Sommerloch ade – erste Anzeichen

Nicht nur der Regen und die sinkenden Temperaturen verkünden den Jahreszeitenwechsel, auch viele interessante Literaturveranstaltungen weisen den Weg aus dem Sommerloch. Die Autoren reisen wieder quer durchs ganze Land. Nachfolgend eine Auswahl:

  • 04. – 16.09. Internationales Literaturfestival in Berlin
  • 07.09. Lesen! im ZDF mit Elke Heidenreich und als Special Guest Dieter Hildebrandt um 22.30 Uhr.
  • 09.09. Poetry Slam: Bumillo, Necip Tokoglu, Pauline Füg, Sarah Hakenberg, Jaromir Konencny, u.a. um 20 Uhr im Substanz, München
  • 10.09. Niemand bringt sich gerne um. Aktion zum Welt-Suizid-Präventionstag. Anna Schudt liest Gedichte und Texte, Dos Robertos (Musik) um 19.30 Uhr in der Seidlvilla, München
  • 12.09. Friedrich Ani liest aus seinem Buch „Hinter blinden Fenstern“ um 20.30 Uhr im Stolz von der Au, München. (ein Tipp der SZ)
  • 16.09. 7. Münchner LiteraturBrunch der Münchner Bücherfrauen e. V. „Über die Sprachmauer, Akrobatik zwischen den Kulturen“ lautet das Motto. Es lesen Christiane Buchner, Angelika Gillitz-Acar, Doris Kilias, Moderation Bettina Lang. Um 12 Uhr im Atzinger, München – Einlass zum Brunch ab 10.30 Uhr.
  • 17.09. – 23.09. 10 Bremer Krimifestival unter dem Motto „Prime Time Crime Time“ mit vielen namhaften Autoren wie z.B. Friedrich Ani, Pieke Biermann, Oliver Bottini, Gunter Gerlach.

September 2007: Niemand der mit mir geht – Nadine Gordimer

Treffpunkt: 29.09.07 um 21 Uhr bei Gabriele

Niemand der mit mir geht Kurzbeschreibung
Nadine Gordimers Roman spielt in Südafrika nach Aufhebung der Apartheid. Vera Stark, die Hauptgestalt, engagiert sich als Juristin immer mehr beim Aufbau des neuen Staatswesens. Diese Arbeit für das Allgemeinwohl bringt ihr innere Befriedigung, stärkt ihr Selbstbewusstsein, führt aber gleichzeitig in die Einsamkeit.Nadine Gordimer, 1923 in Transvaal geboren, beschäftigt sich in ihren Erzählungen mit dem Leben in Südafrika unter den Bedingungen der Apartheidpolitik. Bekannt wurde sie durch Romane wie Fremdling unter Fremden, Der Ehrengast, Burgers Tochter, Julys Leute. Im Jahre 1991 erhielt Nadine Gordimer den Nobelpreis für Literatur.

Über die Autorin
Nadine Gordimer wurde am 20. November 1923 in Springs, Provinz Gauteng, Südafrika als Tochter eines jüdischen Juweliers geboren. Sie wurde wegen einer vermeintlichen Herzschwäche zunächst von ihrer Mutter zuhause unterrichtet, besuchte später jedoch eine Klosterschule. Im Alter von neun Jahren begann sie zu schreiben, und mit 14 Jahren erschien ihre erste Kurzgeschichte (Come Again Tomorrow) auf den Kinderseiten der Zeitschrift Forum (Johannesburg). Ihr Studium an der Witwatersrand University brach sie bereits nach einem Jahr wieder ab. Ihre erste Kurzgeschichtensammlung Face to Face veröffentlichte Nadine Gordimer 1949 in Johannesburg. Mit The Lying Days veröffentlichte sie 1953 ihren ersten Roman. Sie reiste viel in Afrika, Europa und den USA, wo sie in den 60er und 70er Jahren auch mehrfach an Universitäten lehrte. Beinahe ihr gesamtes Leben lebte und schrieb sie in einem Südafrika, dass von Apartheid gespalten war. Gordimer gehörte in den 50er Jahren zu einer kleinen Gruppe, die bewusst die damaligen Apartheidgesetze missachtete, um diese zu unterhöhlen. Mit den Massenverhaftungen von 1956 und dem Verbot des African National Congress (1960) wurde dieses Vorgehen vehement unterbunden. Gordimers konsequentes Eintreten für das Recht auf freie Meinungsäußerung brachte ihr mehrfach Publikationsverbote in ihrem Heimatland ein.

In den 60er Jahren wurde die schwarze Widerstandsbewegung radikaler in ihren Methoden, wandte z.B. Industriesabotage an, wie sie im Roman The Late Bourgeois World (1966) beschrieben wird. Gordimer fühlte sich folglich doppelt ausgegrenzt: durch die Weißen aufgrund des Apartheidregimes, durch die Schwarzen wegen ihrer Hautfarbe.

In ihrem Werk zeigt sie, dass Apartheid kein statischer, starrer Begriff ist, sondern etwas das sich ständig weiterentwickelt. Die Realität in ihrem Werk ist nie schwarz-weiß, sondern mit vielen Grautönen durchsetzt. Ihr Werk ist in über dreißig Sprachen übersetzt worden.

Break on through…. im Schlossmuseum Jever

Break on through..KatalogWo im 16. Jahrhundert die Häuptlingstochter Maria von Jever die Friesen vereint und gegen die Ostfriesen gekämpft hat, hat der stellvertretende Museumsleiter, Peter Schmerenbeck, mit viel Herzblut ein wohl bis heute einmaliges Forschungs- und Ausstellungsvorhaben realisiert. In den historischen Räumen des Museums, in denen ein Überblick über die Wohnkultur des 16. bis 19. Jahrhunderts gegeben wird, ist das 20. Jahrhundert eingekehrt. Unter dem Motto „Break on through to the other side“ widmet sich seit dem 01.09. das Museum den Musikclubs und Diskotheken der Weser-Ems-Region in den 60er bis 80er Jahren.

In der Tat sind die heutige Freizeitkultur und der zeitgenössische Musikgeschmack ganz wesentlich von den Rock’n’Roll-Tanzschuppen, Beatlokalen und Rock-Diskotheken jener Dekaden geprägt. Da diese Periode der hiesigen Diskothekenkultur zunehmend in Vergessenheit gerät und auch viele der einst bedeutenden Lokale wie z.B. das Old Inn (Aurich), das Alte Fehnhaus (Ostgroßefehn), der Newtimer (Zetel) oder das Tiffany, der Etzhorner Krug, das Ede Wolf, das Renaissance (alle Oldenburg) sowie die Scala (Lastrup) und das Charts (Oldenburger Münsterland) schon nicht mehr existieren, kommt gerade in diesen Fällen dem Museum eine sichernde Aufgabe in Bezug auf noch erhaltene Objekte, Dokumente und andere Informationen zu, so berichtet die Internetseite des Museums.

Wer Gelegenheit hat, sollte sich die Ausstellung nicht entgehen lassen, sie ist geplant bis zum 27.04.2008. Allen anderen Interessenten kann ich nur wärmstens den wunderbar bebilderten und ausführlichen Katalog empfehlen:

„Break on through to the other side“. Tanzschuppen, Musikclubs und Diskotheken in Weser-Ems. Katalog zur Sonderausstellung im Schlossmuseum Jever vom 01.09.2007 bis 27.04.2008. Hg. von Peter Schmerenbeck. Oldenburg, Isensee, 2007
(Kataloge und Schriften des Schlossmuseums Jever. H. 27) Er kostet 19,80 Euro und kann hier im Museumsshop bestellt werden.

„Auch in der Region zwischen Weser und Ems erlangten Tanzschuppen, Musikclubs und Diskotheken seit den 1960er Jahren einen unübersehbaren Stellenwert in der Freizeit-, Unterhaltungs- und Jugendkultur. 14 Beiträge und über 270 Abbildungen vermitteln interessante Einblicke in eine facettenreiche Szene.

Im Vordergrund der Darstellung stehen dabei die Diskotheken und Clubs, die der Rockmusik verbunden waren und sind. Es werden aber auch diejenigen Protagonisten und Orte in den Blick genommen, die an der frühen Popularisierung dieser Musik ihren Anteil hatten: die Beatbands und die Tanzschuppen, in denen sie auftraten.“
(Auszug aus dem Klappentext)

Inhaltsverzeichnis:

  • „Break on through to the other side“. Tanzschuppen, Muikclubs und Diskotheken im Weser-Ems-Gebiet in den 1960er, 70er und 80er Jahren von Peter Schmerenbeck
  • „Die Rock`n Roller wollten wir hier nicht haben!“ Über das Verhältnis von Jazzfans in den 50er Jahren in Oldenburg von Fred Ritzel
  • Progressive Klänge von der Waterkant. Tanzschuppen und Diskotheken in Ostfriesland von Werner Jürgens
  • Alles Zufall … Progressive Diskotheken in Wilhelmshaven und Friesland von Wolle Willig
  • „Lieber lebendig als normal“. Progressive Musikclubs und Diskotheken in Oldenburg in den 1960er/70er/80er Jahren. Eine Spurensuche von Wilfried Wördemann
  • Die Scala. Von Hamlet bis Hendrix – vielleicht nur träumen von Gisbert Wegener
  • Klänge und Visionen. Musikclubs und alternative Diskotheken im südlichen Weser-Ems-Gebiet von Gisbert Wegener
  • Hier konnte auch vorgeführt werden, was man in der Tanzschule gelernt hatte. „Nichtprogressive“ Tanzlokale und Diskotheken in den 60er und frühen 70er Jahren auf der ostfriesischen Halbinsel von Michael Clemens
  • Protest und Kommerz. Jugendmoden der 1960er und 70er Jahre von Maria Diederichs-Bolsenkötter
  • Die Technik macht die Musik von Thorsten Pöschk
  • „Spiel mal was Anständiges!“ Als DJ im Oldenburger Land unterwegs von Otto Sell

Anhang: Übersichtskarten der näher betrachteten Diskotheken in der Weser-Ems-Region, Autoren des Katalogs, Literaturverzeichnis

Spiegel-Bestenliste Hardcover Woche 36

Platz 1 : Kalteis von Andrea Maria Schenkel
Platz 2 : Tannöd von Andrea Maria Schenkel
Platz 3 : Millionär Tommy Jaud
Platz 4 : Harry Potter and the Deathly Hallows von Joanne K. Rowling
Platz 5 : Der Schrecksenmeister von Walter Moers
Platz 6 : Das Spiel der Könige von Rebecca Gablé
Platz 7 : Die italienischen Schuhe von Henning Mankell
Platz 8 : Kalte Asche von Simon Beckett
Platz 9 : Am Strand von Ian McEwan
Platz 10 : Knochen zu Asche von Kathy Reichs

Spiegel-Bestenliste Taschenbücher Woche 36

Platz 1 : Die Chemie des Todes von Simon Beckett
Platz 2 : Zusammen ist man weniger allein von Anna Gavalda
Platz 3 : Ohne ein Wort von Linwood Barclay
Platz 4 : Glennkill von Leonie Swann
Platz 5 : Totgeglaubte leben länger von Kathy Reichs
Platz 6 : Das Wunder eines Augenblicks von Nicholas Sparks
Platz 7 : Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier
Platz 8 : Vollidiot von Tommy Jaud
Platz 9 : Drachenläufer von Khaled Hosseini
Platz 10 : Hector und die Geheimnisse der Liebe von Francois Lelord