Romane, Erzählungen, Hörspiele und Übertragungen aus dem Mittelhochdeutschen (das Mittelalter-Quartett) erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Hermann-Hesse-Preis und den Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Zuletzt erschienen der Roman Geheimagent Marlowe, die biographischen Studien Ein Mozart in Galizien und die große Biographie Gertrud Kolmar.

Denis Scheck empfiehlt …

Atlas der abgelegenen InselnJudith Schalansky:  Atlas der abgelegenen Inseln: Fünfzig Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde

Denis Scheck möchte ein Buch vorstellen, das die Verhältnisse auf unseren Weltkarten zum Tanzen bringt und eine Art federleichtes und hochpoetisches Gegengewicht zu all den trümmerschweren Atlanten (…) in unseren Regalen bildet.
Kurzbeschreibung
Dass es immer noch Orte gibt, die schwer zu erreichen sind, erscheint uns heute nicht mehr vorstellbar. Judith Schalansky aber hat sie gesammelt: fünfzig entlegene Inseln, die in jeder Hinsicht weit entfernt sind, entfernt vom Festland, von Menschen, von Flughäfen und Reisekatalogen. Aus historischen Begebenheiten und naturwissenschaftlichen Berichten spinnt die Autorin zu jeder Insel eine Prosaminiatur, absurd-abgründige Geschichten, wie sie nur die Wirklichkeit sich auszudenken vermag, wenn sie mit wenigen Quadratkilometern im Nirgendwo auskommen muss. Sie handeln von seltenen Tieren und seltsamen Menschen von gestrandeten Sklaven und einsamen Naturforschern, verirrten Entdeckern und verwirrten Leuchtturmwärtern, meuternden Matrosen und vergessenen Schiffbrüchigen, braven Sträflingen und strafversetzten Beamten, kurzum: von freiwilligen und unfreiwilligen Robinsons. Nicht zuletzt fasziniert dieser außergewöhnliche Atlas durch seine aufwendige und besonders schöne Gestaltung. Kunstvoll illustriert und durchgehend in fünf Sonderfarben gedruckt, zeigt er nach Ozeanen geordnet alle Inseln im jeweils identischen Maßstab. Damit entführt uns Judith Schalansky zu fünfzig entlegenen Orten von Tristan da Cunha bis zum Clipperton-Atoll, von der Weihnachts- bis zur Osterinsel und beweist, dass die abenteuerlichsten Reisen immer noch im Kopf stattfinden: mit dem Finger auf der Landkarte.

Der Fänger im RoggenJ. D. Salinger: Der Fänger im Roggen
J. D. Salinger, Autor des „Fänger im Roggen“, starb am 27.01.2010. Dieses Buch hat wahrscheinlich mehr junge Menschen im 20. Jahrhundert begeistert als irgendein anderes. Holden Caulfields rotzige Verweigerung, sich anzupassen, liest sich auch heute noch aufregend. Tipp: die rundum entstaubte neue Übersetzung von Eike Schönfeld.
Kurzbeschreibung
Holden ist ein ganz normaler amerikanischer Jugendlicher, der Schulstreß hat und schließlich vom Internat fliegt. Nebenbei liest er gerne Bücher und macht die ersten Erfahrungen mit der Liebe.
Ein amüsant zu lesender Roman über das Erwachsenwerden.

Quelle: Druckfrisch – DasErste.de