Isabel Allende in der LMU – Auftritt einer Königin

Isabell AllendeBis zum letzten Platz besetzt ist die Aula der Ludwig-Maximilians-Universität als Isabel Allende am Mittwoch ihr neues Buch Inés meines Herzens vorstellt. Die Stimmung wie vor einem großen Popkonzert, tosender Applaus begleitet den Auftritt der chilenischen Autorin in Schwarz mit goldrotem Umhang. Sie winkt fast schon königlich ihrem Publikum, hinter ihr ein Gefolge an Verlagsleuten und Veranstaltern. Klein und zierlich wirkt die Autorin, „eine entzückende Person“, sagt Hannelore Hoger. Die Schauspielerin liest deutsche Passagen, die Autorin selbst ein paar spanische. Unterschiedlicher könnten die beiden Stimmen kaum sein: Mädchenhaft und mit leichtem Singsang die Autorin, dunkel und rauchig, fast verrucht die Interpretin. Während Hoger eine Stelle über „schieres Blut und rohe Gewalt“, über verwundete Soldaten und eine brennende Stadt liest, blickt Allende traurig-verträumt in den Saal, ihr Kinn in die Hand gestützt. Die Zuschauer, vor allem Frauen, sind mucksmäuschenstill. Sie lachen über die Mutmaßung der Autorin, Romanfigur Inés wäre vermutlich heute Präsidentin von Amerika. Sie nicken verständnisvoll, als Allende später von der Moderatorin und Brigitte-Chefredakteurin Brigitte Huber noch zur Liebe und zur starken Frau an sich befragt wird. „Keine Zettel, keine Eintrittskarten“, lautet die strenge Anweisung der Suhrkamp-Verlags, als Isabel Allende abschließend Buch um Buch signiert. Schnell noch ein Erinnerungsfoto mit dem Leiter des Literaturhauses – und die Bücherkönigin ist wieder verschwunden. Und mit ihr die ganze Entourage.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Für Buchtrinker und Seitenfresser mit dem Faible für Ulrike Folkerts

Ulrike FolkertsDie Schauspielerin Ulrike Folkerts, 46, erhält den mit 5000 Euro dotierten Courage-Preis 2007.

Die Auszeichnung bekommt sie wegen ihres Einsatzes für Straßenkinder und ehemalige Kindersoldaten im afrikanischen Burundi, erklärte das Komitee Courage am Dienstag. Außerdem habe sich Folkerts für Menschen mit Down-Syndrom und im Kampf gegen Landminen engagiert. Bereits im Juni hatte Ulrike Folkerts, die als Tatort-Kommissarin Lena Odenthal bekannt ist, für ihr soziales Engagement das Bundesverdienstkreuz erhalten.

Der schönste erste Satz von Ken Kesey

Sie sind da draußen.

Einer flog über das Kuckucksnest von Ken Kesey

Ken KeseyKen Kesey, geboren am 17. September 1935 in La Junta, Colorado, gestorben am 10. November 2001 in Eugene, Oregon, war ein US-amerikanischer Schriftsteller.

Er studierte ab 1959 an der Stanford University im kalifornischen Palo Alto das Fach Kreatives Schreiben. Nachdem er mit „Einer flog über das Kuckucksnest“ einen Welterfolg landete, gründete er in La Honda bei San Francisco eine Kommune mit den „Merry Pranksters†œ und gab dort Happenings, die so genannten „Acid Tests†œ, bei denen die damals noch legale Droge LSD verteilt wurde. Als bekannteste Mitglieder der „Merry Pranksters†œ gelten Neal Cassady und die Musikgruppe „The Warlocks†œ, die später unter dem Namen „Grateful Dead†œ eine große Musik-Karriere gemacht haben.

Die „Merry Pranksters†œ gelten als Vorreiter der San Francisco Hippies, sie propagierten die Einnahme von psychedelischen Drogen, bunte Kleidung, Straßen-Theater, Licht-Shows, die Disco-Kugel und friedlichen Protest gegen die Ordnungsgewalt. Die Reise der „Merry Pranksters†œ 1964 von San Francisco nach New York in einem bunten Schulbus wurde in Tom Wolfes „Unter Strom†œ (engl.: The Electric Kool-Aid Acid Test) dokumentiert.

Einer flog über das Kuckucksnest Bevor Ken Kesey dieser große schriftstellerische Durchbruch gelang, jobbte er auf einer Psychiatrischen Station, wo ihm die Idee zu „Kuckucksnest“ kam. Er hielt dort Nachtwachen ab und unterhielt sich stundenlang mit den Insassen, machte Aufzeichnungen und fertigte Zeichnungen an. Unter dem Einfluss von Drogen kam ihm schließlich die Idee, den Roman aus der Sicht von Häuptling Bromden zu schreiben, der alles durch eine schizophreniebedingte Nebelwand registriert und beschreibt. Bromden leidet unter Verfolgungswahn und zieht sich völlig in sich selbst zurück bis er irgendwann gänzlich stumm wurde. So ist die Sicht auf die Psychiatrie in diesem Roman nicht objektiv, sondern surreal. Im Mittelpunkt steht R.P. McMurphy, Rebell und Spielernatur, aufsässig und fast ohne jede Regel. McMurphy ist der Einzelkämpfer, der sich gegen das System stellt. Seine Gegenspielerin ist Schwester Ratched, die mit ihrem sterilen Perfektionismus und ihren menschenfeindlichen Manipulationen vor allem während der analytischen Sitzungen eine subtile Unterdrückung auf die Patienten ausübt. Kesey erschafft dabei äußerst lebhafte Bilder durch ausdrucksvolles, authentisches und vor allem humorvolles Schreiben. Das Buch wurde nicht zuletzt deshalb ein Welterfolg (über 7 Millionen verkaufte Exemplare), weil es Kritik an intoleranten repressiven Gesellschaften übt, womit sich die rebellierende Jugend der sechziger Jahre identifizieren konnte. Denn die beschriebene Irrenanstalt ist ein perfekt organisiertes System, eine Gesellschaft im Kleinen, in der die Insassen Manipulationen und Repressionen hilflos ausgeliefert sind. So verwundert es nicht, dass der Roman erheblichen Anteil an der Reformierung der Psychiatrie in den USA hatte.

Kesey rebellierte selbst gegen autoritäre Strukturen und bürgerliche Normen. Er gründete die erste psychedelische Kommune der 60er, reiste mit einem bunt bemalten Schulbus durch Amerika, hörte Rockmusik (Grateful Dead), bezog Stellung gegen den Vietnamkrieg, stand fast ständig unter Drogen (Orangensaft mit LSD) und fuhr zur Weltausstellung nach New York. Der intensive Neil Cassidy fuhr den Bus, der auch mit Jack Kerouac – dem Idol der Beat Generation – befreundet war und der Held aus „On The Road“ ist – ebenfalls ein epochemachender Roman. Nach Auskunft Keseys ist er auch Vorbild für die Figur des McMurphy gewesen. Kesey blieb sich zwar bis heute treu, schrieb aber nie wieder einen auch nur annähernd so bedeutenden Roman. Aber „Einer flog über das Kuckucksnest“ ist mehr als ein großartiges Buch, es ist genial und zählt zu den besten der amerikanischen Gegenwartsliteratur.

In diesem Jahr erschien der Roman auch als Hörbuch.

Für Buchtrinker und Seitenfresser mit dem Faible für die Wiesn – ein Trachten Styleguide

Wer sich in seinem Wiesn-Outfit verkleidet fühlt und beim Blick in den Spiegel merkt, „das bin ich nicht“, der liegt falsch.

Ein paar Sachen sollte man bei der Auswahl seines Wiesn-Outfits beachten.
SpitzenunterrockStoffeHaferlschuheHaken oder KnöpfeJeansjackeSchleife linksBarbie mit Hut Da können die Dirndl noch so hübsch sein, der Spitzenunterrock sollte nicht unten rausschauen.

Auch die Stoffauswahl hat ihre Tücken. Die Farben mögen hier ja vielleicht passen, aber Blumen auf Blumen: als Muster unmöglich.

Haferlschuhe passen auch weniger zum Dirndl. Aber zur Lederhose – auf auf, die Herren. Ebenso unmöglich Cowboystiefel und Wanderschuhe!

Unmöglich ist der Reißverschluss. So macht man†™s richtig: Haken oder Knöpfe.

Wer sich nach wie vor mit braunen Boots auf die Wiesn traut, liegt genauso falsch wie diese Dame hier: Jeansjacke übers Dirndl? Ein No Go.

Und für die, die es noch nicht wussten: Schleife links heißt: Ich bin noch zu haben, Schleife rechts heißt: Bin bereits vergeben, bzw. verheiratet.

Ein Chariwari aus der Landhauskollektion ist genauso daneben wie die zugehörige Landhausmode.

Ein Hut gehört nicht zwingend zum Wiesn-Outfit. Bei der urtümlichen Tracht ist er dagegen unverzichtbar.

Die Carmenbluse und die kurze Lederhose mögen zwar sexy sein, sind aber gleich zwei Mode-Fehler.