Midnight Sun – Edwards Sicht von Stephenie Meyer – Kapitel 8

Kapitel 8

Geist

edwardcover9Ich sah nicht viel von Jaspers Besuch während der zwei sonnigen Tage, die sie in Forks verbrachten. Ich kam nur nach Hause damit Esme sich keine Sorgen machte. Ansonsten war mein Leben eher das eines Gespenstes statt eines Vampirs. Ich schwebte unsichtbar durch die Schatten, wo ich dem Objekt meiner Liebe und Begierde folgen konnte – wo ich sie durch die Gedanken der glücklichen Menschen die mit ihr durch das Sonnenlicht spazieren konnten sehen und hören konnte, manchmal berührten sie aus Versehen ihre Hand. Sie reagierte nie auf solche Berührungen; diese Hände waren genauso warm wie ihre.
Die gezwungene Abwesenheit in der Schule war nie eine größere Herausforderung als jetzt. Aber die Sonne schien sie glücklich zu machen, also konnte ich sie nicht allzu sehr verabscheuen. Alles was ihr gefiel erhielt meine Zustimmung.
Montagmorgen hörte ich eine Unterhaltung die fast mein Vertrauen zerstörte und meine Abwesenheit von Bella zur Folter machte. Als sie endete, versüßte sie mir jedoch den Tag.
Ich hatte ein wenig Respekt vor Mike Newton; er hatte nicht einfach aufgegeben und sich zurückgezogen um seine Wunden zu lecken. Er war mutiger als ich gedacht hätte. Er versuchte es erneut.[…]

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Midnight Sun – Edwards Sicht von Stephenie Meyer – Kapitel 7

Kapitel 7

Melodie

edwardcover6Ich musste warten als ich zur Schule zurückkam. Die letzte Stunde war noch nicht zu Ende. Das war gut, denn ich musste über einiges nachdenken und brauchte etwas Zeit für mich.
Ihr Duft lag noch immer im Auto. Ich hielt die Fenster geschlossen um ihn auf mich einstürmen zu lassen, versuchte mich an das Gefühl zu gewöhnen meine Kehle absichtlich abzufackeln.
Anziehung.
Es war kompliziert darüber nachzudenken. So viele Seiten, so viele Bedeutungen und Ebenen. Nicht das gleiche wie Liebe, aber unausweichlich damit verbunden.
Ich hatte keine Ahnung, ob sich Bella von mir angezogen fühlte. (Würde ihre mentale Stille mich immer weiter frustrieren bis ich irgendwann verrückt werden würde? Oder gab es da eine Grenze, die ich eventuell erreichen konnte?)
Ich versuchte ihre physischen Reaktionen mit denen von anderen zu vergleichen, wie die der Sekretärin oder Jessica Stanley, aber die Vergleiche waren ergebnislos. Dieselben Anzeichen – Veränderung der Herzfrequenz und Atemrhythmus – konnten genauso gut Angst oder Schock oder Wut bedeuten genau wie Interesse. Es schien undenkbar, dass Bella die gleichen Gedanken hegte wie Jessica Stanley. Außerdem wusste Bella ganz genau, dass mit mir etwas nicht stimmte, auch wenn sie nicht wusste, was es war. Sie hatte meine eisige Haut berührt und ihre Hand zurückgerissen wegen der Kälte.[…]

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Midnight Sun – Edwards Sicht von Stephenie Meyer – Kapitel 6

Kapitel 6

Blutgruppe

edwardcover5Den ganzen Tag folgte ich ihr durch die Augen von anderen Schülern und nahm meine eigenen Umgebung kaum war.
Nicht durch die Augen von Mike Newton, denn ich konnte seine anstößigen Fantasien nicht mehr ertragen und auch nicht durch die von Jessica Stanley, denn ihre Abneigung gegenüber Bella machte mich wütend auf eine Art die nicht gesund war für das engstirnige Mädchen. Angela Webber war eine gute Wahl, wenn ihre Augen zur Verfügung standen; sie war freundlich – ihr Kopf war ein angenehmer Ort. Und manchmal waren es die Lehrer, die einem den besten Blick boten.
Ich überrascht zu sehen, wie sie durch den Tag stolperte – trippelte über Risse im Gehweg, verstreute ihre Bücher, und, am häufigsten von allem, viel sie über ihre eignen Füße – die Leute durch deren Augen ich sie belauschte dachten sie wäre tollpatschig.
Ich dachte darüber nach. Es stimmte, dass ich öfter mal Probleme damit hatte, aufrecht zu stehen. Ich erinnerte mich, wie sie an diesem ersten Tag in den Tisch vor mir gerannt ist, wie sie auf dem Eis hin und her rutschte vor dem Unfall, wie sie über die Fußleiste im Türrahmen gestolpert ist gestern… Wie seltsam, sie hatten recht. Sie war tollpatschig.[…]

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Midnight Sun – Edwards Sicht von Stephenie Meyer – Kapitel 5

Kapitel 5

Einladungen

edwardcover4High School. Nicht länger nur das Fegefeuer, sondern die pure Hölle. Qual und Feuer… ja, ich hatte beides.
Ab jetzt machte ich alles richtig. Jedes „i“ bekam seinen Punkt, jedes „t“ seinen Strich. Niemand konnte mir vorwerfen ich würde mich vor der Verantwortung drücken.
Esme zuliebe und um die anderen zu beschützen, blieb ich in Forks. Ich ging zu meinem alten Tagesablauf über. Ich jagte nicht mehr als die anderen. Jeden Tag ging ich zur High School und benahm mich menschlich. Jeden Tag lauschte ich auf Neuigkeiten über die Cullens – es gab nie etwas Neues. Das Mädchen hatte nicht ein Wort über ihre Beobachtungen verloren. Sie wiederholte dieselbe Geschichte, immer und immer wieder – ich stand neben ihr und hab sie zur Seite gerissen – bis ihre Zuhörer gelangweilt aufgaben noch mehr Fragen zu stellen. Es bestand keine Gefahr. Mein übereiltes Handeln hatte niemandem geschadet.
Niemandem außer mir.[…]

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Midnight Sun – Edwards Sicht von Stephenie Meyer – Kapitel 4

Kapitel 4

Visionen

edwardcover3Ich ging zurück zur Schule. Es war das einzig richtige, die unauffälligste Art sich zu benehmen.
Gegen Ende des Tages waren fast alle Schüler wieder in die Schule zurückgekehrt. Nur Tyler, Bella und ein paar andere – die den Unfall dazu nutzen um zu schwänzen – blieben abwesend.
Es sollte nicht so schwer für mich sein, das richtige zu tun. Aber den ganzen Nachmittag biss ich meine Zähne zusammen um gegen das Verlangen anzukämpfen, dass in mir die Sehnsucht weckte auch zu schwänzen – um das Mädchen wieder zu finden.
Wie ein Stalker. Ein besessener Stalker. Ein besessener Vampir-Stalker.
Schule war heute – irgendwie, unmöglich – noch langweiliger als letzte Woche. Koma-mäßig. Es war als wäre sämtliche Farbe aus den Backsteinen gewichen, und aus den Bäumen, dem Himmel, den Gesichtern um mich herum… Ich starrte auf die Risse in der Wand.
Es gab noch etwas richtiges, das ich tun musste… das ich nicht tat. Natürlich war es ebenso falsch. Es kam ganz auf den Blickwinkel an von dem aus man es betrachtete.
Von der Perspektive eines Cullen – nicht nur eines Vampirs, sondern eines Cullen, jemandem der zu einer Familie gehörte, so ein seltener Status in unserer Welt – das richtige wäre ungefähr das:
„Ich bin überrascht, dich hier im Unterricht zu sehen, Edward. Ich hab gehört du warst in diesen schlimmen Autounfall heute Morgen verwickelt.“ […]

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