Dass am 23. April nicht nur der von der UNESCO weltweit eingerichtete Feiertag für das Lesen, für Bücher, für die Kultur des geschriebenen Wortes und auch für die Rechte ihrer Autorinnen und Autoren stattfindet, sondern ebenfalls Tag des Deutschen Bieres ist, erfuhr ich von einem Trupp Bauarbeiter, der mein Buchgeschenk dankend ablehnte.

In der Nachbarschaft und im Büro hatte ich mehr Glück. Von meinen  Arbeitskollegen lehnten nur zwei Siegfried Lenz´ Schweigeminute ab. Einer mit dem Hinweis darauf, dass er noch wahnsinnig viele Bücher zu lesen hätte, ein anderer konnte mit Lenz einfach nichts anfangen. Die restlichen 10 Bücher bin ich dann problemlos in einer Hugendubel-Filiale in einem Einkaufzentrum losgeworden.

Zwei Mitarbeiterinnen zeigten sich sichtlich erfreut und berichteten, dass ihnen noch niemand je ein Buch geschenkt habe. Zugegeben, Bücher in einer Buchhandlung loszuwerden, ist ein Kinderspiel und ich musste nicht allzu viel Überzeugungsarbeit leisten. Worum es in Schweigeminute geht, wollte nur ein Mann mittleren Alters wissen, bevor er das Buch nahm.

Auffällig war, dass wirklich niemand, ausgenommen die Mitarbeiterinnen der Filiale vielleicht, etwas von der Aktion wusste. Vielleicht lag es an der fehlenden Werbung, denn in Großbritannien löste die Aktion große Begeisterung aus und steigerte die Buchumsätze. Dort haben nicht nur die Medien fleißig darüber berichtet, auch viele Schriftsteller und Prominente haben in Buchhandlungen und Cafés, in Bussen und Bahnen, aber auch in Krankenhäusern und Gefängnissen als Paten für die Bücher geworben.

In Deutschland hat die Aktion einige Kritik unter den Buchhändlern hervorgerufen. Die Buchumsätze seien rückläufig, warum sollten Bücher also verschenkt werden. Vielleicht muss man die Reaktionen abwarten und für die Zukunft daraus lernen.

Meine Mission „Lesefreunde“ war auf jeden Fall ein voller Erfolg, denn nicht ein einziges Exemplar ist übrig geblieben. Ich wünsche allen neuen Besitzern der Schweigeminute viel Vergnügen beim Lesen und bedanke mich für die vielen netten Fotos.

Heute ist „Welttag des Buches„!

Stiftung Lesen, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und deutsche Buchverlage haben sich in diesem Jahr etwas ganz Neues dazu einfallen lassen.

33.333 “Lesefreunde” haben auf der Internetseite beim Welttag des Buches aus 25 vorgeschlagenen Büchern drei Titel ausgewählt. Von einem Titel wurden dann jeweils 30 Exemplare kostenlos für jeden registrierten “Buch-Schenker” in einer nahe gelegenen Wunsch-Buchhandlung oder Bibliothek hinterlegt.

Ab dem 16.04.2012 standen meine Bücher zur Abholung in meiner Buchhandlung bei Frau Scheungraber in München Trudering  bereit und heute werde ich sie verschenken.

Von meinen drei Wunschtiteln Schweigeminute von Siegfried Lenz,  Die Vermessung der Welt von Daniel Kehlmann und Schuld von Ferdinand von Schirach bekam ich die Novelle von Lenz zugeteilt.

Ich freue mich darauf, die Bücher zu verteilen und mache mich jetzt gleich auf den Weg.

Bin gespannt, ob ich ähnliche Erfahrungen sammle wie Wolfgang Tischer vom Literatur-Café, der schon am vergangenen Samstag feststellen musste, dass Bücher nicht die gleiche Begeisterung auslösen wie Freibier, denn wer Romane verschenkt, macht sich verdächtig!

Ich werde berichten. 😉

Stiftung Lesen, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und deutsche Buchverlage haben sich in diesem Jahr zum Welttag des Buches am 23.04.2012 etwas Neues einfallen lassen.

Insgesamt können sich 33.333 „Lesefreunde“ bei dieser Aktion auf der Internetseite beim Welttag des Buches anmelden und aus 25 vorgeschlagenen Büchern einen Titel auswählen, den sie verschenken wollen.

Von diesem Titel werden dann 30 Exemplare kostenlos für jeden registrierten „Buch-Schenker“ in einer nahe gelegenen Wunsch-Buchhandlung oder Bibliothek hinterlegt.

Nachfolgende Titel stehen zur Auswahl

About a Boy von Nick Hornby
Adressat unbekannt von Kathrine Kressmann Taylor
Agnes vpn Peter Stamm
Am kürzeren Ende der Sonnenallee von Thomas Brussig
Biss zum Morgengrauen von Stephenie Meyer
Chuzpe von Lily Brett
Der Name der Rose von Umberto Eco
Deutschlandalbum von Axel Hacke
Die Drachen der Tinkerfarm von Tad Williams/Deborah Beale
Die Sünde der Engel von Charlotte Link
Die Vermessung der Welt von Daniel Kehlmann
Ghost von Robert Harris
In meinen Träumen läutet es Sturm von Mascha Kaléko
Kim Novak badete nie im See von Genezareth von Håkan Nesser
Kleiner Mann – was nun? von Hans Fallada
Mein deutsches Dschungelbuch von Wladimir Kaminer
Mondscheintarif von Ildikó von Kürthy
Schneemann von Jo Nesbø
Schneewittchen muss sterben von Nele Neuhaus
Schuld von Ferdinand von Schirach
Schweigeminute von Siegfried Lenz
Stolz und Vorurteil von Jane Austen
Süden und der Luftgitarrist von Friedrich Ani
Suite française von Irène Némirovsky
Wunschloses Unglück von Peter Handke

Ich habe mich schon angemeldet und hoffe, dass ich dabei bin. Wenn´s klappt, bekommt das erste Buch mein Briefträger. Dann würde ich einige Exemplare der Bibliothekarin in der Schulbücherei überlassen, weil die ständig über zu wenig Bücher klagt, die sie den Schülerinnen zu Schülern zur Verfügung stellen kann. Mein Arbeitskollege hat schon ewig kein Buch mehr in der Hand gehabt… ach, es ist wirklich kein Problem 30 Bücher sinnvoll zu verteilen.

Quelle: Welttag des Buches – hier finden sich auch weitere Informationen zum Welttag des Buches 2012.