Münchner Literaturbüro hat das Literaturblatt neu aufgelegt

Ende 2005 wurde das „alte“ Literaturblatt des Kulturreferats eingestellt. Es gab Protestveranstaltungen, Pressekommentare und viele Schreiben, aber alle Rettungsversuche nützten nichts, eine Lücke wurde aufgerissen und viele Veranstalter registrierten einen Besucherschwund. Der von der Stadt angepriesene Online-Kalender konnte das Literaturblatt, das kostenlos in Buchhandlungen und Kultur-Institutionen ausgelegen und einen Überblick über die Literaturszene der Stadt geboten hatte, nicht ersetzen.

Stein Vaaler ist möglicherweise zusammen mit seinen Kollegen vom Münchner Literaturbüro Retter des „Literaturblattes“, denn seit diesem Monat gibt es ein neues Literaturblatt, die „Literaturseiten München“. In einer Auflage von 10 000 Stück wird es von freiwilligen Helfern an 100 Stellen in der Stadt ausgelegt. Die Redaktion des beidseitig bedruckten DIN-A3 Blatts und der noch ausführlicheren Internet-Ausgabe (www.literaturseiten-muenchen.de) besteht aus sechs bis sieben Leuten.

Wenn sich weitere Anzeigenkunden oder gar ein Sponsor finden, möchte man auf vier Seiten erweitern. Eine unschätzbare Unterstützung wäre sicher auch der Zuschuss der Stadt, auf den Vaaler hofft. Das Kulturreferat steht der Initiative „wohlwollend“ gegenüber, möchte aber zunächst „prüfen, in welcher Form Unterstützung möglich ist“.

Taslima Nasreen will aus gesundheitlichen Gründen Indien verlassen

Die in Indien faktisch unter Hausarrest stehende Schriftstellerin Taslima Nasreen will aus gesundheitlichen Gründen ihre Wahlheimat verlassen.  „Ich muss raus aus dieser unmöglichen Situation“, zitierte die Nachrichtenagentur PTI die aus Bangladesch stammende Autorin am Montag. Der massive Stress der vergangenen Monate habe ihre Gesundheit angegriffen, sagte Nasreen, die sich an einem unbekannten Ort in Indien aufhält. Die 45-jährige Schriftstellerin war Ende November nach gewalttätigen Protesten radikaler Muslime in ihrer Wahlheimat Kalkutta unter den Schutz der indischen Regierung gestellt worden. Morddrohungen islamischer Fundamentalisten hatten Nasreen bereits 1994 zur Flucht aus Bangladesch gezwungen. Nach ihrer Rückkehr in die Heimat 1996 musste sie sich wegen ihres islamkritischen Buches „Schande“ massiver Anfeindungen erwehren. Wegen angeblicher Gotteslästerung und Verunglimpfung des Korans sind mehrere ihrer Bücher in Bangladesch verboten. 2005 ging Nasreen ins Exil nach Kalkutta.

Quelle: Süddeutsche Zeitung 

Pariser Buchmesse wegen Bombendrohung evakuiert

Am Sonntagnachmittag gegen 17 Uhr begann die Evakuierung der Pariser Buchmesse . Trotz hoher Besucherzahlen gab es keine Zwischenfälle, teilte die Polizeipräfektur mit. Pariser Verleger berichteten, es sei tatsächlich ein Sprengsatz gefunden worden. Dafür gibt es noch keine offizielle Bestätigung.

Ehrengast der diesjährigen Messe ist Israel. Schimon Peres eröffnete den „Salon du Livre“ am Donnerstag. Zahlreiche islamische Staaten hatten deswegen zu einem Boykott der Messe aufgerufen. Sie protestierten damit gegen die israelische Palästinapolitik.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

„Ich habe Saint-Exupéry abgeschossen“, sagt Ivan Rebroffs Bruder Horst Rippert

„Wenn ich gewusst hätte, dass das Saint-Exupéry war, hätte ich niemals geschossen, niemals“, zitierte die Sonntagszeitung „Journal du Dimanche“ aus einem Buch über Saint-Exupérys Verschwinden, das diese Woche in Frankreich erscheinen soll.

Der Bruder des verstorbenen Sängers Ivan Rebroff, Horst Rippert, hat als Pilot im Zweiten Weltkrieg höchstwahrscheinlich den französischen Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry abgeschossen.

Saint-Exupéry„Es ist in der Nähe von Toulon passiert“, sagte der 88-Jährige der Nachrichtenagentur AFP. „Er flog unter mir. Ich war über der See auf einem Aufklärungsflug.“ Er habe das französische Hoheitszeichen am Flugzeug gesehen, sei eine Kurve geflogen und habe sich hinter den französischen Flieger gesetzt, dann habe er ihn abgeschossen.

Der 1900 geborene Pilot und Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry ist vor allem durch seinen Roman „Der kleine Prinz“ von 1943 berühmt geworden. Weltweit verkaufte sich das Buch mehr als 80 Millionen Mal. „Der kleine Prinz“ ist die Geschichte eines Piloten, der nach einer Bruchlandung einem vom Himmel gefallenen goldhaarigen kleinen Prinzen begegnet, der ihn zum Leben auf der Erde befragt. Obwohl der Autor die Erzählung für Kinder geschrieben hatte, wurde sie mit ihrer philosophischen Betrachtung der Welt auch bei Erwachsenen beliebt. Saint-Exupéry brach am 31. Juli 1944 zu dem Flug auf, von dem er nie zurückkehrte.

Seither gab es zahlreiche Spekulationen über die Umstände seines Verschwindens. Das am kommenden Donnerstag in Frankreich erscheinende Buch über die Recherchen von Luc Vanrell, einem französischen Taucher, und Lino von Gartzen, der einen Verein zur Suche vermisster Flugzeuge gründete, soll das Drama nun endgültig aufklären. Die beiden Autoren hatten bei ihren Untersuchungen Ivan Rebroffs Bruder ausfindig gemacht. Rippert soll zu von Gartzen gesagt haben: „Sie können aufhören zu suchen, ich habe Saint-Exupéry abgeschossen.“

Quelle: Spiegel

Spiegel-Bestenliste Taschenbücher Woche 12/2008

Platz 1 : Die letzte Spur von Charlotte Link
Platz 2 : Die Vermessung der Welt von Daniel Kehlmann
Platz 3 : Drachenläufer von Khaled Hosseini
Platz 4 : P.S. Ich liebe Dich von Cecelia Ahern
Platz 5 : Kennedys Hirn von Henning Mankell
Platz 6 : Tannöd von Andrea Maria Schenkel
Platz 7 : Zusammen ist man weniger allein von Anna Gavalda
Platz 8 : Die Pilgerin von Iny Lorentz
Platz 9 : Eifel-Kreuz von Jacques Berndorf
Platz 10 : Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer