Suhrkamp Verlag stellt Florian Havemanns „Havemann“ mit geschwärzten Stellen ins Netz

Weil ein anonymer Kläger seine Persönlichkeitsrechte verletzt sah, war der Suhrkamp Verlag gezwungen das Buch von Florian Havemann „Havemann“ kurz vor Weihnachten 2007 zurückzuziehen. 7000 Exemplare waren bis dahin verkauft. Inzwischen wehren sich weitere Personen gegen ihre Charakterisierung in dem drei Generationen umfassenden Zeitgemälde. Lt. Verlagssprecher Thomas Sparr sind es eine gute Hand voll, die Einsprüche werden zur Zeit geprüft, es seien nicht alle berechtigt. Havemanns Schwester, Sibylle wehrte sich in einem offenen Brief gegen den „Missbrauch des Namens“ und die „Verletzung der Integrität von Menschen“. Das Buch sei „kokett, missgünstig, hämisch“ usw.

Der Suhrkamp Verlag will nun das überarbeitete Buch mit geschwärzten Stellen ins Netz stellen, später soll es auch eine Neuerscheinung in Buchform geben.

Ohne Rücksicht auf Dogmen und Personen schildert der 1952 geborene Sohn des Chemikers, Kommunisten und Dissidenten Robert Havemann seine, programmatisch als eigene, „nur meine Wahrheit“ bezeichnete Sicht. So suggeriert er, dass Wolf Biermann und Margot Honecker sexuelle Kontakte pflegten. Aber weder Biermann noch Honecker haben gegen die Darstellung geklagt.

HavemannInhalt
Heftig, wie ein Wintergewitter kommt Havemann über Berlin, über Deutschland, Ost- wie West-, So vieles ist umzudrehen und anzuzweifeln, zu enthüllen und aufzudecken, zu ergänzen und geradezurücken, so vieles zum ersten Mal zu erzählen, wenn die Geschichte der Familie Havemann über drei Generationen bis hinein in die unmittelbare Gegenwart ihres Autors dargestellt †“ oder wie Havemann sagt: „behauptet†œ – werden soll.
Über die geteilte Stadt hat man uns viel erzählt: Ostberlin, den sowjetischen Sektor, die Hauptstadt der untergegangenen DDR, die in Anekdoten und Geschichten von offiziellen und inoffiziellen Mitarbeitern, Amtsträgern und Ausgewiesenen überlebt. Fast zwanzig Jahre nach dem Mauerfall jedoch ist Ostberlin, dieser Eigenkosmos mit Außenwirkung, noch immer ein Rätsel. Was geschah damals in Ostberlin wirklich, in der inzestuös übersichtlichen Enge, in der Kultur nicht ohne Politik, Abweichung nicht ohne Staatssicherheit, Loyalität nicht ohne Verrat zu haben waren? Druck und Herausforderung †“ wie haben sie Leben, Werk, Verhalten der Akteure bis heute geprägt?
In welcher Wahrheit haben wir uns eingerichtet?
Des Autors großer Bericht über Familie Havemann, Vater Robert, den bekanntesten Dissidenten der DDR,
und das eigene Leben in Ostberlin und, ab 1971, in Westdeutschland – als junger Rebell, Künstler, Linker, Flüchtling, als Außenseiter mit Ambitionen, künstlerischen und politischen, und als Verfassungsrichter-wirft, ohne mit Hieben und Seitenhieben zu sparen, zahllose Einsichten und Antworten ab. Havemann erzählt, klärt auf und greift ein.
Havemann provoziert.

Florian Havemann„Alle kennen Havemann. Keiner kennt Havemann“.
Der Großvater: Hans Havemann, Doktor der Philosophie, Gymnasiallehrer, Autor von Theaterstücken, philosophischen Büchern, Zeitungsredakteur, Feuilletonchef, dann Geologe, Arbeit in der Akademie der Wissenschaften der DDR, 1933 Mitglied der NSDAP, dann 1946 der SED.
Der Vater: Robert Havemann, Doktor der Philosophie, Naturwissenschaftler, Erfinder, Institutsdirektor, Professor, Autor, Widerstandskämpfer, durch die Nazis zum Tode verurteilt, Mitglied der SED, Abgeordneter der Volkskammer der DDR, Oppositioneller, Dissident, unter Hausarrest.
Der Sohn: Florian Havemann, Maler, Komponist, Autor, Arbeit als Elektriker, Reinigungskraft, Bühnenbildstudium, 1968 in der DDR wegen staatsfeindlicher Hetze im Gefängnis, Flucht in den Westen, Verfassungsrichter im Lande Brandenburg, Kandidat der PDS für die Bundestagswahl 2002«
Florian Havemann

Quelle: Süddeutsche Zeitung, Suhrkamp Verlag, Wikipedia

Rettung für Anne Franks Kastanie

AnneFrankTagebucheintrag vom 23. Februar 1944

„Fast jeden Morgen gehe ich auf den Dachboden hinauf, um die stickige Luft aus meinen Lungen zu pusten. Vom meinem Lieblingsplatz aus auf dem Boden, sehe ich hinauf in den blauen Himmel und in den kahlen Kastanienbaum, an dessen Zweigen kleine Tropfen wie Silber glitzern. Und ich sehe die Möwen und die anderen Vögel, wie sie im Wind gleiten. So lange wie dies existiert, so dachte ich, werde ich leben mögen, um dies zu sehen, diesen Sonnenschein, diesen wolkenlosen Himmel. Solange dies andauert, kann ich nicht unglücklich sein.“

Ein knappes Jahr, nachdem Anne Frank diese Zeilen am 23. Februar 1944 in ihr Tagebuch schrieb, starb sie im KZ Bergen-Belsen.

Anne Franks KastanieDer Anne-Frank-Baum ist eine Weiße Rosskastanie, die im Tagebuch der Anne Frank ausführlich geschildert wurde. Dieser große dicke Baum war eines der wenigen Stückchen Natur, die das junge Mädchen vom kleinen Hinterhaus aus sehen konnte, in dem sie sich zusammen mit ihrer Familie während der Nazi-Okkupation der Niederlande versteckt hielt.

Zitatstellen aus ihrem Tagebuch belegen, dass der Anblick des Baumes Anne mit Hoffnung erfüllte und ihr Trost spendete. Der Baum, dessen Alter auf 150 bis 170 Jahre geschätzt wird, wird als einer der ältesten Kastanienbäume in Amsterdam vermutet. Der Baum hat während der letzten Jahre sowohl einen Pilz- als auch einen Mottenbefall verkraften müssen. Aber nach einigen erfolglosen Rettungsversuchen hat der Stadtrat von Amsterdam am 14. November 2006 verkündet, dass er eine Entscheidung über die Zukunft des Baumes treffen wird.

Nach eingehenden Beratungen haben sich die Stadt Amsterdam, die Anwohner, die „Bomenstichting†œ (Baumstiftung), das Anne Frank Haus und der Grundstückseigner darauf geeinigt, den Baum zu erhalten.

Bis Ende Mai 2008 wird die Krone noch einmal zurückgeschnitten, es wird eine Kronenverankerung angebracht, und der Baum wird eine Stützkonstruktion erhalten. So kann die Kastanie noch fünf bis fünfzehn Jahre stehen bleiben. Die Stiftung „Support Anne Frank Tree†œ übernimmt die Verantwortung für diese Maßnahmen.

Freistaat Bayern soll Rauch-Oasen prüfen

Kaum ein Tag vergeht, ohne dass das neue Nichtraucherschutzgesetz in Bayern für Schlagzeilen in den Medien sorgt. Letzte Woche war z.B. zu lesen: Münchner Polizei verzeichnet 55 Einsätze, weil sich Anwohner wegen lärmender Raucher vor den Gaststätten beschweren. Nun geht es um die „Rauch-Oasen„, die die Wirte ihren rauchenden Gästen zur Verfügung gestellt haben.

Die Stadt will den Freistaat prüfen lassen, ob Kneipen-Gäste in eigens vor den Wirtshaus-Türen aufgestellten Zelten, Bussen oder gar Seilbahngondeln rauchen dürfen.

Das Kreisverwaltungsreferat will vom zuständigen Umweltministerium wissen, ob solche Behelfsbauten als Nebenräume der Gaststätte anzusehen sind. Dort wäre Rauchen nämlich ebenso verboten, zumal das Gesundheitsschutzgesetz den Wirten eindeutig untersagt, Raucherräume einzurichten. Darauf hatte das Referat mehrer Wirte in Briefen hingewiesen.

Die CSU-Stadtratsfraktion hat deswegen den „Amtsschimmel wiehern“ hören. Der CSU-Stadtrat Hans Podiuk wirft der Stadt vor, „die Wirte und die Raucher zu schikanieren“. Er will von der Stadt wissen, wie sie das Rauchverbot umsetzt. Der stellvertretende Referatsleiter Horst Reif sieht zur Klärung dieser Frage jedoch den Freistaat in der Pflicht und hat schriftlich beim Umweltministerium angefragt, wie es die Stadt mit den Raucherzelten und Rauchergondeln halten soll. Entscheiden muss nun der für das Rauchverbot zuständige Umweltminister Otmar Bernhard, der auch der Münchner CSU vorsitzt.

Auf der Internetseite Rauchverbot.net läuft eine Meinungsumfrage:

Rauchverbot in Gaststätten?

Ihre Meinung ist gefragt!

11478 59,51 %
7810 40,49 %

Stimmen gesamt: 19288

Die Abstimmung war bis zum 01.10. bei 52% für ein Rauchverbot und 48% gegen ein Rauchverbot. Einiges dazu beigetragen haben mit Sicherheit die täglichen Besuche aus diversen Foren. Der sprunghafte Anstieg der Besucher die gegen ein Rauchverbot sind und die daraus resultierende Veränderung ( 44% für ein Rauchverbot und 56% gegen ein Verbot p. Stand vom 27.11.) sprechen für sich. Diese Umfrage sollte jedoch nicht als repräsantiv angesehen werden. Vielleicht wäre das Wort Stimmungsbarometer treffender….

Bayerische Wirte reichen Klage ein
Wirte in Bayern wollen mit Verfassungsbeschwerden gegen das bundesweit schärfste Nichtraucherschutzgesetz vorgehen. „Wir planen die Einreichung einer Klage in Karlsruhe“, sagte der Geschäftsführer des Vereins zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK), Heinrich Kohlgruber, am Mittwoch. Dazu müssten aber die Umsatzzahlen abgewartet werden. „Wir brauchen verschiedene Wirte, die nachweisen können, dass sie 30, 40 oder 50 Prozent Umsatzrückgang haben.“ Der im Dezember gegründete Verein, der bereits mehr als 1000 Mitglieder hat, will zudem per Mitgliedschaft von Wirten und Gästen die Möglichkeit eröffnen, Nebenräume als geschlossene Gesellschaft auszuweisen. Der Verein werde von Anfragen und Anträgen von Wirten überhäuft, berichtete Kohlgruber. „Unser Faxgerät schaltet nicht mehr ab.“

Spiegel-Bestenliste Taschenbücher Woche 5/2008

Platz 1 : Drachenläufer von Khaled Hosseini
Platz 2 : P.S. Ich liebe Dich von Cecelia Ahern
Platz 3 : Das Rätsel von John Katzenbach
Platz 4 : Zusammen ist man weniger allein von Anna Gavalda
Platz 5 : Die Chemie des Todes von Simon Beckett
Platz 6 : Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafon
Platz 7 : Glennkill von Leonie Swann
Platz 8 : Tod auf dem Jakobsweg von Petra Oelker
Platz 9 : Höhenrausch von Ildikó von Kürthy
Platz 10 : Das Moor des Vergessens von Val McDermid

Spiegel-Bestenliste Hardcover Woche 5/2008

Platz 1 : Die Kathedrale des Meeres von Ildefonso Falcones
Platz 2 : Der letzte Weynfeldt von Martin Suter
Platz 3 : Die Mittagsfrau von Julia Franck
Platz 4 : Harry Potter und die Heiligtümer des Todes von Joanne K. Rowling
Platz 5 : Tausend strahlende Sonnen von Khaled HosseiniPlatz 4 :
Platz 6 : Tannöd von Andrea Maria Schenkel
Platz 7 : Hammerstein oder Der Eigensinn von Hans Magnus Enzensberger
Platz 8 : Die Frau im Mond von Milena Agus
Platz 9 : Tintenherz von Cornelia Funke
Platz 10 : Tintentod von Cornelia Funke